Haushaltstipps

Marder vom Dach & Dachboden vertreiben

Marder stehen unter Artenschutz – deshalb sind zum Vertreiben nur harmlose Methoden erlaubt

Wenn vom Dachboden geheimnisvolle Geräusche zu vernehmen sind, die nicht von den Geister Eurer Vorfahren verursacht werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Marder bei Euch eingezogen ist oder gerade einziehen möchte. Das werdet Ihr sicher nicht hinnehmen wollen, deshalb werden nachfolgend die besten Methoden aufgezählt, wie Ihr den Marder vertreiben könnt:

Schnell, schnell, schnell!

Am wichtigsten ist, dass Ihr wirklich schnell handelt. Wenn Ihr das erste Mal etwas hört, ist der Marder vielleicht gerade erst dabei, die neue Wohnung zu besichtigen und sich zu überlegen, ob er sich für einen längeren Mietvertrag entscheidet. Wenn er sich erst einmal zum Einzug entschlossen hat, setzt auch ein Marder alles daran, sein neues Heim so gemütlich wie möglich zu gestalten.

Mit Teppichverlegearbeiten und Wandrenovierungen hat er es nicht so, aber er wird schon beginnen, Ihren Dachboden umzugestalten, wird viel Material für ein gemütliches Nest heranschaffen und jede Ecke durch Kratzen und Scharren erkunden. Vor allem wird er seine Persönlichkeit einbringen, mardertypisch nicht durch Deko, sondern durch Markieren, permanent und mit Analdrüsensekret, Urin und Kot.

Je weiter diese “Renovierung mit reinen Naturmaterialien” vorangeschritten ist, desto widerwilliger wird der Marder sein gemütliches neues Heim wieder verlassen. Ihr müsst immer mehr Aufwand betreiben, um ihn loszuwerden. Das bedeutet, dass Ihr nicht tagelang überlegen solltet, ob es ein Marder ist, der bei Euch eingezogen ist. Folgende Anzeichen sprechen dafür:

  • Marder sind Kulturfolger, die in unserer Nähe leben.
  • Wenn ein Marder Ihren Dachboden entdeckt hat, wird er dort tagsüber schlafen.
  • Nachts wird der Marder dann aktiv, was sich durch Geräusche bemerkbar macht, die bis zu höllischem Lärm gehen können.
  • Ihr werdet meist Kratzspuren entdecken, wenn Ihr auf den Dachboden geht – oder Beutereste wie Eierschalen oder Vogelfedern.

Wenn Ihr Euch geirrt habt, schadet das auch nichts: Alle Vertreibungsmittel zielen darauf ab, dem Eindringling das Leben so unbequem wie möglich zu machen. Auf der anderen Seite geht es nicht darum, ihm zu schaden oder ihn zu töten, das verbietet auch unser Gesetz. Sondern er wird nur gründlich genervt. Darauf reagieren dann wohl auch alle anderen Lebensformen, die auf Ihrem Dach einziehen möchten, es kann Euch also eigentlich egal sein, ob es sich um einen Marder, eine Hausmaus oder um Formen extraterrestrischer Intelligenz handelt. :)

Bekannte Mittel gegen Marder

Es werden unglaublich viele Hausmittel angepriesen, die geeignet sein sollen, Marder zu vertreiben:

  • Hundehaare und Katzenhaare,
  • Mottenkugeln,
  • Toilettensteine
  • und viele andere übel riechende Duftstoffe wie Salmiakgeist oder Bärenkot (Bären sind in der Natur die gefährlichsten Feinde des Marders)

Ein Geheimtipp soll auch Buttersäure sein, die Ihr mit Eurem naturwissenschaftlich begabten Sprössling im hauseigenen Minilabor herstellen könnt, allerdings wird diese auch Euch selbst ziemlich stinken! Dafür werden alle Stubenfliegen der Gegend auf Eurem Dachboden ein Festival feiern. Sie lieben Buttersäure heiß und innig.

In seiner neuen Wohnung möchte ein Marder es ruhig und möglichst kuschlig dunkel haben. Deshalb hatten unfreiwillige Mardergastgeber schon Erfolg mit Bewegungsmeldern, die flackernde Glühbirnen oder bühnentaugliche Lichtblitze in Betrieb setzen. Oder mit Radios, die so geschaltet sind, dass sie in unregelmäßigen Abständen laute Musik von sich geben, oder mit CD-Playern, die lautes Hundegebell oder Bärengebrüll aussenden. Fünfmal in der Nacht lärmende Wecker finden Marder auch unerhört, ebenso wie rotierende Discokugeln (endlich eine sinnbringende Verwendung für die Restbestände aus dem Partykeller). Ultraschall soll helfen, je mehr Schalldruck das Gerät abstrahlt, um so besser.

Die häufige Anwesenheit von Menschen auf dem Dachboden wird den Marder ebenfalls nicht freuen, und wirklich unangenehm findet er es auch, wenn diese Menschen zusätzlich dauernd von unten energisch gegen die Dachverschalung klopfen.

Kombinierte Anwendung macht dem Marder Beine

Nach dem oben Gesagten geht es im akuten Fall aber nicht darum, das am besten geeignete Vertreibungsmittel herauszufinden. Oder zu warten, bis man sich im nächsten Zoo entschieden hat, Euch Bärenkot zur Verfügung zu stellen. Ihr wollt ja keinen Preis für die leistungsfähigste Marderabwehr gewinnen, sondern Euren Marder loswerden.

Und am schnellsten könnt Ihr handeln, wenn Ihr das verwendet, was gerade zur Hand ist oder im Handumdrehen vom Nachbarn besorgt werden kann. Dabei solltet Ihr alle verfügbaren Mittel kombinieren:

  • Der alte Elektrowecker wandert aufs Dach und das Küchenradio,
  • Ihr könnt gründlich Salmiakgeist versprühen
  • und je drei Packungen Toilettensteine und Mottenkugeln aus dem 1-Euro-Shop verteilen.
  • Wenn Ihr einen Nachbarn mit einem schon etwas älteren und deshalb schon etwas streng riechenden Schäferhund habt, solltet Ihr Euch nach dem nächsten Bürsten eine Handvoll des Ergebnisses erbitten und die Haare schön über den Dachboden verstreuen (auch wenn der Nachbar ein wenig befremdet guckt).
  • Ihr solltet mehrmals am Tag den Dachboden aufsuchen. Falls Ihr den Marder trefft, dann am besten mit einer Wasserspritze in der Hand,
  • und die Klopferei an die Decke gehört einige Tage lang zur Abendgymnastik.
  • Habt Ihr irgendwo noch die Vuvuzela von der letzten Weltmeisterschaft
  • oder könnte es Eurem Kind Spaß machen, zur Abwechslung mal richtig schräge Töne auf der Blockflöte zu spielen? – Auf dem Dachboden dürfen ausgiebige Konzerte gegeben werden!

Hat es geklappt?

Jeder normale Marder wird sich unter solchen Bedingungen sehr schnell entscheiden, sich eine Wohnung in einer distinguierteren Umgebung zu suchen, je weniger Mühe er bisher in die Ausgestaltung des neuen Heimes investiert hat, desto eher.

Wenn der Marder resigniert Euer Haus verlassen hat, steht noch die Nachsorge an: Schafft Ihr es, alle Schlupflöcher dichtzumachen, die größer als 5 cm sind, werdet Ihr in Zukunft vor den Mardern Ruhe haben.
(von Halina)

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