Vorab: Es gibt kaum Bambusarten die wirklich giftig für Mensch und Tier sind. Und selbst bei giftigen Arten sind die toxischen Substanzen vorwiegend in den rohen Sprossen und in den Samen angesiedelt. Bambus enthält Blausäure, mit der er sich bei Verletzung durch Fressfeinde schützt. Das heißt, wird ein Bambus beschädigt, setzt er Blausäure frei und blockiert damit die Zellatmung - ähnlich wie es bei Kohlenmonoxyd der Fall ist.

Der Bambus - Eine asiatische Pflanze mit langjähriger Tradition im Garten

Als Hunde- oder Katzenhalter müssen Sie keine Gefahr für Ihre Haustiere befürchten, da Bambus nicht auf dem Speiseplan von Hunden und Katzen steht. Es gibt also keinen Grund für die Tiere, die Pflanze zu verletzen und dadurch das Austreten von Blausäure in die Wege zu leiten. Die
asiatische Pflanze mit ihren holzartigen Stängeln kann also problemlos als Einfriedung, als dekorativer Akzent auf dem Grundstück oder als Sichtschutz für Ihre Sitzecke oder den Gartenteich dienen. Alle im Handel und Gartenbedarf erhältlichen Bambuspflanzen sind ungiftig und somit perfekt für Ihr Grundstück geeignet.

Hinweis: Der giftigste Teil einer Bambuspflanze ist ihre Blüte. Bambus blüht in äußerst seltenen Zyklen mit Abständen von 80 bis 100 Jahren. Es ist also unwahrscheinlich, dass Sie den Bambus in Ihrem Garten zur Blüte bringen und damit ein Risiko eingehen.

Haustiere von Bambuspflanzen fernhalten

Während sich ein Hund weniger für Gartenpflanzen interessiert, knabbern Katzen vorwiegend an den jungen Trieben. An Katzengras erinnernd, werden frische Bambustriebe als genießbar betrachtet und können durchaus im Magen der Katze landen. Daher sollten Sie sich vor der Anschaffung von Bambuspflanzen genauestens informieren, ob es sich um eine ungiftige oder um eine giftige, um eine chemisch behandelte oder naturbelassene Pflanze handelt.
In Gärtnereien und im Internet finden Sie Bambus, der
  • hierzulande gezüchtet
  • eine ungiftige Sorte
  • nicht chemisch behandelt
  • daher ungefährlich für Ihre Haustiere ist
Dennoch sollten Sie Hund und Katze sowie Kleinkinder von den Samen, den frischen Trieben und den eher seltenen Blüten der Pflanze fernhalten. Wenn der Bambus im Frühjahr austreibt, können Sie ihn durch eine Einzäunung schützen und damit verhindern, dass Ihre Katze ein Übermaß an Blausäure aufnimmt und durch den Verzehr der frischen Sprossen gesundheitlich beeinträchtigt wird. Wie bei den meisten Pflanzen gilt auch beim Bambus: Die toxischen Eigenschaften hängen mit der Menge der verzehrten Triebe zusammen. Wenn eine Katze kurz an einem Bambustrieb knabbert, müssen Sie sich keine Gedanken um Vergiftungserscheinungen machen. Anders verhält es sich, wenn eine ganze Pflanze beknabbert und durch das Haustier von sämtlichen frischen Trieben "befreit" wird.

Wie kann eine Speisepflanze giftig sein?

Bambus - BambusoideaeBambus gehört in der asiatischen Küche in praktisch alle Gerichte und zählt zu den Pflanzen, die für den typischen Geschmack der Speisen verantwortlich sind. Auch hier handelt es sich natürlich um ungiftige Sorten, die obendrein größtenteils gegart und nicht im rohen Zustand verzehrt werden. Auf köstliche Bambussprossen im Salat brauchen Sie nicht verzichten, sollten diese aber nicht im eigenen Garten ernten. Im Handel erhältliche Sprossen sind frei von Blausäure und somit ideal für Ihre gesunde Ernährung geeignet. Anders verhält es sich bei einigen wenigen Arten, deren Blausäuregehalt sehr hoch und damit bedenklich für Ihre Gesundheit ist. Allerdings müssten Sie eine größere Menge verzehren, um die unerwünschte Wirkung zu bemerken und sich mit Bambus zu vergiften.

Bambus und Haustiere - Tipps für Gärtner und Pflanzenfreunde

Auch ungiftige Bambusarten sollten Sie nicht in Freigehegen für Ihre Haustiere pflanzen. Neben
Hunden und Katzen sind auch Kaninchen, Enten und Gänse oder Strauße am frischen Grün der Pflanzen interessiert. Für einen kräftigen und dichten Wuchs ist es notwendig, dass der Bambus in seiner Wachstumsphase nicht beschädigt wird. In Harmonie können Bambuspflanzen und Haustiere auf Ihrem Grundstück leben, wenn Sie einige Regeln in der Bepflanzung und im Pflanzenschutz einhalten.
  • In der Austriebphase halten Sie Ihre Tiere vom frischen Grün fern.
  • Schließen Sie aus, dass Hund oder Katze den Stamm verletzen.
  • Setzen Sie den Bambus an einen tiersicheren Standort.
  • Schauen Sie täglich nach den frischen Trieben.
  • Beobachten Sie Ihre Haustiere aufmerksam und stellen gesundheitliche Veränderungen umgehend fest.
Welche Bambusart ungiftig und damit ideal für Ihren Garten ist, können Sie in Gärtnereien erfragen oder in der Liste der für Tierhalter geeigneten Pflanzen einsehen. Wichtig ist aber, dass Sie auch bei nicht toxischen Sorten darauf achten, dass Ihr Tier nicht am Bambus knabbert oder die Samen beziehungsweise die rohen Sprossen auf seinen Speiseplan setzt. Interessieren Sie sich für außergewöhnliche und hierzulande unübliche Bambusarten, sollten Sie sich über den toxischen Gehalt informieren und generell vermeiden, dass Hund und Katze in Kontakt mit der Pflanze kommen. Das gilt auch, wenn Sie Ihren Bambus direkt aus Asien importieren oder sich für eine Pflanze entscheiden, deren Herkunft unbekannt oder deren Art nicht konkret definiert ist.

Wichtig: Holen Sie sich so viele Informationen wie möglich über die Herkunft und die Bambusart ein. Auch wenn es hierzulande hauptsächlich ungiftige Bambusarten zu kaufen gibt, sollten Sie in Erfahrung bringen, ob es sich bei Ihrer Pflanze um eine Zucht aus Deutschland oder dem europäischen Raum handelt.

Haustiere und Bambus müssen sich nicht ausschließen.

Bambus - BambusoideaeWenn Sie die Pflanzenart mit Sorgfalt auswählen und Ihre Haustiere aufmerksam beobachten, können Sie sich problemlos für Bambus im Garten entscheiden. Hunde sind weitaus weniger interessiert an den frischen grünen Trieben, während Katzen gerne daran knabbern und daher ferngehalten werden sollten. Auch wenn Ihre Katze ein Freigänger ist, müssen Sie nicht auf Bambus verzichten. Im Zeitraum des Austriebs können Sie die Pflanze - und damit auch Ihre Katze - schützen, in dem Sie den Zugang erschweren und den Bambus für neugierige Katzen uninteressant machen. Gleiches gilt natürlich auch für Kleinkinder. Wobei Sie sicher sein können, dass sich Ihr Kind keinen Bambustrieb in den Mund steckt.

Tipp: Auch wenn Blausäure nachweislich gesundheitsschädlich ist, sind größere Mengen für wirkliche Vergiftungserscheinungen notwendig. In Gärtnereien angebotene Bambusgewächse sind ungiftig und somit keinerlei Risiko für Ihr Wohlbefinden oder die Gesundheit von Haustieren. Sie können die schönen asiatischen Pflanzen vielseitig auf dem Grundstück verwenden und sich ein Ambiente schaffen, das Sie begeistert und keinerlei Gefahren mit sich bringt.

Bei den hierzulande erhältlichen Bambusarten sind keinerlei Reaktionen bei Haustieren zu beobachten. Da es sich um eine faserige Pflanze handelt, werden die aufgenommenen Teile meist im Ganzen und ohne Schäden zu hinterlassen wieder ausgeschieden. Sollte die Katze an einem giftigen Bambus knabbern, führt dies zu Problemen der Zellen und erzeugt einen leichten Schwindel. Diese Reaktion begründet sich in der Blausäure, die gegen die Zellatmung wirkt und dem Blut Sauerstoff entzieht. Durch die vorübergehende Sauerstoffarmut kommt es zu einem taumeligen Gang. Nur bei sehr großen Mengen im Verzehr muss ein Tierarzt konsultiert werden. Im Regelfall lassen die Schwindelerscheinungen binnen weniger Minuten nach und die Katze erbricht die aufgenommenen Pflanzenteile.