Bereits seit 400 Millionen Jahren wachsen die Farne auf der Erde. Sie tragen bis heute eine urwüchsige Erscheinungsform. An schattigen Plätzen mit viel Feuchtigkeit fühlen sich die Gewächse heimisch. Durch ihren üppigen Wuchs und die zuweilen extravaganten Formen eignen sich einige Farnarten als Zimmerpflanzen. Achten Sie darauf, dass Kinder und Haustiere nicht mit den Pflanzen in Berührung kommen.

Farne: Giftigkeit und Schutzmaßnahmen

Farne gehören aufgrund ihrer tropisch anmutenden Wedel zu den beliebten Wohnungspflanzen. Bei Familien mit Kindern und Tierhaltern gebietet die Kultivierung der Pflanze Vorsicht. Farne geben Sporen ab, die durch die orale Einnahme Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Im Gegensatz zu anderen Gewächsen bilden Farne keine Blüten. Sie pflanzen sich ausschließlich durch die Sporen, die ebenfalls Giftstoffe enthalten, fort.
  • Zahlreiche Farnarten gefährden Gesundheit von Mensch und Tier
  • Stärke der toxischen Wirkung hängt von jeweiliger Art ab
  • Vergiftungserscheinungen reichen von Übelkeit bis Herzstillstand
Frauenfarn zählt zu den Wimpernfarngewächsen und untergliedert sich in 170 bis 200 Gattungen. Im Haus sowie im Garten halten Sie beispielsweise Regenbogenfarn oder den Wald-Frauenfarn. Dieser sommergrüne Farn enthält giftige Filix-Wirkstoffe.
  • Toxine lösen bei niederen Tieren schwerwiegende Reaktionen hervor
  • Gefahren für Haustiere durch Vergiftungserscheinungen, beispielsweise Erbrechen, Durchfall
  • Für erwachsene Menschen Filix-Wirkstoffe in der Regel ungefährlich
  • Kindern droht nach Verzehr der Blätter leichte bis mittlere Vergiftungsgefahr
Halten Sie in Ihrer Wohnung Katzen oder Hunde? Bedenken Sie, dass Frauenfarn die Gesundheit Ihrer Tiere gefährdet. Speziell Wohnungskatzen neigen dazu, im Haus befindliche Pflanzen zu untersuchen und anzuknabbern. Aufgrund ihrer breiten Wedel stellen Farne eine besondere Versuchung dar. Es existieren wenige Farnarten, bei denen die Tiere die Wedelspitzen problemlos verzehren. Dazu zählen beispielsweise der Cheilanthes tomentosa (Felsenfarn)und der Cystopteris fragilis (Zerbrechlicher Blasenfarn).

Giftiger Farn für Katzen

Straussenfarn - Matteuccia struhiopterisDer für Menschen weitgehend ungefährliche Frauenfarn führt bei Hauskatzen zu schwerwiegenden Vergiftungssymptomen. Wenige Bisse am Stiel oder an den Wedeln des Athyriums - so die botanische Bezeichnung - reichen aus, um Durchfall oder Erbrechen zu verursachen. Empfindliche Katzen reagieren auf die Giftstoffe mit einem erhöhten Speichelfluss. Das geschieht bereits, wenn sie die Sporen des Farns einatmen. Bei einem der Reizung über einen längeren Zeitraum ausgesetzten Tier, bemerken Sie Wesensveränderungen.
  • Farnvergiftung sorgt für lethargisches, benommenes Benehmen der Katze
  • Empfindliche Tiere reagieren auf giftige Sporen
  • Erweiterte Pupillen als erstes Symptom der Farnvergiftung
Bei freilaufenden Katzen sinkt die Gefahr der toxischen Reaktion. Ihr Instinkt warnt sie vor dem Verzehr des Farns. Daher brauchen Sie die Gewächse nicht zwangsläufig aus dem Garten zu entfernen. Innerhalb der Wohnung gilt es, Zimmerfarne in abgeschlossenen Räumen zu platzieren. Katzen gehören zu den Kletterkünstlern und erklimmen mit Leichtigkeit jeden Schrank. Eine erhöhte Position des Farns bietet keinen Schutz für das Tier. Stellen Sie Zimmerfarne daher an Orten auf, die Ihre Wohnungskatze nicht erreichen kann. In einem abgeschlossenen Wintergarten erhalten die Pflanzen ausreichend Sonnenlicht und ein angenehmes Klima. Zudem hält die verschlossene Tür Kinder und Haustiere effektiv fern.

Farn: Giftigkeit für Hunde

Die Mehrzahl der Zimmerfarne, darunter auch Frauenfarn, erweist sich für Hunde ebenfalls als gesundheitsschädigend. Nimmt das Tier die Wedelspitzen oral auf, drohen Vergiftungserscheinungen wie:
  • Lethargie
  • Durchfall
  • geblähter Bauch
Häufig erbrechen die Tiere verschluckte Pflanzenteile. Hierbei handelt es sich um eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers. Bemerken Sie, dass Ihr Hund an einer Vergiftung durch Farn leidet, suchen Sie umgehend den Tierarzt auf. Allerdings existiert gegen die unverträglichen Substanzen in den Gewächsen kein Gegengift.

Daher stabilisiert der Veterinär den Kreislauf Ihres Hundes und behandelt lediglich die Symptome. Um toxische Reaktionen zu vermeiden, kultivieren Sie in Ihrer Wohnung gering giftige Farne. Dazu zählen beispielsweise Rippenfarn (Blechnum spicant) und Frauenhaarfarn (Venushaar, Adiantum capillus-veneris). Beide Arten sind für Mensch und Tier ungefährlich.

Deutschlands giftigste Farnarten

Ein häufig anzutreffender Farn in deutschen Wäldern ist der Adlerfarn (Pteridium aquilinum). Er ist der giftigste Vertreter der Farne. Seine Sporen enthalten das Enzym Thiaminase, das als knochenschädigend und krebserregend gilt. Zusätzlich wirkt der Kontakt mit den Blättern toxisch. In ihnen befinden sich die Blausäureglycoside sowie giftiges Saponin.
  • Frisch austreibende Blätter führen bei Menschen und Tieren nach Verzehr zu schwerer Vergiftungserscheinung
  • Gesamte Pflanze weist Toxine auf
  • Bereits geringe Giftmenge wirkt auf Kleinkinder und niedere Tiere schlimmstenfalls tödlich
Der Adlerfarn erreicht eine durchschnittliche Höhe von bis zu zwei Metern - seltener bis zu vier Metern. Darum zählt er zu den beliebten Zierpflanzen in der Wohnung. Halten Sie Ihre Sprösslinge und Haustiere zwingend von dem Gewächs fern. Die Giftigkeit des Farns betrifft die gesamte Pflanze. Gesundheitliche Komplikationen drohen demnach beim Verzehr des Wedels sowie des Stiels. Bei Kleinkindern, Welpen und Kitten reicht das Einatmen der Sporen, um Vergiftungsreaktionen hervorzurufen.

Bereits junge Triebe des Adlerfarns beinhalten gefährliche Gifte. Im Erwachsenenalter stellt das Gewächs weitere Giftstoffe her. Dazu gehört das instabile Glykosid Ptaquilosid. Wie stark toxische Reaktionen durch den Adlerfarn ausfallen, hängt vom verzehrten Pflanzenteil, deren Menge und der Jahreszeit ab.

Vergiftungserscheinungen bei Tieren

Frauenhaarfarn - Venushaar - Adiantum capillus venerisNehmen Pferde, Ziegen oder Schweine den Adlerfarn mit der Nahrung auf, beispielsweise beim Weiden, löst dieser eine das Vitamin B1 zersetzende Wirkung aus. Diese ruft das Enzym Thiaminase hervor. Betroffene Tiere leiden unter Störungen des Zentralnervensystems (ZNS). Sie bemerken bei ihnen einen verlangsamten oder gestörten Bewegungsablauf sowie weitere motorische Störungen. Auf Rinder wirkt sich der Adlerfarn gravierender aus. Die orale Aufnahme sorgt innerhalb kurzer Zeit für sichtbare Reaktionen. Dazu gehören Blutungen in Maul und Nase. Zusätzlich tritt Blut aus den Stoffwechselorganen aus. Die rote Körperflüssigkeit befindet sich im Stuhl oder im Urin der Nutztiere. Tierärzte sprechen in diesem Fall vom "Blutharnen".
  • Adlerfarn bei Rindern auf lange Sicht Ursache für Blasen- und Darmkrebs
  • Oberirdische Teile der Pflanze behalten toxische Wirkung nach dem Trocknen
  • Milch vergifteter Kühe als Gefahr für den Menschen
Bei kleinen Wirbeltieren wie Katzen und Hasen führt der Verzehr von Adlerfarn zum Erblinden oder dem Auftreten von Krebs. Durch einen Kreislaufschock kommt es gleichzeitig zu einer akuten Lebensbedrohung.

Tipp: Der Adlerfarn ist der giftigste Farn Deutschlands. Siedelt er sich in Ihrem Garten oder auf dem Weidegrundstück an, bekämpfen Sie ihn, indem Sie ihn ausgraben oder niedermähen. Alternativ eignet sich der Herbizideinsatz, um Kinder und Haustiere vor dem toxischen Adlerfarngewächs zu schützen.

Vergiftungserscheinungen durch Farn

Kommen Menschen mit dem Adlerfarn in Kontakt und nehmen beispielsweise Sporen auf, setzen Vergiftungssymptome schnell ein. Zu den charakteristischen Anzeichen für eine toxische Reaktion gehören:
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • motorische Störungen
  • Ohnmacht
  • Herzschwäche
  • Sehstörungen
  • Störungen beim Bewegungsablauf
  • Atmungsprobleme
Neben dem Adlerfarn zählt der Wurmfarn (Dryopteris) zu den giftigen Farnarten. In früherer Zeit fälschlicherweise als Heilmittel genutzt, führt bereits eine geringe Menge des Gewächses nach oraler Aufnahme zum Tod. Bei Nutztieren reichen 100 Gramm des Wurmfarns aus, um lebensbedrohliche Komplikationen zu verursachen. Speziell der Wurzelstock und die Stiele junger Triebe sind hochgiftig.