Die Giftwarnung findet sich in jeder Pflanzenbeschreibung. Der auch Rosenlorbeer genannte Oleander ist ein wunderschöner Blühstrauch und gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse. Die Toxine im Oleander sind jedoch nicht nur für Hunde, sondern für alle Säugetiere giftig. Besondere Vorsicht ist in Haushalten mit Kindern geboten. Zahlreiche Menschen setzen unwissentlich ihre Kinder, sich selbst und ihre Haustiere der Gefahr einer Vergiftung durch die gefährliche Zierpflanze aus.

Giftig in allen Pflanzenteilen - Oleander (Nerium Oleander)

Hierzulande ist der frostempfindliche Oleander meist als Kübelpflanze auf Terrassen zu finden. Die Pflanze wird zum Überwintern ins Haus gestellt und stellt somit eine kontinuierliche Gefahr
dar. In diesem Beitrag erhalten Sie alle wichtigen Informationen über den Giftgehalt, die Auswirkungen bei unsachgemäßer Handhabung und erste Maßnahmen bei Vergiftungserscheinungen. Der beste Schutz vor Vergiftung von Kindern und Haustieren ist die Vermeidung jeglichen Kontakts mit den Pflanzenteilen des Oleanders. Am besten verzichten Sie ganz auf diese Pflanze.

Das Gift des Oleanders

Die handtellergroßen Blüten des Oleanderbuschs erfreuen Herz und Auge. Der Kontakt mit ihnen geht jedoch buchstäblich aufs Herz und kann vor allem für Kinder lebensgefährlich sein. Die giftige Substanz heißt Oleandrin, ist ein sogenanntes Herzglykosid und befindet sich in allen Pflanzenteilen. Die höchste Konzentration erreicht das Gift in den immergrünen Blättern. Wild wachsende Arten in Parks und öffentlichen Gärten enthalten mehr Oleandrin als moderne Zuchtformen.

Herzglykoside nehmen Einfluss auf die Herzfrequenz und können zu schweren Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand führen. Es gibt über 200 verschiedene Glykosid-Arten. Das bekannteste ist Digitalis, der Giftstoff aus dem Fingerhut. Die meisten Glykoside sind in Pflanzen enthalten, einige davon auch in der Haut von Reptilien, zum Beispiel beim Pfeilgiftfrosch. Oleandrin ist eng mit diesem Wirkstoff verwandt. Hinweis: Im getrockneten Zustand ist weniger Toxin enthalten.

Das Pflanzengift soll Fressfeinde davon abhalten, die Pflanze zu beschädigen. Tatsächlich schmecken Blätter und Blüten des Oleanders extrem bitter, sodass es für erwachsene Menschen unwahrscheinlich ist, sich lebensgefährlich zu vergiften. Bei einem Pferd wären etwa 20 Gramm frische Blätter notwendig, beim Menschen 1-2 Gramm. Bei kleinen Kindern reicht jedoch bereits geringste Mengen Oleandrin. Kinder erforschen ihre Umgebung mit allen Sinnen und stecken sich auch Blätter und Blüten in den Mund.

Symptome innerlich

Oleander Je kleiner der Organismus ist, desto heftiger sind die Auswirkungen des Gifts. Der kindliche Körper ist noch kaum gegen Umweltgifte gewappnet und reagiert auf echte Gifte wie Oleandrin äußerst empfindlich. Kinder kauen auf
Blättern herum oder stecken Blüten in den Mund. Der extrem bittere Geschmack des Oleanders verhindert zwar in der Regel ein Herunterschlucken der Pflanzenteile, doch bereits der einfache Hautkontakt mit den klaren Pflanzensäften kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Die Symptome bei innerer Aufnahme:
  • vermehrte Speichelbildung
  • Brechreiz, Übelkeit
  • Magen-Darm-Krämpfe
  • Durchfall
  • Herzrhythmusstörungen
  • niedriger Puls
  • Pupillenerweiterung
  • blaue Lippen
  • kalte Extremitäten
  • Muskelzittern
  • Bewusstlosigkeit
  • Herzlähmung
  • Atemlähmung
Warnung: Der Verzehr nur eines einzigen Lanzettenblattes des Oleanderbäumchens führt bei kleinen Kindern zu lebensgefährlichen Symptomen! Das Gift dringt bereits vor dem Verschlucken über die Schleimhäute ein und gelangt über die Blutbahn direkt zum Herzen.

Symptome äußerlich

Die Auswirkungen des Wirkstoffs Oleandrin sind mit denen von Digitalis vergleichbar. Der Verzehr kann innerhalb weniger Stunden zum Herzstillstand führen. Doch auch der äußerliche Kontakt birgt Risiken. In den USA kommt es regelmäßig zu Vergiftungserscheinungen mit Herz- und Atemproblemen, weil Oleanderholz unwissentlich zum Räuchern und für Barbecue verwendet wird. Die Symptome bei Kontakt mit den Säften:
  • Hautreizungen
  • Rötung
  • Juckreiz
  • Augenentzündung bei Augenkontakt
  • allergische Reaktionen durch Einatmen von Blütenstaub
Warnung: Beim Umtopfen und Beschneiden sollten Sie immer Handschuhe tragen. Der austretende Pflanzensaft des Oleanders kann bei der Gartenarbeit über kleinste Verletzungen der Haut in den Körper gelangen. Kinder dürfen beim Gärtnern nicht helfen.

Achtung Kinder!

Oleander Bei Kindern reichen geringste Dosen Oleandrin, um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Kinder erforschen ihre Umwelt mit Händen, Füßen und Mund. Ein heruntergefallenes Blatt oder eine Blüte animiert kleine Kinder, die Pflanzenteile anzufassen und in den Mund zu stecken. Wenn Kinder zum Haushalt gehören, sollten Sie zwingend auf Oleander als Ziergewächs verzichten.

Haben Sie bitte auch ein Auge auf Rosenlorbeergewächse in der Nachbarschaft und prüfen Sie, ob eventuell Oleander in Parkanlagen wächst. Es reicht nicht, dem Kind zu erklären, dass es keine Pflanzenteile in den Mund stecken soll. Babys und Kleinkindern fehlt das Verständnis hierfür. Eltern oder Großeltern dürfen vor allem in südlichen Ländern den Nachwuchs nie unbeaufsichtigt spielen lassen. Das Gleiche gilt, wenn Sie im eigenen Garten nicht auf den schönen Zierstrauch verzichten wollen.

Maßnahmen bei Vergiftung

Besteht der Verdacht einer Vergiftung durch den Oleander, zählt jede Minute. Rufen Sie sofort den Notarzt oder
fahren Sie direkt ins Krankenhaus. Bis eine ärztliche Betreuung möglich wird, sollten Sie dem Kind viel zu trinken geben. Am besten sind Tee oder Wasser. Milch ist nicht geeignet. Lösen Sie kein Erbrechen aus, das Kind könnte krampfen und ersticken. Im Krankenhaus wird durch eine Infusion die Ausscheidung des Gifts beschleunigt. Bei rechtzeitiger Hilfe, bleiben keine Folgeschäden durch die Vergiftung.

Kindgerechter Garten

Vor der Anschaffung schöner Blühgewächse gibt es eine Menge zu beachten. Oleander hat in der Nähe von Kindern nichts verloren. Auch Haustiere sind vor dem Gift nicht sicher. Zum Beispiel reicht es, wenn sich eine Katze die Krallen am Oleanderstamm wetzt und anschließend die Pfötchen ableckt oder der Kuschelhase ein heruntergefallenes Blatt knabbert. Greifen Sie zu giftfreien Alternativen, die ebenfalls wunderschön blühen, wie zum Beispiel:
  • Hortensien
  • Spierstrauch
  • Weißdorn
  • Sommerflieder
  • Schneeballstrauch
  • Strauchrosen
Fazit
Wunderschön und sehr gefährlich. Wer dennoch nicht auf seinen geliebten Oleander auf Balkon, Terrasse oder im Garten verzichten will, sollte sich gründlich über die Gefahren durch Vergiftung informieren, um rechtzeitig die entsprechenden Maßnahmen ergreifen zu können. Halten Sie Kinder und Haustiere vom Oleander fern und entsorgen Sie Gartenabfälle mit Rosenlorbeer-Schnitt im Müll und nicht auf dem Kompost.