Wer Bleichsellerie im Gemüsegarten anbauen möchte, benötigt dafür keinen grünen Daumen oder Erfahrung - das richtige Wissen um die Vorbereitung und leichte Pflege reicht vollkommen aus. Mit einigen Tipps wird der Anbau des Gemüses sogar noch einfacher und ist insbesondere für Anfänger in der Pflanzenpflege geeignet. Der Lohn des geringen Aufwands ist besonders frischer und aromatischer Bleichsellerie, der nicht nur als Rohkost schmackhaft ist.

Sortenwahl

Bleichsellerie lässt sich mit dem richtigen Vorgehen aus jedem Stangensellerie beziehungsweise Staudensellerie ziehen. Allerdings ist das mit mehr Aufwand bei der Pflege verbunden. Deutlich einfacher ist es, direkt Bleichsellerie auszuwählen. Dieser wird auch als weißer, selbstbleichender Stangensellerie bezeichnet.

Standort

Garten
oder Balkon - Hauptsache sonnig. Mit lichtem Schatten kommt das Gemüse zwar auch noch zurecht, das Wachstum wird dadurch jedoch nicht optimal begünstigt.

Substrat und Boden

Bleichsellerie ist ein Starkzehrer und benötigt daher große Mengen an Nährstoffen. Das Substrat sollte zudem wie folgt beschaffen sein:
  • lehmig und nicht zu locker oder sandig
  • feucht
  • kalkhaltig
  • nährstoffreich
Werden diese Bedingungen nicht bereits erfüllt, kann und sollte etwas nachgeholfen werden. Algenkalk und Hornspäne erhöhen den pH-Wert, wenn dieser zu niedrig ist. Mist oder reifer Kompost reichern den Boden mit Nährstoffen an. In der Regel reichen etwa fünf Liter pro Quadratmeter aus.

Vorbereitung

Im Idealfall wird das Gemüsebeet für den Anbau des Bleichselleries bereits im Herbst vorbereitet. Dabei wird der Boden umgegraben oder zumindest aufgelockert und sofern nötig, Kalk und Kompost eingearbeitet. Wurde die Zeit im Herbst hierfür verpasst, kann die Vorbereitung auch noch im Frühjahr nachgeholt werden. Dann jedoch so zeitig wie möglich, damit Bodenorganismen die Nährstoffe noch zersetzen können.

Aussaat und Vorzucht

BleichsellerieDie direkte Aussaat im Freien ist an sich zwar einfach, beim Anbau des Bleichselleries jedoch nicht empfehlenswert. Denn werden die Samen direkt ins Beet gebracht, dauert das Wachstum sehr lange und die Ernte verzögert sich. Der Bleichsellerie sollte daher entweder im Haus vorgezogen oder als Setzling eingepflanzt werden.
Beim Vorziehen und dem Einpflanzen ist das Folgende zu beachten:

1. Die Aussaat erfolgt in Anzuchterde, etwa ab Ende Februar und bei einer Temperatur von wenigstens 15°C. Die Samen sollten einen Abstand von etwa fünf Zentimeter zueinander haben.

2. Das Substrat ist durchgängig feucht zu halten.

3. Nach den Eisheiligen können die Keimlinge ins Freie gepflanzt werden. Das gilt natürlich auch für gekaufte Setzlinge.

4. Die Jungpflanzen werden jeweils zwei Zentimeter tief eingesetzt und sollten einen Abstand von 20 bis 30 Zentimeter innerhalb der Reihe und 30 Zentimeter zwischen den Reihen aufweisen.

5. Nach dem Einpflanzen wird der junge Bleichsellerie gut gegossen, sodass das Wasser auch tiefere Erdschichten erreicht. Dabei ist zu beachten, dass kein allzu kaltes Wasser verwendet wird, denn die Setzlinge sind anfangs noch recht empfindlich.

Bleichen

Wurde keine selbstbleichende Sellerie-Sorte gewählt, müssen die Stangen vor der Sonne geschützt werden. Das geschieht schrittweise durch das Anhäufeln der Erde rund um die Pflanzen.
Sobald ein Stück der Stangen über dem Erdreich sichtbar ist, werden diese wieder mit Erde umgeben und das Substrat leicht angedrückt. Auf diese Weise entsteht nach und nach eine Art Wall und nur die oberen Blätter - also das Selleriegrün - sind sichtbar.

Gießen

Bleichsellerie benötigt viel Flüssigkeit und Feuchtigkeit - muss daher also auch entsprechend gegossen werden. Optimal ist es, wenn das Substrat stets leicht feucht gehalten wird aber sich keine Staunässe bildet. Wenigstens im Sommer und
während Perioden ohne Niederschlag muss demnach gewässert werden. Dabei darf es ruhig auch Leitungswasser sein, denn kalkempfindlich ist der Bleichsellerie nicht.

Düngen

Während des Wachstums wird der Bleichsellerie mit Teichwasser oder Brennnesseljauche zugleich gedüngt und gewässert. Alternativ kann vor dem Wässern auch nochmals eine kleine Menge Kompost aufgebracht und eingearbeitet werden. Die Düngung erfolgt etwa vier Wochen nach der Pflanzung und von da an einmal monatlich bis zur Ernte. Bei sehr kargen Böden kann die Düngung auch zweimal pro Monat erfolgen.

Ernte

Die Ernte kann etwa ab August beginnen und bis zum Oktober fortgesetzt werden. Sie sollte abgeschlossen sein, bevor der erste Frost einbricht. Bis dahin kann jedoch nach Bedarf geerntet werden. Zur Entnahme der Stangen aus der Erde wird selbstbleichender Sellerie umgriffen und aus dem Substrat gezogen. Erfolgte der Anbau des Bleichselleries lichtgeschützt durch Anhäufeln des Substrats, wird die Erde rund um die Pflanze zunächst vorsichtig entfernt und das Gemüse dann heraufgezogen.

Lagerung

Soll der Bleichsellerie nicht sofort verwendet werden, wird er grob von der Erde befreit und mit Sand bedeckt oder in Zeitungspapier gewickelt. Bei 1 bis 5 °C und dunkel gelagert halten sich die Stangen mehrere Wochen.

Tipp: Handelt es sich um eine sehr große Ernte, kann der Bleichsellerie auch eingefroren werden und ist dann mehrere Monate haltbar. Allerdings sollte er zuvor gut geputzt, drei Minuten in kochendem Wasser blanchiert und anschließend in Eiswasser abgeschreckt werden. Auf diese Weise behält er seine Konsistenz und Farbe.

Schädlinge, Krankheiten und Pflegefehler

BleichsellerieVon Schädlingen bleibt der Bleichsellerie in der Regel verschont. Krankheiten und Pflegefehler sind aber durchaus möglich, am wahrscheinlichsten ist die Ausbreitung eines Pilzes. Die Blätter welken und verfärben sich, zudem ist oftmals ein schwarzer Fruchtkörper auf ihnen zu erkennen. Die Ausbreitung des Pilzes wird durch feuchtes Wetter, feuchten Boden und zu enge Pflanzabstände begünstigt. Auch das Gießen von oben kann das Risiko erhöhen. Besteht ein Befall, sollten die Kulturbedingungen angepasst und betroffene Gewächse entfernt werden. Ein entsprechendes Pilzmittel kann und sollte ebenfalls zum Einsatz kommen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.
Zudem können sich neben den genannten Faktoren weitere Pflegefehler für Einbußen beim Ertrag verantwortlich zeigen. Darunter:
  • fehlende Nährstoffe, ein zu karges Substrat
  • zu lockerer, sandiger Boden
  • fehlende Wässerung
  • zu dunkler Standort
  • zu zeitiges Auspflanzen und Schäden durch Spätfrost
  • Gießen mit zu kaltem Wasser
Wer die Anleitung zum Anbau des Bleichselleries befolgt, wird damit jedoch keine Probleme haben.

Anbau im Kübel

Es ist nicht unbedingt ein Beet von Nöten, um Bleichsellerie anzubauen. Ein großer, flacher Kübel oder ein wasserdichter Sack reichen ebenfalls. Für den Kübel sollte eine selbstbleichende Sorte gewählt werden, damit das Anhäufeln zum Bleichen der Stangen entfällt. In einem Sack kann zu diesem Zweck bei Bedarf etwas mehr Substrat eingefüllt werden. In beiden Fällen ist darauf zu achten, dass:
  • der Wasserablauf sichergestellt ist
  • die Pflanzen gut belüftet sind
  • der Pflanzbehälter sonnig steht
  • ein Austrocknen des Substrats vermieden wird
Der Anbau im Kübel bedeutet minimal mehr Aufwand, erleichtert aber auch die regelmäßigen Kontrollen und die Ernte.

Fazit
Bleichsellerie im Gemüsebeet anzubauen ist sehr einfach möglich, sofern das entsprechende Wissen vorhanden ist. Mit diesem und ein wenig Geduld lassen sich gute Erträge erzielen und das Gemüse kann über Wochen hinweg knackig frisch geerntet werden.