Die Edelpflaume wird in zwei Arten unterschieden. Sorten mit roten bis blauen Früchten und einem etwas herberen Geschmack und die Reneklode, deren süße Früchte gelbgrün sind. In jedem Fall sind die Pflaumen nahezu kugelrund und werden von einer kleinen Kerbe durchzogen. Sie schmecken frisch vom Baum aber auch als Fruchtmus, Konfitüre oder auf dem Obstkuchen und bereichern den Garten schon während der Blüte. Für eine reiche Blüte und einen großen Ertrag müssen jedoch einige Punkte bei der Pflege beachtet werden.

Standort

Die Edelpflaume mag es warm und sonnig und ist nicht absolut frosthart. Sie sollte daher einen Standort erhalten, an dem sie reichlich Sonnenlicht erhält und zudem vor kaltem Wind geschützt ist. Senken, in denen sich kalte Luft sammeln kann, sind ungeeignet. Leichte Anhöhen und die Nähe zu Mauern oder Wänden sind ideal. Am besten ist es, wenn der Baum gen Süden steht.

Substrat

Der Boden für die
Edelpflaume sollte nährstoffreich, schwer und tonhaltig sein. Gut geeignet ist ein feuchter Lehmboden, mit einem neutralen bis leicht saurem pH-Wert von 6 bis 6,5. Wenn die Gartenerde diesen Anforderungen nicht entspricht, kann sie mit Kompost und Lehmpulver entsprechend gemischt werden. Ist der pH-Wert zu niedrig, kann er mit Kalk in den richtigen Bereich gebracht werden.

Pflanzen

Obwohl die Edelpflaume nicht vollständig frosthart ist, sollte sie zwischen Herbst und Frühjahr gepflanzt werden. Günstig ist der zeitige Herbst, auch jeder andere frostfreie Tag kann aber gewählt werden. Empfehlenswert ist es, das Substrat wenigstens vier Wochen vor dem Einpflanzen entsprechend vorzubereiten. Auf diese Weise können sich die Nährstoffe setzen und verteilen. Nach dem Einsetzen wird schwemmend gegossen, damit die Wurzelbildung und das Anwachsen angeregt werden.

Gießen

Das Substrat sollte stets leicht feucht sein, denn anhaltende Trockenheit verträgt die Reneklode nicht. Staunässe ist aber ebenfalls schädlich für das Gewächs. Es ist daher nach dem Anwachsen empfehlenswert, die Edelpflaume lediglich in Phasen mit wenig Niederschlag zu gießen. Weiches Wasser ist nicht unbedingt erforderlich. Leitungswasser mit einem etwas höheren Kalkgehalt reicht ebenfalls aus.

Düngen

ReneklodenIn Hinsicht auf die Nährstoffe ist die Edelpflaume recht anspruchslos. Es reicht aus, den Baum aller zwei bis drei Jahre mit einem Stickstoff-lastigen Volldünger zu versorgen. Alternativ kann auch etwas Kompost auf die Baumscheibe gegeben und leicht in die Erde eingearbeitet werden. Danach sollte gut gewässert werden, damit sich die Nährstoffe gut verteilen können. Der passende Zeitpunkt ist das Frühjahr, wenn die Edelpflaume bereits neue Austriebe zeigt.

Verschnitt

Die aufwendigste Pflegemaßnahme bei der Edelpflaume ist der Verschnitt - auch dieser ist aber vergleichsweise einfach. Direkt nach der Pflanzung wird die Krone etwa um ein Drittel eingekürzt. Im Frühjahr, bevor es zu den ersten Austrieben kommt, wird die Krone ab dem zweiten Standort ausgelichtet. Entfernt werden dabei:
  • sich überkreuzende Zweige
  • Triebe, die parallel zum Hauptstamm wachsen
  • verkahlte, alte Zweige
Die Krone kann auch vier bis fünf Hauptäste reduziert werden. Wem es schwer fällt zu erkennen, wo geschnitten werden sollte und was am Baum verbleiben sollte, kann den Verschnitt auch im Sommer nachholen oder entsprechende Triebe markieren. Empfehlenswert ist dieser Zeitpunkt natürlich nach dem Ernten der Früchte, da anderenfalls viele der Renekloden verloren gehen würden. Allerdings sollte der Verschnitt dann wirklich jedes Jahr durchgeführt werden, damit der Baum nicht überladen ist.

Wichtig ist beim
Verschnitt

  • saubere und scharfe Schnittwerkzeuge zu verwenden, um eine Infektion zu verhindern
  • bei größeren Ästen einen Wundverschluss zu verwenden, damit das Eindringen von Schädlingen und Keimen verhindert wird
  • größere Äste zunächst von unten ansägen und erst dann von oben, um ein Abbrechen und Ausreißen der Rinde zu verhindern
  • Verschnitt an trockenen Tagen und morgens durchführen, damit die Schnittwunden abtrocknen können

Äste stützen

Schon an der reichen Blüte lassen sich bei Edelpflaume und Reneklode erkennen, mit wie vielen Früchten die Äste später belastet sein werden. Obwohl diese eher klein sind, treten sie zahlreich auf und weisen so insgesamt ein hohes Gewicht auf. Unter diesem können die Zweige brechen und dabei teils große Wunden am Baum erzeugen. Es ist daher sinnvoll, die jeweiligen Äste bei Bedarf zu stützen und gegebenenfalls in der Folge zu kürzen, um eine erneute Überladung zu verhindern. Hierzu werden zwei bis drei stabile Stäbe in den Boden gesteckt und die oberen Enden verbunden, sodass der Ast darauf abgelegt und daran befestigt werden kann.

Ernte

Je nach Sorte, lässt sich die Reife der Früchte an ihrer Farbe erkennen. Renekloden werden gelblich. Edelpflaumen je nach Züchtung rot oder blau. Die Erntereife lässt sich natürlich auch geschmacklich überprüfen. Zudem lassen sich reife Früchte sehr einfach vom Baum pflücken. Müssen einige Triebe aufgrund von Bruchgefahr ohnehin verschnitten werden, kann die Ernte direkt mit dieser Pflegemaßnahme verbunden werden. Es empfiehlt sich dann jedoch aufgrund der unterschiedlichen Reifegrade, die Früchte etwas länger am Baum zu belassen und diese zum Einkochen zu verwenden.

Lagerung

Die frischen Früchte halten sich im Kühlschrank für einige Tage. Bei sehr großen Erträgen können daher oftmals nicht alle Früchte frisch verzehrt werden. Gewaschen, entsteint und püriert sind sie jedoch optimal auf das Einfrieren als Fruchtmus vorbereitet. Zudem können die entsteinten Früchte ganz oder halbiert eingekocht werden. Das funktioniert in Einweckgläsern mit Gummidichtung und Klammern auch ohne Zucker. Die Edelpflaumen werden dazu schlicht mit wenig Wasser in die Gläser gefüllt und anschließend in einem Wasserbad oder im Backofen eingekocht. Als dritte Alternative steht die Zubereitung von Marmelade und Konfitüre zur Auswahl. Mit einem Geliermittel gegart, in Gläser gefüllt und eingekocht können die Edelpflaumen und Renekloden so das ganze Jahr über genossen werden.

Überwinterung

ReneklodenWie bereits erwähnt, ist die Edelpflaume nicht vollkommen frosthart. In harten Wintern sollte sie daher entsprechend geschützt werden. Eine Auflage aus Reisig, Stroh und Mulch sowie eine Auflage aus Gartenvlies auf der Krone und rund um den Stamm hält die Auswirkungen starker Frosteinbrüche ab. Wird die Edelpflaume zunächst im Kübel kultiviert, sollte das Pflanzgefäß an einen kühlen aber frostfreien Ort verbracht werden. Licht ist für die Überwinterung auf diese Weise nicht zwingend notwendig. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass das Substrat nicht vollständig austrocknet. Eine gelegentliche und sparsame Wassergabe reicht zu diesem Zweck aus. Diese ist auch im Freien angeraten, wenn es weder schneit noch regnet. Allerdings sollte das winterliche Gießen ausschließlich an frostfreien Tagen dann möglichst morgens erfolgen.

Pflegefehler, Krankheiten und Parasiten

An der Edelpflaume treten gelegentlich eine Virusinfektion namens Schakra-Krankheit sowie eine Pilzinfektion auf, der als Monilia-Spitzendürre bekannt ist. Die Schakra-Krankheit ist erkennbar an:
  • Ring- oder Punkt-förmigen Verfärbungen auf den Blättern, die hellgrün
    bis schwarz sein können
  • eingesunkene Verfärbungen auf den Früchten mit gummiartigem, farblich abweichendem Fruchtfleisch darunter
  • vorangehender Blattlausbefall, die den Virus übertragen
  • zahlreiche abfallende Früchte
Bekämpft wird die Krankheit, indem befallene Abschnitte möglichst schnell und gründlich bis ins gesunde Holz hinein entfernt und vernichtet werden. Aufgrund der Ansteckungsgefahr darf das infizierte Schnittgut nicht kompostiert oder gehäckselt werden. Breitet sich der Befall weiter aus, muss notfalls der gesamte Baum gefällt werden.
Vorbeugend können resistente Sorten gewählt und Nützlinge gefordert werden, die Blattläuse fressen und damit das Ansteckungsrisiko reduzieren.

Die Monilia-Spitzendürre ist eine Pilzinfektion, die sich vor allem in schlecht gelüfteten und damit anhaltend feuchten Kronen ausbreitet. Erkennbar ist sie daran, dass junge Triebspitzen absterben. Vorbeugend sollte die Krone der Edelpflaume durch einen regelmäßigen Verschnitt stets leicht und luftig gehalten werden. Hierdurch kann sie gut abtrocknen und das Risiko für die Ausbreitung der Pilzsporen sinkt. Besteht die Erkrankung bereits, werden die befallenen Triebe wenigstens 20 Zentimeter tief ins gesunde Holz zurückgeschnitten. Zusätzlich sollte ein entsprechendes Fungizid verwendet werden, um die Sporen zu bekämpfen. Auch hier muss das Schnittgut wiederum vernichtet werden, um eine erneute Verbreitung und Ansteckung zu verhindern.

Fazit
Die Edelpflaume oder Reneklode ist ein recht einfacher und pflegeleichter Obstbaum, der mit leckeren Früchten in Hülle und Fülle lockt und diese bei richtiger Kultur auch Jahr für Jahr verlässlich liefert. Lediglich bei der Wahl des Standorts und Substrats sowie beim Verschnitt sollte etwas Aufwand betrieben werden. Dieser legt die Basis für einen reichen Ertrag.