Es muss nicht immer ein Apfelbäumchen sein. Auch andere Bäume tragen leckere Früchte. Wie wäre es mit einem Kakibaum? Dieser Exote mit den zartgelben Blüten und orangefarbenen Früchten kommt weit aus Asien daher und macht es sich zunehmend bei uns gemütlich. Zumeist im Kübel aber hin und wieder erobert er auch den Garten. So werden Sie ihm ein guter Gastgeber.

Herkunft und Aussehen

Die Ebenholzgewächse sind die Familie von Khaki (botanisch Diospyros kaki). Dieser aus Asien stammende Baum, der dort bis zu 10 Meter hoch wachsen kann, ähnelt im Aussehen überraschend unserem einheimischen Apfelbaum. Seine orangefarbene Frucht hingegen ist der Tomate zum Verwechseln ähnlich. Sie ist bei uns auch als Sharon Frucht bekannt. Natürlich überzeugt sie mit ihrem eigenen Geschmack, der ganz und gar nicht "tomatig" ist.

Diese leckere Frucht hat dazu beigetragen, dass dieser Baum mittlerweile nicht nur in Asien angebaut wird. Überall auf der Erde, wo die Klimabedingungen erfüllt sind, wird er angepflanzt. Auch hier, wo das Klima ihm eher feindlich gesonnen ist, ist die Versuchung groß, die Kerne aus der Frucht zu pullen und in die Erde zu stecken. Es gibt ihn aber auch als fertige Pflanze zu kaufen.

Sorten

Der Kakibaum wird auch unter der Bezeichnung Dattelpflaume, Kakipflaume und Sharonfrucht zum Kauf angeboten. Es gibt ihn in unterschiedlichen Sorten. Die besonders robusten Sorten bieten sich für den Anbau im kontinentalen Klima an. Folgende Sorten warten zusätzlich noch mit einem guten Geschmack auf:
  • 'Amerikanische Kaki Meader' ist besonders winterhart
  • 'Cioccolation' liefert kleine und süße Früchte
  • 'Tipo‘ beschert reichlich Ernte
  • 'Vainiglie' verströmt feinen Vanilleduft
  • 'Sajo' ist die Variante für Gourmets

Samenvermehrung

Sharonfrucht - KakiWenn Sie in einer reifen Sharon Frucht Samen finden, was selten der Fall ist, und daraus ein Kakibäumchen entstehen lassen wollen, dann legen Sie am besten sofort los. Je frischer der Samen ist, umso besser. Sie können Samen natürlich auch käuflich erwerben, doch auch hier sollte der Samen nicht lange auf die Keimung warten. So bereiten Sie die Keimung vor:

1. Rubbeln Sie die schleimige Schicht mit einem Küchentuch ab.

2. Reinigen Sie den frischen Kern unter Wasser.

3. Trocknen Sie die Samen ein paar Tage.

4. Legen Sie die getrockneten Samen in einen Folienbeutel.

5. Geben Sie einen Hand voll feuchten Sand hinzu.

6. Stellen Sie die verschlossene Tüte für drei Monate in den Kühlschrank.

Nach drei Monaten ist die Keimhemmung
aufgehoben, die Samen können ausgesät werden.

1. Füllen Sie einen Blumentopf mit Anzuchterde.

2. Legen Sie die Samen drauf und bedecken Sie sie mit 1 cm Erde.

3. Feuchten Sie das Substrat gut an.

4. Bedecken Sie anschließend den Topf mit Plastikfolie.

5. Stellen Sie den Topf an einem hellen und mind. 20 Grad warmen Ort.

6. Nach etwa 4-6 Wochen keimen die Samen und erste Blätter wachsen.

7. Töpfen Sie die kleinen Pflänzchen in Einzeltöpfe um.

8. Töpfen Sie erneut um, sobald der alte Topf zu klein geworden ist.

Baumkauf

Statt auf Samenvermehrung zu hoffen, können Sie auch gleich ein kleines Kakibäumchen kaufen. Kaufen Sie nur einen selbstbefruchtenden Kakibaum, wenn der zukünftige Ernteertrag ein wichtiges Kriterium für Sie ist. Der Baum sollte einen gesunden Eindruck machen und schönen Wuchs aufweisen. Bedenken Sie auch, dass sie ihn erst noch mehrere Jahre als Kübelpflanze an den Winter gewöhnen müssen, bevor Sie ihn draußen einpflanzen können.

Standort

Süße Früchte brauchen reichlich Sonne um das Optimum an Aroma zu entfalten. Der wärmste Platz im Garten sollte diesem Baum vorbehalten sein. Eine Mauer in der Nähe kann ihm nachts die gespeicherte Sonnenwärme abgeben. Denken Sie auch an die Zukunft und planen Sie beim Auspflanzen des Bäumchens reichlich Platz ein. Es dauert nicht lange und das kleine Bäumchen ist zu einem stattlichen Baum herangewachsen.

Etwa vier Meter Abstand zu anderen Bäumen bzw. zum Haus sollte eingehalten werden. Verstecken Sie den Kakibaum nicht in einer uneinsehbaren Ecke des Gartens. Geben Sie ihm eine Bühne, auf der er im Herbst sein buntes Laubspiel vorführen kann.
Kaki im Kübel braucht ebenfalls einen hellen, warmen und windgeschützten Standort.

Pflanzenerde

Nehmen Sie für die Kübelbepflanzung gut durchlässige Erde und mischen Sie etwas Sand und Humus bei. Im Garten ist leicht lehmige Erde vorzuziehen, da sie gut Wasser speichern kann.

Umtopfen

Kakibaum - SharonKakis, die im Kübeln wachsen, müssen regelmäßig im Frühjahr umgetopft werden.
  • Kübel muss über mehrere Abflusslöcher verfügen
  • neuer Kübel sollte deutlich größer ausfallen als der alte (etwa doppelt)
  • Kübel muss entsprechend der Pflanzengröße ausreichend stabil sein
  • ganz unten kommt eine mehrere Zentimeter hohe Drainageschicht
  • als Substrat eignet sich eine Mischung aus Gartenerde und Sand
  • nach dem Umtopfen ist Angießen notwendig

Kaki auspflanzen

Ein mehrere Jahre alter Kakibaum kann, auch wenn er nur bedingt
winterhart ist, direkt in den Garten gepflanzt werden.

1. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das doppelt so breit ist wie der Wurzelballen.

2. Mischen Sie den Aushub mit Humus und Sand.

3. Setzen Sie den Kaki ins Loch, so tief, wie er zuvor im Container war.

4. Füllen Sie das Pflanzloch auf, treten Sie dabei die Erde gut fest.

5. Wässern Sie den Kakibaum gut.

Tipp: Geben Sie dem jungen Baum festen Halt, mit einem dafür geeigneten Stützstab. So gehalten wächst es gerade in die Höhe.

Gießen

Der Kakibaum hat einen hohen Wasserbedarf. Wenn der Kakibaum allerdings im Garten schon gut angewachsen ist, muss er nicht mehr gegossen werden. Vorausgesetzt, der Sommer ist durchschnittlich und es fällt regelmäßig Niederschlag. Der Gartenschlauch bzw. die Gießkanne bleibt Ihnen nicht erspart, wenn
  • der Kakibaum frisch ausgepflanzt oder
  • der Kakibaum in einem Kübel wächst oder
  • der Sommer für längere Zeit trocken bleibt.
Kübelerde sollte im Sommer nie ganz austrocknen. Im Winter, wenn das Laub von den Ästen runter gerieselt ist, braucht weder der Kaki im Garten noch der Kaki im Kübel viel Wasser. Das Gießen wird bei der Kübelpflanze stark reduziert und im Garten ganz eingestellt.

Düngen

Ein Kakibaum, der im Garten in einer guten Erde wächst, braucht keinen Dünger. Kakibäume in Kübeln hingegen schon. Ein Volldünger und ein spezieller Dünger für Obstbäume kommen infrage. Stickstoffarm sollte er sein und zudem nur sparsam verwendet werden. Einmal im Monat reicht aus, im Sommer kann auf zwei Mal die Woche erhöht werden. Beim Umtopfen kann zusätzlich organischer Dünger mit in die Pflanzenerde gegeben werden. Zu viel Dünger kann zu starkem Wachstum führen, was für die Kübelhaltung aus Platzgründen weniger geeignet ist.

Erziehungsschnitt

Die Kakipflaume sollte wie die einheimischen Obstbäume einen Erziehungsschnitt bekommen, damit sich die Krone schön entwickelt. Der Grundstein für einen guten Kronenaufbau wird schon in jungen Jahren gelegt. Und eine gute Krone ist gleichbedeutend mit einer guten Ernte.

1. Wählen Sie einen Zeitpunkt im Frühjahr oder Herbst.

2. Verwenden Sie für das Schneiden nur scharfes und sauberes Werkzeug.

3. Lassen Sie den kräftigsten und längsten Trieb ungekürzt.

4. Kürzen Sie ausgewählte Nebentriebe etwas ein.

Tipp: Zu dichte Kronen können gut im Herbst ausgelichtet werden.

Sharon - KakibaumVon der angestrebten Wuchsform hängte es ab, welche Nebentriebe gekürzt bzw. ganz entfernt werden müssen. Folgende Varianten bieten sich an:
  • Hochstamm
  • Halbstamm
  • Strauch
  • Spalierbaum

Rückschnitt

Im frühen Winter, bevor ein in Kübel gepflanzter Kakibaum ins Winterquartier umzieht, kann er zurückgeschnitten werden. Wenn der Rückschnitt nicht vor dem Winterquartier erfolgt ist, kann der Kakibaum alternativ im Frühling geschnitten werden. Schneiden Sie dabei mit einer scharfen und sauberen Gartenschere zu lang gewachsene Triebe auf etwa 2/3 zurück.

Ernte

Der Kakibaum blüht im Frühjahr und ab etwa September sind die Sharon Früchte erntereif. Dann hat der Kakibaum schon längst sein Laub abgeworfen. Etwas ungewohnt schaut es aus, ist aber absolut normal für diesen exotischen Baum.
  • Erntezeit: September bis November
  • Reife Kakis sind kräftig orange gefärbt
  • vor dem ersten Frost abernten
  • Kakis nachreifen lassen (Raum mit 0-2 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit)
  • schnell verbrauchen, da keine lange Haltbarkeit

Krankheiten

Geben Sie Ihrem Kakibaum die richtige Pflege und er wird vor Gesundheit nur so strotzen. Diese exotische Pflanze ist ausgesprochen widerstandsfähig gegen Krankheiten. Sollte die Pflanze dennoch irgendwie schwächeln und sich nicht wie gewünscht entwickeln, gehören der Standort und die Pflege auf den
Prüfstand. Variieren Sie etwas dabei und schauen Sie, wie es der Pflanze bekommt.

Schädlinge

Schädlinge machen einen großen Bogen um die Kaki, ganz zur Freude des Gärtners. Ab und zu verirren sich doch ein paar tierische Exemplare, die jedoch meistens keine allzu große Gefahr darstellen. Immer wenn sich die Kaki im Freien aufhält, ist sie dem Zuhause der Blattläuse nah. Das kann der Baum gut wegstecken. Handeln Sie nur, wenn es erkennbar ist, dass sie dem Kakibaum großen Schaden zufügen.

Kakipflanzen, die in Kübel wachsen, bekommen gelegentlich Besuch von Schildläusen und Spinnmilben. Die üblichen Schädlinge halt, die immer dann auftreten, wenn die Pflege nicht ganz stimmt oder die Standortbedingungen bzw. Temperaturen nicht optimal sind. Stellen Sie Ihre Kübelpflanzen nicht zu nah beieinander, damit die Schädlinge nicht auf Wanderschaft gehen. Halten Sie regelmäßig Ausschau nach diesen unerwünschten Gästen und ergreifen Sie zeitig geeignete, möglichst natürliche und umweltfreundliche Maßnahmen. Das ist auch für Ihren Kakibaum schonender, als die große "Giftkeule".

Kübelpflanzen überwintern

Im Winter wirft der Kakibaum seine Blätter ab und beginnt seine alljährliche Ruhepause. Im Sommer war er vielleicht zufrieden im Freien, aber wie schaut es jetzt mit der Winterhärte aus? Wenn es generell um Winterhärte geht, gibt es nie nur ein einfaches Ja oder Nein als Antwort. Bei der enormen Anzahl verschiedener Pflanzensorten existieren dahin gehend viele feine Zwischenstufen. Zum anderen ist die Winterhärte nicht absolut, sie kann vom Alter und der Gesundheit der Pflanze abhängen. Auch geeignete Schutzmaßnahmen können die Winterhärte begleitend unterstützen.

Die asiatische Kaki ist so eine Pflanze, die nur bedingt winterhart ist. Ihr Überleben steht auf dem Spiel, sobald ein rauer Winter im Anmarsch ist. Erst nach etwa vier Jahren sollten Kakipflänzchen stark genug sein, den Winter im Freien zu verbringen, auch wenn sie in Kübeln wachsen.
  • Standort direkt an einer Wand, weil diese etwas Wärme abgibt
  • windgeschützter Platz
  • Styropor unter dem Topf isoliert Bodenfrost
  • Stamm mit Kokos- oder Jutematen umwickeln
Hinweis: Polsterfolie isoliert zwar gut die Kälte, verhindert aber auch zuverlässig die Luftzirkulation. Lassen Sie die Finger davon.

Jungpflanzen überwintern

Sharon - KakibaumJunge Pflanzen sind noch nicht stark genug, um der Kälte zu trotzen. Als jung gilt dabei jede Pflanze, die das vierte Lebensjahr noch nicht erreicht hat. Entscheidend ist natürlich, wie gut sie sich in diesen ersten Jahren wirklich entwickelt hat. Wenn Sie unsicher sind, ob sie der Kälte gewachsen ist, dann warten Sie damit lieber noch ein Jahr. Bei der Überwinterung von Jungpflanzen gilt:
  • der Topf muss rein, sobald Nachtfrost zu befürchten ist
  • dunkle Winterquartiere wie Keller oder Garage sind optimal
  • Raumtemperatur sollte bei etwa 5 Grad liegen
  • Helles Quartier ist möglich, muss aber kalt sein
  • im Frühjahr, wenn es milder wird, kann der Topf wieder raus
  • bei unerwartetem Kälteeinbruch, muss die Pflanze vorübergehend wieder rein

Winterschutz im Garten

In Gegenden mit milderen Wintern kann der Kakibaum direkt im Garten wachsen. Je älter der Baum ist, um je mehr kalte Winter er im Freien als Kübelpflanze schon überstanden hat, umso besser ist er gegen die Kälte gewappnet. Ergreifen Sie im Winter trotzdem weitere Schutzmaßnahmen:
  • Bedecken Sie im Herbst den Boden mit Rindenmulch.
  • Geben Sie eine zweite Schicht Nadelholzreisig drüber.
  • Schützen Sie Äste und Stamm mit Naturmaterialien wie Kokos oder Jute.
Auch das stärkste Bäumchen und der beste Winterschutz sind noch lange keine Garantie, dass ein Kakibaum sicher überlebt. Dafür ist das Winterwetter in Nordeuropa doch zu unberechenbar und gelegentlich sibirisch kalt.