Aprikose - Marille - Prunus armeniacaMarillenbäume werden vor allem in den warmen und sonnenreichen Mittelmeerländern angebaut. Aber auch in den hiesigen Breitengraden kann sich der Baum bei richtiger Pflege und korrekten Standortbedingungen wohlfühlen und prächtig gedeihen. Dann belohnt er den Gärtner mit einer süß duftenden Blütenpracht und herrlich saftigen Früchten. Allerdings ist das Gewächs sehr frostempfindlich, deshalb passt nicht jeder Standort. Darüber hinaus braucht er im Winter einen ausreichenden Schutz vor kalten Temperaturen. Für ein gutes Wachstum sind ein regelmäßiger Rückschnitt und moderate Gießeinheiten ausschlaggebend.

Standort

Der Marillenbaum bevorzugt warme Standorte mit vielen Sonnenstunden, da er aus südlich gelegenen Ländern stammt. Deshalb kommt er mit den kalten Temperaturen der nördlichen Regionen nicht besonders gut zurecht und ist auf zusätzlichen Schutz angewiesen. Besonders spät einsetzende Fröste können dem Baum schaden, wenn dieser bereits ausgetrieben hat. Aus diesem Grund sollte er an seinem Standort im Frühling nur wenig Sonne bekommen, sodass der Austrieb erst später erfolgt.
  • Optimal ist ein geschütztes Tal mit viel Wärme und Sonne
  • Schutz vor Regen und Wind einplanen
  • Andauernde Zugwinde sind zu vermeiden
  • Ideal ist die Nähe zu einer Hauswand oder Mauer

Pflanzen

Der Marillenbaum fühlt sich im Gartenbeet sehr wohl, wenn dieser genügend Platz zur Verfügung hat. Darüber hinaus ist er auf zusätzlichen Schutz vor
Bodenfrösten angewiesen, dieser sollte den Boden langfristig erwärmen. Wer sich zeitnah an seinem Bäumchen erfreuen möchte, der kann im Fachhandel bereits vorgezogene Ware einkaufen.
  • Im Frühjahr pflanzen, ideal ist der März
  • In kälteren Regionen besser bis April warten
  • Pflanzloch doppelt so groß wie den Wurzelballen ausheben
  • Erde tiefgründig auflockern, Drainage anlegen
  • Aushub mit Kompost und Hornspänen anreichern
  • Wurzelballen leicht auseinander ziehen
  • Bruch- und Knickstellen direkt entfernen
  • Triebe um ein Drittel kürzen
  • Ballen im Gefäß mit Wasser vollsaugen lassen, dann einpflanzen
  • Nach dem Einpflanzen die Erde gut andrücken
  • Pflanzstelle sollte 5 cm über dem Boden stehen
  • Direkt danach ausgiebig angießen
  • Mit schwarzer Folie oder Mulch abdecken

Kübelpflanzung

Wenn der Marillenbaum in Regionen mit einem rauen Klima und oft spät einsetzenden Bodenfrösten wachsen soll, dann bietet sich die Aufzucht in einem großen Blumentopf oder einem Kübel an. Speziell die kleineren Sorten eignen sich für die Haltung im Kübel. Die Kübelpflanzung erlaubt eine individuelle Standortveränderung, sodass der Baum in einem frostfreien Winterquartier unbeschadet überwintern kann. Zuviel Feuchtigkeit sollte allerdings direkt von Anfang an vermieden werden.
  • Kübel mit Fassungsvermögen von mindestens 30 Liter aussuchen
  • Loch im Boden verhindert schädliche Staunässe
  • Drainage über dem Loch integrieren, aus Kies und Tonscherben
  • Substrat direkt über der Drainage verteilen
  • Pflanze im Zentrum des Kübels platzieren
  • Schrittweise das Gefäß befüllen
  • Zwischendurch die Erde mit den Fingern andrücken
  • Eingesteckter Holzpfosten verleiht dem Baum sicheren Halt
  • Zum Abschluss mit Regenwasser gut angießen

Substrat & Boden

Aprikose - Marille - Prunus armeniacaDer Marilenbaum verträgt keine Staunässe, deshalb müssen extrem lehmige und tonhaltige Erdböden vor dem Einpflanzen entsprechend vorbereitet werden, um den Untergrund wasserdurchlässiger zu machen. Auf diese Weise wird auch die Sauerstoffversorgung der Wurzeln sichergestellt. Allerdings sind größere Luftlöcher unbedingt zu vermeiden, diese wirken sich negativ auf das Wurzelwachstum aus.
  • Bevorzugt leichte und sandige Böden
  • Bei zu festen Böden direkt unterhalb des Wurzelballens Drainage anlegen
  • Drainage aus Schotter oder grobem Kies integrieren

Umtopfen

Wenn alle Standortbedingungen stimmen, dann kann der Marillenbaum schnell in die Höhe und Breite wachsen. Dann wird ein Umtopfen in ein größeres Gefäß notwendig.
  • Wurzelwachstum regelmäßig überprüfen
  • Bei Platzmangel im Gefäß den Baum umtopfen
  • Jedoch nur bei Bedarf umtopfen, um Pflanze nicht unnötig zu stressen

Gießen

Der Marillenbaum bevorzugt eine trockene Wärme, die von gelegentlichen Regenfällen unterbrochen wird. Wenn es zu häufig regnet, leiden die Blüten und Früchte darunter. Bei zu vielen Gießeinheiten fangen schnell die Wurzeln zu faulen an. Wenn am Standort mit vielen Niederschlägen zu rechnen ist, dann ist ein Regenschutz sehr hilfreich. Allerdings führt eine zu geringe Wasserzufuhr zu vertrockneten Blättern, extrem lange Dürreperioden hemmen sogar das Wachstum der Früchte. Das Wasser aus der Leitung ist ortsabhängig oft sehr hart und kalkhaltig, dieses verträgt der Baum nicht so gut.
  • Wurzelballen nur bedingt feucht halten
  • Nie zu viel gießen
  • Per Fingerprobe vor jeder neuen Gießeinheit Boden kontrollieren
  • Oberste Erdschicht immer erst antrocknen lassen
  • In den heißen Sommermonaten mit zu wenig Regen häufiger gießen
  • Vorsprung unter Hausdach oder Terrassenüberdachung als Regenschutz nützlich
  • Idealerweise mit gesammeltem Regenwasser gießen

Düngen

Der Marillenbaum ist relativ anspruchslos, deshalb reichen normale Einheiten beim Düngen aus. Allerdings darf zur Blütezeit und kurz vor der Ernte mehr Dünger eingesetzt werden, der Baum wird sich mit einer Krone voller Früchte bedanken.
  • Düngen in der Wachstumszeit, von Frühjahr bis Herbst
  • Etwa einmal im Monat Dünger für Fruchtbäume einsetzen
  • Mineralische Dünger sind nicht zu empfehlen

Anleitung zum Schneiden

Grundsätzlich müssen alle fruchttragenden Bäume beschnitten werden, dazu gehört auch der Marillenbaum. Auf diese Weise lässt sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wurzelwerk und dem über der Erdoberfläche wachsenden Teil des Baumes aufbauen. Je stärker die Pflanze wächst, desto mehr muss am oberen Bestand abgeschnitten werden. Ansonsten kann es passieren, dass die Wurzeln es nicht schaffen, extrem hochwachsende Äste genügend zu versorgen. Den Rückschnitt allerdings nicht zu extrem ansetzen, stattdessen zurückhaltend und vorsichtig vorgehen. Auf diese Weise lässt sich vermeiden, dass nur noch dünne Triebe nachwachsen. Wenn der Standort des Baumes sich in unmittelbarer Nähe zu Gebäuden und Mauern befindet, sollte zur rechten Zeit mit dem Rückschnitt begonnen werden, um Schäden durch zu starkes Wachstum zu verhindern.
  • Rückschnitt generell in der Wachstumszeit einplanen
  • In der Wintersaison verschließen sich Wundstellen nur schwer
  • Über Wunden können schädliche Krankheitserreger leichter eindringen
  • Idealerweise Baumschnitt direkt nach der Ernte durchführen
  • Wenn nötig ist das Beschneiden auch vor der Blütezeit machbar
  • Zu dicht wachsende Äste periodisch ausdünnen
  • Baumkrone lichten, um Sonnenstrahlen durch zu lassen
  • Extrem lange Triebe deutlich verkürzen
  • Komplex schneiden, um gleichmäßigen Baumwuchs zu fördern
  • Gewünscht ist ein starkes Astwerk, mit nur wenigen Verzweigungen
  • Nur bei extrem großen Wunden Baumharz zum Versiegeln auftragen
  • Alle Schnitte gerade und sauber anlegen
  • Mit scharfer Gartenschere arbeiten, diese vorher ausreichend reinigen
  • Regelmäßig abgestorbene und kranke Äste abschneiden
Tipp: Auf den Einsatz von Wundverschlussmitteln sollte möglichst verzichtet werden, da sich unter dieser Schicht oft Wasser ansammelt und dadurch ein optimaler Nährboden für schädliche Pilze entsteht.

Erntezeit

Aprikose - Marille - Prunus armeniacaIdealerweise werden Marillen folgernd geerntet, das heißt, dass die Früchte während der Erntezeit nach und nach abgepflückt werden. Wenn die Marillen reif für die Ernte sind, dann ist auch die Schattenseite gelb eingefärbt. Marillenbäume sind selbstfruchtbar, auf diese Weise wird kein weiterer Baum zur Ausbildung der Früchte benötigt.
  • Während der Erntezeit regelmäßig auf reife Früchte überprüfen
  • Niemals den ganzen Baum zur gleichen Zeit abernten
  • Bereits faulende Früchte zeitnah entfernen

Veredelung durch Okulieren

Das Okulieren ist eine sehr kostengünstige Variante der Fortpflanzung, es wird nur eine Knospe von einem bereits veredelten Marillenbaum benötigt. Der dafür notwendige Schnitt ist allerdings nicht einfach durchzuführen. Wer sich unsicher ist, der kann vorher an einem anderen Ast üben. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, die Schnittstellen niemals zu berühren, da diese dadurch verunreinigt werden. Dann kann es als Folge beim Baum zu Infektionen mit Krankheiten kommen. Das Anwachsen mit Hilfe dieser Methode dauert ungefähr 6 Wochen, dabei muss das Auge stets grün bleiben. Wenn es zu einem Wechsel der Farben kommt, dann ist die Veredlung nicht gelungen.
  • Senkrecht einen Schnitt in die Rinde ausführen, ca. 2-3 cm lang
  • Am Schnittende zweiten Schnitt ansetzen, waagerecht und etwa 2 cm breit
  • Beide Rindenschalen vom Holz lösen, um Tasche zu formen
  • Messer nicht zu tief einführen
  • Auge zwischen die Rindenflügel schieben
  • Festen Sitz kontrollieren
  • Rindenstücke fest um das Auge herum einschlagen
  • Nun mit Veredlungsband umwickeln
  • Auge fängt nach einiger Zeit mit dem Austrieb an

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten treten oft bei falscher Pflege und einem nicht für den Marillenbaum geeigneten Standort auf. Dauerhaft feuchtes und extrem nasses Pflanzsubstrat unterstützt das Aufkommen von Schädlingen. Aus diesem Grund sollte das Gewächs regelmäßig kontrolliert werden, vor allem beim Überwintern.
Frostspanner
Der Frostspanner ist ein Schmetterling, dessen Raupen Blätter und Früchte anfressen und dadurch große Schäden anrichten. Wenn die Blätter Löcher haben und wie zusammengewebt aussehen, dann ist das sicherer Hinweis auf einen Befall. Sehr nützlich sind Kohlmeisen im Garten, da diese die Raupen fressen.
  • Hilfreich ist der Einsatz von Mitteln des Bacillus-Thuringiensis
  • Mittel bei warmen Wetterlagen ausbringen, Raupen sind dann besonders freßhaft
  • Als vorbeugende Maßnahme in der Nähe des Baumes Brutkästen für Vögel anbringen

Kräuselkrankheit

Wenn sich die noch jungen Blätter verfärben und Blasen bilden, dann ist oft die Kräuselkrankheit daran schuld. Diese ist eine Pilzerkrankung, bei der die Blätter und Früchte absterben. Hilfsmaßnahmen sollten nicht zu spät erfolgen, da diese ansonsten nicht mehr funktionieren.
  • Mit kupferhaltigen Spritzmitteln bekämpfen
  • Bereits im Winter das Mittel einsetzen, noch vor den ersten Knospen
  • Bei weit fortgeschrittenem Befall alle betroffenen Stellen komplett beseitigen

Schrotschuss-Krankheit

Wenn sich runde Blattflecken ausbilden, die anschließend zu Löchern werden, dann handelt es sich um die Schrotschuss-Krankheit. Der Name leitet sich von der Form der Löcher ab, die an einen Beschuss mit einer Schrottflinte erinnern.
  • Fungizide als Gegenmittel einsetzen
  • Präparate bei feuchten Wetterlagen ausbringen
  • Für die Umwelt unbedenklich sind Mittel mit Kupfer, Netzschwefel und Tonerde

Bakterienbrand

Wenn sich kleine, braune Flecken am Blätterrand bilden und im Anschluss die Blätter absterben, dann ist der Bakterienbrand daran schuld. Der Marillenbaum scheidet als Schutzmaßnahme verstärkt Harz aus, bei den Früchten bilden sich schwarze Punkte und die Rinde bekommt vertiefte Stellen. Zum Sommerende hört die Krankheit auf und der Pilz stirbt komplett ab.
  • Bekämpfung während des Befalls leider nicht möglich
  • Vorbeugen mit Stammweißen
  • Frühzeitig kupferhaltige Mittel spritzen
Tipp: Wenn es oft zu einem Pilzbefall und Schädlingen kommt, dann hilft vorbeugend das Anpflanzen von Knoblauch und Zwiebeln unter dem Marillenbaum, da deren Präsenz nicht besonders beliebt sind.

Vermehren

Eine Marille lässt sich mit etwas Geduld auch aus einem Kern in Eigenregie aufziehen. Allerdings kann es ziemlich lange dauern, bis der neu heranwachsende Sprössling das harte Kerngehäuse durchbrochen hat. Darüber hinaus braucht die Jungpflanze ihre Zeit, bis diese in den Garten gepflanzt werden darf. Für ideale Wachstumsbedingungen sind Schimmelbefall und Staunässe unbedingt zu vermeiden, deshalb sollte das Pflanzgefäß über ein Abzugsloch verfügen. Ideal ist ein warmer und heller Standort, der keine direkte Sonnenbestrahlung abbekommt. Wenn der kleine Marillensprössling einige Zentimeter groß geworden ist, dann darf er in ein größeres Gefäß umziehen.
  • Keimfreies Pflanzsubstrat benutzen, reich an Nährstoffen
  • Ideal ist luftdurchlässige Erde, mit etwas Sand anreichern
  • Pro Blumentopf nur ein Kern, von diesem das Fruchtfleisch ablösen
  • Kern ca. 1 cm tief und seitlich einstecken
  • Danach gut befeuchten, aber nicht zu nass werden lassen
  • In der Anfangszeit auf Dünger verzichten

Überwintern

Marille - Aprikose - Prunus armeniacaMarillenbäume brauchen nur eine kurze Winterpause und treiben zeitig zum Beginn des Frühlings wieder aus. Aus diesem Grund führen spät einsetzende Bodenfröste zu nachhaltigen Schäden. Die meisten Bäume können normalerweise die regionalen Wintermonate und kalten Temperaturen gut überstehen. Allerdings kann eine extrem früh einsetzende Wärmeperiode den Saftstrom zur falschen Zeit anregen, zum Beispiel im Februar oder im März. Wenn danach eine erneute Kältephase einsetzt, dann schwächt diese den Baum. Zwar vertragen die Blüten kurzeitig ein bisschen Frost, aber nicht zu lange. Auf persistente Schneefälle und kalte Niederschläge reagiert das Gewächs extrem empfindlich. Ohne einen adäquaten Schutz erhöht sich in diesem Entwicklungsstadium das Risiko einer ausbleibenden Ernte. Bei der Zucht im Kübel, kann der Marillenbaum in einem angemessenen Quartier überwintern.
  • Mögliche Standorte im Garten auf deren Eignung zum Überwintern prüfen
  • Ideal sind geschützte Plätze, vor sonnenreicher Hauswand oder unter Vordach
  • Während Kältephasen im März und April mit Vlies vor Frost sichern
  • Kübelpflanzen brauchen ein helles Winterquartier
  • Optimal sind frostfreie Wintergärten
  • Alternativ im lichtdurchfluteten Dachboden aufstellen
  • Kalte und dauerhafte Zugluft ist zu vermeiden
  • Baum nur ab und zu gießen, ansonsten in Ruhe lassen
  • Extrem dunkle Standorte mit Pflanzenlampen erhellen
Fazit
Der Marillenbaum ist eine Zierde für jeden Garten und treibt im Frühling wunderschöne und duftende Blüten aus. Das Gewächs ist relativ pflegeleicht, wenn die Standortbedingungen stimmen. Zum Abschluss der Sommersaison wachsen süße und vitaminreiche Früchte heran, die auch als Aprikosen bekannt sind. Es kommt aber nur zur Fruchtbildung, wenn bei der Pflege im Vorfeld alles gut zusammen gepasst hat. Da die Marille keine spät einsetzenden Frostperioden verträgt, ist diese auf zusätzliche Schutzmaßnahmen angewiesen, speziell zum Ende des Winters. In eher kühlen Regionen ist die Standortwahl von großer Bedeutung, optimal sind südlich ausgerichtete und geschützte Plätze mit viel Sonne. Extrem regenreiche Phasen werden nicht gut vertragen, in diesem Fall bietet sich die Kübelpflanzung an. Dergestalt kann der Marillenbaum wetterbedingt umziehen und in einem passenden Quartier überwintern.