Die Prunus serrulata 'Amanogawa', ist auch unter dem Namen "Japanische Blütenkirsche" bekannt und gehört zur Familie der Rosengewächse. Der sommergrüne Baum wächst schlank und aufrecht, weshalb die Wuchsform als "säulenförmig" bezeichnet wird. Wenngleich einige Sorten eine Wuchshöhe von mehreren Metern erreichen können, gibt es auch Zwergsorten, welche sich problemlos im Kübel kultivieren lassen.

Der Standort

Die wunderschönen Zierbäume gedeihen am besten an einem sonnigen Standort, vertragen aber auch einen Platz im lichten Schatten. Wer jedoch die Blüten- und Fruchtbildung fördern möchte, sollte das Bäumchen an einem vollsonnigen Standort einpflanzen. Zudem sollte beim Einpflanzen des Bäumchens ausreichend Abstand zu den Nachbarpflanzen miteinberechnet werden. Im Idealfall hat beträgt der Abstand etwa 80 bis 100 cm.

Das Substrat

Was den Boden betrifft, ist die Säulenzierkirsche nicht sonderlich wählerisch, denn im Grunde genommen kommt sie mit allen Bodenarten gut zurecht. Allerdings gilt die Pflanze als Tiefwurzler, weshalb der Boden nicht zu sehr verdichtet sein sollte. Denn bei
einem zu dichten Boden breitet die Säulenzierkirsche ihre Wurzeln flächig aus, wodurch ihr Wachstum beeinträchtigt wird. Generell gedeiht das Bäumchen am besten in einem Boden, der folgende Eigenschaften hat:
  • durchlässig
  • nahrhaft
  • sandig und lehmig
  • leicht kalkhaltig
  • pH-Wert schwach sauer bis alkalisch
  • für die Kultur im Kübel eignet sich eine Mischung aus Gartenerde und Torf
  • dies wird im Verhältnis von 1:1 gemischt

Der Anbau

Prunus tomentosaDie Säulenzierkirschen können sowohl im heimischen Garten als auch im Kübel auf der Terrasse angebaut werden. Hierbei gilt es allerdings zu beachten, dass einige Sorten eine Wuchshöhe von bis zu mehreren Metern erreichen können. Wer die Zierpflanze dennoch im Kübel kultivieren möchte, sollte unbedingt ein entsprechend großes Gefäß sowie ausreichend Platz auf dem Balkon oder der Terrasse bereithalten.

Anbau im Freiland

Wird die Säulenzierkirsche im Garten angebaut, sollte zunächst das passende Plätzchen gefunden werden. Beachten Sie, dass die Pflanze trotz ihres säulenförmigen Wuchses ausreichend Platz benötigt, denn sie kann problemlos eine Breite von bis zu einem Meter erreichen. Vor dem Einpflanzen sollte zunächst der Wurzelballen ausreichend bewässert werden. Hierfür ist es ratsam, die Pflanze für etwa eine Stunde in einen mit Wasser gefüllten Eimer zu stellen. Anschließend wird das Bäumchen wie folgt eingepflanzt:
  • Pflanzloch ausheben
  • dieses sollte wesentlich tiefer und breiter als der Wurzelballen sein
  • bei Bedarf den Boden auflockern
  • hierfür wird grober Sand oder kleine Kiesel untergemischt
  • eine Mischung aus Erde und Kompost einarbeiten
  • Wurzelballen einsetzen
  • genauso tief wie die Pflanze zuvor im Topf war
  • dies lässt sich an der dunklen Verfärbung am Wurzelhals erkennen
  • die Veredelungsstelle sollte etwa eine Handbreit über dem Boden liegen
  • Pflanzloch mit Erde befüllen
  • reichlich bewässern, regelrecht einschlämmen!
  • und bei Bedarf Erde nachfüllen
Tipp: Um die Formbildung und die Standfestigkeit des Bäumchens zu unterstützen, ist es ratsam, einen Stützpfahl in die Erde einzuarbeiten. Dieser wird am besten vor der Pflanze in das Erdreich eingesetzt und abschließend mit einer Schnur am Bäumchen angebunden.

Die Kultur im Kübel

Wer keinen Garten hat, muss keinesfalls auf den Anbau dieses dekorativen Bäumchens verzichten. Denn die Säulenzierkirsche lässt sich mit ein wenig Geschick auch im Kübel kultivieren. Um sicherzustellen, dass die Säulenkirsche auch im Kübel optimal wächst, ist das passende Gefäß essenziell. Der Topf sollte möglichst hoch sein und ein Fassungsvermögen von mindestens 40 Litern haben. Nur dadurch wird sichergestellt, dass die Wurzeln ausreichend Platz haben und sich in die Tiefe strecken können. Ist der Topf zu groß, steckt die Pflanze zu viel Energie in das Wachstum der Wurzeln. Ist er zu klein, werden die Wurzeln eingeengt und das Wachstum beeinträchtigt. Daher ist es ratsam, die Pflanze nach dem Kauf möglichst rasch wie folgt umzutopfen:
  • über dem Ablaufloch eine Drainage bilden
  • hierfür eignen sich Tonscherben oder grober Schotter
  • dies ist wichtig, damit das Ablaufloch nicht verstopft
  • Topf mit Erde befüllen
  • Pflanze vorsichtig einsetzen
  • etwa so tief wie sie zuvor im Topf war
  • Erde nachfüllen und sanft andrücken
  • reichlich bewässern
  • auf Gießrand achten, dadurch wird das spätere Gießen erleichtert
Tipp: Um sicherzustellen, dass die Wurzeln im Laufe der Jahre immer ausreichend Platz haben, sollte das Bäumchen etwa alle 3 bis 5 Jahre umgetopft werden.

Die Pflege

Prunus subhirtellaDie Säulenzierkirschen gelten als anfängerfreundlich, da sie nicht sonderlich viel Pflege erfordern. Der Pflegeaufwand unterscheidet sich allerdings je nach Art des Anbaus, denn die Bäumchen im Kübel benötigen etwas mehr Zuwendung als jene im Freiland. Einen Überblick über die fachgerechte Pflege lesen Sie hier:

Düngen

Die Säulenzierkirsche benötigt nicht
sonderlich viele Nährstoffe, weshalb insbesondere im Freiland das Düngen nur nach Bedarf erfolgt. In der Regel wird erst nach dem ersten Austrieb mit einem saisonalen Dünger gedüngt. Bei der Wahl des Düngers ist darauf zu achten, dass dieser möglichst wenig Stickstoff enthält. Denn insbesondere ab Ende Juni sollte mit einer geringen Menge Stickstoff gedüngt werden, da sonst das Wachstum zu einem falschen Zeitpunkt gefördert wird. Ab Ende Juli werden die Pflanzen mit einem phosphor- und kaliumhaltigen Dünger auf die Winterruhe vorbereitet. Das letzte Mal wird rund zwei Monate vor Winterbeginn gedüngt, womit die letzte Düngung grundsätzlich im August stattfindet. Zudem kann die Blütenbildung mit einem Phosphordünger angeregt werden, allerdings ist dies meist nicht notwendig, da die deutschen Böden in der Regel relativ phosphorreich sind.

Gießen

Generell gilt, nach dem Einpflanzen möchten die Säulenzierkirschen gleichmäßig feucht gehalten werden. Allerdings gilt es darauf zu achten, dass diese weder zu trocken, noch zu nass stehen. Im Sommer, insbesondere wenn die Blätter hängen, sollten die Bäumchen zusätzlich bewässert werden. Um sicherzustellen, dass die Pflanze stets mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird, lohnt sich das Mulchen oder das Anlegen eines Wassergrabens um die Baumscheibe. Beim Gießen dieser dekorativen Pflanzen gilt es zudem, Folgendes zu beachten:
  • am besten morgens oder abends gießen
  • dann verdunstet das Wasser nicht so schnell
  • im Winter nur an frostfreien Tagen gießen
  • sowohl kalkhaltiges als auch kalkfreies Wasser wird vertragen
Tipp: Gegossen wird am besten erst, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist.

Schneiden

Die Säulenkirsche sollte grundsätzlich nie zu stark beschnitten werden, da sonst die Wuchsform verloren geht. Das Auslichten der Krone erfolgt am besten im Frühling vor der Blütezeit, denn dadurch haben neue Triebe mehr Platz zum Wachsen. Sobald der Baum eine Wuchshöhe von etwa einem Meter erreicht hat, kann der jährliche Form- bzw. Rückschnitt erfolgen. Dieser findet im Sommer gleich nach der Ernte statt und gestaltet sich wie folgt:
  • sämtliche Zweige kürzen
  • etwa zwei bis drei Augen übrig lassen
  • denn daraus entsteht das Fruchtholz für das kommende Jahr
  • Leittrieb kürzen
  • dadurch wird ein Verkahlen des Stammes von unten verhindert
  • möglichst vertikal und am Stamm schneiden
  • dadurch werden Wasseransammlungen vermieden

Überwintern

Prunus tomentosaDas dekorative Bäumchen gilt zwar als winterhart, dennoch sollten insbesondere im Kübel kultivierte Pflanzen vor Frost geschützt werden. Für diese ist es zunächst ratsam, einen schützenden Untergrund bereitzustellen. Hierfür hat sich eine Platte aus Holz oder Styropor bewährt, auf welche das Gefäß gestellt wird. Ebenso muss beachtet werden, dass die Wurzeln bei der Kultur im Kübel nur von einer geringen Menge Erde umgeben sind und daher nur bedingt durch diese vor Frost geschützt werden. Daher ist es ratsam, die Pflanzen zusätzlich mit einem Vlies oder einer Folie zu schützen. Um sicherzugehen, dass die Bäumchen den Winter überstehen, ist zudem Folgendes zu beachten:
  • im Winter nicht schneiden
  • nur an frostfreien Tagen gießen
  • abgefallenes Laub unbedingt entfernen
  • darin könnten sich frostresistente Pilzsporen befinden
  • diese könnten auf den nächsten Austrieb übergeben
Tipp: Wenn möglich, sollten die in Kübel kultivierten Säulenzierkirschen an eine südliche Hauswand gestellt werden. Diese verspricht nicht nur Schutz, sondern speichert zudem die Wärme und gibt diese an die Pflanze ab.

Ernte

Die Früchte der Säulenkirsche gleichen optisch den Wildkirschen und reifen meist im Juli aus. Im Gegensatz zu den bekannten Süßkirschen ist ihr Geschmack allerdings weniger süß und saftig. Sie erfreuen sich daher zwar nicht an großer Beliebtheit unter den Menschen, werden aber sehr gerne von hungrigen Vögeln vernascht. Doch nicht nur die Früchte gelten als essbar, denn auch die Blüten dieses Zierbäumchens eignen sich für den Verzehr. Gerne werden diese zum Verfeinern von Salaten oder Süßspeisen verwendet, allerdings lassen sie sich auch direkt vom Baum naschen. Als Geheimtipp gelten die Blätter der Säulenzierkirsche, denn auch diese sind essbar und eignen sich dank ihres kirschähnlichen Aromas hervorragend für Smoothies oder Salate. Wer die Blätter des Bäumchens kosten möchte, sollte allerdings Folgendes beachten:
  • die Blätter am besten kurz nach dem Austrieb pflücken
  • im Idealfall sind die Mittelgrün gefärbt und stark glänzend
  • denn dann haben sie einen milden Geschmack
  • und die Konsistenz ist angenehmer
  • denn ältere Blätter sind meist mürbe
Fazit
Die Säulenzierkirsche gilt als besonders pflegeleichte Zierpflanze, welche sich sowohl für den Anbau im Garten als auch für die Kultur im Kübel eignet. Die Bäumchen gelten zwar als relativ anspruchslos, benötigen allerdings einen möglichst vollsonnigen Standort. Die Früchte der Säulenzierkirsche sind zwar nicht so süß, dafür lassen sich sowohl ihre Blüten als auch ihre Blätter verspeisen. Wer seinen Garten mit der wundervollen Blütenpracht dekorieren möchte, ist mit einer Säulenzierkirsche gut beraten!