Der Zierpfirsich ist im Frühjahr durch seine Blüten eine wahre Zierde im Garten und kann über Jahre hinweg als einer der ersten blühenden Pflanzen ein Blickfang sein. Das ist der Baum jedoch nur, wenn er auch entsprechend gepflegt wird. Worauf es dabei ankommt und was beachtet werden muss, zeigt die umfassende Anleitung.

Standort

Der Zierpfirsich benötigt einen sonnigen bis halbschattigen und geschützten Standort. Das Gewächs sollte warm stehen und weder kaltem Wind noch extremen Regenfällen ausgesetzt sein. Das gilt vor allem für die Kultur des Bäumchens im Kübel.

Halbschatten oder leicht überdachte Bereiche, beispielsweise auf dem Balkon oder der Terrasse, sind ebenfalls als Standorte geeignet.

Substrat

In Bezug auf das Substrat sind Zierpfirsiche anspruchslos. Normale Gartenerde reicht vollkommen aus. Kübelerde oder eine Mischung aus Garten- und

Pflanzenerde sind ebenfalls geeignet. Wichtig ist neben einem mäßigen Nährstoffgehalt, dass die Erde durchlässig und locker ist. Staunässe oder verdichtendes Substrat vertragen die Gewächse nicht.

Pflanzen

Der Zierpfirsich wird am besten im zeitigen Herbst oder im späten Frühjahr ins Freiland gepflanzt. Da die Frosthärte aber gering ist, sollte eine Pflanzung ins Freiland nur in Gebieten mit milden Wintern erfolgen. In Höhenlagen und bei strengeren Wintern ist die Kultur im Kübel die bessere Wahl.

Kultur im Kübel

Pfirsichbaum - Prunus persicaBei der Kultur des Zierpfirsichs im Kübel sollte auf einige wenige Punkte geachtet werden. Bei diesen handelt es sich um:

Drainage

Damit die Wurzeln nicht im Wasser stehen, sollte eine Drainageschicht in den Kübel eingebracht werden. Grober Kies, Steine oder Tonscherben eignen sich gut hierfür. Sie werden schlicht als unterste Schicht in das unterste Pflanzgefäß eingebracht, um einen Abstand zwischen Wasser und Wurzeln zu kreieren.

Stabilität

Der Kübel sollte stabil und standsicher sein. Dafür muss er zum einen eine ausreichende Größe und zum anderen ein entsprechendes Gewicht aufweisen. Der Zierpfirsich kann eine Höhe von bis zu drei Metern erreichen, sodass eine kippsichere Basis entscheidend ist. Eine Drainageschicht aus Steinen kann dazu beitragen, dass der Kübel schwerer wird und zugleich das Wasser besser abfließen kann.

Pflege

Die Pflege bei der Kübelkultur ist im Aufwand etwas höher als im Freiland, da weniger Substrat zur Verfügung steht. Es ist erforderlich, häufiger zu gießen und zu düngen und zudem auf einen entsprechenden Winterschutz zu achten.

Schutz

Im Winter kann das Pfirsichbäumchen in der Kübelkultur schnell erfrieren, da der Wurzelballen von weniger Substrat umgeben ist und somit einen geringeren Schutz durch die Erde erhält.

Gießen

Auch beim Wässern des Zierpfirsichs zeigt sich das Gewächs pflegeleicht. Das Substrat sollte nie vollständig austrocknen, jedoch auch nicht nass sein. Gegossen wird daher nach Bedarf, optimalerweise mit weichem, kalkarmem Wasser. Geeignet sind:

  • gesammeltes Regenwasser
  • Teichwasser oder Aquarienwasser
  • abgestandenes Leitungswasser

Pfirsichblüte - Prunus persicaDer Vorteil von Teichwasser und Aquarienwasser ist, dass hierin auch einige organische Nährstoffe enthalten sind. Es kann also auch

zur Düngung verwendet werden. Bei Regenwasser und abgestandenem Leitungswasser sollte der Bodensatz nicht mitgegossen werden. Denn darin befindet sich der Kalk.

Tipp: Der sogenannte Daumentest kann zeigen, ob das Gewächs gegossen werden muss. Hierzu wird ein Finger in das Substrat gedrückt - bleibt er trocken, sollte der Baum gegossen werden. Bleibt hingegen Substrat am Finger kleben, ist ein Wässern nicht erforderlich.

Düngen

Die Versorgung mit Nährstoffen ist bei dem Zierpfirsich nur während der Wachstumsphase wichtig und erforderlich. Der genaue Zeitraum ist abhängig von den Sorten. Im Durchschnitt handelt es sich dabei um April bis Juli. Als Faustregel gilt, dass beim ersten Austrieb im Frühjahr mit der Düngung begonnen werden kann. Spätestens im August muss die zusätzliche Nährstoffversorgung eingeschränkt werden, weil die Pflanze potenziell weniger Nährstoffe aufnehmen kann und durch Dünger sowohl von der Winterruhe abgehalten wird als auch chemische Verbrennungen an den Wurzeln erhalten kann.

Als Mittel kann ein Volldünger verwendet werden. Gut verrotteter Kompost eignet sich ebenfalls. In jedem Fall sollte nach der Düngung eine Wassergabe erfolgen. Dadurch verteilen sich die Nährstoffe besser und Schäden an den Wurzeln können effektiv verhindert werden.

Blütezeit

Die Blütezeit ist grundlegend von zwei Faktoren abhängig. Zum einen von den klimatischen Bedingungen. Milde Winter und ein insgesamt warmes Klima erzeugen eine frühere Blütezeit. Sie kann bereits ab März beginnen oder aber erst im Mai. Zum anderen spielen die Sorten eine Rolle. Melred blüht etwa ab Ende März. Spring glow hingegen bereits ab Februar - wenn die Bedingungen stimmen.

Essbar oder giftig?

Pfirsichbaum - Prunus persicaDie Früchte von Zierpfirsichbäumen sind durchaus essbar und nicht giftig. Auch wenn die Blüte von Melred und Co. oftmals der Hauptgrund für die Anschaffung sind, können die Früchte frisch gegessen oder aber verarbeitet werden. Sie sind für den Menschen nicht giftig, können aber wiederum abhängig von der Sorte sehr saftig und süß sein. Das Trocknen, Einkochen oder Einlegen der Früchte ist möglich. Der Kern sollte im Vorfeld jedoch entfernt werden. Der ideale Erntezeitpunkt beginnt etwa Ende Juli.

Schneiden

Der Verschnitt des Zierpfirsichs ist ausgesprochen einfach und auch für Menschen ohne Erfahrung in der Pflanzenpflege und ohne grünen Daumen möglich. Bei dem Verschnitt müssen nur wenige Faktoren berücksichtigt werden:

Zeitpunkt

Der Verschnitt erfolgt wahlweise im zeitigen Frühjahr oder im späten Herbst. Erfahrungsgemäß ist das Frühjahr die bessere Wahl, da beschädigte oder abgestorbene Teile entfernt werden können. Hierdurch lässt sich zum einen die Form der Baumkrone besser erhalten, und zum anderen können die besten Voraussetzungen für den Baum geschaffen werden. Wichtig ist, dass der Pfirsichbaum möglichst keine Blätter trägt, wenn das Schneiden erfolgt. Zudem sollte ein frostfreier Tag mit geringer Luftfeuchtigkeit abgewartet werden. Denn dann können die Schnittflächen sehr schnell abtrocknen und das Risiko für eindringende Keime sowie Parasiten kann geringgehalten werden.

Sauberkeit

Das Schnittwerkzeug sollte zwingend sauber gehalten werden, damit eine Infektion des Gewächses verhindert wird. Aus diesem Grunde sollte vor und nach dem Verschnitt ein Desinfizieren erfolgen. Hierdurch werden Krankheitserreger und andere

Verschmutzungen entfernt, die für Infektionen sorgen könnten.

Vorgehen

Wichtig ist in erster Linie, dass ein regelmäßiger Verschnitt erfolgt. Dadurch sind die Eingriffe in das Wachstum jeweils gering und die Schnittstellen sind so klein wie möglich. Entfernt beziehungsweise gekürzt werden alle Triebe, die nach innen wachsen oder sich überkreuzen. Zudem sollten nach der Blüte und Ernte abgestorbene oder anderweitig beschädigte Triebe entfernt werden. Hierdurch wird vermieden, dass das Schneiden zu einem großen Eingriff wird. Das schont die Energiereserven des Baums. Zudem fällt der Aufwand geringer aus und auch der zeitliche Aufwand ist dementsprechend gering.

Überwinterung

Die Überwinterung des Zierpfirsichs ist einfach, erfordert jedoch einen entsprechenden Schutz. Hierfür finden sich zwei Möglichkeiten.

Überwintern im Haus:

1. Die Pflanze wird im Herbst vor dem ersten Frost nach drinnen gestellt.

2. Der Standort sollte hell und frostfrei sein.

3. Das Austrocknen der Erde wird vermieden, die Düngung jedoch eingestellt. 4. Das Abwerfen der Blätter ist vollkommen normal.

Überwintern im Freien bei Kübelkultur:

1.Isolierung von unten, beispielsweise durch Styropor schützt Wurzeln.

2.Isolierung von außen schützt den Wurzelballen von den Seiten.

3.Eine Abdeckung von oben verhindert das Eindringen von übermäßiger Flüssigkeit. Ideal hierzu sind beispielsweise Vlies, Jute, Stroh und Reisig.

Beim Überwintern im Freien sollte die Wurzelscheibe mit Reisig bedeckt werden, um einen gesonderten Schutz zu bilden. Zudem muss darauf geachtet werden, dass ausreichend aber nicht zu viel Flüssigkeit im Substrat vorhanden ist, um Schäden an den Wurzeln zu verhindern.