Süß, aromatisch und gesund: Wer schon einmal Zwetschgen aus eigenem Anbau probiert hat, wird sich anschließend nicht mehr mit Ware aus dem Supermarkt zufriedengeben. Dabei lassen sich die Bäume spielend leicht anbauen und kultivieren, wenn der geeignete Standort ausgesucht und auf ein passendes Substrat geachtet wird. Lediglich auf Krankheiten und Schädlinge sollte der Hobbygärtner achten. Mit einer guten Pflege, wartet im Spätsommer und im Herbst dann eine reiche Ernte der beliebten Früchte.

Standort und Boden

Zwetschgen benötigen ausreichend Wärme, um aromatische Früchte zu entwickeln. Aus diesem Grund fühlen sich die Obstbäume an einem warmen, sonnigen Standort besonders wohl; bereits halbschattige Lagen können die Fruchtentwicklung erheblich beeinträchtigen. Damit das Gewächs optimal gedeihen kann, ist zusätzlich das passende Substrat notwendig. Am besten wächst der Zwetschgenbaum, wenn die eingesetzte Erde folgende Eigenschaften aufweist:
  • reich an Nährstoffen
  • ausreichend feucht
  • sandig-lehmige Zusammensetzung
  • gute
    Durchlüftung
Hinweis: Liegt ein eher nährstoffarmer Gartenboden vor, kann das Defizit auch mit Hilfe von jährlichen Kompostgaben ausgeglichen werden. Zusätzlich spielt die optimale Feuchtigkeit des Bodens für ein gutes Gedeihen des Zwetschgenbaumes eine bedeutende Rolle; zwar sollte das Substrat tendenziell viel Feuchtigkeit enthalten und darf niemals austrocknen, jedoch kann auch Staunässe zu Problemen führen. Deshalb ist auf einen ausreichenden Ablauf zu achten.

Gießen und Düngen

Die gezielte Bewässerung und eine sorgfältige Düngung sind neben dem optimalen Standort wichtige Voraussetzungen für eine ertragreiche Ernte. Vor allem Bäume, die frisch gepflanzt wurden, benötigen in der Anfangszeit viel Wasser, bis sich die Wurzeln gut ausgebildet haben. Im Anschluss muss meist nicht mehr gezielt gegossen werden, sofern der Zwetschgenbaum in einem Gebiet mit mittlerer Niederschlagshäufigkeit angesiedelt ist. Anhaltende Trockenperioden im Sommer erfordern jedoch auch in diesem Gebieten eine zusätzliche Bewässerung. Zum Gießen eignen sich vor allem:
  • Regenwasser
  • Teichwasser
  • abgestandenes Wasser aus der Leitung
Eine Düngung ist für den Zwetschgenbaum ebenfalls in jungen Jahren besonders wichtig. Am besten funktioniert die gezielte Gabe mit Nährstoffen über Dünger, der einmal jährlich ausgegeben werden sollte. Beim Gießen und Düngen sollte zwischendurch immer wieder auch der Stamm der Zwetschge kontrolliert werden; der Obstbaum neigt zu einer erhöhten Moos- und Flechtenbildung. Um dieser Entwicklung gezielt entgegenzuwirken, ist eine regelmäßige Stammpflege nötig, die durch ein Abbürsten mit der Drahtbürste erfolgt.

Pflanzen

ZwetschgeGrundsätzlich unterscheidet der Hobbygärtner bei den Zwetschgenbäumen insgesamt drei unterschiedliche Formen:
  • hochstämmige,
  • halbstämmige und
  • niedrigstämmige Sorten.
Dabei gilt: Je kleiner ein Zwetschgenbaum ist, desto schneller trägt er später Früchte. Der Nachteil: Diese Varianten weisen eine geringere Lebensdauer auf als Sorten mit einem größeren Wuchs. Die Wahl der Sorte sollte also sorgfältig überlegt werden. Doch egal, für welche Variante sich der Hobbygärtner entscheidet: Die Pflanzzeit ist immer gleich; vom Herbst an bis zum Frühjahr ist es möglich, das Gewächs im Garten anzusiedeln. Vor dem Einpflanzen sollten zunächst die Wurzeln und die Triebe des Baumes gestutzt werden, um das Anwachsen zu erleichtern.

Anschließend wird das Pflanzloch ausgehoben, das etwas breiter als der Wurzelballen und so tief sein sollte, dass die Wurzeln beinahe komplett im Substrat verschwinden. Nach dem Einpflanzen müssen die jungen Bäume sorgfältig angegossen werden. Ein Holzpfahl als zusätzliche Stütze hat sich ebenfalls bewährt; hierzu wird ein kräftiger Holzstab in die Erde gesteckt, an den man den Baum anbindet. So ist er in der ersten Zeit weniger stürmischen Winden ausgesetzt.

Vermehren

Zwetschgen lassen sich sehr einfach vermehren; am besten funktioniert dies mit Hilfe des Fruchtkernes. Wer mit einem Hammer die Schale öffnet, gelangt schnell an den Kern, der anschließend drei
bis vier Tage lang im Gefrierfach gelagert wird. Auf diese Weise wird das Knacken erheblich vereinfacht. Mit Hilfe des frei gelegten Kerns keimt die Pflanze zügiger.
Anschließend wird der Kern eingepflanzt:
  • Für die Anzucht genügt ein kleiner Blumentopf.
  • Als Substrat eignet sich eine Mischung aus Gartenerde und Pflanzenerde (50:50)
  • Der Zwetschgenkern wird mit zwei Zentimetern Erde bedeckt.
  • Bei konstant niedrigen Temperaturen keimen die Kerne innerhalb von acht Wochen.
Tipp: Es hat sich bewährt, für die Anzucht Gartenerde zu nehmen, die bereits vom künftigen Standort stammt.

In der Anzuchtphase sollten die Temperaturen zwischen 5 und 10°C betragen; erfolgt die Vermehrung auf diese Weise in der kalten Jahreszeit, sollte hierfür ein windgeschützter Platz im Garten gesucht werden. Während der Sommermonate ist es notwendig, den Blumentopf zwei Wochen in den Kühlschrank zu legen. Eine alternative Anzuchtmethode besteht in der Kultivierung des Kernes auf Küchenkrepp. Hierzu werden insgesamt fünf Stücke des feuchten Papieres aufeinander gestapelt, auf die man anschließend den Kern platziert. Auf diese Weise werden winterliche Bedingungen simuliert. Sobald die ersten Keimlinge sichtbar sind, kann der Umzug in den Blumentopf erfolgen.

Wer die Vermehrung im Winter startet, kann sich bereits im zeitigen Frühjahr über einen kleinen Keimling freuen. Dieser muss dann mit viel Licht und einem konstant feuchten Boden versorgt werden. Nachdem kein Frost mehr zu erwarten ist, erfolgt dann der Umzug des Pflänzchens an seinen künftigen Standort. Junge Pflanzen benötigen während der kalten Jahreszeit zusätzlich einen Winterschutz - insbesondere dann, wenn das Bäumchen nicht an einem geschützten Standort steht. Hierzu eignet sich beispielsweise Gartenvlies.

Schneiden

Zwetschgenbäume müssen aus verschiedenen Gründen geschnitten werden:
  • Erziehungsschnitt
  • Ertragsschnitt
  • Pflegeschnitt (Auslichten)
Wer seinen Zwetschgenbaum schneiden möchte, sollte hierfür den optimalen Zeitpunkt wählen. Grundsätzlich wird das Gehölz nach der Ernte geschnitten. Ein möglicher Schnittzeitpunkt stellt der Spätherbst dar; allerdings muss darauf geachtet werden, dass der Rückschnitt nicht unmittelbar vor Einbrechen einer Frostperiode erfolgt. Es muss immer noch ausreichend Zeit vorhanden sein, damit die Schnittflächen vor dem Frosteintritt austrocknen können. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Äste erfrieren. Alternativ kann der Zwetschgenbaum auch im zeitigen Frühjahr geschnitten werden, sobald die frostfreie Periode eingeleitet worden ist.
Zwetschgen
Junge Zwetschgenbäume erhalten zunächst einen Erziehungsschnitt, der jedoch erst zwei Jahre nach dem Pflanzen des Baumes durchgeführt werden sollte. Hierbei wird ein möglichst waagerechter Wuchs der Kronenäste initiiert, damit sich die naturgemäß senkrecht nach oben wachsenden Äste im Laufe der Zeit nicht gegenseitig im Weg stehen. Lediglich ein einziger senkrechter Mitteltrieb wird an dem Baum belassen. Wächst der Baum schließlich in der korrekten Form, ist lediglich der Pflegeschnitt der jährliche Pflegeschnitt durchzuführen. Dabei sollte man die Krone so licht wie möglich halten. Es werden alle Zweige entfernt, die zu eng, nach innen oder steil senkrecht wachsen. Auch dürre und nach unten hängende Zweige sind zu entfernen.

Beim Schneiden selbst beachtet der Hobbygärtner folgende Aspekte:
  • Der Schnitt erfolgt von außen nach innen.
  • Zum Schneiden wird scharfes Schneidewerkzeug verwendet.
  • Wurzelausläufer, die sich am Stamm bilden, müssen entfernt werden.
  • Schnittstellen sind mit Wundverschlusspaste zu versiegeln.

Zwetschgen ernten und verarbeiten

In der Zeit zwischen Juli und Oktober werden die Früchte an den Zwetschgenbäumen reif. Es hat sich bewährt, den richtigen Zeitpunkt der Ernte abzupassen; der erfahrene Hobbygärtner erkennt eine reife Zwetschge an der Farbe, die tiefblau sein sollte. Zu beachten ist, dass nicht alle Früchte zur selben Zeit reif werden, da sie unterschiedlich viel Sonne erhalten. Das bedeutet, dass im Normalfall mehrere Ernteschübe einzuplanen sind.

Kleine Zwetschgenbäume werden beerntet, indem man die Früchte von Hand pflückt. Fallen größere Mengen Zwetschgen an, können diese auch vom Baum geschüttelt werden.
Am besten schmeckt das frisch gepflückte Obst pur. Daneben bietet sich aber auch die weitere Verarbeitung an; so können beispielsweise Kuchen oder Marmeladen aus den blauvioletten Früchten hergestellt werden. Auch zum Einfrieren eignet sich das Obst; dann müssen die Zwetschgen jedoch vorher halbiert und entsteint werden. Eine weitere Möglichkeit der Haltbarmachung besteht im Einkochen.

Krankheiten und Schädlinge

Pflaume - Prunus domesticaEinige Zwetschgensorten zeigen sich gegenüber Krankheiten und Schädlingen besonders anfällig. Eine klassische Krankheit stellt die Taschenkrankheit dar, die aufgrund ihres typischen Schadbildes leicht zu erkennen ist:
  • Früchte wachsen bananenförmig
  • auf den Früchten bildet sich ein hellgrüner Belag
  • Belag verfärbt sich später grau mehlig
  • Früchte bleiben hart und ungenießbar
Vor allem bei regnerischem Wetter kann sich die Erkrankung ausbilden, die sich nur durch komplettes Entfernen der betroffenen Pflanzenteile bekämpfen lässt. Als typische Krankheit präsentiert sich darüber hinaus der Zwetschgenrost, der an schwarzen Punkten an den Blattunterseiten und an einer Gelbfärbung der Blätter zu erkennen ist. Die Monilia-Fruchtfäule präsentiert sich hingegen als weiße Pustel auf der Zwetschge und sorgt für eine Schwarzfärbung der Frucht. Auch in diesem Fall hilft nur die komplette Entfernung aller betroffenen Pflanzenteile.

Zu den häufigsten Schädlingen, die Zwetschgenbäume befallen können, gehören Pflaumenwickler und Blattläuse. Beide sollten rechtzeitig mit Hilfe eines milden Pflanzenschutzmittels bekämpft werden. Wer seinen Zwetschgenbaum optimal pflegt, wird jedoch selten mit Krankheiten und Schädlingen zu kämpfen haben. Eine sorgfältige Pflege sorgt für einen gesunden Wuchs des Baumes - und viele leckere Zwetschgen, mit denen sich der Hobbygärtner den Sommer und den Herbst versüßen kann.