Die Wagnersche Hanfpalme gehört zu jenen exotischen Pflanzen, die auch in unseren Breiten relativ leicht kultiviert werden kann. Als Kübelpflanze kann sie den Sommer problemlos auch im Freien verbringen. Abhängig von den Witterungsbedingungen kann sie in manchen Regionen sogar ausgepflanzt werden. So oder so wird sie garantiert zum Blickfang im Garten oder auf der Terrasse, ohne viel Arbeit zu machen.

Art

Wagners Hanfpalme, deren botanischer Name Trachycarpus wagnerianus lautet, kommt ursprünglich aus dem Himalaya. Sie gehört zu den sogenannten Schirmpalmen und gilt als die kleinere Schwester der weit verbreiteten Chinesischen Hanfpalme. Dieser ähnelt sie tatsächlich stark. Allerdings ist sie mit einer maximalen Wuchshöhe von fünf Metern deutlich kleiner und kompakter. Die geringere Größe führt aber auch dazu, dass sie auch robuster und widerstandsfähiger
gegenüber Kälte ist. Das macht sie natürlich für unsere Breiten attraktiv. Besonders reizvoll an ihr sind zudem die dekorativen, akkurat gefalteten Blätter. In der Regel wird die Wagnersche Hanfpalme als Kübelpflanze kultiviert und dann im Freien platziert. Dort kommt sie dann auch mit widrigen Witterungsverhältnissen relativ problemlos zurecht. Ihr Name geht übrigens auf ihren Entdecker zurück - den Botaniker Janos Wagner.

Düngen

Auch aus dem besten Pflanzsubstrat hat eine Pflanze irgendwann alle Nährstoffe heraus gezogen. Dann kommt man um eine zusätzliche Nährstoffversorgung nicht herum. Auch Wagners Hanfpalme muss daher regelmäßig gedüngt werden, will man wirklich Freude an ihr haben. Empfehlenswert sind dabei sogenannte Depot-Dünger, deren Inhaltsstoffe besonders auf Palmen abgestimmt wurden. Diese Dünger sind in fester Form als Stäbchen oder Kegel im Handel zu bekommen. Sie werden einfach in das Erdreich gedrückt bis sie darin vollkommen verschwunden werden. Dabei sollte unbedingt beachtet werden, wie lange die Düngewirkung anhält. Nähere Angaben dazu findet man in der Regel auf der Verpackung. Verabreicht man hingegen eine andere Düngerart wie etwa Flüssigdünger gilt: Während der Wachstumsphase im Sommer sollte in einem Rhythmus von etwa zwei bis drei Wochen gedüngt werden. Die Pflanze benötigt dann nämlich extrem viele Nährstoffe, um wachsen und gesund bleiben zu können.

Gießen

Natürlich benötigt auch Wagners Hanfpalme regelmäßig Wasser. Allerdings sollte sie eher mäßig gegossen werden. Die Bodenoberfläche darf durchaus etwas antrocknen, bevor das nächste Mal eine Bewässerung erfolgt. Gegossen werden sollte dabei immer im Wurzelbereich der Pflanze. Durch die Kultivierung in einem Pflanzkübel besteht stets auch die Gefahr der Überwässerung. Zurückhaltung und nach Möglichkeit auch eine Drainage im Pflanzsubstrat sind deshalb Pflicht. In der Regel muss übrigens auch gegossen werden, wenn die Palme im Freien steht. Zwar nimmt sie selbstverständlich auch das Regenwasser auf, jedoch kann es, das davon nicht ausreichend in den Bereich der Wurzeln gelangt. Vor dem Gießen sollte jedoch immer der Boden im direkten Umfeld der Pflanze überprüft werden.

Pflanzung

Wagners Hanfpalme - Trachycarpus wagnerianusWagners Hanfpalme wird in der Regel als Jungpflanze im Gartenfachhandel oder in einer Gärtnerei gekauft werden. Die weitere Kultivierung sollte auf jeden Fall in einem Pflanzkübel erfolgen. Zwar ist es grundsätzlich auch möglich, sie direkt im Garten zu pflanzen, jedoch kann sie dann bei
extremen Witterungsverhältnissen und länger anhaltenden Frösten Schaden nehmen. Der Pflanzkübel sollte dabei mindestens den doppelten Durchmesser des Wurzelballens der Palme haben und über ein Abflussloch im Boden verfügen. So geht man beim Einpflanzen vor:
  • rund zwei Zentimeter dicke Kiesschicht als Drainage am Boden einbringen
  • gut mit Pflanzsubstrat auffüllen
  • Wurzelballen der Palme einsetzen
  • mit Pflanzsubstrat weiter auffüllen, bis der Ballen komplett bedeckt ist
  • gut mit Wasser angießen
Die Wagnersche Palme sollte unmittelbar nach dem Einpflanzen an einen warmen Standort mit viel Licht verbracht werden. Das erleichtert ihr das Anwurzeln und gibt ihrer Kraft für das Wachstum.

Pflanzsubstrat

Wie die meisten anderen Palmen benötigt auch Trachycarpus wagnerianus ein spezielles Pflanzsubstrat um wirklich perfekt wachsen und gedeihen zu können. Herkömmliche Gartenerde bzw. Torf- oder Humuserde reichen für sie nicht aus. Empfehlenswert sind spezielle Palmenerdemischungen aus dem Gartenfachhandel. Diese sind besonders locker und in der Lage sowohl Luft als auch Wasser gut zu leiten. Eine derartige Mischung muss allerdings unbedingt mit einer guten Drainage kombiniert werden, um die Bildung von Staunässe zu vermeiden.

Schnitt

Wagners Hanfpalme muss nicht geschnitten werden. Stimmen alle anderen Bedingungen, wird sie sich auch ohne prächtig entfalten. Allerdings sollten abgestorbene Blätter oder Palmwedel regelmäßig entfernt werden. Dazu nutzt man am besten ein scharfes Messer oder eine Pflanzenschere.

Standort

Egal, ob die Hanfpalme Wagner im Freien, auf der Terrasse, im Wintergarten oder direkt in der Wohnung steht - der Standort sollte immer hell und möglichst Licht durchflutet sein. Die pralle Mittagssonne vertragen die Blätter dieser Palmenart hingegen nicht so gut. Wir sie im Freien platziert muss zudem darauf geachtet werden, dass der Standort einigermaßen windgeschützt ist. In den Monaten April bis November sind der Garten oder die Terrasse im Übrigen geradezu ideal für die Pflanze. Unter den bei uns vorherrschenden Witterungsbedingungen wird sie prächtig gedeihen. Da die Wagnersche Hanfpalme sowieso meist in einem Pflanzkübel kultiviert ist, empfiehlt sich dann auf jeden Fall ein Standortwechsel.

Tipp: Der Pflanzkübel der Palme kann leichter transportiert werden, wenn er auf Rollen steht. Entsprechende Unterbauten für Pflanzkübel sind problemlos und zu geringen Kosten im Fachhandel erhältlich.

Vermehren

Wer seine Trachycarpus wagnerianus nicht als Jungpflanze kaufen möchte, sondern sie aus einem Samen selbst heranziehen will, kann dies ohne große Probleme tun. Allerdings erfordert es etwas Geduld. Samen ist im Fachhandel erhältlich oder kann aus einer bereits vorhandenen Pflanze gewonnen werden. Im Frühjahr wird dazu Anzuchterde in eine Pflanzschale gefüllt und ein Samenkorn etwa zwei Zentimeter tief ins Erdreich gedrückt. Die Schale gehört dann an einen ausgesprochen warmen Ort. Das Pflanzsubstrat muss durchgehend feucht gehalten werden. Nach ein paar Wochen zeigt sich dann der Keimling. Bis zum ersten kleinen Palmwedel dauert es freilich mindestens ein Jahr.

Wachstum pro Jahr

Wagners Hanfpalme - Trachycarpus wagnerianusWie alle anderen Palmenarten wächst auch Trachycarpus wagnerianus ausgesprochen langsam. Es vergehen daher meist sehr viele Jahre, bis sie ihre maximale Höhe von rund fünf Metern erreicht hat. Das ist in der Regel auch nur der Fall, wenn alle Standortbedingungen und die Pflege stimmen. Eine konkrete Auskunft über das durchschnittliche Wachstum pro Jahr ist schwierig, da dieses nicht zuletzt auch von den Witterungsbedingungen abhängt. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass eine Hanfpalme in einem Jahr bis zu zehn neue Blätter ausbilden kann. Sie wächst dabei übrigens auch während der Wintermonate weiter und nimmt sich keine Ruhephase. Das Wachstum ist dann allerdings noch einmal deutlich geringer.

Winter

Wagners Hanfpalme ist eine ausgesprochen robuste Pflanze, die zur Not auch mit frostigen Temperaturen von bis zu minus 17 Grad zurechtkommt. Kein Wunder: Sie kommen ursprünglich aus dem Himalaya-Gebirge und sind daher Kälte quasi von Hause aus gewöhnt. Allerdings handelt es sich dabei stets um eine sehr trockene Kälte, während bei uns eher nasse Bedingungen die Regel sind. Von daher kann die Palme nur in Regionen mit sehr milden Wintern im Freien belassen werden. Auch dann sind jedoch einige Schutzmaßnahmen empfehlenswert. Dazu gehören:
  • wärmende Styroporplatte unter dem Pflanzkübel
  • Palmenwedel nach oben binden und in ein lichtdurchlässiges Vlies hüllen
  • Wurzelbereich mit wärmendem Laub oder Holzspänen abdecken
  • an einen windstillen Standort verbringen
Soll die Überwinterung der Palme in einem geschlossenen Raum erfolgen, ist unbedingt darauf zu achten, dass sie auch in dieser Phase genügend Licht bekommt. Ein dunkler Kellerraum ist daher absolut ungeeignet für die Überwinterung. Sie braucht auch im Winter einen möglichst hellen Standort im Haus und kühle Temperaturen, die sich in einer Spann zwischen fünf und zehn Grad Celsius
bewegen.