(Bild: pixelio.de / Joujou) Bereits im Altertum wurde der Fenchel als Gemüse und Heilpflanze geschätzt. Mit diesem Arzneimittel aus Mutter Natur kommt der Mensch im Leben sehr früh in Berührung. Um Blähungen zu verhindern geben Eltern ihren Säuglingen Fencheltee. Zur Arzneipflanze des Jahres 2009 hat der, am Institut für Geschichte der Medizin der Uni Würzburg ansässige, Studienkreis “Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde” den Fenchel gewählt.
Im ätherischen Öl der Fenchelfrüchte sind Anethol und Fenchon enthalten. Diesen leisten Abhilfe bei Darmträgheit. Höhere Dosen sollen auch krampflösend wirken. Fenchel ist reich an Kalzium. Das Kraut enthält auf 100 Gramm 245 Milligramm Vitamin C. Verwendet werden Aufgüsse auch zum Gurgeln bei Halsschmerzen beziehungsweise als Spülung bei Augenschmerzen und Bindehautentzündungen. Ein sehr beliebtes Hausmittel, der Fenchelhonig, wird gerne von erkälteten Kindern eingenommen. Säuglingen und Kleinkindern sollte man kein reines Fenchelöl verabreichen! Dadurch können nämlich Atemnot und Erregungszustände hervorgerufen werden. Unbedenklich jedoch gelten Tees ebenso wie Fertigprodukte mit Fenchelanteil, die speziell für Säuglinge hergestellt wurden.
Kurzportrait
Botanisch gesehen gehört der Fenchel (Foeniculum vulgare), genauso wie auch der Dill, zur Familie der Doldenblütler. Beim Fenchel zeigt sich der Blütenstand in Form einer Doppeldolde. Aus jedem Stängel kommen zwischen zehn bis dreißig Döldchen. Jedes Döldchen umfasst wiederum etwa fünfzehn bis dreißig hüllenlose Einzelblüten. Die offen liegenden, kleinen gelben Blüten dienen Bienen, Hummeln, Wespen und Fliegen als Nahrung. Die gelbliche Doldenblüte zeigt sich ab Juli. Daraus wachsen die Samen, die ab September reif sind. Neben den Fenchelsorten, welche in erster Linie für die Samenproduktion angebaut werden, gibt es auch noch den Gemüse- oder Knollenfenchel. Bei diesen Sorten verdickt sich die Knolle in Erdnähe.
Ursprünge
Die ursprünglich aus Südeuropa stammende Arzneipflanze ist in unseren Gärten schon länger heimisch. Vereinzelt kommen auch verwilderte Varianten vor. Fenchel ist eine zweijährige Pflanze. Der Stängel der aus dem Wurzelstock herauswächst ist bläulich und gestreift. Er kann eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern erreichen. Ebenfalls leicht ins Blaue gehen die federartig dünnen Blätter.
Fenchel-Gartentipps
Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen, warmen Standort mit lockerem, feuchtem und humosem Boden. Zum Düngen empfiehlt sich für den Starkzehrer Horn- und Knochenmehl, verrotteter Mist sowie Kompost. In der Mischkultur verträgt sich Fenchel gut mit Basilikum, Erbsen, Feldsalat, Gurken, Petersilie, Salbei, Sellerie und Sonnenblumen. Nicht das gleiche Beet sollte man diese Pflanzen setzen: Bohnen, Gartenkresse, Kohl, Koriander, Kümmel, Majoran und Tomaten.
Lagern
Die geernteten Knollen kann man im Keller oder im Gemüsefach etwa 4 Wochen lagern. Dazu wickelt man sie in ein feuchtes Tuch ein. Alternativ kann sie auch einfrieren. Dafür schneidet man die Knolle klein und blanchiert sie kurz.

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