Mistel: Heilpflanze und englischer Weihnachtsbrauch
(Bilder: pixelio.de) In England aber auch in Amerika ist es verbreitet während der Weihnachtszeit in den Türrahmen oder Eingang einen Mistelzweig zu hängen. Trifft sich darunter ein Pärchen, dann ist das “Kissing under the Mistletoe” Pflicht. Für jeden Kuss wird eine der weißen Beeren gepflückt und wenn keine Beeren mehr an dem Mistelzweig hängen ist Schluss mit dem Küssen. Die immergrüne Pflanze findet wegen ihren heilsamen Wirkungen auch als Heilpflanze Verwendung.
Eingesetzt werden Misteln (Viscum album) in der modernen Pflanzenheilkunde zum Beispiel gegen Bluthochdruck, Rheuma, Arthrose und Tumore sowie auch bei vielen anderen Leiden und Beschwerden. Dafür wird das Kraut verwendet. Dank der zahlreichen Inhaltsstoffe wie etwa Lectine, Schleimstoffe, Viscotoxine und viele weitere mehr sind viele verschiedene Heilwirkungen beschrieben. Das kann sein beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend sowie auch tonisierend.
Misteln gehören zu den Halbparasiten, das heißt sie versorgen sich mit Wasser und Nährsalzen über die Wirtspflanze, stellen aber den grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll jedoch selbst her. Der immergrüne Strauch gehört zur Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae), kann einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen und gehört zu den zweihäusigen Pflanzen. Gut zu sehen sind Misteln vor allem im Winter, wenn der Wirtsbaum entlaubt ist. Vögel sorgen für die Vermehrung von Misteln indem sie die Beeren fressen und die unverdauten Samenkörner an einem anderen Baum wieder ausscheiden. Häufig sind Misteln auf Bäumen mit weichem Holz zu finden wie zum Beispiel Pappeln, Obstbäumen, Birken, Weiden, Kiefern, Linden.