Bauerngarten - Geschichte, Pflanzen und Formen

Bauerngarten - Geschichte, Pflanzen und Formen Typischer Bauerngarten: Nutzpflanzen im idyllischen ArrangementDie üppige Blütenfülle in einem Bauerngarten weckt in vielen Menschen Erinnerungen, aber auch Sehnsucht nach der Natur. Immer mehr holen sich daher solch ein Stück ländliche Idylle in ihren Garten. Doch was ist ein Bauerngarten, wie ist diese Gartenform entstanden und welche Pflanzen gehören überhaupt hinein?

Die Geschichte des Bauerngartens

Angefangen hat sie schon mit dem Einzug der Römer in Germanien. Damals wurden zwar Gemüse wie

Bohnen, Linsen, Erbsen und Rüben angebaut, aber die römischen Siedler brachten Gurken, Kürbisse und Kräuter sowie Aprikosen, Pflaumen und Kirschen mit. Und sie hatten farbenprächtige Blütenpflanzen, die nur den Augen dienten und keinen Nutzen hatten. Diese Gartenpracht verschwand nach dem Zerfall des Römischen Reiches.

Erst im Mittelalter erlebte der Bauerngarten in den Klöstern einen Aufschwung. Aber nicht nur die Pflanzen, auch die sorgfältig gepflegten Gärten und die streng kreuzförmig angelegten Wege wurden von der Bevölkerung bewundert. Wer eigenes Land bebaute, versuchte oft im Kleinen, den Klostergarten zu kopieren und erhielt dafür von den Mönchen Samen und Stecklinge. Durch die Kreuzzüge kamen viele neue Nutz- und Zierpflanzen nach Europa, weitere dann später aus Amerika und Ostindien. Das Pflanzenangebot vergrößerte sich und aus den prächtigen barocken Schlossgärten hielten weitere Gestaltungselemente Einzug in die Bauerngärten. Die Beete wurden mit Buchs eingefasst und Blumenrondelle mit Ornamenten angelegt. So verwandelten sich Bauerngärten zu verzierten Nutzgärten, in denen Gemüse,
href="http://www.hausgarten.net/obst-obstgarten/obst-arten.html" title="Obstarten">Obst, Kräuter und Blumen durcheinander wuchsen.

Vor einigen Jahrzehnten verschwand die Form des Bauerngartens aus den meisten Privatgärten, Einheitsrasen und Nadelgehölze waren modern geworden. Nur auf den Bauernhöfen wurde diese Tradition weiter gepflegt. Inzwischen ist das Interesse an Bauerngärten größer, als je zuvor.

Pflanzen im Bauerngarten

Erstaunlicherweise ist der Grundbestand an traditionellen Bauerngartenblumen und -nutzpflanzen fast in ganz Europa derselbe. Zurückzuführen ist dies auf eine Landgüterordnung aus der Karolingerzeit. Darin wurden 73 Nutzpflanzen und 16 Obstarten aufgeführt, die in den kaiserlichen Bauerngärten zu pflanzen sind. Viele Blütenpflanzen waren Nutzpflanzen, da sie zur Heilmittelherstellung verwendet wurden, darunter Rosen und Lilien.

Bauerngarten nach dem Vorbild eines geordneten Klostergartens mit Buxus als BeetabgrenzungAusdauernde Blumen und Stauden bilden im Bauerngarten eine Art Grundgerüst für die weitere Gestaltung.
  • Kletterrosen und andere Rosensorten
  • Herbstastern in verschiedenen Farben
  • Akelei
  • Tränendes Herz
  • Rittersporn
  • Phlox
  • Lupinen
  • Margeriten
  • Pfingstrosen
  • Mohn
  • Hortensien
Unter den zweijährigen Bauerngartenblumen gibt es ebenfalls typische Blütenpflanzen. Diese werden im Juni/Juli ausgesät und blühen dann im nächsten Jahr.
  • Stockrosen in verschiedenen Farben
  • Marienglockenblume
  • Goldlack
  • Bartnelken
  • Fingerhut
  • Vergissmeinnicht
  • Stiefmütterchen
  • Königskerze
Lückenfüller im Beet sind die einjährigen Arten. Sie werden im zeitigen Frühjahr ausgesät und blühen bis weit in den Herbst hinein.
  • Löwenmäulchen
  • Zinien
  • Astern
  • Ringelblumen
  • Tagetes
  • Sonnenblumen
  • Schmuckkörbchen
  • Bechermalven
  • Levkojen
  • Gartenkräuter wie die Kapuzinerkresse
  • Zwiebelblumen wie Lilien, Dahlien, Tulpen, Kaiserkronen, Narzissen u.a.
Zu einem gepflegten Bauerngarten gehören auch passende Accessoires wie Bänke und GießkannenZu einem richtigen Bauerngarten gehören aber auch verschiedene Beerenarten, Holunder, Gemüse und Kräuter.

Formen des Bauerngartens

Bauerngärten werden in der Regel Richtung Süden oder Osten an einem windgeschützten Platz angelegt. Die Hauptwege sollten mindestens 50 cm breit sein. Als Belag bietet sich Rindenmulch, Feinkies, Flusskiesel oder

Klinker an. Die Beetform war ursprünglich rechteckig oder quadratisch. Später entstanden Rondelle, Halbkreise und Rauten. Die traditionelle Beeteinfassung ist Buchs. Verwendung finden aber auch niedrig wachsende Blütenpflanzen, Rundhölzer, Steine und Ziegel.

Die einfachste Form der Anlage sind quadratische Beete mit einem kreuzförmigen Hauptweg. Etwas aufwändiger ist die Gestaltung mit einer runden Mitte, in der sich meistens ein Brunnen oder ein bepflanztes Rondell befindet. Größere Gärten können mit Kreissegmenten, Rauten, abgerundeten Rechtecken oder Quadraten gestaltet werden.

Perfekt wird der Bauerngarten mit Rosenkugeln, Tieren aus Ton oder Eisen und anderen Dekorationsgegenständen.