Unkraut großflächig entfernen - diese Geräte eignen sich

Unkraut in RasenZum Unkraut entfernen können Sie große Geräte einsetzen, müssen Sie aber nicht, denn schwere Maschinen zerstören auch, z. B. vorhandenes Bodenleben. Sinnvolle Maßnahmen gehen vom Einsatz schwerer Maschinen bis zum schlichten Mulchen zum Erhalt eines guten Bodens, ganz ohne Maschineneinsatz.

Wo wächst das Unkraut?

Es gibt viele schöne Maschinen, mit denen Sie den Bewuchs auf großen Flächen vernichten können. Mit den größten Maschinen geht das ziemlich schnell, es bleibt aber kein Garten, sondern eine Art Kraterlandschaft zurück,

die durch Aufschüttung großer Mengen Mutterbodens in einen Gartenboden verwandelt werden muss. Da wir nicht sicher sind, dass Sie das immer wollen, wird die großflächige Unkrautentfernung Fall für Fall behandelt:

Der Unterboden auf dem Neubaugrundstück

Während des Hausbaus wird der Mutterboden entfernt, damit er durch Befahren mit Baumaschinen nicht derart verfestigt wird, dass er nicht mehr zum Bepflanzen taugt. Der darunter liegende Boden setzt mitunter während des Baus kaum Bewuchs an, weil dieser sofort durch Baumaschinen wieder plattgefahren wird und abstirbt. Mitunter sind aber Wurzeln im Unterboden vorhanden, die sogar auf der Baustelle noch Pflanzen gedeihen lassen. Wenn es sich um Pflanzen handelt, die Sie später nicht in Ihrem Garten sehen wollen, sollten die vor Wiederaufbringung des Mutterbodens entfernt werden, möglichst bis auf den letzten Wurzelrest. Hier können Sie im Zweifel wirklich schweres Gerät einsetzen, von einer tief in die Erde gehenden Gartenfräse/Bodenfräse/Motorhacke größeren Kalibers bis hin zum ganz normalen Pflug. Welche Maschine Sie einsetzen, hängt einerseits vom Wurzelgeflecht ab und anderseits ganz praktisch davon, welche Maschine im nächsten Baumarkt verfügbar ist und ohne größere Probleme auf die Baustelle geschafft werden kann. Auf jeden Fall brauchen Sie beim Unterboden nicht "mit Samthandschuhen" arbeiten, sondern können ihn bis in einige Tiefe gründlich umwälzen und durcharbeiten. Etwas Handarbeit wird danach von Nöten sein, Sie haben viele Wurzelstücke herumliegen, die nun händisch herausgesammelt werden. Wurzelreste sind ziemlich überlebensfähig, was jetzt nicht entfernt wird, könnte später irgendwann durch den Mutterboden treiben.

Der Mutterboden für das Neubaugrundstück

Was im Hinblick auf Unkrautentfernung auf den nun wieder aufzutragenden Mutterboden unternommen werden muss, hängt davon ab, wo der Mutterboden ist bzw. herkommt:
  • 1. Im Idealfall wurde der vorhandene Mutterboden - der klimatisch und ökologisch "zum Grundstück passt" - auf dem Grundstück belassen. Er wird dann mit einem Radlader beiseite geschoben auf einen großen Haufen und bleibt dort liegen, bis der Bau fertig ist. Der Haufen - die lebendige Muttererde, aufgehäuft eigentlich so etwas ähnliches wie ein großer Komposthaufen - sollte auch während der Bauphase am Leben erhalten werden, mit Luft und Wärme im Haufen. Damit nicht der auf vorhandene Bewuchs, egal ob Zierpflanze oder Unkraut, unkontrolliert durch den Haufen wuchert, gehört der Mutterbodenhaufen auch eigentlich bepflanzt, mit bodenpflegendem Gründünger wie einjährigem Klee, Kohl, Senf, Sonnenblumen. Wenn der richtige Bewuchs drauf war, werden dessen Reste nun einfach mit dem Mutterboden über dem Unterboden im Garten verteilt und tragen im neuen Gartenboden gleich zur Lockerung bei.
  • 2. Wenn der Mutterboden zwar auf einen Haufen auf dem Grundstück gelagert wurde, aber keine weitere Pflege erhielt, hat er eine kräftige Schicht undefinierten Grünzeugs angesetzt. Wenn Ihnen nun jemand vorschlägt, diese Grünschicht einfach zuunterst auf den Unterboden zu kippen, dort werde alles unter dem darüber aufgebrachtem nackten Mutterboden

    verrotten, glauben Sie das bitte nicht. Kann sein, wenn sich aus unerfindlichen Gründen nur zarte Pflänzchen wie Klettenlabkraut angesiedelt haben, einjährig, keine Wurzelausbreitung und Lichtkeimer, aber darauf sollten Sie besser nicht vertrauen. Meist entsteht auf einem nicht gepflegten Mutterbodenhaufen eine eher fiese Bewuchsschicht aller möglichen Kräuter und Unkräuter, die mit Fräsen o. ä. entfernt und entsorgt (öffentlicher Kompost, die wissen damit umzugehen) werden sollte. Die nun fehlenden Kubikmeter werden durch gekaufte Muttererde ersetzt, wenn Sie guten Mutterboden kaufen, ist die lebendig, aber trotzdem nicht von "wachsenden Überraschungen" durchsetzt. Guter Mutterboden ist kein gesiebter Bauaushub, auch wenn dieser als "Mutterboden" angeboten wird, sondern ein gepflegter Naturboden, wie hier www.schwiegermutterboden.de/index.html beschrieben.Wenn auf dem frisch aufgeschütteten Neubaugrundstück nicht sofort ein Garten angelegt werden soll, sollte der Boden wiederum mit einer passenden Gründüngung bedeckt werden, sonst steht das nächste Unkrautproblem vor der Tür.
Ackerland/Brache soll zu Garten werden

Unkraut in RasenWie Sie mit unerwünschtem Bewuchs auf solchen Flächen umgehen, hängt davon ab, ob es sich um dünne oder dicke Schichten, kurzlebige oder langlebige Pflanzen, oberflächliche oder tiefe, Ausläufer bildende oder "bescheidene" Wurzeln handelt.
  • 1. Wenn es sich um eine konventionelle Ackerfläche handelt, wurden dort in der Regel Monokulturen angebaut, und diese Monokulturen haben dann vielleicht wenigstens einmal was Gutes: Auf Monokulturen entwickelt sich häufig auch Mono-Unkraut, identifizierbarer Bewuchs einer oder weniger Pflanzen, die den ehemaligen Acker wie eine Art Rasen überzieht. Hier lohnt sich die Mühe, diese Pflanzen zu bestimmen und zu ergründen, wie tief ihre Wurzeln gehen. Um sie dann passgenau "abzuschälen", mit einer genau die benötigte Tiefe erreichenden Fräse oder vielleicht sogar mit dem Spaten, nach einer mühsamen ersten Reihe einfach
    wagerecht eingestochen.
  • 2. Bei einer sehr bunt bewachsenen Brache lohnt sich wahrscheinlich eher der Einsatz einer etwas tiefer greifenden Bodenbearbeitungsmaschine, bei jeder Fräse wird angegeben, wie tief sie den Boden umwälzt.
  • 3. Anschließend sollte die Fläche bis in die Tiefe gelockert werden, mit Fräse oder Pflug, danach werden Nährstoffe eingearbeitet, ev. ist es angebracht, abschließend eine Schicht guten Mutterbodens aufzutragen.
Lange nicht gepflegten Garten neu beleben

Auch hier haben Sie verschiedenen Bewuchs zu bearbeiten:
  • 1. Eine Rasenfläche, die sichtbar nie wieder eine Rasenfläche werden möchte, wird mit einem sogenannten Sodenschneider behandelt. Ein Sodenschneider ist ein Gerät, mit dem Sie den verfilzten und durchwachsenen Altrasen mitsamt der obersten Erdschicht abschälen.
  • 2. Unkrautbewuchs auf ehemaligen Beetflächen wird je nach Umfang gejätet oder maschinell mit einer Gartenfräse abgetragen.
  • 3. In beiden Fällen empfiehlt sich wieder händische Nacharbeit mit Absammeln von Pflanzenresten.
  • 4. Wenn die Grundfläche optimal vorbereitet ist, wird der Boden aufgelockert, maschinell durch eine Art Pflug/Bodenfräse oder einfach durch umgraben, bis in eine Tiefe von ca. 20 cm.
  • 5. Noch einmal Steine und Pflanzenreste absammeln, glattharken, in schwere und lehmige Böden Sand einarbeiten, in leichte und sandige Böden etwas guten, reifen Kompost.
  • 6. Wenn neuer Rasen gesät werden soll, wird nun gewalzt, mit der Rasenwalze, bis der Boden ausreichend verdichtet ist.
  • 7. Auch bei Beetflächen kann Walzen Sinn machen, im Naturgarten kann es aber auch ganz reizvoll sein, ein wenig "Hügellandschaft" zu belassen.
  • 8. Auf die Fläche kommt nun noch organischer Startdünger und/oder reifer Kompost, gleichmäßig verstreut, befeuchten und ein wenig ruhig liegen lassen, dann kann bepflanzt werden.
Flächen mit tiefen und bösen Unkräutern oder alte Baumplantagen urbar machen

Unkraut in RasenWenn Ihr zukünftiger Garten so: www.botanikus.de/Botanik3/Ordnung/Herkulesstaude/Tromsoe-gr.jpg oder so: pixabay.com/static/uploads/photo/2013/01/16/17/33/apple-75112_640.jpg aussieht oder mit Brombeerhecken etc. zugewuchert ist, werden Sie sicher den ein oder anderen Obstbaum oder -strauch behalten wollen und die gefährliche Herkulesstaude ebenso sicher nicht behalten wollen. Hier zu Roden und ein wenig Freifläche zu schaffen, ist sicher die Höchststrafe, Sie sollten sich in einem solchen Fall wenig Illusionen hingeben und einen Bagger bestellen, ggf. mit fachkundiger Bedienung durch einen GaLa-Bau-Mitarbeiters. Je nach Wucherpflanze müssen hier bis zu 60 cm abgetragen werden, das ist kein Spaß mehr.

Nachhelfen mit Chemie?

Wenn Sie eine nicht ganz in die eigentlich notwendige Tiefe reichende Fräse auf einem wirklich wild und eng bewachsenen Stück Land einsetzen und dann (natürlich) bei der anschließenden händischen Nacharbeit nicht jeden Pflanzenrest erwischen, sprießt anschließen aus jedem vergessenen Teilstück neues Unkraut. Häufig wird in einem solchen Fall empfohlen, die Fläche mit einem starken Unkrautbekämpfungsmittel zu behandeln, das unmittelbar nach dem Fräsen auf dem Boden aufgebracht wird. Wenn sich gefährliche Unkräuter wie Herkulesstaude oder Ambrosia ausgebreitet haben, ist ein Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Umweltamt sicher denkbar. Ansonsten sollten Sie sich sehr gut überlegen, ob Sie diesem Ratschlag folgen, wenn Sie ein lange nicht kultiviertes Grundstück auf die zukünftige Bepflanzung vorbereiten. Sie haben hier nämlich höchstwahrscheinlich ein Grundstück vor sich, das durch die Natur in einen Zustand versetzt wurde, an dem Landschaftsgärtner öfter einmal lange (und gegen entsprechende Bezahlung) arbeiten: Ein Grundstück, dass lange Zeit ohne synthetischen Dünger natürlich bewachsen wurde, mit Pflanzen, die ev. überflüssige Nährstoffe aus dem Boden gezogen haben und ihn oft auch gründlich durchwurzelt haben. Häufig mit einem reichen natürlichen Bodenleben, häufig in einem ökologischen Gleichgewicht.

Unkrautentfernung ganz natürlich

Die Anregung, den Umgang mit einem bunt überwucherten Grundstück gut zu überlegen, betrifft nicht nur den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Wenn Ihr Ziel ein naturnaher Garten ist, sollten Sie auch gut überlegen, ob Sie überhaupt Bodenbearbeitungsmaschinen einsetzen. Möglicherweise befindet sich auf der bewachsenen Fläche unter dem bunten Pflanzengemisch ein super Gartenboden, voller Humus und Bodenleben, den Sie durch den Einsatz von Maschinen nur schlechter machen würden.

Das Urbarmachen von Land, die Verwandlung von Grasland oder Krautland oder Ackerfläche in bepflanzbare Beetfläche, funktioniert auch viel sanfter:
  • Unkraut in RasenDas bewachsene Fläche wird einfach gemulcht, also mit Biomasse bedeckt
  • Ganz ohne Arbeit geht das auch nicht ab, ist aber erheblich weniger Arbeit, Energieverbrauch und Bodenbelastung als pflügen oder fräsen
  • "Mulchen" bedeutet in diesem Fall wirklich viel mulchen, wenn Gras-Kraut-Land einmal ein gutes, humusreiches Beet werden soll
  • Als Mulchmaterial eignet sich Heu oder Stroh, was Sie leichter in größeren Mengen heranschaffen können
  • Die erste Lage darf auch gerne aus ein wenig reifem Kompost bestehen
  • Die Idee an sich mögen heute viele Menschen, häufig scheitert das Ganze aber an einer zu dünnen Mulchdecke
  • Wenn der ursprüngliche Bewuchs durchkommt, muss noch mehr Mulch rauf
  • Die große Menge Mulch kommt direkt auf den ungeschnittenen Bewuchs
  • So, dass der Mulch den Bewuchs zu Boden drückt
  • Die Mulchschicht bleibt mindestens ein halbes Jahr liegen
  • Wenn zwischendurch Bewuchs "rausguckt", Mulchschicht anheben und Pflanze darunter "flachlegen"
  • Nach ein paar Monaten können Sie den Boden kontrollieren und ggf. Mulch nachgeben
  • Oder den "fertigen Boden" bepflanzen
  • Inzwischen ist viel Heu/Stroh verrottet, der Boden war immer feucht und beschattet
  • Ideale Bedingungen für Regenwürmer, die den Boden gelockert und mit Humus angereichert haben
  • Der Bewuchs darunter ist abgestorben und wurde in Humus umgewandelt
  • Viele Schnecken? Freuen Sie sich, die bearbeiten auch den Boden und werden im naturnahen Garten später durch Nützlinge in Schach gehalten
  • Steinharter Boden? In heißen, trockenen Sommern muss der Boden unter dem Mulch gegossen werden
  • Keine Aktivität von Bodentieren zu erkennen? Gelegentlich etwas frischen Grasschnitt unter die Mulche streuen
  • Zu entfernender Bewuchs wird nicht unterdrückt? Mehr Mulche!
Fazit

Unkraut lässt sich großflächig entfernen, auch mit etlichen Geräten, die in Baumärkten verliehen werden. Der Einsatz schwerer Maschinen ist aber nicht unbedingt nötig und sollte vor allem dann gut überlegt werden, wenn sich gerade durch Nichtbestellung diese Bodens und Unkrautbewuchs ein Gartenboden entwickeln konnte, der so gesund und schadstofffrei ist wie ein schon lange durch Bio-Bauern bewirtschafteter Boden.