Unkrautvernichtung mit Salz: Salzlösung und Salzsäure

Unkrautvernichtung mit Salz: Salzlösung und Salzsäure

Unkraut einfach vernichten. Dazu gibt es Chemie, aber wenn man diese nicht anwenden will oder darf, was nimmt man dann?

Mit Salzlösungen vernichtet man nicht nur UnkrautIm Internet werden ganz normale Hausmittel aus dem Küchenschrank zur Unkrautvernichtung empfohlen, zum Beispiel Salz. Und wenn das nicht reicht, sollte man einfach Salzsäure nehmen, die gäbe es in jeder Apotheke. - Sind das wirklich geeignete Unkrautvernichter?

Gefährliche Grundwasserkiller

Wenn Sie eine Salzlösung verwenden, um Unkraut zu vernichten,

werden Sie sicher Erfolg haben. Wenn dabei etwas von dieser Salzlösung auf den Gartenboden kommt, haben Sie noch mehr Erfolg - Sie haben eine gute Chance, sämtliches Bodenleben abzutöten und sämtliches Pflanzenwachstum im betroffenen Bereich zu vernichten, und Sie könnten mit einer kräftigen Salzgabe auch noch den Nitratgehalt des Grundwassers so weit erhöhen, dass es giftig für Babys und Kleinkinder wird.

Gleiches gilt, wenn Sie Salzsäure verwenden, um Unkraut zu vernichten: Auch dann werden Sie ganz sicher Erfolg haben. Wenn dabei etwas von dieser Salzsäure auf den Gartenboden kommt, töten sämtliches Bodenleben und sämtliches Pflanzenwachstum im betroffenen Bereich sofort ab und werden die Qualität des Grundwassers im betroffenen Bereich ganz sicher entscheidend ins Negative verändern.

Verzeihen Sie den Sarkasmus, aber Salzsäure ist eine hochgefährliche Substanz, die beim Kontakt mit ihren Dämpfen irreparable Verätzungen auf der Hornhaut verursachen kann, auf der Haut Blasen und brennende Schmerzen hervorruft und beim Einatmen die Lunge schädigt.

Nicht ohne Grund verboten

Wenn Sie Salzlösung oder Salzsäure in Ihrem Garten ausbringen, ist das deshalb keine richtig gute Idee, wenn Sie Ihren Garten und Ihr Lebensumfeld schätzen.

/>Manchen Experten, die im Internet Ratschläge verbreiten, ist bereits aufgefallen, dass Salzlösung und Salzsäure nicht die Elemente sind, die dem Gartenboden guttun. Sie schlagen deshalb vor, die Anwendung auf gepflasterte Flächen zu beschränken. Auch das ist keine gute Idee - aus mehreren Gründen:

  1. Sogar zugelassene Unkrautvernichtungsmittel dürfen im Haus- und Kleingarten nur auf den kultivierten Flächen eingesetzt werden. Nicht auf gepflasterten Flächen außerhalb des Gartens und auch nicht auf Flächen, die im Garten liegen und versiegelt sind, von denen die Wirkstoffe also ebenfalls ins Grundwasser gespült werden könnten.
  2. Wenn Sie Salzlösung oder Salzsäure gegen Unkraut einsetzen, setzen Sie diese Substanzen als Unkrautvernichtungsmittel ein, der Einsatz ist deshalb auch nach den Gesetzen zu beurteilen, die für Unkrautvernichtungsmittel gelten.
  3. Der Grund für all diese Vorschriften ist der Schutz unseres Grundwassers. Noch hat das Trinkwasser in Deutschland eine gute Qualität, und das soll nach dem Willen des Gesetzgebers und der überwachenden Behörden auch so bleiben.
  4. Und viele Nachbarn in Ihrer Umgebung sehen das ebenso ... Sie haben also gute Chancen, erwischt zu werden, wenn Sie gerade die behelfsmäßigen Unkrautvernichtungsmittel auf Ihrem Gehweg ausbringen. Das wird dann, vor allem bei Salzsäure, nicht mehr als Scherz angesehen und kann Geldbußen bis zu 50.000 € nach sich ziehen.
  5. Auch das Pflaster wird meist leiden, denn Salzsäure greift Kalk und Beton an.

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Auf Gehwegen und Terrassen können

Sie gegen pflanzlichen Bewuchs mit Hitze vorgehen: Entweder mit kochendem Wasser oder mit einem Flammenwerfer, den es im nächsten Baumarkt preiswert auszuleihen gibt. Sie könnten auch Ihren Werkzeugschrank durchsehen, vielleicht finden Sie einen (elektrischen) Fugenkratzer, mit ziemlicher Sicherheit jedoch einen kräftigen Spatel oder ein Messer, mit all diesen Geräten könnten Sie den Ritzen des Pflasters Unkraut befreiend zu Leibe rücken.

Oder Sie nehmen einfach einen Besen mit kräftigen Borsten zur Hand und bearbeiten Ihre Terrasse regelmäßig. So verschwinden auch die meisten Pflanzen. Das Schöne an all diesen Mitteln: Sie kommen ohne jede Umweltschädigung aus.

Sie könnten Ihren Garten auf naturnahen Bewuchs umstellen, der nach einiger Zeit die Unkrautvernichtung weitgehend überflüssig macht: Wenn Sie auf alle Bereiche mit nackter Erde Bodendecker pflanzen, lassen die nur noch wenig unerwünschten Bewuchs durch.

In einem naturnah gestalteten Garten gibt es viele Kleinstorganismen, die einige der Unkräuter gerne konsumieren werden. Sie können die meisten Unkräuter als Heilkräuter und/oder Salatbeigabe nutzen, und was dann noch zu viel ist, wird schlichtweg weggejätet. Dann zeigt auch endlich ein nasser Sommer seine Vorteile: Nach dem Regen sind die Wurzeln voll Wasser gesogen und recht weich, das Unkraut lässt sich leicht jäten.