Pilze auf Rindenmulch - was tun?

Rindenmulch bietet Pilzen ideale Wuchsbedingungen
Der Befall des Rindenmulch durch Pilze und Sporen ist ein nicht zu unterschätzendes Nebenrisiko bei der Verwendung des sonst für Boden- und Pflanzenentwicklung sehr hilfreichen Rindenhumus'. Ein Pilz im Garten kann vieles bedeuten: Von Abstrichen in der optischen und ästhetischen Wirkung des Gartens, über Hemmung von Pflanzen- und Blumenentwicklung durch Nährstoffkonkurrenz, bis hin zum Befall und Tötung einer lebenden Kulturpflanze.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Ein häufiger Grund für die Entwicklung von Pilzen ist

die Witterungsbedingtheit des guten Gartenhelfers. So besteht bei erhöhter Luftfeuchtigkeit eine höhere Wahrscheinlichkeit des Befalls, als bei Niedrigere. Rindenhumus speichert viel Feuchtigkeit und Wasser, schützt somit den Boden und lässt in Etappen Wasser zum und durch den Boden sickern. Die Bewässerung des Rindenhumus ist dementsprechend immer wetterabhängig vorzunehmen. So kann auch am besten auf sich schnell verändernde klimatische Bedingungen, wie Luftfeuchtigkeit, reagiert werden und ein Befall mit Pilzen vorgebeugt werden. Dennoch gilt: Augen auf bei der Rindenmulchverwendung.

Oft ist der Pilzbefall jedoch nicht vermeidbar. Zum einen, da sich die Sporen vor Ausbruch oft unbemerkt Wochen- und monatelang überdauern. Zum anderen, da Rindenmulch im Allgemeinen die ökologischen Bedingungen eines Waldbodens imitiert und Pilzentwicklung einfach dazugehört  - dies aber nur bis zu einem bestimmten Maße.

Welcher Pilz befällt den Garten?

Ist der Pilz einmal da, gilt es in erster Linie herauszufinden, um was für einen Pilz es sich genau handelt, denn von der Pilzart ist auch die jeweilige Hartnäckigkeit und demnach auch Bekämpfungsmaßnahme abhängig. Viele Sporenarten sind unschädlich, so wie die gelb-rostrot schwammige Lohblüte, ein Schleimpilz, der zwar unschön aussieht, aber für die Pflanzen harmlos ist. Er taucht auf, verschwindet aber nach einiger Zeit von selbst wieder. Da ist die Behandlung einfach. Doch nicht alle sind so harmlos wie die Lohblüte; handelt man sich nämlich einen Hallisch ist äußerst Vorsicht geboten. Dieser äußerst aggressive Pilz nährt sich nämlich von Totholz und häufig auch lebende Pflanzen befällt. Hier ist sofortiges Handeln erforderlich.

Keine Sorge bei Hexenbutter

In den meisten Fällen von Pilzbefall handelt es sich um die gelbe Lohblüte oder Hexenbutter. Sie gehört zur Gruppe der Physarida und ist eine Schleimpilz-Art. Eine äußerst spannende und interessante Pilzart - aber völlig ungefährlich. Erkennbar ist die Hexenbutter an ihrem gelben 'Glibber', der eine Fusion vieler unter der Erde lebender Einzeller der Lohblüte ist, und als Riesenzelle an die Oberfläche tritt. Spaßig wird es, wenn man feststellen darf, dass die Riesenschleimzelle über den Rindenmulch hinweg wandert, um sich von Bakterien und anderen Einzellern zu ernähren. Eigentlich ist festzuhalten, dass der Schleimpilzbefall ein hübschen und merkwürdig interessantes Schauspiel darstellt, dabei aber völlig harmlos ist - denn in der Regel verschwindet er von selbst wieder; und dies schon nach einigen Tagen.

Rindenmulch kann auch um Kübelpflanzen gestreut werdenAbtragen leicht gemacht

Wem der gelbe Schleimpilz aber ein Dorn im Auge und der Ästhetik des Gartens ist, dem ist als eine äußerst gründliche und effektive Methode zur Bekämpfung das Abtragen befallen er
Rindenhumusstellen zu empfehlen. Zwar entfernt man den Erreger unmittelbar, dämmt somit

eine exzessive Ausbreitung der Sporen ein, aber eine Garantie zur kompletten Eliminierung erhält man nicht. Denn man darf nicht vergessen: zu einem ist die Lohblüte ein Tritt und äußerst aktiv auch unter der Erde und zum anderen wandert der Pilz. Man verstärkt jedoch den Erfolg, wenn man die befallenen Stellen nach Abtragung mit Kalkstaub bestreut. Dies entzieht dem Boden und Rindenmulch erst einmal die Feuchtigkeit und mildert somit die Eigenkultivierung von Pilzen aufgrund überschüssiger Feuchtigkeit. Auf eine chemische Behandlung kann also verzichtet werden.

Befall nicht aufzuhalten

Ist ein wiederkehrender Befall und Ausbreitung trotz Abtragung feststellbar, so kann diese Methode unweigerlich zur kostspieligen und ineffektiven Falle werden, da ein ständiges Nachtragen des Rindenhumus notwendig ist. Dies ist vor allem bei Schleimpilzen oft der Fall, da diese Art der Pilze, bevor sie an die Oberfläche treten, meistens schon über eine längere Zeit im Boden vegetieren. Hier hilft dann, neben dem Abtragen, oft auch ein Umwälzen der Rindenmulchschicht. Wichtig ist vor allen Dingen, dass der Boden trocken gehalten wird, so dass dem Schleimpilz die Grundlage zur Vegetation genommen werden kann. Ratsam und effektiv ist also, beim Umwälzen ein Produkt, wie Kalk, Bims oder Ziegelsplitt unterzumischen. Diese ziehen unmittelbar die Feuchtigkeit aus Mulch und Boden und somit auch die Florienungsgrundlage der Pilze.

Harte Geschütze auffahren

Wem der Pilz nicht mehr zu weichen droht, der kann harte Geschütze auffahren und mit einer Wasser-Salz-Essig-Mischung Einwirkungen auf den Ph-Gehalt des Bodens ausüben. Man soll sich jedoch zuvor gut informieren, wie die gepflanzten Blumen, Gemüse und Pflanzen auf eine Säuerung des Bodens reagieren. Ein Schleimpilz jedoch reagiert sehr empfindlich. Die Dosierung richtet sich, wie bei Vielem, vor allem nach dem pH-Wert des Bodens, der Anpflanzung und der Stärke des Befalls.

Fazit der Redaktion

Der Schleimpilz auf Rinderhumus mag zwar beim ersten Auftreten irritieren. Doch schnell ist Entwarnung geboten. Als interessantes Wandergewächs sorgt es doch für ein äußerst spaßiges Schauspiel, reinigt den Mulch von Bakterien und verschwindet von selbst. Es geht keine Gefahr für Blumen und Pflanzen aus und ist man dem gelben Glibber doch überdrüssig, so ist mit einfachem Abtragen der befallenen Stelle schnell Abhilfe geboten. Also keine Sorge, wenn die Pilze wachsen. Das ist nur natürlich. In vielen Gärten wird Rindenmulch genutzt. Immer wieder kommt es vor, dass sich darauf Pilze bilden, Hut-, Schlauch- und Schleimpilze.

Meist ist dies im Frühjahr und Herbst der Fall, wenn die Temperaturen steigen und feuchte Witterung auftritt. Das ist ein natürlicher Vorgang. Pilze zeigen an, dass der Boden sehr gute Qualität hat, ähnlich einem Waldboden.

Rindenmulch hat eine dekorative Wirkung, verändert aber auch den BodenWissenswertes zum Rindenmulch in Kürze

Woraus besteht Rindenmulch?
  • Rindenmulch ist ein reines Naturprodukt. Die kleingehäckselte Rinde stammt meist aus dem Wald und dort treten Pilze ganz natürlich auf.
  • Dem Mulch werden keine Stoffe zugesetzt, die Pilze oder andere Organismen abtöten würden.
  • Mikroorganismen zersetzen den Rindenmulch. Diese Pilze und Bakterien befinden sich schon in der Rinde.
  • Die Vorgänge dauern lange. Liegt der Mulch auf den Beeten, können Pilze erscheinen.
  • Auch durch die Luft können Pilzsporen übertragen werden.
  • Diese finden unter der Mulchschicht ideale Bedingungen, besonders bei Wärme und Feuchtigkeit.
  • Die Fruchtkörper der Pilze sind Zeichen des stattfindenden Abbauprozesses der organischen Substanzen.
Sind die Pilze gefährlich?

Diese Frage kann klar verneint werden: Pilze auf dem Rindenmulch sind völlig harmlos, für manchen nur nicht schön anzusehen. Besonders die Schleimpilze, bei denen keine Pilzform zu erkennen ist, nur eine zähflüssige gelbliche Masse, sehen nicht hübsch aus.Man kann die Pilze recht einfach enfernen:
  • Man nimmt einfach eine kleine Schaufel und hebt die Pilze mit dem zugehörigen Rindenmulch ab.
  • Diese werden entsorgt, um zu verhindern, dass sich die Sporen weiter ausbreiten.
  • Die chemische Keule ist unötig.
Fazit der Redaktion

Pilze auf Rindenmulch sind kein schöner Anblick, aber vollkommen ungefährlich. Wer damit leben kann, lässt sie einfach in Ruhe. In der Regel gehen sie von allein wieder weg. Wer sie nicht sehen mag, kann sie einfach entfernen, indem er sie samt dem darunter befindlichen Mulch abträgt.