Rasenabfälle eingraben - wohin mit Rasenschnitt?

Rasenabfälle vom MulchenWenn Sie auf Ihrem Grundstück einen schönen Rasen pflegen, wird dieser Rasen in der Hauptsaison ziemlich oft gemäht. Dabei fällt gerade in dieser Hauptwuchszeit jede Menge Schnittgut an, das untergebracht werden muss, und zwar möglichst nicht mit ziemlichem Aufwand und für teures Geld auf der örtlichen Deponie. Sondern möglichst gleich im eigenen Garten. So mancher Gärtner ist schon auf die Idee gekommen, den Rasenabfall einfach in die Gartenerde zu vergraben. Es gibt jedoch attraktivere Varianten, sich der abgeschnittenen Halme zu entledigen:


/>Rasenabfälle eingraben ist keine so gute Idee

Wenn Sie die Reste, die der Rasenmäher hinterlässt, in der Gartenerde vergraben, machen Sie sich damit jede Menge Arbeit - die sich aber nicht unbedingt lohnt. Denn die abgeschnittenen Rasenhalme verrotten unter der Erde, also unter Luftabschluss sehr viel langsamer als überall sonst, wo Sie den Rasenschnitt im Garten unterbringen könnten. Und die anderen Möglichkeiten machen auch noch wesentlich weniger Arbeit.

Der korrekt gepflegte Rasen nutzt sein Schnittgut selbst

“Korrekt gepflegt” bedeutet nämlich in der Zeit freudigen Wachstums vor allem Rasen mähen, häufig Rasen mähen. Dieses Mähen ist die wichtigste Pflege, und es tut dem Rasen am besten, wenn Sie sehr oft mähen und dabei immer nur wenig Rasen abschneiden. Denn eine gewaltige Schnitttiefe, die die Halme bis fast auf die Grasnabe heruntersäbelt, rückt zwar den nächsten Schnitttermin in angenehme Ferne, ist für Ihren Rasen aber schon fast eine Folter. Eigentlich jede Rasenpflanze wird bei einem solchen Schnitt geschädigt, und sie brauchen unterschiedliche Zeiten, um sich zu erholen, Sie züchten sich so einen richtig schön ungleichmäßigen Rasen heran. Wenn Sie dagegen in der Saison mindestens jede Woche mähen, genauer gesagt immer, wenn Ihr Rasen ein bis zwei Zentimeter gewachsen ist, und auch nur diese ein bis zwei Zentimeter wegnehmen, wird nicht nur dadurch Ihr Rasen immer schöner: Sie können dann das Schnittgut auch direkt auf der Rasenfläche belassen, wo es verrottet und seine Nährstoffe an den Boden abgibt. Das ist purer Dünger für Ihren Rasen und ersetzt auch gleich den gekauften Rasendünger.

“Faule Gärtner” leisten sich einen Mulchmäher

Rasen breit streuenWenn Sie leider nicht über die Zeit verfügen, um Ihrem Rasen eine solch regelmäßige Pflege angedeihen zu lassen, gibt es eine Alternative: Sie mähen Ihren Rasen, wann Sie Lust dazu haben, verwenden aber dazu einen Mulchmäher, also einen Rasenmäher mit Mulchfunktion. So funktioniert ein solcher Mulchmäher und das macht er mit Ihrem Schnittgut:
  • Ein Mulchmäher ist ein ganz normaler Rasenmäher, zumindest was den Schnitt Ihres Rasens angeht.
  • Der kleine Unterschied: Der Grasschnitt wird nicht in einem Fangkorb ausgegeben oder wird einfach so wie er ist an der Seite ausgeworfen. 
  • Sondern der Rasenschnitt bekommt eine Spezialbehandlung, mit rotierenden Messern, die ihn richtig schön klein häckseln. 
  • Erst in diesem Zustand wird das Schnittgut vom Mulchmäher auf den Rasen zurück geblasen. 
  • Dort verteilt es sich nun zwischen den einzelnen Rasenpflanzen auf dem Boden und wird von Bodenlebewesen verarbeitet, was dem Boden nachhaltig guttut. 
  • Sie können auf diese Weise sogar den Boden unter einem
    schütteren Rasen verbessern, weil die wichtigen Kleintiere von der nahrhaften Pflanzenmasse angelockt werden.
  • Außerdem lockern die

    Kleinstlebewesen bei ihrer Arbeit den Boden auf, sodass die Rasenwurzeln gut mit Sauerstoff versorgt werden, ebenfalls eine Voraussetzung guten Gedeihens.
  • Im Gegensatz zum üblichen Rasenabfall ist das vom Mulchmäher behandelte Schnittgut auf dem Rasen eigentlich nicht sichtbar, weil es zu fein ist.
  • Natürlich ist der Rasenmäher mit Mulchfunktion nicht nur etwas für berufstätige Gärtner, sondern empfiehlt sich generell für die Pflege großer Flächen, bei denen viel Schnittgut anfällt.
Rasenmulch kann den Gartenboden verbessern

Die abgeschnittenen Grashalme können auch als Mulchschicht direkt auf den Gartenboden gegeben werden, wo sie dann ihre oben beschriebene auflockernde und düngende Wirkung entfalten. Allerdings nur als dünne Schicht von zwei bis höchstens drei Zentimetern, sonst staut sich im Mulch Feuchtigkeit, die dann zu faulen anfängt. Wenn Sie ein Beet mit sehr wasserhungrigen Pflanzen auswählen, bietet der Rasenmulch auch noch den Vorteil, dass er die Feuchtigkeit in der Erde hält, Sie werden diese Pflanzen dann ein wenig seltener gießen müssen. Unkraut unterdrückt die Mulchschicht übrigens auch, der Rasenmulch macht sich also auch gut unter einer Hecke, wo das Unkrautjäten wirklich kein Vergnügen ist.

Schnittgut auf dem Kompost

Wenn Sie schon viel vom “Kompostschreck Grasschnitt” gehört haben, hat das schon seine Berechtigung, wenn Sie den gesamten Rasenabfall als großen Haufen auf Ihren Kompost werfen. Es geht aber auch anders:
  • Sie lassen den Grasschnitt ein bisschen antrocknen und mischen ihn dann mit organischen Abfällen aus der Küche und mit anderen Pflanzenresten, je grober diese sind, desto besser.
  • Oder Sie vermeiden den Fäulnis begünstigenden Feuchtigkeitsstau, indem Sie die trockenen Äste vom letzten Heckenschnitt separat lagern und bei Bedarf unter den Rasenschnitt mischen.
  • Ein Kompost mit viel Rasenschnitt darin sollte bei Regen immer abgedeckt werden, damit das Gleichgewicht nicht in Richtung Feuchtigkeit ausschlägt.
  • Wenn Ihr Garten groß genug ist und Sie Zeit haben, können Sie den Rasenschnitt auch in einen separaten Komposter geben.
  • Dieser Graskomposter sollte jedoch in einer abgelegenen Ecke des Gartens angesiedelt werden, er entwickelt zwischendurch erstaunliche Gerüche.
  • Sie lassen ihm nun zwei oder drei Jahre Zeit, dann hat sich auch diese kompakte Sammlung von Rasenschnitt in Erde verwandelt.
  • Beide Methoden entwickeln einen wunderbaren und wohlriechenden Humus, der Ihre Nutzpflanzen und Zierpflanzen richtig gut mit Nährstoffen versorgen wird.
Tipp:

junger Rasen muss oft gemäht werdenWenn Sie überschüssige Kraft zur Verfügung haben bzw. einfach gerne mit dem Spaten im Garten arbeiten, könnten Sie sich aus den Rasenabfällen auch ein Hügelbeet bauen. Sie heben dazu das dazu geplante Areal 20 bis 40 cm tief aus und lassen diese Erde neben dem Beet liegen. Jeder Rasenschnitt wird dünn in die Aushubfläche gegeben, dann kommt ebenfalls dünn ein wenig von der aufgehobenen Erde darüber. Wenn der nächste Schnitt fällig ist, schichten Sie wieder ein wenig Erde in die Grube und dann dünn den Grasschnitt, und so verfahren Sie Schicht für Schicht, bis zum Ende der Saison ein Hügelbeet entstanden ist. Wenn zu viel Rasenschnitt anfällt, müssten Sie entweder die ausgehobene Fläche vergrößern oder diesen Grasschnitt nach einer der oben genannten Methoden verarbeiten. Das fertig aufgeschichtete Hügelbeet bekommt als Abschluss eine etwas dickere Erdschicht und darf nun über den Winter reifen. Im nächsten Frühjahr können Sie dieses Beet sehr gut nutzen, um auf ihm Kürbis und ähnliche Früchte (Melonen, Gurken, Zucchini) anzubauen, in den Folgejahren ist es für fast alle Gemüsepflanzen geeignet.

Fazit

Grasschnitt ist wertvolles Pflanzenmaterial, das Sie zur Verbesserung Ihres Rasens oder Ihres Gartenbodens nutzen können, auf Ihren normalen oder auf einen extra angelegten Kompost geben können oder zur Anlage laufender Reihen von Hügelbeeten nutzen können. Nur für eines ist der Rasenschnitt zu schade: Um ihn irgendwo einzugraben! Es gibt natürlich noch eine ganz andere Möglichkeit: Sie produzieren einfach keinen Rasenschnitt mehr, indem Sie Ihren Rasen in eine prächtige Blumenwiese verwandeln.