Rindenmulch - Vorbeugen von Unkraut

Mit Rindenmulch im Blumenbeet kann das Unkrautwachstum unterbunden werdenDie unfermentierte, zerkleinerte Baumrinde ohne weitere Zusätze nennt man Rindenmulch. Eine Beetabdeckung aus Rindenmulch erschwert das Wachstum des nicht gewünschten Unkrauts. Rindenmulch lässt den Boden darunter länger feucht bleiben und es können vermehrt Kleinstlebewesen existieren, die der Fruchtbarkeit des Bodens zugutekommt.

Der Rindenmulch bietet neben der Vermeidung von Unkraut weitere schützende, positive Eigenschaften, die sich jeder Gärtner zunutze machen kann. Hierbei entscheidet die Art des Mulches enorm. Unter richtig gutem Rindenmulch versteht man gesiebte und

zerkleinerte Rinde von Nadelhölzern. Im Allgemeinen kann man sagen, dass der Gartenfreund schon etwas tiefer in die Tasche greifen sollte, wenn er guten Rindenmulch mit einer angemessen großen Körnung und geringem Cadmiumgehalt erwerben möchte. Qualität und Reinheit haben eben auch hier ihren Preis.

Vorbereitung des Bodens

Wer also seinen Garten vor dem lästigen Unkraut schützen möchte, sollte zuallererst das Beet gründlich mit der Harke von bereits bestehendem Unkraut befreien, denn ansonsten nützt der beste Rindenmulch nichts. Anschließend sollte der gesamte Boden aufgelockert werden und auch die Wurzeln der ungebetenen Gäste sind hierbei zu entfernen. Auf den geglätteten aber nicht festgedrückten Boden wird nun der Rindenmulch mit einer Größe von null bis acht Zentimetern locker aufgetragen. Entweder auf das leere Beet oder rund um die vorhandenen Pflanzen wird eine etwa 10 cm dicke Schicht gegeben. Somit wird das Wachstum der Wildkräuter im Keim erstickt. Tipp: Sollen in einem leeren Beet neue Pflanzen gesetzt werden, muss zuerst der Mulch komplett entfernt, danach durchgesiebt und wieder um die Pflanzen herum gestreut werden - er sollte sich nicht mit der Erde vermischen, da dies seine Leistung schmälert.

Rindenmulch ist auch ein geeigneter Belag für GartenwegePositive Wirkung

Für die Beete und Pflanzen sorgt der Mulch im Sommer dafür, dass weniger Feuchtigkeit verdampfen kann. Bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden, muss weniger gegossen werden. Zudem wird im Sommer der Boden vor der übermäßigen Hitze geschützt. Im Winter hingegen schützt er besonders die Wurzeln und auch die Pflanzen vor Frostschäden. Aus diesem Grund wird häufig für bestimmte Pflanzen als Winterabdeckung Rindenmulch empfohlen. Das ganze Jahr über sorgt der Mulch für eine feine Körnigkeit der Erde, was wiederum ein häufiges Harken nicht mehr notwendig macht. Obendrein sickert das Regenwasser durch den Mulch nur langsam in die Erde und kann somit bei starken Regengüssen besser aufgenommen werden und auch die Nährstoffe werden vom Boden so besser verarbeitet. Die im Boden existierenden Mikroorganismen lieben die ausgeglichenen Eigenschaften und können so das Bodenleben besser aktivieren.

Ab und zu kann es passieren, dass der Gärtner eine Unkrautwurzel übersehen hat und nun diese Wildkräuter durch den Mulch schimmern. Eine Entfernung ist denkbar einfach, da die Wurzeln auf den großen Rindenmulchstücken keinen Halt haben. Auch eventuell anfliegende Samen haben auf der schnell trocknenden Oberfläche des Mulches und aufgrund der groben Struktur keine Möglichkeit ihre Wurzeln bis in die Erde zu schieben oder zu keimen. Damit der Rindenmulch optimal wirken kann, ist beim Kompostieren zu beachten, dass keine Unkrautwurzeln auf dem Komposthaufen landen, denn dann kann sich dieses ungebetene Gewächs unkontrolliert weiter vermehren und landet letztendlich wieder auf den Beeten.

Das große Thema - Cadmium

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Eines der größten Themen im Zusammenhang mit Rindenmulch ist der Cadmiumgehalt. Vom Boden gelangt das Cadmium in den Baum und lagert sich in der Rinde ab, die zu Rindenmulch verarbeitet wird. Zwar existiert noch keine gesetzliche Regelung, woraus der Mulch bestehen muss und wie viel Anteile davon wirklich Rinde sein sollten, jedoch muss er ausschließlich pflanzlichen Ursprungs sein. Häufig wird der Rindenmulch mittlerweile, aufgrund des hohen
Cadmiumgehalts der Baumrinden, aus Fremdstoffen hergestellt - ganz ohne Zusatz von Baumrinde. Neben der Prüfung der Cadmiumbelastung der Sorten, die es in Raiffeisen- und Baumärkten wie auch in Gartencentern zu kaufen gibt, wurde auch der Holzanteil und die deklarierte Körnung sowie der gesamte Schadstoffgehalt gemessen. Der Test ergab, dass in vier von siebzehn getesteten Sorten der Cadmiumgehalt deutlich erhöht war und acht Sorten nahe dem Grenzwert lagen.

Rindenmulch entfaltet bei Kübelpflanzen eine dekorative WirkungEin Drittel der getesteten Produkte schnitten zum Thema Körnung und Reinheit mit der Note "gut" ab, die Anderen hatten Holzspäne mit in der verarbeiteten Rinde. Zudem muss die Krönung auf der Verpackung deklariert sein, was bei einigen Herstellern vollkommen fehlt. Hierbei kauft der Gärtner dann häufig eine zu kleine Körnung, die schneller verrottet. Auch ist eine Cadmiumbelastung von mehr als 1 Milligramm pro Kilogramm auf der Verpackung zu vermerken (gesetzliche Vorgabe), was wiederum nicht von jedem Hersteller eingehalten wird.

Informationen zur Anwendung

Am häufigsten wird Fichtenmulch verwendet. Je nach Jahreszeit und Herkunft kann es sich hierbei um Stücke der Fichtenrinde oder aber um Faserteile handeln. Angeboten wird er in der feinen Körnung von 0 bis 15 Millimetern oder in der mittleren Körnung 10 bis 25 Millimeter und 10 bis 40 Millimeter. Bei den sogenannten Billigprodukten ist häufig nur nicht gesiebtes, zerkleinertes Material abgepackt. Optisch etwas schöner ist hingegen der Rindenmulch aus der Rinde einer Kiefer, der Baumart Pinus sylvestris, welches in rötlichem Farbton und aus definierten Stücken besteht. Hierbei kann auch die Rinde der Douglasie oder andere rötliche Rinden mit verarbeitet sein. Die Größen der Körnung von 0 bis 8, 7 bis 15, 15 bis 25 und 10 bis 40 Millimeter werden hierbei angeboten.

Absolute Spitzenklasse hingegen ist der Mulch aus der Pinienrinde, der aus den mediterranen Gegenden Frankreichs, Spaniens oder Portugals kommt. Hierzu wird die Rinde der Pinusarten Pinus pinaster oder Pinus halepensis verwendet. Als dekoratives Element im Garten sind diese rötlichen Stücke eine wahre Augenweide, was sich natürlich auch im Preis widerspiegelt. Abgesiebt in 0 bis 8, 7 bis 15, 15 bis 25 und 10 bis 40 Millimeter ist dieser Rindenmulch erhältlich. Tipp: Die kostspieligere Pinienrinde hält länger, da sie sich langsamer zersetzt, was den erhöhten Preis wieder wettmacht.

Häufige Fragen

  • Wo kommt Rindenmulch zum Einsatz? - Besonders gut eignet sich der Mulch in Ecken der Gartenanlage, zu denen der Gärtner schlecht oder gar keinen Zugang hat. Beete mit einjährigen Pflanzen und Stauden, Erdbeerfelder oder Gemüsebeete sind nicht mit Rindenmulch abzudecken, vielmehr Hecken, Sträucher und Tannen.
  • Gibt es auch farbigen Rindenmulch? Neben der dekorativen Gestaltungsmöglichkeit mit der Pinien- oder Kiefernrinde gibt es noch Rindenmulch in einer gefärbten Variante. Auch diese Variante hat die herkömmliche Mulchfunktion, handelt sich jedoch um Holzhäcksel, welches rindenfrei ist. Mit unbedenklichen Naturfarben eingefärbt, reicht die Farbpalette von Gelb und Orange über Rot bis Braun und Schwarz. Hiermit lässt sich jede Gartenanlage individuell gestalten.
Wichtig: Vor dem Ausbringen des Mulches das vorhandene Unkraut entfernenWissenswertes zu Rindenmulch und Unkraut in Kürze
  1. Wer den eigenen Garten vor Unkraut schützen will, sollte die Beete erst einmal gründlich von den kleinen ungebetenen Gästen befreien. Denn solange noch Unkräuter wachsen, bringt auch der Rindenmulch nichts.
  2. Nachdem man das vorhandene Unkraut fein säuberlich entfernt hat, wird der Boden gründlich mit der Harke bearbeitet, um ihn entsprechend aufzulockern und auch die Wurzeln des Unkrauts zu entfernen.
  3. Danach wird der Boden wieder geglättet. Dabei muss man jedoch darauf achten, dass man die Erde nicht zu fest drückt.
  4. Nun kommt der Rindenmulch ins Spiel, wobei man auf Rindenmulch mit einer Größe von 0,5 bis 8 cm zurückgreifen sollte.
  5. Rund um die Pflanzen herum oder auch auf ein leeres Beet wird nun eine etwa 10 cm starke Schicht Rindenmulch aufgetragen. Durch diese wird das Keimen der Wildkräuter verhindert.
Hinweis: Bevor man neue Pflanzen einsetzt, muss der Rindenmulch gründlich entfernt werden. Danach wird er ausgesiebt und wieder aufgebracht. Denn vermischt er sich mit Erde, wird seine Leistungsfähigkeit gegen die Unkräuter eingeschränkt.

Wie schützt Rindenmulch noch?

Neben den positiven Wirkungen auf das Wachstum der Unkräuter bietet der Rindenmulch aber noch weitere schützende Eigenschaften für die Pflanzen und Beete im heimischen Garten. Im Sommer sorgt er z. B. dafür, dass die Feuchtigkeit aus dem Boden nicht so schnell verdunstet, wodurch ein selteneres Gießen erforderlich wird. Im Winter schützt er die Pflanzen und Wurzeln vor Frost, weshalb er oft auch als Winterschutz für einige Pflanzenarten genutzt wird. Durch die Abdeckung der Erde mit dem Rindenmulch, bleibt diese in ihrer Körnigkeit recht fein, was ein regelmäßiges Harken nur noch selten nötig macht. Der Rindenmulch stellt damit also die ideale Alternative zur chemischen Unkrautvernichtung und dem mühseligen Jäten von Hand dar.