Vorteile und Nachteile von Rindenmulch, Mulch

Rindenmulch ist eine beliebte Bodenabdeckung für Beete
Rindenmulch besteht aus zerkleinerten Rindenstückchen, die in verschiedenen Größen angeboten werden. Die Anwendung von Rindenmulch ist sehr einfach, trotzdem wird deren Einsatz unter Gärtnern heftig diskutierte, denn er bietet nicht nur Vorteile.

Unterdrückung von Unkraut und Temperaturregelung

Der häufigste Grund für den Einsatz von Rindenmulch ist die Unterdrückung von Unkraut. In erster Linie geschieht das durch die in der Rinde enthaltenen Harze und Gerbstoffe. Unter der Rindenschicht ist es sehr dunkel und da Pflanzen zum

Leben Sonnenlicht benötigen, wird auch dadurch das Wachstum von Unkraut unterdrückt.  Allerdings muss der Boden zuvor von Unkraut befreit werden, denn sonst dringt es sehr schnell durch die Rindenschicht durch. Der Mulch verhindert außerdem, dass sich das Unkraut durch Samen weiter vermehrt.

An heißen Sommertagen verhindert der Rindenmulch, dass die Erde zu schnell austrocknet, dadurch muss nicht so häufig gegossen werden und Wasser spart der Gärtner außerdem. Durch den Mulch wird außerdem verhindert, dass zu viel Sonneneinstrahlung auf den Boden gelangen kann, was eine ganz natürliche Temperaturschwankung ergibt. Der Mulch hat eine dunkelbraune Farbe, dadurch wird das Sonnenlicht absorbiert und es gelangen weniger Sonnenstrahlen auf den Boden. Vor allem für Pflanzen, die einen kälteren Boden bevorzugen, ist das optimal. Im Winter werden die Pflanzen durch den Rindenmulch vor zu großer Kälte geschützt.

Verbessert den Boden und hilft gegen Erosion

Im Rindenmulch sammeln sich Kleinstlebewesen an, die als natürlicher Dünger wirken und die Qualität des Bodens verbessern. Der Rindenmulch zersetzt sich im Laufe der Zeit und es entsteht Humus, der als natürlicher Dünger wirkt. Das dauert zwar in der Regel zwei bis drei Jahre, doch danach ist der Boden optimal gedüngt. Besonders der Regenwurm profitiert vom Einsatz von Mulch. Denn er mag es am liebsten feucht und wenn der Boden mit Rindenmulch abgedeckt ist, hat der Regenwurm auf einfache Weise optimale Lebensbedingungen.

Die Schicht Rinde auf den Beeten verhindert, dass der Boden im Laufe der Zeit durch den Wind abgetragen wird. Die Erosion wird natürlich nur bei einer intakten Schicht von Rindenmulch verhindert. Der Mulch unterliegt natürlich genau so wie die Erde der Erosion und geht auch nach einiger Zeit verloren. So muss diese Schicht immer wieder mal erneuert werden.

Nicht alle Pflanzen eignen sich für Rindenmulch

Obwohl die Verwendung von Rindenmulch einige Vorteile hat, eignet er sich nicht für alle Pflanzen. Pflanzen, die einen basischen Boden bevorzugen, sind für das Mulchen mit Rindenstückchen weniger geeignet. Auf gar keinen Fall darf Rindenmulch bei Weichholzpflanzen verwendet werden. Bei Pflanzen, die sich durch Ausläufer weiter verbreiten sollen, verhindert der Belag natürlich eine weitere Verbreitung. Nicht eingesetzt werden sollte er bei Erdbeer- und Himbeerpflanzen.  Rindenmulch gibt Gerbstoffe an den Boden ab, gegen den vor allem Gemüsepflanzen sehr empfindlich reagieren. Aus diesem Grund ist dieser Bodenabdeckung für diese Pflanzengruppe weniger geeignet. Neugepflanzte Stauden, Zwiebelpflanzen und Nadelgehölze vertragen oft auch keinen Mulch. Vorsicht ist auch bei neu angebauten Pflanzen geboten. Tipp: Bei Erdbeeren wird zwar auch viel gemulcht, doch eignet sich Rindenmulch dafür eher weniger. Hier kommt meistens Stroh zum Einsatz.

So akkurat sehen <div align=
Beete mit Rindenmulch nur bei regelmäßiger Pflege aus" src="/images/2013/rindenmulch-buchsbaum-300-fl.jpg" />Rindenmulch

entzieht dem Boden Stickstoff


Da der Mulch mit der Zeit verrottet entzieht er dem Boden Stickstoff, was natürlich dann den Pflanzten fehlt. Eine Alternative ist hier Rindenhumus, da dieser den Umwandlungsprozess schon vollzogen hat, bleibt der Stickstoff im Boden erhalten. Wer trotzdem lieber Rindenmulch benutzt, der sollte zusätzlich Hornspäne als natürlicher Dünger auf das Beet streuen. Selbstverständlich kann auch jeder andere Dünger verwendet werden.

Viele Tiere lieben Rindenmulch

Es gibt eine Reihe von Tieren, die den Rindenmulch lieben. Wenn er fein säuberlich in den Beeten verteilt wurde, dann kommen Vögel und wollen auch ihre Leckerbissen. Sie nehmen leider kaum Rücksicht auf die Gartenordnung und bringen den Mulch nicht selten ganz gehörig durcheinander.
Katzen mögen den Rindenmulch auch sehr gerne und hinterlassen dort oft ihre Markierungen und Kot. Eine Katze wäre noch nicht so schlimm, doch die Markierung lockt oft noch weitere Katzen an, die dort ebenfalls ihre Spuren hinterlassen.

Hunde markieren zwar Rindenmulch nicht bevorzugt, doch sie graben gerne. Mulch ist sehr leicht und so mancher Vierbeiner entdeckt den Rindenmulch um dort seine Schätze zu vergraben.

Schneckenplage durch Rindenmulch?

Immer wieder wird berichtet, dass durch regelmäßiges Mulchen die Schneckenplage zunimmt. Wer also immer schon mit Schnecken zu tun hat, der sollte sich den Einsatz von Rindenmulch gründlich überlegen.

Häufig gestellte Fragen
  • Welche Alternativen gibt es zu Rindenmulch? - Als Alternative werden sehr häufig Holzhäcksel, Gras und Stroh verwendet. Oft wird auch eine Mulchfolie angeboten, die allerdings nicht besonders gut aussieht. Doch auch diese haben Nachteile, vor allem bei Gras ist immer die Gefahr gegeben, dass Unkrautsamen eingeschleppt werden.
  • Kann ich meine Rosensträucher auch mit Rindenmulch behandeln? - Rindenmulch für Rosensträucher kann nicht empfohlen werden. Rosen benötigen eine gute Durchlüftung des Bodens, was durch Rindenmulch nicht gegeben ist.
  • Ich habe schon gemulcht und die Hornspäne vergessen, was soll ich jetzt tun? - In einem solchen Fall hilft nur ein guter Dünger, dieser muss sich allerdings in Wasser auflösen.
Rindenmulch wird in Säcken bereitgestellt und darin auch sicher gelagertRindenmulch gehen Unkraut?

Rindenmulch verhindert zwar ein Anwachsen des Unkrautes, wenn von diesem die Samen auf die mit Rindenmulch behandelten Flächen treffen, jedoch hat Rindenmulch keinerlei Auswirkungen auf bereits fest verwachsenes Unkraut. Mehr noch, wird Rindenmulch auf solch eine Fläche zur Unkrautvernichtung aufgetragen, so wird das Unkraut kaum Schaden nehmen, dagegen können verschiedene Pflanzen wie zum Beispiel Weichholzpflanzen so stark geschädigt werden, dass sie absterben. Bevor man also Rindenmulch zur Verhinderung von Unkraut verwendet, sollte die Fläche frei von Unkraut sein und es sollten keine empfindlichen Pflanzen darauf stehen.

Das Rindenmulch bietet allerdings noch weitere Vorteile. So ist es ein wirksamer Schutz vor dem Austrocknen des Bodens und schützt im Winter zusätzlich vor Bodenfrost. Daher ist es gut geeignet zum Schutz von Pflanzen, die einen feuchten Standort bevorzugen und im Winter einen Frostschutz benötigen.

Weitere Vorteile von Rindenmulch
  • Wenn Rindenmulch nicht gerade auf Pflanzen trifft, die eine Behandlung mit diesen nicht vertragen, so schenkt es den Pflanzen gleichfalls jede Menge wichtige Nährstoffe. Rindenmulch ist dementsprechend auch als Dünger anzusehen.
  • Daneben fördert Rindenmulch das Entstehen von Bodenlebewesen. Diese wiederum beleben die Erde, lockern diese auf und lassen wertvollen Humus entstehen. Eine besondere Rolle bei der Entstehung von Humus spielen die Regenwürmer. Diese fühlen sich in feuchtem Boden am wohlsten. Mit Rindenmulch abgedeckter Boden bietet deshalb für Regenwürmer den idealen Lebensraum.
Nachteile von Rindenmulch
  • Rindenmulch wirkt aggressiv gegen Weichholzpflanzen. 
  • Rindenmulch trägt zur Versäuerung des Bodens bei.
  • Vögel verwenden Rindenmulch gerne als Material und verteilen ihn im Garten.
  • Viertens sehen mit Rindenmulch behandelte Flächen nach einigen Jahren immer etwas ungepflegt aus.
Vor der Nutzung von Rindenmulch sollte man besser alle Vor- und Nachteile gründlich abwägen. Eine Bodenprobe kann dabei hilfreich sein. Weiß man von den Nachteilen des Rindenmulches, so sollte es ein Leichtes sein, diese abzustellen und nur die Vorteile nutzen zu können.