Magnolien, Magnolia - Standort, Pflanzen und Umpflanzen

Magnolie MagnoliaMagnolien werden heutzutage in über 100 verschiedenen Sorten angeboten, die teilweise sehr robust sind und auch kühle Winter gut überstehen. Neben der Wahl der passenden Art und Sorte der Magnolie sollte sehr viel Sorgfalt auf den richtigen Standort gelegt werden. Aber auch beim Pflanzen des edlen Baumes ist so einiges zu beachten, damit die doch etwas empfindliche Jungpflanze gleich beste Bedingungen vorfindet, um gut anzuwachsen und sich gesund und kräftig entwickeln zu können. Wer die folgende Vorgehensweise und Ratschläge beherzigt, schafft beste Voraussetzungen für seine junge Magnolie und beugt

Ausfällen vor.

Platzbedarf

Ein besonders wichtiger Punkt bei der Wahl der Art oder Sorte der Magnolia ist der zur Verfügung stehende Platz. Es sollte ausreichend Raum für die junge Pflanze zur Verfügung stehen, damit sich das Gehölz frei entfalten und gut entwickeln kann. Bei Magnolienbäumen ist daher eine Fläche von vier bis acht Metern im Durchmesser einzuplanen, je nachdem, ob es sich um eine kleinere Form oder eine großwüchsige Art handelt. Strauch- und säulenförmige Magnolien benötigen entsprechend weniger Platz.

Standort

Nahezu alle Magnolienarten und -sorten bevorzugen einen vorwiegend sonnigen Standort im Garten, wobei es ein paar Ausnahmen gibt. Stimmen Standort und Bodenverhältnisse, gedeiht die Magnolia gut und erfreut ihren Gärtner mit kräftigem Wachstum und einer konstant reichhaltigen Blüte. Zudem kann das junge Holz vor dem Winter gut ausreifen, sodass Schäden in der kalten Jahreszeit auf ein Minimum reduziert werden. Trotzdem kommen die meisten Arten auch mit einem Standort zurecht, der nicht den ganzen Tag Sonne bietet. Die Siebolds Magnolie (Magnolia sieboldii) und ein paar weitere Arten bevorzugen absonnige oder halbschattige Plätze im Garten,  an denen sie vor der prallen Mittagssonne geschützt sind. Am besten sind solche Lagen geeignet, die dem Baum - zumindest in jungen Jahren - einen gewissen Schutz vor starken Winden aber auch extremer Sonneneinstrahlung bieten. Am schönsten kommt der Magnolienbaum zur Geltung, wenn er frei von bedrängenden Nachbarpflanzen heranwachsen kann.
  • Lichtbedarf: hell, teilweise halbschattig
  • ausreichend Platz zu Hauswänden und Grundstücksgrenzen

Windexposition

Magnolienbäume sollten bevorzugt an einer etwas windgeschützten Stelle im Garten stehen, ohne dass sie bei sommerlichen Temperaturen unter einem Hitzestau leiden. Vor allem solche Magnolienarten, bei denen sich die Blüte öffnet, bevor die Blätter am Baum erscheinen, sollten nicht an zugigen Orten stehen. Es geht hier vorwiegend darum, dass die Blüten nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Das sollte auch bei großblättrigen Magnolienarten wie der Magnolia macrophylla (Großblättrige Magnolie) oder der Magnolia tripetala (Schirmmagnolie) bedacht werden. Hier leiden die Blätter unter dem starken Wind.

Boden

Magnolien benötigen einen nährstoffreichen Boden, der einerseits das Wasser gut speichern kann, andererseits nicht zu anhaltender Staunässe neigt. Die meisten Magnolienarten vertragen längere Trockenperioden nicht und reagieren mit Blattabwurf. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass der Boden einen hohen Humusanteil hat. Bei sehr sandigen oder lehmhaltigen Böden empfiehlt es sich daher, größere Mengen reifen Kompost unter den Gartenboden zu mischen. Sehr schwere Böden müssen zudem mit Sand oder Splitt vermengt werden, damit das Wasser gut ablaufen kann und die Wurzeln des Magnolienbaumes ausreichend belüftet werden.
  • gute Wasserspeicherkapazität und trotzdem gut durchlässig
  • humos und nährstoffreich
  • die meisten Arten bevorzugen einen leicht sauren Boden
Da Magnolien Flachwurzler sind, ist ein konstant feuchter Boden sehr wichtig für ihr gesundes Wachstum. Im Sommer darf sich der Boden zudem nicht zu stark erwärmen. An ihrem natürlichen Standort ist das Gehölz im Wurzelbereich von Unterwuchs oder herabfallendem Laub vor Erwärmung und Austrocknung geschützt. Ist keine Unterpflanzung vorgesehen, sollte der Wurzelballen mit einer Mulchschicht abgedeckt werden. Das ist vor allem bei jungen Pflanzen wichtig. Ältere Bäume werfen den Schatten ihres eigenen Kronendaches auf ihre Wurzeln.

Ballen oder Containerpflanze

Im Fachhandel wird die Magnolie entweder mit Wurzelballen oder als Containerpflanze verkauft. Pflanzen mit Wurzelballen sind in einer Baumschule auf Ackerboden gewachsen. Dort wurden sie mehrfach umgepflanzt, damit sich auf sehr engem Raum ein möglichst dichtes Wurzelwerk bildet. Bei solchen Pflanzen ist das zügige Weiterwachsen garantiert, wenn sie von der Baumschule in den heimischen Garten umziehen. Ballenmagnolien können bei frostfreiem Wetter zwischen Oktober und April gepflanzt werden.
Magnolie - Magnolia
Im Gegensatz zu den Ballenpflanzen sind Magnolien als Containerpflanze in einem Pflanztopf herangewachsen. Diese Anzuchtmethode macht den Baum unabhängiger in seiner Verwendung. Containerpflanzen können grundsätzlich ganzjährig gepflanzt werden, insofern der Gartenboden frostfrei ist. Das muss nicht unbedingt einen Widerspruch zur Frühlingspflanzung der Ballenpflanzen darstellen.

Die Pflanzung im Frühjahr ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, damit die Magnolie vor der kalten Jahreszeit gut einwachsen kann. Alle im Spätsommer oder Herbst eingepflanzten Magnolien müssen unbedingt mit einem Winterschutz versehen werden. So kommen sie in der Regel unbeschadet durch den Winter, insofern hier keine extremen Bedingungen vorherrschen.

Pflanzanleitung

Bei der Pflanzung der Magnolie gilt es, der jungen Pflanze von Anfang an perfekte Bedingungen zu schaffen, damit sie schnell einwachsen und sich gut entwickeln kann.

1. Damit die Magnolie gut anwachsen kann, benötigt sie einen lockeren Boden, und zwar auch in die Tiefe. Je nach Baumgröße sollte deshalb ein etwa 50 bis 60 cm tiefes und etwas breiteres Loch ausgegraben werden. Bei sehr großen Wurzelballen muss das Pflanzloch entsprechend vergrößert werden. Es gilt die Regel: mindestens dreifache Ballenbreite und -tiefe. Die obere humose Bodenschicht sollte beim Ausgraben separat gelagert werden (normalerweise etwa ein Spatenstich
Tiefe).

2. Insofern der Gartenboden recht hart oder schwer ist, muss dieser unter dem Pflanzloch zusätzlich aufgelockert werden, damit es dort später nicht zu Wasserstauungen kommt oder die Wurzeln der wachsenden Magnolie auf Widerstand treffen.

3. In das Pflanzloch schüttet man nun einen 60- bis 80-Liter-Sack Blumenerde mit saurem pH-Wert und hohem Humusanteil wie Rhododendronerde, Azaleenerde oder Moorbeeterde. Hinzu kommt etwa ein Drittel der separat gelagerten obersten Humusschicht vom Erdaushub. Beide werden mit dem Spaten gut vermischt.

4. Auf diese Erdschicht wird nun mittig in das Pflanzloch der gut gewässerte Wurzelballen oder die ausgetopfte Containerpflanze gestellt. Vorher wird die Erde ein wenig aus dem Ballen geschüttelt und die Wurzeln vorsichtig aufgelockert. Beim Einsetzen muss unbedingt auf die Pflanztiefe geachtet werden. Die Magnolie darf nicht viel tiefer eingesetzt werden, als das ursprüngliche Bodenniveau des Ballens war. Für eine gute Bewässerung hat es sich bewährt, das Niveau des Wurzelballens etwa ein bis zwei Zentimeter unterhalb des übrigen Bodenniveaus einzusetzen.

5. Bei größeren Magnolienbäumen (ab einer Höhe von etwa 1,75 Metern) sollten gleich ein bis drei Stabilisierungspfähle mit eingebaut werden. Die Wurzeln dürfen beim Einsetzen nicht beschädigt oder beeinträchtigt werden. Baumstützen helfen der jungen Magnolie, kräftige Wurzeln zu entwickeln und gut anzuwachsen. Denn das Wurzelsystem benötigt mindestens eine Wachstumsperiode, bis es fest im Boden verankert ist.

6. Der Pfahl wird eingeschlagen, sobald die Magnolie im Pflanzloch steht. Am besten wird die Stütze in der Hauptwindrichtung angebracht. Sie muss mindestens 60 cm tief in die Erde geschlagen werden und unterhalb der Krone enden, damit der Pfahl bei Wind nicht an den empfindlichen Trieben scheuert und diese verletzt.
 
7. Wird die Baumstütze beim Einpflanzen versehentlich vergessen, kann diese noch nachträglich eingebaut werden. Um die Wurzeln nicht zu verletzen, wird der Pfahl in einem Winkel von etwa 45 Grad schräg eingeschlagen.

8. Der restliche Erdaushub, sowie die Humusschicht wird nun schichtweise in das Pflanzloch gefüllt. Eventuell ist der Boden vorher mit Kompost oder Splitt zu versetzen, um die Bodeneingenschaften zu optimieren. Die Erde wird jeweils kreisförmig um den Wurzelballen der Magnolie herum eingefüllt und leicht angetreten. Sollte sich dabei der Neigungswinkel des Magnolienbaumstammes oder der Stütze verändern, kann dieser noch korrigiert werden.

9. Den Stamm der Magnolie verbindet man mittels Kokosstrick oder Gummiband mit der Baumstütze. Die Schnürung darf nicht zu eng sein, damit der Stamm nicht gequetscht wird, wenn er in die Breite wächst.

10. Rund um das Pflanzloch wird eine etwa 5 cm tiefe Rinne gezogen. Dieser Graben dient der besseren Bewässerung während der Anwachsphase.

11. Steht die junge Magnolie gerade in der Erde, wird noch einmal vorsichtig gewässert, ohne dabei das Substrat auszuwaschen.

Tipp: Nach etwa zwei bis drei Jahren können die Baumstützen entfernt werden. Jetzt ist die Anwurzelung beendet und der Magnolienbaum gut im Erdreich verankert.  

Pflege

Magnolie - MagnoliaNach der Pflanzung muss das Erdreich unbedingt gleichmäßig feucht gehalten werden. Im Pflanzjahr bedarf es keines zusätzlichen Düngers. Im Frühjahr des zweiten Jahres kann langsam mit dem Düngen begonnen werden.
  • reifen Kompost unter die Erde mischen
  • alternativ Rhododendrondünger zugeben
  • andere organisch-mineralische Dünger für Blühsträucher verwenden
Tipp: Am besten wird ein Dünger verwendet, der für bodensaure Standorte geeignet ist. Diese Dünger beinhalten Komponenten, die den pH-Wert des Bodens auf einem gleichmäßig sauren Level halten.

Magnolien umpflanzen

Grundsätzlich gilt, dass Bäume wie die Magnolie besser nicht umgepflanzt werden sollten. Hat sich die herzförmige Wurzel erst einmal gut im Erdreich verankert, besteht die Gefahr, dass beim Ausgraben große Bereiche der Wurzeln beschädigt oder abgeschnitten werden. Das schwächt das Gehölz enorm. Ist die Schädigung besonders groß, kann die Magnolie am neuen Standort nicht einwachsen und stirbt früher oder später ab.

Es gibt jedoch ein paar wenige Ausnahmen, bei denen es dringend notwendig ist, einen Magnolienbaum an einen anderen Standort umzusetzen. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn er versehentlich zu nah an ein Gebäude gepflanzt wurde. Natürlich müssen auch alle Magnolien umgepflanzt werden, die wegen der falschen Standortwahl erkranken oder nicht richtig wachsen.
  • Zeitpunkt: Frühjahr oder Herbst
  • Magnolien bilden ein relativ flaches Wurzelsystem aus
  • je früher die Magnolie umgepflanzt wird, umso besser
  • relativ frisch gepflanzte Bäume lassen sich einfacher umpflanzen
  • Radius bei Pflanzen, die erst zwei bis drei Jahre am Standort stehen: etwa 40 cm
  • bei älteren, gut eingewachsenen Pflanzen sind besondere Maßnahmen notwendig
  • im Frühjahr rundum den Stamm einen Spaten tief ins Erdreich stechen
  • Radius: etwa 50 cm
  • die Magnolie bildet dort dann junge Wurzeln aus
  • im darauf folgenden Frühjahr den Baum ausgraben und umpflanzen
  • nach dem Versetzen einen Pflanzschnitt durchführen
Bei älteren Magnolienbäumen ist diese Methode erfolgsversprechender als das direkte Ausgraben. Je nach Größe benötigt das Gehölz etwa zwei bis drei Jahre, um sich zu erholen. Deshalb ist es sehr wichtig, die Pflanze nach dem Umpflanzen regelmäßig zu wässern.

Pflanzschnitt

Magnolie - MagnoliaWer eine gut eingewachsene, ältere Magnolie umpflanzt, muss mit Ausfällen rechnen, wenn die Temperaturen steigen und sehr viel Wasser über das Laub verdunstet wird. Häufigster Grund für das Absterben von umgepflanzten Bäumen ist das Austrocknen. Dazu kommt es, weil die Wurzeln der Magnolie noch nicht in ausreichendem Kontakt zum Erdreich stehen und somit das Gießwasser nicht gut aufnehmen können. Es fehlt also der Nachschub für die über die Blätter verloren gegangene Feuchtigkeit. Abhilfe schafft hier nur ein Pflanzschnitt, mit dem die Verdunstung über das Laub stark eingeschränkt wird.
  • Bäume mit durchgehendem Leittrieb: Leittrieb nicht einkürzen
  • stark verzweigte Krone: alle Triebe um etwa 1/3 kürzen
  • dabei auf die typische Kronenform der Magnolie achten
  • lange, unverzweigte Äste stärker einkürzen
  • immer über einem Auge/Seitentrieb schneiden, dass nach außen gerichtet ist
  • scharfes, sauberes Schneidwerkzeug benutzen
  • auf möglichst kleine und glatte Schnittflächen achten
Fazit
Der Standort für die Magnolie sollte mit sehr viel Fingerspitzengefühl ausgewählt werden, denn nur der passende Platz im Garten und die richtigen Bodenverhältnisse sorgen für ein gesundes und kräftiges Wachstum der Magnolie und schützen das Gehölz vor Schäden im Winter. Bei der Pflanzung sind vor allem zwei Dinge wichtig: der richtige Zeitpunkt und eine gute Bodenvorbereitung. Stimmen beide, wird die Magnolie in der Regel gut anwachsen.