Fleischfressende Pflanzen, Karnivoren

VenusfliegenfalleFleischfressende Pflanzen sind Gewächse, die über Insekten-Fangeinrichtungen und spezielle Verdauungsorgane verfügen. An ihren ursprünglichen, meist nährstoffarmen Standorten wie Moore und Gewässer, bessern die Pflanzen ihren Stickstoff- und Phosphorsäurebedarf mit dieser "Fleischnahrung" auf. Sie sind jedoch auch ohne Insektenaufnahme lebensfähig.

Fleischfressende Pflanzen - Arten und Merkmale

Insektenfangende Pflanzen, wie sie auch genannt werden, sind auf der ganzen Welt verbreitet. Sie werden in drei Gruppen eingeteilt:

  • Pflanzen mit Gleitfallen
  • Pflanzen mit Kesselfallen
  • Pflanzen mit Klebevorrichtungen

Die bekannteste Pflanze mit Gleitfalle ist die tropische Kannenpflanze (Nepenthes). Ein kletternder oder epiphytischer Strauch, der bei uns nur in feuchtwarmen Blumenfenstern überlebt. An seinen Blattspitzen sind die Gleitfallen, aus denen die Insekten nicht mehr entkommen. Schlauchpflanzen wie Saracenia und Darlingtonia kommen aus Nordamerika und bevorzugen einen hellen, luftigen Standort. Sie sind grün- oder rotlaubig und stark geädert. Ihre trichterförmigen Blätter kommen direkt aus dem Wurzelstock und erweitern sich nach oben, daher auch die Bezeichnung Kesselfallen.

Bei Saracenia enden die Blätter mit einem fächerartigen Deckel, während bei Darlingtonia das Ende gewölbt und mit Blättchen verziert ist. Eine weitere Besonderheit sind die Blüten dieser beiden Arten. Ebenfalls aus Nordamerika kommt die berühmte Venusfliegenfalle. Bei ihr kann der Fangmechanismus am besten beobachtet werden. Nach zweimaliger Berührung der Fühlborsten klappen die beiden Blatthälften zusammen und halten so das Insekt gefangen. Bei Regen oder Laubberührung funktioniert der Auslösungsmechanismus nicht. Der Verdauungsvorgang dauert etwa eine Woche und zurück bleibt nur der Chitinpanzer des Insektes. Zu den Pflanzen mit Klebevorrichtung zählen unter anderem auch die heimischen Sonnentau- und Fettkrautarten, allerdings sind diese geschützt. Zur Zimmerkultur eignen sich nichtheimische Arten besser.
Die bekanntesten fleischfressenden Pflanzen der einzelnen Kategorien sind:

  • Gleitfallen: Nepenthes (Kannenpflanze)
  • Kesselfallen: Saracenia, Darlingtonia, Venusfliegenfalle
  • Klebevorrichtungen: Drosera, Pinguicula

Inzwischen gibt es auch viele interessante Neuzüchtungen, die für eine Zimmerkultur geeignet sind.

Standort und Pflege der fleischfressenden Pflanzen

Außer der Kannenpflanze, die nur in feuchtwarmem Klima gedeiht, brauchen alle fleischfressenden Pflanzen viel Sonne und einen luftigen Standort. Dies ist für einen kräftigen Wuchs und vor allem für die Ausfärbung der "Fallen" unerlässlich. Im Sommer sollten die Pflanzen möglichst nach draußen gestellt werden, ansonsten bei mäßiger Wärme im Zimmer halten. Überwintert werden sie bei etwa 10 Grad. Laubeinziehende wie die Schlauchpflanzen auch etwas kühler, aber immer frostfrei. Die Kannenpflanze dagegen verträgt keine Temperaturen unter 18 Grad. Da diese "Fleischfresser" meist Moorpflanzen sind, mögen sie es gut feucht. Im Sommer kann man dafür möglichst kalkfreies Wasser in den Übertopf oder in den Untersatz geben. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls wichtig. Dabei dürfen die Pflanzen, außer der Kannenpflanze, jedoch nicht besprüht werden. Diese Luftfeuchtigkeit wird erreicht, indem man die Pflanzen in große Glasgefäße pflanzt und mit einer Glasscheibe abdeckt. Die Scheibe sollte ab und zu zum Lüften abgenommen werden. Als "Pflanzerde" eignet sich ungedüngter Torf, eventuell mit etwas Zusatz von Torfmoos. Ideal ist auch Orchideenerde. Um der Kalk- und Salzanreicherung vorzubeugen, müssen die fleischfressenden Pflanzen jährlich im Frühjahr umgepflanzt werden. Düngen, wenn überhaupt, nur ganz selten und in schwacher Konzentration. Eine Vermehrung der Pflanzen glückt nur unter sehr guten Bedingungen durch Teilung oder Kopfstecklinge.

Tipps

"Füttern" in Form von Dünger braucht man diese Pflanzen normalerweise nicht. Doch um den Fangmechanismus einmal genau zu sehen, kann man die Pflanze zum Spaß mit winzigsten Käse- oder Fleischstücken füttern. Am schönsten kommen die "Fleischfresser" zur Geltung, wenn mehrere Arten in einem großen Glasgefäß zusammengesetzt werden.

Fleischfressende Pflanzen fangen mit Hilfe spezieller Organe Kleintiere wie Insekten oder Spinnen und verdauen sie anschliessend. Es gibt aber auch grössere Exemplare, die schon mal ein kleines Nagetier verspeisen. Die Pflanzen stellen einige Ansprüche an ihren Standort, was Licht und Wasser anbelangt. Sie sind nicht sonderlich anspruchsvoll, aber auch nicht ganz einfach in der Pflege. Man sollte nicht gleich mit einer grossen, teuren Pflanze beginnen, sondern erst einmal mit kleineren.

Es dauert meist eine Zeit, bis man den Bogen heraus hat und gut mit den Fleischfressenden Pflanzen zurecht kommt. Es ist immer wieder interessant die Pflanzen mit ihren zum Teil recht unterschiedlichen Fallentypen zu beobachten. Sie sind erstaunlich. Die bekannteste Pflanze ist die Venusfliegenfalle.

Obwohl viele Fleischfressende Pflanzen als Zimmerpflanzen kultiviert werden, können diese im Sommer auch nach Draussen. Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme. An einer hellen, geschützten Stelle sind sie dankbar für frische Luft, und Nahrung findet sich sogar von selbst ein. Man unterscheidet zwischen den Fallen, die diese Pflanzen für ihre Nahrung aufstellen. Klebefallen, Klappfallen und Grubenfallen. Fleischfressende Pflanzen sollte man mit kalkfreiem Wasser giessen, ideal ist Regenwasser. Herkömmlicher Dünger wird nicht gut vertragen, daher diese Pflanzen besser in reinen Torf oder in speziellen Carnivorensubstrat pflanzen. Die Überwinterung hängt natürlich von der jeweiligen Art ab. Dazu mehr in den Pflanzenportraits.

Fleischfressende Pflanzen ziehen besonders viel Aufmerksamkeit auf sich. Fleischfressende Pflanzen sind faszinierend in ihrer Form, den Fangmethoden, aber auch ihren Blüten. Hier erfahren Sie mehr über fleischfressende Pflanzen (Karnivoren, Carnivoren), wie sich die Pflege und das Pflanzen, sowie Vermehren gestaltet.


Nepenthes oder Kannenpflanzen sind fleischfressende Pflanzen, von denen es mehr als 100 verschiedene Sorten gibt. Sie stammen aus den Tropen, wo sie im Tiefland, aber auch in Bergregionen wachsen. Daher unterscheidet man zwischen Tiefland- und Hochlandarten, die auf verschiedene Weise gepflegt werden müssen. Tieflandarten gedeihen am besten bei durchgängig hohen Temperaturen um 30° C, Hochlandarten dagegen brauchen es nicht ganz so warm und sollten zudem nachts abkühlen können. Beide Arten benötigen jedoch eine hohe Luftfeuchtigkeit wie sie in ihrem natürlichen Lebensraum vorhanden ist, und sind daher besonders gut für kleine Gewächshäuser und Terrarien geeignet.

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Karnivoren sind deshalb faszinierend, weil sie zu den wenigen Pflanzen gehören, die Fleisch fressen und sich von kleinen Insekten, zum Teil aber auch größeren Lebewesen ernähren.

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Fleischfressende Pflanzen werden auch als Karnivoren oder Insektivoren bezeichnet. Sie fressen kleinere und auch größere Lebewesen, um sich selbst mit Mineralstoffen und hierbei vor allem mit Stickstoff zu versorgen. Dabei benutzen sie verschiedene Arten von Fallen, mit denen sie aktiv oder passiv ihre Beute fangen.

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Schon vorab sei gesagt: Fangen Sie niemals Ihre Sammlung mit einem größeren Carnivoren-Sortiment an. Beschränken sich am Anfang lieber auf ein höchstens zwei verwandte Gattungen und expandieren Sie Ihre Sammlung erst, nachdem Sie im Griff und Zeit für die „Intensivbehandlung" neuer Sorten.

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Sie können eine ganz schöne Plage sein: Fliegen im Haus. Vor allem in ländlichen Gebieten kommt man oft nur schwer gegen die vielen Fliegen an. Chemische Fliegenmittel und Klebefallen sind nicht für jeden Menschen geeignete Methoden zur Fliegen-Abwehr.

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Die Kannenpflanze Nepenthes erhielt ihre Bezeichnung aufgrund der Erscheinungsform ihrer Blütenkelche. Wie große Kannen hängen sie an den Stielen und sich vor allem für Insekten eine große Verlockung – und Gefahr.

Sarracenia erkennt man an ihrem schlauchartigen Wuchs
Anmutig und faszinierend zugleich, so präsentiert sich die Schlauchpflanze. Mit ihren raffiniert aufgerollten Blättern und dem Nektarduft verheißt sie Insekten einen besonderen Genuss. Doch wer nicht widerstehen kann, wird gefangen und ausgesaugt. Dadurch versorgen sich die fleischfressenden Pflanzen mit zusätzlichen Nährstoffen.

Unscheinbar, aber effektiv: der fleischfressende Sonnentau
Nicht ganz ohne Grund gibt es um fleischfressende Pflanzen viele Mythen und Sagen, die immer wieder in Angst und Schrecken versetzen. Viel zu gerne wird dabei jedoch in die Trickkiste gegriffen, nämlich dann, wenn die teils skurrilen Pflanzen als Grundlage für Horrorfilme verwendet werden!

Venusfliegenfalle überwintern
Bereits im 18. Jahrhundert fand die erste nicht einheimische Karnivore in Form der Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) ihren Weg in europäische Gewächshäuser und erlangte schnell Beliebtheit bei jenen, die es sich leisten konnten. Aber erst viel später – in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts – wurde die Pflanze so populär, dass durch Entnahmen aus der Natur die Bestände stark gefährdet wurden.