Mazari-Palme, Nannorrhops ritchiana - Pflege

Sie liebt die Sonne und wiegt sich dabei gerne dekorativ im Wind. Die langsam wüchsige Mazari-Palme (Nannorrhops ritchiana) ist pflegeleicht und ein echter Blickfang auf Terrasse, im Wintergarten, aber auch als Zimmerpflanze und in der Freilandhaltung. Die aus der Familie der Arecaceae stammende Palme ist im Iran sehr verbreitet und eignet sich daher auch hervorragend für unsere Klimazone (Zone 7 bis 10).

Von April bis Oktober verbringt die Mazari-Palme ihre Zeit gerne im Freien. Umso sonniger ihr Standort, desto blaugrauer färben sich ihre bildschönen, gefächerten Palmwedel. Im Freien oder im Haus gedeiht die robuste Nannorrhops

ritchiana ebenfalls ausgezeichnet und möchte nur regelmäßig gegossen sowie gelegentlich leicht gedüngt werden. Bei besonders guten Bedingungen zeigen sich ihre schwarzen Beeren und manchmal auch die weißen oder gelben majestätischen Blüten. Die Mazari-Palme gehört zu den weltweit kältetolerantesten Palmenarten.

Substrat & Boden

Als typische Vertreter der Palmengattung bevorzugt die Mazari-Pflanze ein Gemisch aus organischen Stoffen. Ein lockeres Substrat aus Palmenerde, versetzt mit Lavasteinen, Kies oder Blähton sowie etwas grobem Sand bekommt der Palme gut und beugt auch der Staunässe im Erdreich vor. Eine handelsübliche Palmenerde kann verwendet werden. Reiner Torf oder reiner Humus sind zu vermeiden, da dieses Substrat der Pflanze weder ausreichend Halt noch genügend Nährstoffe bietet. Darüber hinaus kann der natürliche Zersetzungsprozess des Torfs die Wurzeln der Palme verbrennen. Auch beim Auspflanzen im Garten sind der Pflanzerde nach Möglichkeit etwas Kies und Sand beizumischen, um den Boden auch nach langen Regenphasen locker und durchlässig zu halten. Tipp: In einem gut durchlässigen Substrat steht die Mazari-Pflanze den größten Teil des Jahres gerne im Freien und nimmt jeden Regenguss hin.

Düngen

Gedüngt wird die Nannorrhops ritchiana alle 14 Tage mit einem Volldünger, der dem Gießwasser beigegeben wird. Auch der Einsatz eines Langzeitdüngers (z.B. in Form von Düngestäbchen oder Granulat) ist sinnvoll. Zum Einsatz kommt ein handelsüblicher Palmendünger oder ein anderer stickstoffbetonter Dünger für Grünpflanzen. Einige Wochen vor Beginn des Winters ist das Düngen einzustellen, damit sich die Pflanze auf die Ruhepause vorbereiten kann. Im Winter wird nicht gedüngt und erst nach Einsatz der Wachstumsphase (ab April) wird wieder mit dem Düngen begonnen.  Wurde die Pflanze in vorgedüngte Erde umgetopft, ist auf das Düngen vorerst zu verzichten.

Schneiden

Die Mazari-Palme wird nicht zurückgeschnitten. Ihr Vegetationspunkt sitzt an der Pflanzenspitze und nur braune oder kranke Blätter werden entfernt. Handelt es sich um vertrocknete Blätter, so lohnt es sich auf das vollständige Abwelken zu warten, denn während dieser Zeit kann die Pflanze noch immer Nährstoffe aus dem Blatt abziehen.

Vermehren

Die Nannorrhops ritchiana wird aus Samen gezogen. Diese werden 1 bis 2 cm tief in das Erdreich gesteckt. Über den Topf wird mit eine lichtdurchlässigen Folie gestülpt, in mit Belüftungslöchern für eine ausreichende Luftzirkulation sorgt. An einem hellen und warmen Standort aufgestellt, keimen die Samen bereits in wenigen Wochen.

Überwintern

Im Winterquartier trocknet das Substrat sehr viel langsamer ab, denn nicht nur die kühlere Temperatur und das geringere Licht halten die Feuchtigkeit länger in der Erde, auch die Pflanze hat ihr Wachstum und damit auch ihren Nährstoffbedarf weitgehend eingestellt. Doch auch im Winter darf die Mazari-Pflanze nicht austrocknen. Sie ist immer wieder gut durchzufeuchten, wobei die Abstände zwischen Trocken- und Feuchtperioden vergrößert werden. Das kurzzeitige Temperaturminimum von -10 °C darf nicht unterschritten

werden. Bei Topf- und Kübelpflanzen liegt die winterliche Temperatur dauerhaft bei etwa 5 °C (+/-8 K).

Geschützt wird die Palme vor Feuchtigkeit und Kälte. Ausgepflanzte Exemplare werden mit einer Überdachung aus lichtdurchlässiger Folie, die an den Seiten für eine ausreichende Luftzufuhr sorgt, geschützt. Die Wedel können nach oben zusammengebunden und mit Vlies umwickelt werden, um die Palme vor zu viel Nässe und kalter Luft zu schützen. Dabei ist die Pflanze jedoch regelmäßig auf Fäulnis und Schimmelbildung zu kontrollieren; das Abnehmen des Vlieses sorgt auch für den erforderlichen Luftaustausch. Plastikfolien werden für das Umwickeln der Wedel keinesfalls verwendet, denn die natürliche Kondensbildung und die fehlende Luftzirkulation sorgen für Fäulnis.

Standort

Die Mazari-Palme steht gerne sonnig bis vollsonnig, sollte nach der Winterpause jedoch nur langsam an das Sonnenlicht gewöhnt werden um Blattschäden zu vermeiden. Tipp: Die volle Sonneneinstrahlung beeinflusst die Färbung der
Blätter aus. Das attraktive Grau-Blau passt der Mazari-Palme wirkt besonders schön in schwarzen, glasierten Kübeln.


Temperatur

Im Sommer genießt die Mazari-Palme die Wärme, im Winter kann sie während der dunklen Monate auch bei rund 5 °C überwintern.

Umtopfen

Ist der Topf gut durchwurzelt oder drücken sich die Ausläufer der Palme bereits an den Topfrand, ist es Zeit umzutopfen. Gewählt wird der nächst größere Topf. Wie alle Palmen, bevorzugt die Mazari-Palme ein tiefes und nicht zu weites Pflanzgefäß. Ihre Wurzeln bohren sich tief in das Erdreich, um auch in langen Trockenperioden noch ausreichend Nährstoffe zu finden. Umso tiefer der Topf, desto größer entwickelt sich auch das Wurzelwerk und somit die Standkraft der Palme.

Gießen

Sobald das Substrat gut abgetrocknet ist, wird die Mazari-Palme reichlich gegossen. Die meist tiefen Töpfe müssen dabei vollständig mit Wasser durchdrungen werden, damit auch den tief sitzenden Wurzeln noch ausreichend Nährstoffe zukommen können. Der Gießrhythmus richtet sich nach den Außentemperaturen und der Wachstumsperiode der Pflanze. Steht sie im vollen Sonnenlicht, verdunstet sehr viel Flüssigkeit und auch die Pflanze erfordert eine höhere Wasserzufuhr um dem Wachstumsimpuls zu folgen.

Krankheiten und Schädlinge

Spinnmilben, aber auch Schild- und Wollläuse können die Mazari-Palme befallen. Unter Umständen hilft im Anfangsstadium des Befalls noch ein Entfernen der betroffenen Blätter. Auch wird gelegentlich das Abspülen oder Abwaschen der Pflanze empfohlen, was allerdings zu einer schnelleren Verbreitung der Parasiten beitragen kann. Zu beachten ist auch, dass beliebte Hausmittel wie Spiritus oder Schmierseife der Pflanze schaden. Im Handel erhältliche Pflanzenschutzmittel wirken bei einem Befall schnell und effektiv. Gelbe oder braune Blätter zeigen sich auch bei zu viel oder zu wenig Pflege. Wird zu viel gegossen, färben sich die Blätter der Palme zunächst gelb.

Ist die Pflanze ausgetrocknet, werden die Blätter braun und welk. Auch zu viel oder zu wenig Dünger kann der Mazari-Palme schaden und äußert sich meist in gelben Blättern oder braunen Blattspitzen. Im Zweifelsfall empfehlen sich das Umtopfen und das Ersetzen des Substrats. Dazu wird die Pflanze aus dem Topf genommen und das überdüngte bzw. übergossene Erdreich vorsichtig aus den Wurzeln entfernt.

Häufige Fragen
  • Was ist beim Besprühen zu beachten? - Kalkarmes Wasser verhindert unschöne Flecken auf den Blättern der Palme.
  • Darf man die Mazari-Palme mit Leitungswasser gießen? - Ja. Das Gießwasser aber besser einige Tage abstehen lassen und erst dann verwenden.
Wissenswertes zur Mazari-Palme in Kürze

Mazari-Palmen sind eine der wenigen Palmenarten, die sich verzweigen können. Außerdem bildet die Pflanze Ausläufer. Das für unsere Breiten beste an der Pflanze ist ihre Frosthärte. Bis -25 ºC ist sie frosthart. Achtung: Jede Blattkrone der Mazari-Palme blüht nur einmal. Danach stirbt diese Krone ab. Die anderen Kronen im Kübel wachsen normal weiter.

Standort
  • Die Mazari-Palme mag einen möglichst hellen Standort.
  • Sie verträgt direkte Sonneneinstrahlung und das den ganzen Tag.
  • Sie mag Wärme, die Temperaturen im Sommer sollen möglichst hoch sein.
Pflanzsubstrat
  • Das Pflanzsubstrat sollte durchlässig sein.
  • Die Palme mag einen lehmigen und sandigen Boden, dem man Kies, Blähton oder Lavagranulat zusetzen kann.
  • Reine Torf- oder Humuserde eignet sich nicht.
  • Umgetopft wird im Frühjahr. Man nimmt ein nur wenig größeres Gefäß.
  • Palmen lieben hohe Kübel. Sie haben Pfahlwurzeln, die nach unten Platz benötigen.
Pflege
  • Der Wasserbedarf der Mazari-Palme ist nicht sehr hoch. Das Substrat sollte immer leicht feucht gehalten werden.
  • Im Sommer, bei großer Hitze, sollte die Nannorrhops ritchiana gut gegossen werden. Je mehr Wasser sie bekommt, desto besser wächst sie.
  • Der Wurzelballen muss bis zum Grund feucht sein. Zwischen den Wassergaben sollte die obere Substratschicht abtrocknen.
  • Stehendes Wasser, also nasse Füße, mag die Palme nicht.
Rückschnitt
  • Braune Blätter der Palme lässt man vollständig eintrocknen, bevor man sie abschneidet.
  • Den Blattstiel trennt man vorsichtig an der Basis ab. Ein kleines Stück des Stiels, etwa 3 cm, am Stamm bleiben stehen.
Düngen
  • Gedüngt wird zu Beginn der Wachstumsphase im Frühjahr.
  • Alle zwei Wochen nutzt man dazu handelsüblichen Flüssigdünger.
  • Man kann aber auch Langzeitdünger in die oberste Substratschicht einarbeiten.
Überwintern
  • Die Nannorrhops ritchiana verträgt hohe Minusgrade. Auch in Kübeln kommt sie mit den Minusgraden gut zurecht, aber der Wurzelballen darf nicht durchfrieren.
  • Die Wurzeln sind nicht so frostresistent wie die oberirdischen Pflanzenteile. Deshalb ist es günstig, wenn die Kübelpflanze bei 5 bis 15 ºC überwintert wird.
  • Bleibt sie draußen, muss der Kübel gut verpackt werden. Außerdem sollte man ihn auf einen Styroporblock stellen.
  • Ausgepflanzte Mazari-Palmen gelten als frostbeständig bis -9 ºC. Kurzfristig werden auch höhere Frostgrade vertragen. Man sollte die Palme gut vor Frost schützen.
Kaufen
  • Die Mazari-Palme wächst sehr langsam und ist deshalb recht teuer. Kleine Sämlinge oder Jungpflanzen kosten knapp 10 Euro.
  • Sie sind nicht überall erhältlich, meist nur bei guten Züchtern. Für größere Exemplare muss man deutlich höhere Preise rechnen.