Bienenfreund, Phacelia tanacetifolia - Pflanzen und Pflege

Mit ihrer Blütenfarbe ziehen Phacelia Hummeln, Schwebfliegen und Bienen anDie hellblau bis blauviolett blühende Phacelia, auch Bienenfreund, Bienenweide, Büschelblume oder Büschelschön genannt, ist eine vielseitig verwendete Pflanze. Sie wird als Bienenfutter, Bodenverbesserer, Futtermittel und Schädlingshemmer im Garten und in der Landwirtschaft ausgesät und geschätzt.

In naturnahen Gärten ist die Phacelia besonders beliebt in Kombination mit Stauden, Gräsern und einjährigen Blumen. Am meisten angebaut wird die Rainfarn-Phazelie mit der botanischen Bezeichnung Phacelia tanacetifolia.

Allgemeines zum Bienenfreund

Der Bienenfreund gehört zur

großen Familie der Raublattgewächse, von denen es ein- und mehrjährige Arten gibt. Der Name Phacelia stammt vom griechischen phakelos für Büschel ab, da die endständigen Blüten in Büscheln stehen. Die aufrecht wachsende, krautige Phacelia tanacetifolia ist einjährig, wird bis zu 100 cm hoch und hat ein tief in den Boden eindringendes Wurzelsystem. Wie der Name Rainfarn-Phazelie sagt, ähneln die gefiederten, anfangs eingerollten Blätter dem Rainfarn und können bei Berührung zu Hautausschlägen führen. Von Juni bis September blühen die hellblauen bis blauvioletten Blütenstände büschelartig und locken vor allem Bienen, aber auch andere nützliche Insekten wie Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge an. Die Pflanzen sind robust und anspruchslos, jedoch nicht winterhart.

Außer in Gärten und auf Äckern wächst der Bienenfreund verwildert an Weg- und Straßenrändern. Die ursprüngliche Heimat der Phacelia Arten ist der Westen von Nordamerika, vor allem Kalifornien sowie Mittelamerika. Als Wildpflanze kam sie vor über hundert Jahren nach Europa und gedeiht entsprechend ihrer Heimat hauptsächlich auf mageren und trockenen Böden. Zuerst nur als Zierpflanze bekannt, finden die Pflanzen heute bei uns in Mitteleuropa eine vielseitige Verwendung in Gartenbau und Landwirtschaft.

Ähnlich reizvolle und anspruchslose Arten wie Phacelia tanacetifolia sind folgende Phazelien:
  • Phacelia parryi
  • Phacelia sericea
  • Phacelia calthifolia
Standort und Bodenansprüche des Bienenfreunds

An sonnigen Standorten gedeiht der Bienenfreund besonders gut. Ansonsten sind Phazelien unkompliziert und wachsen in trockenen, durchlässigen Böden, aber auch in feuchten. Durch ihr tiefes Wurzelwerk lockern sie den Boden auf und machen ihn gut durchlässig. Düngen und gießen ist selten erforderlich, nur wenn sie im Blumenbeet als Zierpflanzen gehalten werden.

Verwendung von Phacelia

Wie der Name Bienenfreund oder Bienenweide besagt, ist die Pflanze eine wichtige Pollen- und Nektarquelle und wird besonders gerne von Bienen aufgesucht. Dies nutzen die Imker aus, indem sie gezielt Phazelien aussäen. Als ertragreiche Bienentrachtpflanzen liefern sie pro Hektar und Jahr bis zu 500 kg Honig. Bekannt ist Phacelia auch vor allem als Gründüngungspflanze zur Bodenverbesserung. Im Herbst nach dem Abräumen der Beete ausgesät, wächst sie bis zum Winter noch ausreichend. Ihr dichtes und tiefes
Wurzelsystem lockert den Boden und nimmt die Nährstoffe auf, die Blätter beschatten den Boden und unterdrücken wirksam das Unkraut. Ab -5 °C erfriert die Pflanze und verrottet. Dadurch verbessern sich der Humusgehalt und die Bodenstruktur, was einen höheren Ernteertrag zur Folge hat. Vor allem leichte Böden profitieren davon. Dies macht Phacelia nicht nur in Gärten beliebt, auch in der Landwirtschaft und im Weinbau wird dieser Vorteil genutzt. Gartenbeete, Brachflächen und Ödland können so vor einer Erst- oder Folgepflanzung aufgewertet werden. Vermehrt sieht man den Bienenfreund in naturnahen Gärten und in Kiesbeeten. Zusammen mit Stauden,

Gräsern und einjährigen Blumen ergeben die hellblauen bis blauvioletten Blüten attraktive Kombinationen und Kontraste. Vor der Blüte gemäht, ist der Bienenfreund ein leicht verdauliches Futtermittel für Schweine und Kühe. Er kann frisch verfüttert oder siliert werden.

Bienenfreund ist einjährig, ansonsten aber robust gegen Schädlinge und KrankheitenVermehrung & Aussaat von Bienenfreund

Zur Kultur wird der Bienenfreund im Garten oder auf Äckern ausgesät. Die Keimzeit beträgt etwa 10 Tage bei 15 °C. Lässt man ihn dann zum Blühen kommen, sät er sich nach dem Verwelken durch seine Samen in den Kapselfrüchten selbst aus, was bei einer Gründüngung nicht unbedingt wünschenswert ist. Um ein unkontrolliertes Aussäen zu vermeiden, wird er vor der Blüte abgemäht, untergegraben oder auf der Bodenoberfläche zum Verrotten liegen gelassen.

Bienenfreund überwintern

Der einjährige Bienenfreund Phacelia tanacetifolia ist nicht winterhart. Er erfriert bei den ersten Herbstfrösten, ab -5 °C, und bleibt dann bis zum Frühjahr auf den Beeten als Mulch liegen. Dies schützt den Boden vor dem Austrocknen und im Frühjahr kann direkt in den Mulch gesät und gepflanzt werden. Die Wurzeln der Phacelia verrotten im Boden und geben ihre gesammelten Nährstoffe an die Folgepflanzen ab. Daher muss der Bienenfreund weder abgeschnitten noch gegen Frost geschützt werden.

Schädlinge und Krankheiten

Der Bienenfreund selbst ist resistent gegen Krankheiten und Schädlinge. Allerdings kann er andere Pflanzen vor diesen schützen. Oft treten Krankheiten auf, wenn man jedes Jahr dieselbe Pflanze auf einem Beet oder Acker anbaut. Wird dagegen Phacelia als Gründünger oder Zwischenfrucht ausgesät, muss die Fruchtfolge nicht beachtet werden. Phazelien hemmen das Auftreten von Wurzelälchen (Nematoden) und Kohlhernie. Bei Mais und Kartoffeln kann allerdings durch den vorhergehenden Anbau von Phacelia der Erreger der Wurzeltöterkrankheit auftreten.

Wissenswertes zum Bienenfreund in Kürze

  1. Bienenfreund ist eine anspruchslose und pflegeleichte Blütenpflanze. Sie gedeiht auf allen Böden
  2. Mit seinen hellblauen bis blauvioletten Blüten ist er in naturnahen Gartenanlagen eine attraktive Zierpflanze.
  3. Er dient Imkern als hochwertiges Bienenfutter.
  4. Zur Gründüngung, als Bodenverbesserer und Futtermittel wird er geschätzt.
  5. Er kann Krankheiten und Schädlinge an anderen Pflanzen hemmen.

Die Gattung Phacelia gehört zur Unterfamilie der Wasserblattgewächse in der Familie der Raublattgewächse. Die auch unter dem Namen Büschelschön bekannte Pflanze stammt eigentlich aus Kalifornien. Wie der Name schon sagt, ziehen die Blüten Bienen, aber auch andere Insekten an. Imker nutzen die Pflanzen als Bienenweiden.
  • Phacelien bilden ein dichtes Wurzelsystem. Sie wachsen verwildert an Straßen- und Wegrändern, auf Äckern und Schuttplätzen.
  • Sie sind anspruchslos und wachsen praktisch überall. Allerdings sind sie nicht winterhart.
  • Der Boden im Garten sollte durchlässig sein. Die Pflanze kommt aber auch mit schweren Böden zurecht.
  • Bei Sonne wächst sie besonders gut, gedeiht aber praktisch bei jedem Wetter. Nur nasskaltes Wetter mag der Bienenfreund nicht besonders.
  • Phacelia wird oft zur Gründüngung eingesetzt. Durch das dichte Wurzelsystem werden viele Nährstoffvorräte angelegt.
  • Nach der Verrottung werden diese an die Nachfolgefrucht abgegeben.
  • Sie kann problemlos in jede Fruchtfolge eingegliedert werden, da sie keine verwandten Arten unter den Kulturpflanzen hat.
  • Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat. Bei einer Temperatur von 10 bis 15 °C liegt die Keimzeit bei 10 bis 14 Tagen.
  • Im Spätsommer nach dem Abernten kann man auf einzelne Flächen Phacelia als Unkrautunterdrücker und Gründünger säen.