Fuchsien, Fuchsia - Pflege und Überwintern

Fuchsie mit BlütenDie Fuchsie, diese farbenprächtige Pflanze mit dem typisch hängenden Blütenkopf, gehört mit zu den beliebtesten Balkon- und Kübelpflanzen. Ein äußerst markantes Zeichen sind vor allem ihre abstehenden Kelchblätter und der relativ lange Kelch. Auch wenn diese Pflanze als relativ pflegeleicht gilt, sollten Sie doch einige Aspekte in punkto Pflege, Standort und vor allem Überwinterung beachten. Wird der Fuchsie eine fachgerechte Pflege und Behandlung zuteil, dann dürfen Sie sich lange an ihrer Farbenpracht erfreuen.

Vorbereitung auf die Winterzeit

Auch wenn die

Fuchsie im sonnenverwöhnten Mittel- und Südamerika zu Hause ist, bevorzugt sie im Sommer lieber einen halbschattigen bis schattigen Platz. Bereits im Mai dürfen sie hinaus in Freie, sollten aber auf Terrasse und Balkon vor heftigen Regenschauern oder böigem Wind ausreichend Schutz finden. Fuchsien lieben Temperaturen um die 20 Grad Celsius und sie benötigen viele Nährstoffe. Deshalb sollten sie regelmäßig von Frühjahr bis Herbst mit Flüssigdünger gegossen werden. Doch mit dem Herbst hält dann so langsam auch die Periode der Ruhe Einzug und die Phase der Überwinterung beginnt. Damit Sie jedes Jahr aufs Neue Freude an Ihren Pflanzen haben, sollten Sie dabei sehr viel Sorgfalt walten lassen. Wie viele ihrer Artgenossen benötigt die Fuchsie im Winter eine ausreichende Ruheperiode, damit sie wieder Kraft für den Neuaustrieb sammeln kann. Vorbereitend dazu sollten Sie Ende August die Düngung einstellen. Auch benötigen die Pflanzen jetzt weniger Wasser und ab September dürfen Sie das Gießwasser etwas reduzieren. Da es aber auch im Herbst noch heiße Tage geben kann, muss darauf geachtet werden, dass die Wurzelballen nicht austrocknen. An stürmischen, regenreichen Tagen sollten Sie die Fuchsien in geschützten Bereichen unterstellen.

Kalte, frostige Nächte

Vorbereitungsmaßnahmen für die Überwinterung sind wichtig, damit die Pflanze ganz langsam ihre Blüte einstellen kann. Weiterhin wird auf diese Weise auch für eine Verholzung der weichen Triebe gesorgt. Lassen Sie die Fuchsien so lange Zeit wie möglich im Freien stehen. So haben Sie genügend Zeit, ihre Blätter abzuwerfen. Sollten in manchen Nächten schon die Gefahr von Frost gegeben sein, können Sie die Pflanzen mit einer Plane schützen. Sollte es doch passieren, dass Ihnen die Fuchsien in einer kalten Nacht mit Bodenfrost erfroren sind, ist noch lange nichts verloren. Kürzen Sie die Pflanze großzügig ein und bringen Sie sie dann im Winterquartier unter. Meist erholt sie sich und bringt im neuen Jahr frische Triebe.

Die Zeit der Ruhe

Ungefähr im November sollten Sie damit beginnen, die Fuchsien in ihr Winterquartier zu räumen. Helfen Sie den Pflanzen altes Laub abzustreifen, in dem Sie Blüten, Fruchtstände, Knospen oder Früchte sanft entfernen. Auch wenn die Fuchsie als relativ robust und pflegeleicht gilt, vor einigen Schädlingen ist auch sie nicht sicher. Der häufigste Befall entsteht durch:
  • Grüne Blattläuse,
  • Weiße Fliegen,
  • Spinnmilben,
  • Grauschimmel,
  • Blattrandkäfer.
Entsorgen Sie deshalb alle Reste sorgfältig, so können Sie sicher vor Schädlingen sein, die sich eventuell auf andere Pflanzen übertragen. Lassen Sich Blätter nicht abstreifen, können diese bis auf einen Stielstumpf abgeschnitten werden. Suchen Sie für Ihre Fuchsien einen hellen, kühlen und vor allem frostfreien Raum mit einer Idealtemperatur von 4 bis 12 Grad Celsius. Auch ein gewisser Grad an Luftfeuchtigkeit sollte vorhanden sein. Die Pflanztöpfe sollten idealerweise auf einem Tisch und nicht auf dem kalten Boden abgestellt werden. Die Wurzeln sind nämlich in der

Ruheperiode sehr empfindlich gegenüber Kälte. Damit die Luft ungehindert zirkulieren kann, dürfen  die Pflanzen nicht zu dicht nebeneinander stehen. Geradezu perfekt für den Winterschlaf Ihrer Pflanzen kann ein Wintergarten oder ein kühles Gewächshaus sein. Haben Ihre Fuchsien allerdings schon alle Blätter abgeworfen,
können Sie diese durchaus auch in einem dunklen Keller überwintern. Dafür sind trockene Keller mit einer Temperatur von 6 bis 8 Grad Celsius ideal.

Pflegerituale für den Winter


FuchsienMöchten Sie kranken Pflanzen eine Chance geben und diese auch überwintern, dann ist es ratsam, dass Sie die Fuchsien sehr großzügig einkürzen und vor allem separat unterstellen. Um ein Ausbreiten von Krankheiten zu vermeiden, sollten Sie das Werkzeug nach Benutzung gründlich zu reinigen. Gießen Sie in der darauffolgenden Zeit Ihre Pflanzen regelmäßig und achten Sie darauf, dass die empfindlichen Wurzelballen immer mit genügend Feuchtigkeit versorgt sind. Winterharte Fuchsien sollten im Außenbereich mit einer Torfschicht vor Erfrierungen geschützt werden. Allerdings ist es normal, wenn bei winterharten Fuchsien der obere Teil erfriert. Erst im Frühjahr kommen wieder neue Triebe und die alten, vertrockneten werden abgeschnitten. Es gibt allerdings auch ganz spezielle Fuchsiensorten, die Temperaturen bis minus 20 Grad vertragen können. Lassen Sie niemals Ihre Fuchsien im Winter ungeschützt im Blumentopf im Freien stehen. Die Pflanze würde mitsamt den Wurzeln erfrieren.

Liebevolle Pflege - unbändige Farbenpracht

Fuchsien sind als Balkon- oder Kübelpflanze ein ideal und bezaubern mit ihrer Farbenpracht so manchen Betrachter. Damit Sie lange Freude an Ihren Pflanzen haben, sollten Sie einige wesentliche Dinge  bei Pflege, aber vor allem bei der Überwinterung beachten. Ihre Pflanzen danken es Ihnen im Frühjahr mit neuen Trieben und stetigem Wuchs.

Pflege im Sommer

Je nach Fuchsienart lieben die Pflanzen Sonne, Halbschatten oder sogar Schatten. Am besten, man erkundigt sich gleich bei der Anschaffung nach dem passenden Standort. Die meisten Fuchsien lieben allerdings Schatten. Als Grundregel gilt: Triphylla-Hybriden eignen sich auch für volle Sonne, reine Hybriden bevorzugen schattige Standorte.

Der Standort der Fuchsie sollte luftig, aber windgeschützt sein. Auf ausreichend Pflanzabstand ist zu achten. Günstig ist ein Platz unter einem lichtdurchlässigen Dach, da die Pflanze vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen geschützt wird.

Der Boden einer Fuchsie sollte sauer sein. Besonders gut eignet sich Azaleenerde, aber auch eine Mischung aus verrottetem Kompost, Gartenerde, Rinderkultursubstrat und eventuell Kuhmist. Statt Kuhmist können auch Hornspäne, Knochenmehl und Kalimagnesium oder Langzeitdünger beigemischt werden.

Fuchsien benötigen viel Wasser. Bei Wassermangel verlieren die Pflanzen Blätter. Fuchsien lieben feuchtwarme Luft. Wenn es zu heiß ist, wachsen sie nicht so gut. Fuchsien zählen zu den wenigen Pflanzen, die in einem regenreichen Sommer reichlich blühen, da sie am besten bei Temperaturen zwischen 16 und 24° C und hoher Luftfeuchtigkeit gedeihen. Die meisten Blüten treiben die Pflanzen im Frühjahr und Herbst. Bei hohen Temperaturen sollte man die Fuchsien regelmäßig mit Wasser besprühen, da sonst die Knospen verkümmern und das Laub abfällt. Die Wurzeln der Fuchsie dürfen nicht austrocknen. Auf keinen Fall sollte man Fuchsien mit hartem Wasser gießen. Ideal ist Regenwasser.

Gedüngt wird ein- bis zweimal pro Woche mit einem stickstoffbetonten Dünger.
Damit die Blühkraft nicht nachlässt, müssen die Samenkapseln regelmäßig entfernt werden. Auch welke und kranke Blätter sollten ausgeputzt werden.

Die Überwinterung der Fuchsie erfolgt in einem hellen und kühlen Raum bei Temperaturen zwischen 5 und 10 °C. Nur sehr wenige Arten sind winterhart. Auch bei denen erfrieren aber alle oberirdischen Teile bei Frost.

Blauweiße Fuchsien sind besonders empfindlich, zu viel Sonne oder Wasser lassen sie leicht erschlaffen.
In der Natur vermehren sich Fuchsien über Samen. Im Gartenbau erfolgt die Vermehrung fast ausschließlich durch Stecklinge. Diese wurzeln schnell, wenn die Bodenwärme 18 bis 20 Grad Celsius beträgt. Die Stecklinge vertragen keine Sonne und Zugluft und müssen vor Verdunstung geschützt werden. Als Substrat wird ein nährstoffarmes Torf-Sand-Gemisch (2:1) verwendet.

Man kann Stecklinge auch in Wassergläsern bewurzeln lassen. Winterharte Fuchsien und robuste Hybriden bilden Wurzelausläufer aus. Diese unterirdischen Teile der Sprossachse können mit der anhängenden Wurzel abgetrennt und neu eingepflanzt werden.

Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit kann Grauschimmelfäule an der Fuchsie auftreten. Auch Fuchsienrost kommt vor, eine Krankheit, die durch einen Pilz ausgelöst wird. Dieser nutzt Weidenröschen als Zwischenwirt. Man sollte also beide Pflanzen nicht zusammen kultivieren. Als pflanzliche Schädlinge treten Blattläuse, Spinnmilben, Raupen und die Weiße Fliege auf.