Goldlack-Pflanze, Erysimum cheiri - Pflege und Schneiden

GoldlackDer Goldlack ist eine lang blühende und wohl duftende Blütenstaude, die bereits im zeitigen Frühjahr als Nachfolgerin der früh blühenden Zwiebelpflanzen das Blumenbeet bereichert. Dabei ist diese Pflanze pflegeleicht und eignet sich auch für den Blumenstrauß aus dem eigenen Garten.

Besonderheiten des Goldlacks

Der Goldlack (Erysimum cheiri) ist ein Mitglied der Familie der Kreuzblütler. Seinen Namensteil "Gold" trägt er wegen seines Farbenspiels, das, ursprünglich ausschließlich gelb leuchtend, heute von Braun über Orange bis Rot reicht. Der zweite Teil "-lack" leitet sich

von einer anderen, verwandten Pflanze ab, der Levkoje.
  • Goldlack zählt zu den zweijährigen Pflanzen, die sehr ausdauernd in den Monaten April bis Mai/ Juni blühen.
  • Ursprünglich stammt er aus Südosteuropa, wo er gerne auf felsigen Untergründen und Mauern wächst.
  • Auffallend an der 20 bis 60 cm hohen Pflanze ist ihr intensiver Duft.
  • Die zehn bis dreißig Blüten je Blütenstand locken durch die honigsüße Duftnote Insekten wie Hummeln und Bienen an.
  • Mittlerweile gibt es bestimmte Hybriden (Züchtungen) des Goldlacks, die bis in den November hinein blühen, wenn sie regelmäßig von Verblühtem befreit werden.
  • Die späten Sorten wie 'Apricot Twist', 'Constant Cheer' und 'Codswold Gem' leuchten in Orange bzw. Orange-Purpur und Weiß.
Standort und Pflanzung von Goldlack

Goldlack liebt einen sonnigen Standort, dessen Bodenbeschaffenheit locker und luftig sein sollte. Die Durchlässigkeit des Bodens sowie ausreichend Sonne beeinflussen den Duft und die Dauer der Blüte entscheidend. Sollte der Boden zu sauer sein, empfiehlt es sich, eine kalkhaltige Düngung vor der Pflanzung einzubringen. Unter optimalen Bedingungen, auf magerem, trockenem Boden, wächst der Goldlack dicht und prächtig zu einer lang blühenden Staude heran, deren Blüten auch gut als Schnittblumen geeignet sind. Tipp: Grundsätzlich sollte die Pflanze nicht an zugigen, feuchten Ecken des Gartens stehen, auch trockene, kalte Winde verträgt sie schlecht.

Ist die richtige Stelle im Garten gefunden worden, dann können die Jungpflanzen im Herbst an frostfreien Tagen gesetzt werden: Die Tiefe sollte etwa f5 bis 10 cm betragen, der Abstand ungefähr 30 cm. Wer die Pflanzen selbst züchtet, sät im Frühjahr im Freiland in Furchen in  einer Tiefe von 1 cm aus. Sind die Samen aufgelaufen und die ersten Blätter sichtbar, erfolgt eine Vereinzelung auf 30 cm, damit die Pflanze sich gut entwickeln kann. Bei einer Wuchshöhe von 15 cm sollten die Jungpflanzen gekappt werden, damit sie sich zu blütenreichen Gewächsen entwickeln können. Tipp: Goldlack gehört zu den Frühblühern und ist deshalb ein guter Nachbar von Tulpen, Narzissen und Vergissmeinnicht.

Die Standortwahl entscheidet auch darüber, wie alt ein Goldlackgewächs wird. Ursprünglich eine zweijährige Pflanze, werden doch manche Exemplare als Halbsträucher viele Jahre alt, wenn sie den richtigen Platz haben. Optimal dafür
sind Standorte dicht an einer Wand oder Mauer, wo viel Sonnenlicht  das Gestein erwärmt und die Pflanze gute Wuchsbedingungen hat. Diese vieljährigen Exemplare werden gern im Herbst zurück geschnitten, um im darauf folgenden Jahr wieder buschig und voll auszutreiben. Tipp: Außer im Gartenbeet gedeiht der Goldlack auch im Kübel oder in Kästen, in den Einheitserde eingebracht wurde.

Pflege und Düngung von Erysimum cheiri

Der Goldlack benötigt wenig Pflege. Um die Blütezeit zu verlängern, empfiehlt es sich auch bei den alten Sorten, die

Blütenstände regelmäßig auszuputzen. Eine Düngung im Garten kann einmal monatlich mit einfachem Flüssigdünger erfolgen, Kübelpflanzen benötigen eine wöchentliche Düngergabe. Wichtig: Da der Goldlack nicht winterhart ist, muss er in der kalten Jahreszeit abgedeckt werden!

Goldlack schneiden
  • Goldlack verträgt einen Rückschnitt, benötigt ihn aber nicht. Je nach Pflanzung muss hier individuell entschieden werden.
  • Ist die Pflanze in Reihe gesetzt, dann kann im Herbst ein Schnitt erfolgen, der den Goldlack im Jahr darauf heckenartig wachsen lässt.
  • Handelt es sich um einige locker gruppierte Pflanzen, dann genügt das Ausputzen der Blütenstände vor der Winterabdeckung.
  • Eine letzte Möglichkeit ist es, die gesamte Pflanze nach der Blüte zu entfernen und zu kompostieren.
Vermehrung und Anzucht

Wird eine Selbstaussaat gewünscht, dann wird der Goldlack nach der Blüte nicht kompostiert, sondern er bleibt mit den gebildeten Schoten stehen. Alternativ können die Schoten geerntet werden und, wie oben beschrieben, im Frühjahr zur Aussaat verwendet werden. Diese sollte in einem gut vorbereiteten Saatbeet erfolgen. In härteren Klimazonen werden die Jungpflanzen nach dem Austreiben in Töpfe vereinzelt, überwintern im Frühbeet und werden erst im kommenden Frühjahr ins Freiland ausgepflanzt.

Eine andere Möglichkeit der Vermehrung ist die Anzucht durch Stecklinge. Dazu genügen Rückschnittreste oder halbreife, nicht blühende Triebe, die einfach in die Erde gesteckt werden und sich dort verwurzeln. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Farbe der Blüten bekannt ist und besonders schöne Exemplare erhalten bleiben.

Krankheiten und Schädlinge

roter GoldlackStandorte, an denen bereits die durch Bodenpilze verursachte Umfallkrankheit aufgetreten ist, sollten nicht gewählt werden, denn der dafür verantwortliche Pilz schädigt die Pflanze unterirdisch und bewirkt, dass diese umfällt und abstirbt. Weitere Anfälligkeit für Krankheiten ist nicht bekannt.

Wissenswertes zum Goldlack in Kürze

Goldlack blüht farbenfroh und lange und ist nicht nur im zeitigen Frühjahr eine Augenweide, sondern bei geeignetem Standort und der entsprechenden Sorte eine Pflanze, die bis in den Herbst hinein erfreut. Dabei hat sie den großen Vorteil, sehr pflegeleicht zu sein und keine besonderen Ansprüche an Schnitt oder Düngung zu stellen. Für Hobbygärtner, die das ganze Jahr möglichst ohne viel Aufwand einen blühenden Garten genießen möchten, ist sie daher ideal geeignet. So ist Goldlack in fast jedem Bauerngarten zu finden.
  • Der Goldlack gehört zur Gattung der Schöteriche und in die Familie der Kreuzblütengewächse.
  • Es ist ein mehrjähriger, krautige Halbstrauch, dessen Blüten stark nach Veilchen duften. Deshalb wird die Pflanze auch als Gelbveilchen bezeichnet.
  • Die ganze Pflanze, besonders aber die Samen, ist durch Herzglykoside giftig und hautreizend. Hauptwirkstoff ist das Cheirotoxin.
  • Der Goldlack stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Von den 10 Arten der Gattung Goldlack ist nur eine in Europa heimisch.
  • Die Blüten erscheinen zeitig im Jahr, zwischen März und Mai an traubigen Blütenständen.
  • Im ersten Jahr bildet sich eine grundständige Blattrosette, im zweiten Jahr verholzen die Stängel und es bilden sich die Sprosse mit den schönen Blüten.