Knöterich, Schlingknöterich - Pflege, Schneiden und Bekämpfen

KnöterichDiese mächtig wachsende Schling- oder Kletterpflanze erreicht in kürzester Zeit schwindelerregende Höhen. Aus diesem Grund wird er als Flächenbegrünung für große Flächen gerne verwandt. Der Knöterich benötigt eine Rankhilfe, mit der können dann schnell unschöne Häuserfassaden in Höhe und Breite begrünt werden.

Knöterich - Steckbrief
  • botanischer Name: Fallopia baldschuanica, Polygonum baldschuanicum, Fallopia aubertii
  • ein weiterer deutscher Name ist: Vogel-Knöterich
  • Ursprung: erstes Vorkommen in Zentralasien, vornehmlich in China
  • Blätter: sind 5 - 8 cm lang, herzförmig, im Wachstum rot, später grün und im Herbst

    gelblich
  • Blüten: weiße, duftende Blütenrispen mit einer Länge von 16 - 18 cm
  • Nutzen: wird von Insekten jeder Art geliebt, besonders von Bienen
  • Blütezeit: von Juli bis Oktober
  • Wachstum: bis zu 10 Metern in der Höhe und stark verbreitert.
Pflege des Knöterichs

Der eher pflegeleichte Schlingknöterich benötigt einen Platz an der Sonne mit ein wenig Halbschatten. Mit ausreichend Licht kann er an den meisten freien Plätzen angepflanzt werden, es sind lediglich nördliche Lagen zu vermeiden. Beim Anpflanzen benötigt er eine Kletterhilfe, da er sehr schnell in die Höhe und Breite wächst. Nährstoffhaltige Gartenerde oder fruchtbaren Boden mit Humus bevorzugt die Schlingpflanze und mit diesem Bodengemisch kann er sowohl im Freien, wie auch in Kübeln angepflanzt werden. Besonders bei einer Kübelpflanzung ist der Knöterich in jedem Fall vor Trockenheit zu bewahren. So mag er es, wenn er in der trockenen Jahreszeit häufig bewässert wird. Dies sollte bei extrem hohen Temperaturen im Sommer jeden Tag geschehen. Im Frühling und Sommer sollte dem Gießwasser, ein- bis zweimal im Monat Dünger zugeführt werden, damit die Kletterpflanze gleichmäßig und schön wächst. Diese Düngung ist im Herbst einzustellen. Lediglich in harten Wintern wird ein Frostschutz empfohlen. Der Knöterich ist jedoch frostfest, zieht er sich dennoch zusammen, treibt er im Frühling erneut aus.

Schneiden der Schlingpflanze

Des einen Freud kann des anderen Leid sein. So wächst diese Pflanze in Jahr schon mal bis zu 8 Metern in der Höhe und enorm in der Breite, wenn man sie lässt. Dabei bildet sie einen immensen Stamm und umrankt, alles, was ihr in den Weg kommt. Der Wuchsgigant kann nur durch einen mächtigen Rückschnitt im ausgehenden Winter in Zaum gehalten werden. Dies sollte jährlich geschehen, damit sie am unteren Ende nicht kahl wird und danach umso schöner blüht. Anfallende Triebstecklinge können zur Vermehrung dienen. Die Aussaat dieser Stecklinge sollte im Juli bis August erfolgen. Sollten sich Zweige des Knöterichs zu weit in den Garten wagen, sind sie zu entfernen, denn für eine Mischbepflanzung eignet sich diese Schlingpflanze gar nicht. Sie würde die anderen Pflanzen durch ihren umschlingenden Wuchs erdrücken, weshalb sie auch nicht in der Nähe von Sträuchern und Bäumen gepflanzt werden sollte. Vor dem Rückschnitt sind auch immer wieder das Mauerwerk und das Dach zu überprüfen, denn dort kann die Pflanze auch erhebliche Schäden anrichten - auch beim Nachbarn.

src="images/2014/pflanzen/knoeterich-breit-hg-fl.jpg" alt="Mit Knöterich können große Flächen begrünt werden" style="margin-bottom: 6px; margin-left: 6px; margin-top: 6px; float: right;" height="235" width="235" />Blätter und Wuchs der Knöterichpflanze

Wenn der Knöterich älter wird, ist er schon schön anzusehen, mit seinem mächtigen Stamm und den herzförmigen, dunkelgrünen Blättern. Besonders wenn sich die unermüdlichen, feingliedrigen Blütenrispen zeigen,

die oft bis in den September hinein wachsen, dann ist er eine Augenweide. Übel ist nur der immense Auswuchs dieser Pflanze, der in Grenzen gehalten werden muss. Ansonsten überwuchert diese Pflanze den kompletten Garten nebst darauf stehendem Haus. Fall- und Regenrohre, Dachrinnen, selbst rissiges Mauerwerk ist nicht vor ihr sicher. Hat man sie in Form gebracht, dies sollte jedes Jahr geschehen, erfreut die Schlingpflanze den Gartenfreund mit überhängendem, mattenartigem, dichten Wuchs gleich einer Schleppe. Mit ausreichend Wasser versorgt, behält die Pflanze ihr Laub bis in den November hinein und der Anblick der wechselnden Laubfarbe von rot = jungen Blättern über grün = allgemeine Laubfarbe bis hin zu gelblich = Herbstfärbung erfreut des Gärtners Herz.

Schädlinge und Rankhilfen

Rankhilfen können zu Anfang, nach der Aussaat, Stäbe oder Stöcke sein, und wenn der Knöterich eine bestimmte Wuchsform erreicht hat, sollten starke Seilsysteme oder stabile Holzkonstruktionen her, die ihn in der gewünschten Form halten. An diesen Seilsystemen wächst er rasend schnell in Höhe und Breite. Mit diesen Systemen können wahre Meisterwerke an großen Häusern entstehen oder sie können als Sichtschutz-Kletterhilfe dienen. Auch wirkt eine Bepflanzung z.B. von Laternen oder Hauseingängen eher romantisch. Nicht zuletzt sorgen die knotenartigen Verdickungen am Stamm, woher er vermutlich seinen Namen hat, auch für dieses romantische Empfinden.

Bei aller Schönheit ist der Knöterich nicht gefeit vor Schädlingen. Diese kommen häufig in Form von Blattläusen vor, die mit chemischen Mitteln bekämpft werden können. Diese Mittel kann man schon ins Gießwasser geben, um die Eier abzutöten. Bei einem akuten Befall von Blattläusen hilft eine Lösung aus Schmierseife und Brennspiritus mit der man abends die Pflanze besprüht, 10 Minuten wartet und dann die komplette Pflanze inklusive der toten Blattläuse abspritzt. So sollte man ein paar Wochen Ruhe haben. Im Allgemeinen gilt jedoch, dass eine kräftige, gut gedüngte und gegossene Pflanze solch einen Befall überlebt.

Wissenswertes zum Knöterich in Kürze

Der Knöterich ist eine Schlingpflanze mit enormer Wuchskraft und ist deshalb für große Flächen als schnelle Begrünung sehr beliebt. Da er stark wuchert und alles umschlingt, was er erreichen kann, ist er nicht überall zum Anpflanzen geeignet. Besonders ungünstig ist es, ihn neben Bäume zu setzen. Diese werden regelrecht von ihm eingesponnen, wenn man nicht Acht gibt und ihn zurückschneidet. Der Knöterich ist im Volksmund auch als Rankmonster bekannt. Die Pflanze kann 9 bis 15 Meter hoch wachsen. Der Jahreszuwachs beträgt 9 Meter!
  • Ursprünglich stammt der Knöterich aus Tadschikistan.
  • Die Pflanze ist mehrjährig und sehr anspruchslos.
  • Sie benötigt einen vollsonnigen bis halbschattigen Standort.
  • Auch im Schatten ist der Knöterich lebensfähig.
  • Der Boden sollte feucht und nährstoffreich sein, das fördert das Wachstum und die Laubhaftung bis in den Herbst hinein.
  • Die Blätter sind mattgrün und von oval zugespitzter Form. Im Herbst wechseln sie zu hellgelber Farbe.
  • Knöterich blüht den ganzen Sommer langDer Knöterich blüht unermüdlich von Juli bis September.
  • Die Blüten sind weiß, sehr filigran und üppig und bilden bis zu 30 cm lange Rispen. Früchte (Nüsschen) sind selten.
  • Ein kräftiger Schnitt im ausgehenden Winter wird von der Pflanze gut vertragen.
  • Oft muss er ganz rabiat beschnitten werden, weil er sich sonst zu weit ausbreitet.
Der Schlingknöterich vermag Dachziegel auszuhebeln und Mauerwerk und Fundamente zu zerstören. Er kann zentnerschwer werden und sogar große kräftige Bäume umreißen! Der Knöterich ist als Mischbegrünung nicht geeignet, da er die anderen Pflanzen stark verdrängt. Vermehrt wird der Knöterich durch Triebstecklinge.
  • Der Knöterich benötigt eine stabile, wenn möglich stabartige Rankhilfe, die auf Wuchshöhe und Breite abgestimmt sein muss.
  • Fallrohre, Dachrinnen usw. dürfen nicht erfasst werden. Normale Zäune und Sichtschutzwände werden in kürzester Zeit überwuchert.