Männertreu, Lobelien - Pflege und Überwintern

MännertreuMännertreu oder Lobelie ist der berühmte blaue Dauerblüher unter den Glockenblumengewächsen, der hierzulande viele Balkonkübel und Blumenampeln erobert hat. Bei einer reichen Blüte, die so wenig Pflege einfordert, ist diese Belebtheit kein großes Rätsel.

Männertreu fühlt sich im hiesigen Klima wohl, trotz seiner Herkunft aus den tropischen Regionen Südamerikas. Die häufigste Art trägt den klingenden Namen 'Kristallpalast' und beeindruckt mit tiefblauen Blüten.

Ein geeigneter Standort für Männertreu ...

...ist genau das, was Männertreu braucht. Grundsätzlich gilt:

Je mehr Licht, desto üppigere Blütenbildung. Von den üblichen sind die hängenden Sorten zu unterscheiden. Letztere gedeihen in der Blumenampel besser. Bei warmen Temperaturen entwickelt sich die Pflanze dann am besten. Aber sie verträgt auch Halbschatten und tiefere Werte. Nur echten Frost übersteht der Südamerikaner nicht. Da die Pflanze ohnehin einjährig ist, dürfte das Winterfrösteln nicht weiter schlimm sein. Ihren Boden schätzt die Lobelie gut strukturiert, salzarm und mit einem pH-Wert um 5,0. Unter diesen Bedingungen kommt Männertreu als bunte Kübelunterpflanzung oder im Zusammenspiel mit Petunien wunderbar zur Geltung.

Lobelien selber ausbringen und ziehen

Wer sich sein Männertreu erhalten will, sammelt nach der Blütezeit einfach die Samen und bringt sie im Februar in den Topf. Auch die Aussaat sollte demnach zwischen März (wenn warm, Ende Februar) und April stattfinden, sofern auch kein Frost mehr zu erwarten ist. Ansonsten muss das Männertreu in der Wohnung stehen, bevor es auf den warmen Balkon kann. Dann darf schon im Januar ausgesät werden. Die Samen braucht nur etwa 5 bis 15 Tage für ihre Keimung. Es geht schnell, aber mindestens 16 °C. Kleiner Tipp: Den Topf mit Glas oder Folie abdecken. Dadurch bleiben darunter Luftfeuchtigkeit und Temperatur konstant. Das wirkt wie ein schützendes Gewächshaus. Die Abdeckung muss aber unbedingt transparent sein. Lobelien sind Lichtkeimer. Gedüngt wird jetzt, wenn überhaupt, nur minimal mit etwas Flüssigdünger.

Gute Pflege, kein Trockenstress

MännertreuMännertreu "giert" vor allem nach Wasser. Gerade bei Sonne sollte reichlich gegossen werden. Nur Staunässe darf nicht entstehen. Zusammen mit dem Gießwasser sollte die Lobelie einmal pro Woche gedüngt werden. Mehr nicht, denn auch hier ist die Pflanze genügsam. Phosphor-betonter Dünger schenkt Blühkraft. Manchmal sogar zu viel Blühkraft. Denn wie zum Beispiel Sonnenblumen, wird Männertreu leicht blühfaul, wenn scheinbar genug für den Fortbestand angelegt ist. Es ist an der nachlassenden Blühkraft zwischen Mai und Juni zu erkennen, wenn schon reichliche Samenansätze gebildet sind. Dann darf ein durchaus forscher (also halber) Rückschnitt erfolgen. Danach düngt der Hobbygärtner nach und darf bei günstiger Entwicklung eine weitere starke Blütezeit erhoffen. Diese hält bis zum ersten Frost. Dann geht die in der Regel einjährige Pflanze unweigerlich ein.

Überwinterung von Männertreu?

Eine
Überwinterung erübrigt sich. Es soll aber auch Fälle von besonders ausdauernden Pflanzen geben, die mehrjährig blühen und einfach im Kalthaus überwintern. Die zierlichen Pflanzen lassen sich aber kaum "einpacken" - würde vermutlich mehr Schaden anrichten, als helfen. De facto gelingt Überwinterung leider so gut wie nie. Die Blume ist offiziell einjährig. Ausnahmen blühen in den Tropen.

Die Vermehrung  erfolgt durch Samen.

Männertreu sollte zwischen Februar und April in Saatgefäßen angezogen werden. Lobelien sind Lichtkeimer. Sobald die Sämlinge stark genug sind, können sie ausgepflanzt werden, jedoch nicht vor den Eisheiligen. Jungpflanzen sind salzempfindlich und dürfen deshalb nur wenig gedüngt werden.

Pflegefehler

Staunässe kann bei Lobelien genauso "mörderisch" sein wie Trockenstress. Es gibt Symptome, die auf spezifische Krankheiten hindeuten. Welken und vertrocknen Blüten in auffälliger Zahl, dann leidet die Lobelie an Wassermangel. Wie beschrieben, ist ihr Wasserbedarf, gerade bei sonnigem Wetter, hoch. Wind verstärkt den Effekt noch. Staunässe äußert sich allerdings durch dieselben Anzeichen. Bei ausreichender Bewässerung - eventuell sogar durch ein automatisches Bewässerungssystem - reguliert sich der Wasserhaushalt. Alternativ verraten günstige Feuchtigkeitsmesser, wann es genug ist. Es gibt weitere Tricks, um den Wasserhaushalt zu regeln, beispielsweise eine Tonscherbe am Boden des Kübels. Wirkungsvoll aber aufwendiger ist eine Drainage, bestehend aus Vlies und Kies, am Topfboden. Daneben sind folgende Symptome typisch für eine "Überwässerung":
  • Pilze: oft weißer Flaum am Boden (radikale Lösung: Erde komplett austauschen)
  • Wurzelfäule: Schadbild welke Pflanzen, von den Spitzen her absterbende Wurzeln
  • Stängelgrundfäule/ Wurzelhalsfäule: einzelne Triebe welken, braune Stellen durch Pilzbefall
Krankheiten und Schädlinge

Männertreu bevorzugt einen trockenen und sonnigen StandortIn der Regel ist das Männertreu resistent gegen Pflanzenkrankheiten und wird meist auch von Parasiten verschont. Ein verbreiteter Feind der Pflanze heißt: Tospoviren. Der Überträger sind Thripse (Franzenflügler), die die Blätter anstechen und aussaugen. Hierbei verfärben sich die Blätter flächig lila und weisen teils weiße Flecken auf. Es ergibt sich ein dem sogenannten "Sonnenbrand" ähnliches Bild. Als nächstes vertrocknen die Blätter ganz, die Pflanze stirbt ab. Befallene Pflanzenteile sollten hier schnellstmöglich entfernt werden. Gegen die Viren an sich gibt es kein Mittel. Um die Pflanzen vor Infektionen zu schützen, lassen sich dafür die Thripse in eine Falle locken. Dafür ist über dem Männertreu eine blaue Leimtafel aufzuhängen. Das reduziert das Befallsrisiko wenigstens und zeigt die Menge der Thripse an.

Wissenswertes zum Männertreu in Kürze

Lobelia erinus bestechen mit großer Blütenpracht, von der Hobbygärtner aber nur dann im vollen Umfang profitieren, wenn der Balkon warm und sonnig ist. Männertreu stellt wenige Ansprüche an die Pflege: Wöchentliches Düngen und manchmal ein Rückschnitt. Besonders bei viel Sonne und Wind muss dafür reichlich gegossen werden. Hilfsmittel wie Feuchtigkeitsmesser oder Bewässerungssysteme garantieren einen soliden Wasserhaushalt.
  • Die Pflanzen gehören zu den Glockenblumengewächsen. Die Gattung Lobelia (Lobelie) umfasst etwa 365 Arten.
  • Ursprünglich stammt das Männertreu aus dem südlichen Afrika. Dort ist es eine mehrjährige Pflanze, bei uns allerdings nur einjährig.
  • Hierzulande ziert Männertreu vor allem Balkonkästen, Kübel und er kommt auch in Rabatten in vorderster Reihe gut zur Geltung.
  • Als Unterpflanzung von größeren Kübeln ist Männertreu ebenso gut geeignet, sofern der Standort sonnig ist.
  • Das Männertreu ist eine niedrigwüchsige, buschige, kriechende oder hängende, krautige Pflanze.
  • Sie zeichnet sich durch äußerste Blühfreudigkeit aus. Ihre unzähligen, zierlichen Blüten leuchten in verschiedenen Farben.
  • Sie erscheinen von Mai an in den Farben Blau, Hellblau, Weiß, Violett, Rosa, Rot oder Purpur. Das Zentrum der Blüte ist weiß oder gelb.
  • Das Männertreu bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen humosen, tiefgründigen Boden.
  • Die Erde sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, Trockenheit nimmt die Pflanze übel, übermäßige Nässe ebenfalls.
  • Um den Blütenreichtum zu erhalten, sollte man Männertreu Ende Juli einmal kräftig zurückschneiden.
  • Kälte schädigt die Pflanzen. Gedüngt werden sollte alle 14 Tage.