Marienglockenblume, Campanula medium - Pflege

glockenblume lila breit hg flDie Marienglockenblume wird zu der Familie der Glockenblumengewächse gezählt. Sie besitzen die größten Blüten unter den Glockenblumen und wird daher von vielen Hobbygärtnern als besonders schön empfunden. Bei wohl gewähltem Standort und richtiger Pflege kann die zweijährige Pflanze eine Wuchshöhe von bis zu 1 Meter erreichen.

Ursprünglich stammt die beliebte Blume aus Italien und Südostfrankreich. Heute ist sie in den meisten Teilen Europas verbreitet.

Standort für Marienglockenblumen

Der ideale Standort für die Pflanze ist ein

sonniges bis halbschattiges Plätzchen im Garten des Hobbygärtners. Der Ort sollte etwas windgeschützt liegen, da die zarten Stängel der Pflänzchen bei Windböen gefährlich im Wind wiegen und drohen abzubrechen.
  • Es werden keine besonderen Anforderungen an den Boden gestellt.
  • Er sollte lediglich leicht kalkhaltig und durchlässig sein, sodass sich keine Staunässe bilden kann.
  • Ein lockerer, nährstoffreicher Boden in einer Ecke des Gartens ist völlig ausreichend.
Düngung von Marienglockenblumen

Bei einem nährstoffreichen Boden muss die genügsame Marienglockenblume überhaupt nicht gedüngt werden. Bei karger Erde bietet sich eine regelmäßige leichte organische Düngung an.
  • Kompost ist sehr gut als Düngemittel geeignet.
  • Alternativ kann etwas Hornspäne im Frühjahr verstreut werden.
  • Auf einem Bauernhofbetrieb dient der Stallmist ebenfalls als Dünger.
Wässerung der Pflanzen

Die Pflänzchen sind regelmäßig zu gießen. Zur Bestimmung der richtigen Gießintervalle sollte der Boden rund um die Gewächse ertastet werden. Ist dieser beinahe trocken und nur noch ganz leicht feucht, sollte gegossen werden. Sicherlich spielen auch der Standort und der Untergrund zur Bestimmung der richtigen Gießzeitpunkte eine entscheidende Rolle.
  • Staunässe unbedingt vermeiden, sonst bildet sich Wurzelfäule!
  • An sonnigen Standorten mehr wässern, da die Erde schneller austrocknet.
Blütenbildung und Vermehrung

Die Blütenform der Marienglockenblume ist besonders imposant. Sie blüht in der Zeit von Juni bis Juli im Sommer nach der Aussaat in den Farben Weiß, Blau, Rosa und Violett. Sobald die Blüten verblüht sind, sollten sie ausgeputzt werden, damit die Bildung weiterer Blüten ermöglicht wird.

Die Pflanze bildet im zweiten Jahr nach der Aussaat eine Blüte, bildet Samen und stirbt danach ab. Die Samen können verwendet werden, um damit die nächste Generation heranzuziehen. Wird die Pflanze direkt im Garten ausgesät, so sollten am besten gleich mehrere Pflanzen nah beieinander gepflanzt werden, da jede Marienglockenblume in der Blütezeit nur einen Blütenstil bildet und so eine farbenfrohe Mischung bzw. neidische Blicke des Nachbarn garantiert sind.
  • Marienglockenblumen sind Lichtkeimer, das heißt der Samen darf nicht mit Erde bedeckt werden!
  • Die Aussaat erfolgt bei etwa 20 °C im heimischen Garten.
  • Für einen schnellen Wachstumsprozess wird spezielle Aussaaterde empfohlen.
  • Die Jungpflänzchen müssen vor Schnecken geschützt werden. Hier bietet sich eine Aussaat in Tontöpfe an.
  • Die Keimdauer liegt zwischen 30 und 90 Tagen.
  • Die Verwendung einer Folie ist empfehlenswert.
  • Der Standort sollte hell und sonnig
    bis halbschattig sein.
  • Der Boden ist feucht zu halten, aber nicht nass!
  • Die Pflanzen können in den eigenen vier Wänden vorgezogen werden.
  • Sind die Sprösslinge einige Zentimeter hoch, sollte man sie pikieren.
  • Nach dem Pikieren ist ein Mindestabstand von 8 cm zwischen den Pflanzen zu wählen.
  • Im Spätsommer werden die Pflanzen im Garten im Abstand von mindestens 15-20 cm ausgepflanzt.
Überwinterung der Marienglockenblume

Die Marienglockenblume ist eine zweijährige Pflanze. Sie muss also einen Winter überstehen. Die Pflanze besitzt

eine gewisse Frosthärte, dennoch sind besonders eisige Winter mit längeren Kälteperioden auch für die robuste Blume zu viel.
  • Im Winter nur sehr wenig gießen, da feuchte Erde durch die Gefahr der Frostbildung im Erdreich der Pflanze noch mehr abverlangt.
  • Die Blattrosetten der Jungpflanzen können vorsichtig mit etwas Reisig oder feinem Rindenmulch bedeckt werden.
Weiß blühende GlockenblumenSchädlinge und Krankheiten

Die Marienglockenblume kann von Blattläusen befallen werden. Blattläuse fühlen sich besonders in Monokulturen wohl. Der Gärtner kann die Gefahr des Schädlingsbefalls weitgehend minimieren, indem er die Pflanzen zwischen andere Gewächse setzt und so Mischkulturen bildet. Wird das Erdreich über einen längeren Zeitraum zu feucht gehalten, so kann sich Wurzelfäule bilden, was sich dadurch erkenntlich zeigt, dass zunächst einzelne Blätter verwelken und absterben, bevor letztendlich die gesamte Pflanze abstirbt. Verschiedene Arten von Marienglockenblumen werden auch immer wieder von Rostpilzen befallen. Achtung: Die Jungpflanzen stellen eine besondere Delikatesse auf dem Speiseplan der Schnecken dar!
  • Marienkäfer und die Larven vieler Fliegen sind natürliche Feinde der Blattläuse.
  • Staunässe vermeiden!
Ist der Boden sehr feucht, das Gießen komplett einstellen, nach Möglichkeit die feuchte Erde ersetzen und durch trockene, frische Erde ersetzen.
  • Gegen Schnecken kann ab dem Frühjahr Schneckenkorn ausgestreut werden.
  • Alternativ die Marienglockenblumen in Kübeln anpflanzen oder die Schnecken täglich mehrmals von Hand absammeln.
Wissenswertes zur Marienglockenblume in Kürze

Die Pflanze darf in keinem hochwertigeren Blumengarten fehlen. Die besonders großen und farbenprächtigen Blüten sind ein Highlight und ein Blickfang für vorbeilaufende Passanten oder Nachbarn. Die Pflanzen sind sehr robust und können selbst von Laien erfolgreich hochgezogen werden, wenn diese einige Grundprinzipien beachten. Die Blumen sind auch bei Gärtnereien als Schnittblumen sehr beliebt, weswegen sie mitunter großflächig auf ausgewählten Ackerflächen angebaut werden. Erfolgt ein Vorziehen der Pflanze in den eigenen vier Wänden und kann die Pflanze aufgrund der guten Witterungsverhältnisse bereits im Mai ausgepflanzt werden, kann bei entsprechendem Sommer bereits im Spätherbst eine Blüte erreicht werden.

Vorzüge
  • Die Marienglockenblume erkennt man an ihren großen pastellfarbenen Blüten, die an langen Stängeln sitzen.
  • Sie ist eine gute Schnittblume und kann 50 bis 90 cm hoch werden. Die Blütezeit dauert von Mai bis Juli, in den Farben Weiß, Blau oder Rosa.
  • Ideal ist diese Glockenblume für den Bauerngarten, aber sie wirkt auch in anderen Gärten.
  • Marienglockenblumen passen gut zu Rosen, Rittersporn, Margeriten, Stockrosen und Hortensien.
  • Der Nachteil dieser Glockenblumenart: Sie ist leider nur zweijährig und muss daher jedes Jahr neu ausgesät werden.
Pflanzsubstrat
  • Am besten nährstoffreich, frisch und locker.
  • Auf keinen Fall Staunässe riskieren!
  • Marienglockenblumen lieben kalkhaltige Böden.
Schneiden
  • Lange Stängel anbinden, damit sie bei Wind nicht brechen!
  • Verblühtes am besten ausputzen, das fördert die Neubildung von Blüten.
Glockenblumen gedeihen im Freiland wie in TöpfenDa die Marienglockenblume nur zweijährig ist, kann sie nach dem Abblühen aus dem Beet oder Pflanzkübel entfernt werden (nach der Entnahme von Samen). Das Schneiden entfällt daher.

Vermehren

Die Marienglockenblume kann in Töpfen oder im Freiland ausgesät werden. Töpfe sind schneckensicher. Schnecken lieben die jungen Pflänzchen.
  • Aussaat bei etwa 20 °C vornehmen, dazu Aussaaterde verwenden.
  • Marienglockenblumen sind Lichtkeimer, also Samen nicht bedecken!
  • Tüte über Pflanzgefäß halten.
  • Geduld bewahren: Die Keimung dauert 30 bis 90 Tage.
  • Das Lüften nicht vergessen!
Wer schon im Februar/März aussät und im Mai auspflanzt, kann eine Blüte im selben Jahr erreichen.

Fazit der Redaktion

Die Marienglockenblume ist eine der schönsten und auffälligsten Glockenblumen. Es gibt normal und gefüllt blühende Exemplare. Die Pflanze ist robust und wenig anspruchsvoll. Das einzige Problem bei der Pflege sind Schnecken. Die sollte man von den jungen Pflanzen fernhalten!