Das Thema Unkraut ist ein weites Feld, versteht doch Jeder etwas Anderes unter diesem Begriff. Was für einen Gärtner mit einem sehr gepflegten Garten schon unter Unkraut läuft, ist für einen Gartenbesitzer der ein ökologisches Nahrungsnetz aufbauen möchte, wertvoller Pflanzenbewuchs, können sich doch Nützlinge breit machen und für ein ausgeglichenes Ökosystem sorgen. Von Unkraut wird also immer dann gesprochen, wenn eine gewisse Pflanze als störend empfunden wird. Es gibt verschiedene Gründe warum einige Pflanzen als störend empfunden werden. Zum eine ist es der wirtschaftliche Gesichtspunkt, wenn ein Unkraut Erntepflanzen in der Entwicklung stört und es zu einem befürchteten Schaden kommen könnte.
Ein anderer Störfaktor ist der ästhetische Grund. Einige Pflanzen, dessen Samen vom Wind oder durch Vögel herbeigetragen wurde und sich zufällig angepflanzt haben, passen aus Sicht des Gärtners einfach nicht in das Gesamtbild und werden deshalb vernichtet.
Wer also ein Blumenbeet angelegt hat und sich daran erfreuen möchte, wird auf Disteln und Brennnesseln, um nur mal ein Beispiel zu geben, gut verzichten wollen.
Zusammenfassend kann man also sagen, ob ein Unkraut ein Unkraut ist, liegt im Sinne des Betrachters. Als die in den 1960er Jahren aufkommende Umweltbewegung auf ihrem Höhepunkt war, wurde sogar gefordert Unkraut in Wildkraut umzubenennen. Diese Forderung wurde jedoch abgewiesen, weil Wildkräuter im Grunde eine ganz andere Bedeutung haben. Da das Wort Unkraut für einige unsinnig ist, wird heute über Beikräuter oder Begleitwuchs gesprochen.
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