Rasen mulchen mit Rasenschnitt

richtig Mulchen mit einem MulchmäherDie Natur steht wieder einmal Pate: unter natürlichen Bedingungen ist der Boden immer bedeckt. Sei es durch pflanzliche Abfälle oder durch die lebende Vegetationsdecke. Nackten Boden gibt es nur in der Wüste...

Mulchen mit Rasenschnitt eignet sich besonders für Gemüse- oder Blumenbeete, speziell dann, wenn die tägliche Zeit zur Betreuung nicht gegeben ist. Denn richtiges Mulchen kann Wässern und Hacken weitgehend ersetzen.


Die Vorteile:

  • hält die Feuchtigkeit im Boden und sorgt bei Hitze für kühle Wurzeln
  • schützt vor Winderosion
  • verbessert die

    Bodenqualität - weil Rasenschnitt schnell verrottet und dadurch zu natürlichem Dünger wird
  • unterdrückt weitgehend das Unkraut
  • bildet einen Schutzmantel für die Bodenlebewesen (Mikroorganismen)
  • unterstützt den Kreislauf der Natur
  • verhindert das Verkrusten des Bodens

Was zu beachten ist:
 

Das Unkraut muss vorher ziemlich gründlich entfernt werden. Die Mulchdecke aus Rasenschnitt darf nicht dicker als 2 cm sein, weil sie sonst bei der Verrottung verdichten und den Luftaustausch behindern würde. Außerdem bietet sich sonst Mäusen zum Quartier an! Besser ist es, die Schicht öfter zu erneuern, wenn sie verrottet ist, und sie immer wieder einmal leicht aufzulockern!

Der Rasenschnitt sollte leicht angetrocknet und angewelkt sein, bevor man ihn aufträgt. Frischer Schnitt klebt zu stark zusammen und beginnt zu faulen. Außerdem lockt frischer Rasenschnitt Schnecken an.

Rasenschnitt wird direkt verwendet, wie er aus dem Fangkorb des Rasenmähers anfällt. Die Mulchschicht darf aber nicht zu dick sein, sonst kann es zu Fäulnis kommen. Etwa 8 cm hoch darf die Schicht aus frischem Rasenschnitt sein. Diese fällt beim Trocknen zusammen und beträgt dann noch etwa 4 cm. Außer Unkraut dürfen auch keine blühenden Gräser enthalten sein!

je höher das Gras, desto schwieriger das MulchenNegative Erfahrungen


Viele Gartenfreunde sind vom Mulchen mit Rasenschnit weniger begeistert. Der Halmdurchmesser ist für eine brauchbare Mulchdecke zu gering. Deshalb wird in der Regel eine zu dicke Schicht aufgetragen. Bei frischem Rasenschnitt kann es daraufhin zu einer Heißrotte kommen. Selbst getrockneter Rasenschnitt ist nicht ideal. Solange es nicht regnet, ist alles bestens, aber wenn Regen- oder Gießwasser auf das Gras treffen, pappt die Schicht zusammen.

Alternative


Besser ist wohl, den Rasenschnitt auf eine schon vorhandene Mulchschicht aufzustreuen. Die Schicht sollte nicht dicker als 1 bis 2 cm sein. Dann trocknet sie leicht und verrottet dosiert nach unten.

Wiesenschnitt


Wiesenschnitt wird dagegen grundsätzlich empfohlen. Auch Unkräuter stören darin nicht. Wiesenschnitt sollte idealer Weise frisch verwendet werden. So geht die unterste Schicht schnell in die Verrottung über. Die oberste Schicht trocknet

zu Heu. Wiesenschnitt, der übrig ist, kann gelagert werden. Man kann das Schnittgut bis zu einem Meter hoch stapeln. Die beginnende Verrottung ist ein positiver Aspekt.  Auch Schimmelbildung ist nicht schlimm.
Wiesenschnitt kann bis 20 cm hoch geschichtet werden. Die dicken Halme sorgen für Luftabschluss.
Beachten muss man, dass keine trockenen Flächen mit Wiesenschnitt gemulcht werden. Die Niederschlagsmenge wird stark gepuffert. Es kommt viel weniger Wasser im Boden an. Ansonsten muss stark gewässert werden. Um Verschlämmung muss man sich ja keine Sorgen machen.

Fazit


Über Sinn und Unsinn der Mulchmethode mit Rasenschnitt streiten sich noch die Gelehrten. Viele empfehles es, andere sind dagegen. Am

besten ist, man probiert es einmal selbst aus. Anfangen sollte man mit einer kleinen Fläche, nicht gleich den ganzen Garten mit Rasenschnitt mulchen! Nur wer es selbst ausprobiert, wird hinterher wissen, ob Mulchen mit Rasenschnitt empfehlenswert ist oder doch eher nicht.

Das Mulchen lockt eine Menge willkommene Gäste in Ihren Garten

Die Gartenböden, die es in den typischen Hausgärten leider immer noch gelegentlich zu besichtigen gibt, die nackten und bloßen Böden, die gibt es eigentlich überhaupt nicht. Sie werden in der Natur nur sehr sehr selten einen Boden sehen, der nicht bewachsen ist, und der ist dann meist auch nicht in Ordnung. Üblicherweise wachsen auf dem Boden kleine Pflanzen, die der Lebensraum zahlreicher verschiedener Mikroorganismen und etwas größerer Tierchen wie Regenwürmer sind. Und diese Tierchen sorgen dafür, dass der Boden den Pflanzen Nährstoffe zur Verfügung stellen kann, ohne sie gibt es keinen Humus und letztlich auch kein Pflanzenwachstum.

Wenn ein Garten lange ohne schützende Bodenbedeckung bewirtschaftet wurde, hat diese nützliche Bodenbevölkerung dem Boden nicht selten zu großen Teilen den Rücken gekehrt, auf sterilem Boden können sie nicht überleben. Wenn Sie jetzt Mulch aufbringen, haben die Bodenarbeiter wieder etwas zu fressen, sie sind ja auch für die Verarbeitung von überflüssigen Pflanzenmaterialien zuständig. Gleichzeitig schützt die Mulchschicht die sich gerade neu entwickelnden Bodenlebewesen, sie bleiben gerne auch den Winter über unter der Mulchschicht und stellen bis zum Frühjahr eifrig wertvolle, nährstoffreiche Gartenerde her.

Mulchen mit Rasenschnitt von Frühjahr bis Herbst

Mulchen sorgt für kräftiges WachstumDie Rasenabfälle der ersten Schnitte können den Gemüsebeeten zugutekommen, wenn die kleinen Gemüsepflanzen mindestens 10 cm hoch sind. Konzentrierter Rasenschnitt darf wie gesagt nur in angetrocknetem Zustand und dünn aufgetragen werden, Sie können aber den Rasenabfall mit einer Menge anderer Gartenabfälle mischen. Beispielsweise können Sie dem Mulch auf den Gemüsebeeten zerkleinerte Gemüseabfälle wie Blätter und Schalen und ein wenig groben Kompost untermischen, schon ist die Fäulnisgefahr weitgehend gebannt.

Sie können den Rasenmulch auch mit den zerkleinerten Heckenabfällen des Frühjahrsschnitts und falls vorhanden ein wenig Rindenmulch mischen, dieser Mulch ist aber besser dazu geeignet, den Boden unter (fruchttragenden) Sträuchern zu verbessern als auf dem Blumen- oder Gemüsebeet ausgebracht zu werden.

Wenn Sie Erdbeerbeete angelegt haben, können Sie kurz vor der Ernte mit Rasenschnittgut mulchen, dem etwas Stroh untergemischt wurde, dann bleiben die Erdbeerfrüchte schön trocken.

Immer wenn holziges Material beteiligt ist (wozu auch Stroh zählt), wird dem Boden bei der Verrottung Stickstoff entzogen, dieser Verlust müsste also während der Wachstumssaison mit stickstoffhaltigem Dünger ausgeglichen werden.

Zum Herbst hin können Sie dann aus dem Grasschnittmulch einen richtigen Flächenkompost machen, der über den Winter den Boden nährt und schützt. Sie mischen so viel wie möglich an Pflanzenresten usw. darunter und lassen die ausgewählten Bereiche über den Winter unter einer dicken Decke verschwinden.

Wenn Sie den Rasen selbst mit dem Schnittgut mulchen möchten, steht auch dem an sich nichts entgegen. Falls Sie den Sommer über jedoch das gewohnte Bild der gleichmäßig grünen Rasenfläche genießen möchten, sollten Sie sich doch besser einen Rasenmäher mit Mulchfunktion anschaffen: Nur er macht den Rasenabfall so schön klein, dass er zwischen die Rasenpflanzen auf den Boden fällt und sich praktisch überhaupt nicht störend bemerkbar macht.