Rasen vertikutieren

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Vertikutieren - für einen gesunden Rasen: Oftmals hört man, dass man den Rasen vertikutieren sollte, damit er wieder prächtig wächst und gut atmen kann. Doch oft wird auch das Vertikutieren mit dem Lüften des Rasens verwechselt.


Fakt ist: Das Vertikutieren des Rasens ist sehr empfehlenswert und effektiv, sowohl auf kleinen und großen wie auch auf jungen und alten Rasenflächen. Das Lüften oder Aerifizieren des Rasens hingegen ist nicht unbedingt notwenig.

Rasen vertikutieren - so geht's

Beim Vertikutieren wird mittels einer Harke oder eines ...


Elektro- bzw. Benzinmotors der weit verbreitete Moosfilz aus dem Rasen gerissen und Wurzeln so zerstört, dass kein neues Moos wachsen kann:

  • Die mit Motor betriebenen Geräte arbeiten mit Krallen und Wiederhacken, die das Moos direkt aus dem Rasen herausreißen und auffangen. 
  • Der Rasen selbst wird dabei nur wenig beschädigt, sondern vor allem von abgestorbenem Gras befreit.
  • Nach dem Vertikutieren kann sich der Rasen wieder besser ausbreiten und gesund wachsen.

Ein handbetriebenes Vertikutiergerät kann man bereits für unter 40 Euro im Baumarkt kaufen. Größere Vertikutierer kann man bei guten Baustoffhändlern oder im Baumarkt kostengünstig ausleihen. Ausleihen ist dahingehend besser, da man nur ein bis zwei Mal im Jahr vertikutiert: Es empfiehlt sich im Frühling (April) und im Herbst (Anfang bis Mitte Oktober). 

Rasen lüften - wo besteht der Unterschied?

Oftmals mit dem Vertikutieren verwechselt, ist das Lüften des Rasens ein vollkommen anderer und vor allem aufwändigerer Prozess. Beim Lüften werden durch eine Maschine oder per Hand viele kleine Löcher in den Boden gerammt. Diese werden anschließend mit Sand gefüllt und dienen dazu, dass Wasser besser abfließen und versickern kann. Man setzt das so genannte Aerifizieren daher nur bei Rasen mit Staunässe ein.

Eine gute Alternative dazu ist das breitstreuen von feinkörnigem Sand über dem Rasen. Der Sand gelang durch Regen an die Erdoberfläche und wird dann von Regenwürmern untergraben, was im Grunde den gleichen Effekt bringt.

Warum vertikutieren?

Das Vertikutieren des Rasens ist sinnvoll, da so die Wurzeln von Moos und Unkraut zerstört werden, ungeliebtes altes Schnittgut wird entfernt, Rasenfilz verschwindet und der Rasen kann wieder ungehemmt und besser belüftet wachsen.

Das Vertikutieren ist übrigens nicht mit dem Rasenlüften zu verwechseln. Das Lüften ist eine sehr zeitaufwendige Tätigkeit, bei der dem Rasen viele kleine Löcher zugefügt werden, die mit Sand gefüllt werden, damit Wasser besser ...


abfließen kann und sich nicht staut.

Nach dem Vertikutieren sollte der Rasen / Rollrasen mit Kalk versetzt werden, um neues Moos am Wachsen zu hindern, da Moos sauren Boden benötigt und der zugefügte Kalk den pH-Wert des Bodens neutralisiert.

Rasen vertikutieren - Kampf gegen den KleeWann wird vertikutiert?

Sobald die Bodentemperaturen etwa 10 °C betragen, was meist schon um die Osterzeit der Fall ist, wird der Rasen gemäht und zwar tief, am besten mit der zweittiefsten Stufe am Rasenmäher. Danach wird vertikutiert. Je nachdem, wie viel Filz, Moos und Unkraut aus dem Rasen geholt werden müssen, muss die Tiefe eingestellt werden. Je mehr getan werden muss, um so tiefer einstellen!
Auch im Herbst kann noch einmal vertikutiert werden. Die beste Zeit dafür ist Anfang September.

Wichtig ist, dass der Boden nicht zu nass ist! Die Rasenfläche muss trocken sein, also nicht unmittelbar nach Niederschlag vertikutieren!
Wenn einige Jahre nicht vertikutiert wurde, sollte man die Fläche zweimal abfahren!

Frisch angelegte Rasenflächen sollten die ersten beiden Jahre nicht vertikutiert werden, um die noch nicht fest verwurzelten Gräser nicht herauszureißen!

Länge X Breite

Effektiv ist, den Rasen einmal in der Länge und einmal in der Breite abzufahren. So werden die besten Ergebnisse erzielt. Zwischendurch sollte man die Fläche abharken. So kann man auch gut erkenen, wo man evtl. ein zweites mal darüberfahren muss.
Alternative

Wer den Kauf eines Vertikutierers sparen möchte und wem Arbeit nichts ausmacht, der kann auch mit einem stabilen Rechen, besser einem Vertikutierrechen, den Rasen per Hand von Unkraut und Moos befreien. Das ist zwar nicht so effektiv, wie mit einem entsprechenden Vertikutierer, schafft aber auch Luft und der Rasen kann besser gedeihen.

Nach dem Vertikutieren

Nach dem Vertikutieren sieht die Rasenfläche meist schlimm aus. Das gibt sich aber schnell. Der Rasen benötigt ein paar Wochen Schonung, um sich regenerieren zu können. Kahle Stellen kann man gleich nach dem Vertikutieren mit Reparatursamen neu einsähen. Ist der Boden sehr trocken, am besten gleich nach dem Vertikutieren etwas wässern!

Welcher Vertikutierer?

Man unterscheidet zwischen Benzin-, Elektro- und Handvertikutierer. Alle arbeiten im Prinzip ähnlich. Die Größe der zu vertikutierenden Fläche entscheidet über die Art des Gerätes. Für große Flächen macht der Benzin-Vertikutierer Sinn, da er ohne lästiges Stromkabel auskommt. Er hat noch den Vorteil, dass er recht schwer ist und damit den Boden ausreichend tief bearbeiten kann, ohne das Karft aufgewendet werden muss. Der Elektro-Vertikutierer ist günstig für mittelgroße Gärten, mit Rasenflächen bis etwa 500 /600 m². Ein Nachteil ist sein geringes Gewicht. Auf harten Böden tut er sich damit schwer. Die Messer können nicht tief genug eindringen. Hand-Vertikutierer eignen sich nur für kleine Rasenflächen. Man muss jede Menge Kraft und Ausdauer mitbringen, um damit erfolgreich zu sein.

Fazit

Vertikutieren tut den meisten Rasenflächen gut. Mit einem passenden Gerät ist es auch nicht schwer. Gerade wer viel Moos und Unkraut im Rasen hat, sollte es regelmäßig machen, am besten im Frühjahr. 

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