Rasenfilz - Ursachen & Entfernen

Rasenfilz stellt sich schleichend ein - oft bemerkt man das Problem erst spätUnter Rasenfilz versteht man eine dicht verwobene Schicht von nicht verrotteten Pflanzenfasern. Diese befinden sich zwischen dem Gras und dem Boden. Wenn sich diese Schicht zersetzt, dann stellt sie eine wichtige Ernährung für den Boden dar. Zersetzt sich der Rasenfilz jedoch nicht schnell genug, dann entsteht eine undurchlässige Rasenschicht, die sowohl von Luft, Wasser als auch von Düngemitteln nicht mehr durchdrungen werden kann.

Rasenfilz ist nicht nur optisch unschön, sondern

schädigt auch den gesunden Wuchs des Rasens und nimmt Energie, die zum Wachstum der Gräser benötigt wird. Wie man Rasenfilz vorbeugen, ihn rechtzeitig erkennen und wirklich effektiv entfernen kann, ist von zahlreichen Mythen und Legenden geprägt. Nicht alle Empfehlungen zur Entfernung von Rasenfilz auf großen, meist öffentlichen Grünflächen bieten sich für den Hobbygärtner an.

Wie Rasenfilz entsteht

Im aufgeräumten Garten ist Rasenfilz kaum zu beobachten. Dafür entwickelt er sich in Gärten, in denen eine zu niedrige Wasserdurchlässigkeit im Boden gegeben und somit kein Nährboden für Bodenorganismen vorhanden ist, besonders schnell und dicht. Im Garten wird gemähter Rasen sofort entfernt, wobei er einen gewissen Zeitraum liegenbleiben sollte und so die wichtigen Bodenorganismen entwickeln würde, die als natürliches Hilfsmittel gegen eine Bildung verfilzter und mit Moos durchsetzter Wiesen gelten. Vor allem bespielte und häufig betretene Rasenflächen sind eine optimale Grundlage für Rasenfilz.

Um Rasenfilz wirklich vorzubeugen und ihn gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte der Bodengrund durchlässig und locker sein. Je fester der Boden ist, umso schneller und dichter verfilzt der Rasen und zeigt zeitnah eine Struktur von Moos im Unterwuchs auf. Auch fehlender Stickstoff und generell mangelnde Nährstoffe im Boden führen zur Verfilzung und können bereits vor Entstehung der Ursache bekämpft werden. Selbst wenn das Ziel beim Hobbygärtner nicht in erster Linie ein nährstoffreicher Boden mit hoher Wasserdurchlässigkeit, sondern ein schöner Rasen ist, sollte der Boden locker und nährstoffreich gehalten werden. Ist der Rasenfilz erst einmal entstanden, heißt es handeln und dem lästigen, optisch unschönen und wachstumsbehindernden Filz den Kampf anzusagen.

Rasenfilz richtig und effektiv entfernen

Moos entwickelt sich immer dort, wo aufgrund fehlender Düngung ein nährstoffarmer Boden präsent ist. Vor allem unter Hecken und im Schatten der Bäume ist eine Verfilzung zu beobachten. Dabei hält sich hartnäckig das Gerücht, dass dies vom Schattenwurf der Bäume käme. Dabei spielt der Schatten in der Entwicklung von Rasenfilz keine Rolle. Nur der hohe Verbrauch von
Nährstoffen, welchen die Bäume und Büsche haben, sorgt für eine intensive Rasenfilz Bildung an diesen Orten. Um der Entstehung vorzubeugen, haben Hobbygärtner verschiedene Möglichkeiten.
  • mindestens 3x im Jahr düngen
  • auf wasserdurchlässigen und stickstoffreichen Boden achten
  • unter Bäumen und Sträuchern intensiver und kräftiger düngen
  • nicht vertikutieren, sondern Unkraut manuell entfernen
In der professionellen Rasenpflege wird bei Verfilzung umgehend zum Vertikutierer gegriffen. Hier zeigen sich die Arbeitsschritte wie folgt auf:
  • vertikutieren
  • besanden
  • neuen Rasen säen
  • düngen
Doch empfiehlt sich der Vertikutierer nicht, da der Rasen bereits geschädigt und stark beansprucht ist. Durch die gewaltsame Lockerung des Bodens wird nicht allein das unerwünschte Moos, sondern auch der Rasen selbst geschädigt. Ein dichter Wuchs ist in der Regel nicht mehr zu beobachten, da die Grasnarbe beim

Vertikutieren Schaden genommen und nur durch neues Aussäen wieder zu optischer Schönheit gelangen kann. Auch auf die chemische Keule können Hobbygärtner verzichten und sich auf natürliche Düngemittel besinnen, die für einen schönen Rasen und keine Beeinträchtigung der Umwelt sorgen.

Vorbeugung ist bei Rasenfilz wichtig - nur so bleibt Ihr Rasen schön frischgrünVorbeugen ist besser als "heilen"

Im Verhältnis zum Aufwand der Entfernung von Rasenfilz erscheint es als wenig aufwändige Arbeit, den Ursachen vor ihrer Entstehung den Kampf anzusagen und durch regelmäßige und ausreichende Düngergabe dafür zu sorgen, dass der Boden nicht nährstoffarm und somit anfällig für Rasenfilz wird. Vom Vertikutierer ist im Hobbygarten abgeraten, da dieser mehr Schaden verursacht als er Nutzen bringt. Auch wenn das Moos beim Vertikutieren entfernt und aus dem Boden gelockert wird, beschädigt der Vertikutierer nicht nur das Unkraut, sondern auch die Grasnarbe des Rasens. Da der Rasen schon stark beansprucht und vom Filz geschwächt ist, leistet man beim Vertikutieren keinen Beitrag für ein schnelles und positives Wachstum.

Das Wichtigste zu Rasenfilz in Kürze
  • Zunächst einmal ist jeder Rasen von einer bestimmten Schicht Rasenfilz bedeckt, die für den Rasen nützlich ist, sofern sie regelmäßig ersetzt wird. Erst bei einer Dicke von 1 - 1,5 cm Rasenfilz ist eine Entfernung dieser Pflanzenfasern erforderlich.
  • Je dicker der Rasenfilz, umso größer und behandlungsbedürftiger das Problem. Nicht immer wird der Rasenfilz vom Laien richtig diagnostiziert. Oftmals handelt es sich bei hartnäckigen Pflanzenfaserschichten aus dem Rasen nicht um Rasenfilz, sondern lediglich die Folgen falschen Mähens, Düngens oder aber falscher Bewässerung.
  • Der Rasenfilz kann beim Mähen große Probleme bereiten, da ein Kahlschnitt möglich ist oder das Mähen durch Einsinken der Räder in den Rasen erschwert wird. Weitaus problematischer ist aber die Tatsache, dass der Rasen durch starken Rasenfilz anfälliger für Erkrankungen wird und Schädlinge hier dann auch ein leichtes Spiel haben. Auch die Wirksamkeit von Düngern, Insektiziden und Fungiziden wird deutlich verringert, da diese den Rasenfilz oftmals nicht mehr durchdringen können.
  • Dem Rasenfilz kann durch regelmäßiges und richtiges Vertikutieren entgegengewirkt werden. Starker Rasenfilz kann nur durch wiederholtes Vertikutieren bekämpft werden. Die Bearbeitung mit einem Aerifizierer, der im Fachhandel ausgeliehen werden kann, entfernt Erdstücke aus dem Rasen und lockert diesen. Diese Maßnahme sollte im Frühjahr vor dem Beginn des stärkeren Rasenwuchses angewendet werden.