Rasen mähen am Sonntag & Mittagsruhe

Rasenmähen am Sonntag?Eine Wiese oder ein Stück Rasen findet man in jedem Garten oder auf jedem mit einem Einfamilienhaus bebauten Grundstück. Und eine Rasenfläche kann sehr unterschiedlich aussehen.

Da gibt es zum Beispiel den Zierrasen, der keine anderen Pflanzen enthält, also völlig frei von Wildgräsern oder Unkraut ist, andererseits gibt es den ünormalenü Rasen, wie ihn wohl die Meisten besitzen, der auch Gräser, Löwenzahn, Gänseblümchen und andere Pflanzen haben darf und dann ist da noch die Wildwiese, die angelegt wird, um

ein Stück Wildnis auf den Hof zu holen. Die Wildwiese wird nicht gemäht, aller höchsten hin und wieder mit der Sense bearbeitet. Die anderen Wiesenarten werden gepflegt. Und ganz oben auf der Pflegeliste steht das Rasenmähen. Für den Zierrasen oder den Rasen auf einem Golfplatz ist es dabei sehr wichtig, dass er nie über eine bestimmte Höhe hinaus wächst und entsprechend hoch ist der Aufwand. Der ganz normale Rasen aber wird gemäht, wenn der Gärtner es für richtig hält oder wenn die Gesetze ihn dazu zwingen.

Vorschriften zum Rasen mähen

Es gibt nämlich Ortssatzungen, in denen festgelegt ist, wie ein Hof auszusehen hat und meistens ist es darin verboten, die Wiese verwildern zu lassen. Das ist eine Frage des öffentlichen Eindrucks und daher gesetzlich geregelt. Aber natürlich kommt es soweit nicht, weil sich jeder Gärtner und jeder Hausbesitzer auf seinem Hof wohl fühlen möchte. Also mäht er den Rasen. Aber auch hier gibt es wieder gesetzliche Vorschriften, denn das Rasenmähen ist eine Lärmbelästigung für andere. Daher gibt es Zeiten, in denen es verboten ist. 

Rasenmäher mit BenzinantriebWann der Rasenmäher benutzt werden darf, leitet sich aus der Achten Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes vom 13. Juli 1992, der so genannten "Rasenmäher-Verordnung", ab. Diese Verordnung gilt für motorgetriebene Rasenmäher und legt zunächst fest, welche Emissionswerte die Geräusche der Rasenmäher nicht überschreiten dürfen. Die Verordnung richtet sich also zunächst einmal an die Hersteller und Vertreiber solcher Maschinen.

Rasenmähen am Sonntag?

Aber die Verordnung bestimmt noch mehr, und das geht uns alle an: Sie besagt nämlich auch, wann der Rasenmäher benutzt werden darf. Und diesbezüglich sind folgende Zeiten und Richtlinien festgelegt:
  • Die Verbotszeiten, das heißt, die Zeiten, in denen das Gerät aus bleiben muss, liegen werktags zwischen 19.00 und 7.00 Uhr. 
  • An Sonn- und Feiertagen darf ebenfalls nicht gemäht werden. 
Ausnahme zur Regel

Abweichend von dieser Regelung dürfen an Werktagen zwischen 19.00 und 22.00 Uhr Rasenmäher betrieben werden, die mit einem Schalleistungspegel von weniger als 88 Dezibel gekennzeichnet sind. Soweit gilt die bundesweite allgemeine Verordnung. Natürlich lässt diese Verordnung auch zu, dass man die Ruhezeiten weiter ausdehnt. Das können Länder und Gemeinden selbst entscheiden und vielerorts sind bereits derartige Verordnungen erlassen worden. Es macht daher durchaus Sinn, sich erst einmal nach Gemeindesatzungen und Städteverordnungen zu erkundigen, bevor man sich den Groll der Mitmenschen zuzieht und sich womöglich noch strafbar macht. Wenn man sich an diese Zeiten hält, dann ist man auf der sicheren Seite.

gute RasenmäherBleibt noch eine wichtige Frage offen: Welcher Rasenmäher eignet sich am besten?

Zum Rasenmähen braucht man
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natürlich auch das passende Gerät. Und da ist das Angebot sehr groß. Es gibt Benzin- und Elektromäher und schon gehen auch die Meinungen auseinander, welcher wohl der Bessere für den eigenen Garten ist. Man sollte sich aber klar machen, dass beide sowohl Vor- als auch Nachteile haben.

Elektro- oder Benzinrasenmäher?

Elektrorasenmäher zum Beispiel sind leiser und somit Nerven schonender. Sie sind außerdem leichter und praktisch wartungsfrei. Kleinere Modelle sind wunderbar für kleine Rasenflächen geeignet, die zum Teil auch noch verwinkelt sind. Allerdings ist das Stromkabel etwas lästig, denn man ist ständig darauf bedacht, dass man es nicht überfährt und damit zerstört. Auch mit höherem Gras hat der Elektromäher so seine Probleme. Keine Probleme damit hat im Gegensatz dazu der Benzinmäher. Benzinmäher sind generell kräftiger und haben meist größere Schnittbreiten. Auch für Gefälle auf der Wiese sind Benzinmäher besser geeignet, denn es gibt auch welche mit angetriebenen Rädern. Für größere Flächen sind sie besser geeignet, weil man vom Stromnetz unabhängig arbeitet und nicht unendlich viele Meter Kabel braucht. Allerdings sind Benzinmäher viel lauter und nicht so wendig.

Insgesamt kann man sagen:
  • Für kleine Wiesen und Gärten ist der Elektromäher besser geeignet und für große, unebene Flächen nimmt man besser den Benzinmäher. 
  • Aufsitzmäher sind die größte Ausführung der Benzinmäher, ihr Gebrauch wird aber erst ab einer Gesamtfläche von 800-1000 Quadratmeter sinnvoll. Bei kleineren Flächen lohnen sich da weder der hohe Preis noch der Wartungsaufwand.
Tipps fürs richtige Mähen

rasenmaeher3_flHat man den richtigen Mäher für seine Zwecke gefunden, dann kann es schon losgehen. Im Frühjahr erfolgt der erste Schnitt und damit beginnt auch die Mähsaison, denn dann sollte man regelmäßig den Rasen mähen. Das Schnittgut sollte immer entfernt werden, denn sonst besteht die Gefahr, dass der Rasen durch das abgestorbene Material verfilzt. Nach dem ersten oder zweiten Schnitt im Frühjahr empfiehlt es, den Rasen zusätzlich zu vertikutieren, denn dadurch wird vorhandener Rasenfilz aufgeschlitzt und gelockert und außerdem die Bodenqualität verbessert. Der Filz muss hinterher weggenommen werden. Auf diesem Weg hat man außerdem der Verbreitung von Unkräutern etwas vorgebeugt.

Mit dem Mähen beginnt man am Rand einer Fläche und arbeitet sich dann streifenweise, etwas überlappend vor. Wenn die Fläche abgemäht ist, dann bleiben da immer noch die Ränder, die für Mäher nicht zugänglich sind, wie an Steingärten, unter Büschen oder an Wänden. Hierfür benutzt man am besten einen Rasentrimmer. Der Rasentrimmer schneidet das Gras mit einem Nylonfaden ab, der sich mit sehr großer Geschwindigkeit dreht. Das ist die ideale Möglichkeit, in allen übrig gebliebenen Ecken den Rasen zu kürzen.

Wer seinen Garten regelmäßig mäht und pflegt, der wird viel Freude daran haben und sich einen wunderschönen Blickfang im Garten schaffen.


Rasen mähen während der Mittagszeit?

Rasenmähen ist für die meisten Gartenbesitzer eine notwendige Tätigkeit, die allerdings leider mit einer recht hohen Geräuschkulisse verbunden ist. Immer wieder gibt es wegen dem Lärm der Rasenmäher streit mit den Nachbarn.

Selbst die Gerichte müssen sich damit auseinandersetzen.

Daher ist es gesetzlich festgelegt (Lärmschutzgesetz) wann gemäht werden darf und wann nicht. Zwischen 19-7 Uhr darf kein Motor-oder-Benzinrasenmäher zum Einsatz kommen. Genauso wie an Sonn- und Feiertagen. Ausnahmen sind Handrasenmäher sowie Rasenmäher, die als lärmarm ausgeschrieben sind. Das heißt, die Rasenmäher sollen die 60 Dezibel nicht überschreiten. Daher ist es im Sinne einer guten Nachbarschaft, gewisse Ruhezeiten einzuhalten. Auch wenn die gesetzliche Mittagsruhe abgeschafft wurde, so ist es doch eine Sache der Höflichkeit und der Kulanz, sich an gewisse Regelungen zu halten.

Schreibt allerdings die Hausordnung gewisse Zeiten der Ruhe vor, so muss sich der Mieter oder auch Wohnungseigentümer an diese Regeln halten. Änderungen sind bei Versammlungen anzubringen, wenn man es für nötig hält. Mancherorts ist die Mittagsruhe auch in den Gemeindevorschriften festgehalten, auch dann muss sich daran gehalten werden.

Die nächste Frage wäre natürlich auch, ob es sich denn lohnt, in der heißesten Zeit des Tages den Rasen zu mähen. Abgesehen vom Lärm ist es auch nicht unbedingt gesund, in der prallen Sonne herumzulaufen und den Rasen zu kürzen.

Wird immer wieder gegen das Gesetz verstoßen, kann das Ordnungsamt ein Bußgeld verfügen.
Übrigens ist es auch für den Rasen selbst nicht förderlich, ihn zu dieser Zeit zu mähen. Optimalerweise mäht man den Rasen in den Morgen- oder auch Abendstunden oder am späteren Nachmittag. Dabei sollte auch beachtet werden, dass er nicht zu nass sein darf.
 
von Annett Biermann