Schmetterlinge züchten - Tipps zur Schmetterlingszucht

Schmetterlinge züchten - Tipps zur Schmetterlingszucht

Ist es nicht ein wunderbarer Anblick, wenn der Garten im Sommer voller Schmetterlinge ist? Wäre es nicht eine schöne Idee, selbst dafür zu sorgen, dass viele Schmetterlinge im Garten herumfliegen? Der Einsteiger stellt zu diesem Zweck einen Schmetterlingskasten auf, indem die Schmetterlinge Schutz finden, der ambitionierte Naturfreund denkt gleich an eine Schmetterlingszucht. So gehen Sie vor, wenn Sie gerne Schmetterlinge züchten wollen:
  • schmetterling1(1) Für die Schmetterlingszucht brauchen Sie zunächst Elterntiere, Sie müssen also erwachsene Schmetterlinge fangen. Wie viele, richtet

    sich nach Größe des Freiflugkäfigs, pro Kubikmeter können etwa zwei Schmetterlinge eingesetzt werden. In diesem Stadium fängt bereits die intensive Beschäftigung mit den Schmetterlingen an, denn Sie müssen genau wissen, welche Schmetterlinge Sie fangen. Einerseits, um nicht geschützte Arten zu fangen, die der Natur nicht entnommen werden dürfen, andererseits, weil Sie Ihren Schmetterlingen im Freiflugkäfig ein Leben bieten wollen, das ihrem Leben in der freien Natur möglichst nahe kommt.
  • (2) Wer das erste Mal einen Zuchtversuch startet, sollte sich an bekannte Schmetterlinge halten, die unter keinem besonderen Schutz stehen. Das sind z. B. der Admiral (Vanessa atalanta), der Distelfalter (Vanessa cardui), der Kleine Fuchs (Aglais urticae) und das Tagpfauenauge (Inachis io). Auch diese Arten stehen zwar unter dem Grundschutz des § 39 Bundesnaturschuzgesetz und der entsprechenden jeweiligen Landesvorschrift, eigentlich darf kein wildes Tier ohne vernünftigen Grund der Natur entnommen werden. Die Schmetterlingszucht wird jedoch üblicherweise als “vernünftiger Grund” eingestuft, wer rechtlich ganz sicher gehen will, ruft kurz die Naturschutzbehörde der Gemeinde an. In der Regel werden Zuchten z. B. für didaktische Zwecke ohne Weiteres genehmigen, wenn sich die Zucht auf einige Individuen beschränkt, die unter möglichst naturnahen Bedingungen gehalten und später in dem Gebiet freigelassen werden, in dem die Elterntiere oder Raupen gefunden wurden. Sie könnten sich dann auch gleich erkundigen, was Sie tun müssen, wenn das Hobby Sie packt und Sie das nächste Mal geschützte Arten züchten möchten, deren Haltung generell unter Genehmigungsvorbehalt steht.
  • (3) Diese Schmetterlinge brauchen einen komfortablen Freiflugkäfig, in dem Sie sich gerne paaren und anschließend Eier ablegen werden. Das kann ein einfacher Quader auf Rahmenhölzern sein, der mit Maschendraht verkleidet wird. Er sollte wenigstens 10 Kubikmeter Raum umfassen, je größer er ist, desto seltener werden die
    Schmetterlinge mit dem Draht in Berührung kommen, was ihre Flügel schädigen könnte. Der Käfig sollte nie der prallen Sonne ausgesetzt sein, achten Sie auf eine ausreichende Luftzufuhr, um jeglicher Staunässe und Schimmelbildung vorzubeugen.
  • (4) Dieser Freiflugkäfig muss so ausgestattet werden, dass die Schmetterlinge ähnliche Verhältnisse wie in der Natur vorfinden. Was das bedeutet, hängt von der Schmetterlingsart ab, die Sie gefangen haben. Sie müssen also vorher recherchieren, welche Feuchtigkeit und welche Wärme die von Ihnen beherbergte Art braucht und welche Blumen und Sträucher Ihre Schmetterlinge mögen. Die werden nun in den Freiflugkäfig gepflanzt (vielleicht in Töpfen), als Fresspflanzen und als die Pflanzen, auf denen die Eiablage erfolgen soll. Das sind meist zugleich die Pflanzen, die die Raupen nach dem Schlüpfen fressen, manchmal kommen einige Nahrungspflanzen infrage, nicht selten gibt es nur eine einzige Futterpflanze.
  • (schmetterling-monarchfalter fl5) Anschließend folgt eine Wartezeit, wenn die Schmetterlinge sich wohlfühlen,

    wird eine Paarung stattfinden. Wahrscheinlich werden Sie die Paarung beobachten können, sie dauert einige Stunden, in denen die Schmetterlinge reglos mit den hinteren Teilen zusammenzukleben scheinen. Nach der Paarung legt das Weibchen dann die Eier ab, eine bis drei Wochen später schlüpfen die Raupen.
  • (6) Die Raupen werden jetzt in einen Brutkasten gegeben, den Sie nach einer Anleitung aus dem Internet selber bauen können. Häufig wird das Zuchtprojekt erst hier begonnen, nach Bau des Brutkastens werden dann in der Natur Raupen gesammelt. Auch für sie gilt das oben zu den rechtlichen Vorgaben Gesagte.
  • (7) Die Raupen müssen regelmäßig gefüttert werden, natürlich mit der richtigen Futterpflanze, die vorher recherchiert werden muss. Von den o. g. Schmetterlingsarten gehören die Raupen des Admirals, des Tagpfauenauges und des Kleinen Fuchses zu den Brennnessel-Raupen, sie fressen nur Brennnesseln, wenn sie größer sind, durchaus jeden Tag mehrere Zweige. Die Raupe des Distelfalters mag neben Brennnesseln viele weitere niedere Pflanzen. Wenn die Bedingungen im Brutkasten stimmen, genießen die Raupen die Bewirtung, ohne Feinde fürchten zu müssen, sie entwickeln sich dann mit geradezu verblüffender Geschwindigkeit, bereits nach 14 Tagen können sich die Raupen verpuppt haben.
  • schmetterling11 fl(8) Wenn die Puppen dann schlüpfen, können die “neuen Schmetterlinge” ins Freie entlassen werden, diese Aufgabe macht den am Projekt beteiligten Kindern meist die größte Freude.
Eine Schmetterlingszucht ist damit nicht nur hervorragend geeignet, Kinder für die Natur zu interessieren, sie schenkt auch tatsächlich einigen Exemplaren einer immer seltener werdenden Spezies neues Leben, ist also ein lohnendes Unterfangen in mehreren Richtungen. Eine schöne Hilfe für die Schmetterlinge ist es übrigens auch, wenn Sie Garten oder Balkon mit schmetterlingsfreundlichen Pflanzen gestalten. Das bringt nicht nur den Schmetterlingen einen Gewinn, denn Schmetterlinge lieben Duftpflanzen, die auch Ihren Sinnen guttun werden.