Im Sommer geht es in der Regel ohne Gartengießen nicht. Da ist es natürlich von Vorteil, wenn man das Wasser aus einem eigenen Brunnen entnehmen und so Gebühren sparen kann. Ob sich der Brunnen allerdings wirklich lohnt, hängt nicht zuletzt davon ab, was es kostet, ihn bohren zu lassen. Außerdem sollte einem klar sein, dass jeder Brunnen grundsätzlich anmeldepflichtig ist.

Grundlagen

Über einen Brunnen lässt sich kostenlos Wasser aus einem sogenannten Grundwasserleiter unter der Erde entnehmen. Damit das freilich im eignen Garten klappt,
muss so ein Leiter überhaupt erst einmal vorhanden sein - und es muss von oben ein Zugang, eben ein Brunnen, angelegt werden. Dabei lassen sich drei Arten unterscheiden:
  • Schachtbrunnen, bei dem ein Schacht gegraben wird, in den dann das Grundwasser einsickern kann
  • Bohrbrunnen, bei dem ein Loch gebohrt wird, in das man anschließend eine Rohrleitung zum Grundwasserleiter hin einbringt
  • Rammbrunnen, bei dem ein Rohr mechanisch in den Boden bis zum Grundwasserleiter gerammt wird
Wer sich heute für einen eigenen Brunnen im Garten entscheidet, wird meist auf einen Bohr- oder Rammbrunnen zurückgreifen. Nur diese beiden Brunnenarten garantieren eine ausreichende und schnelle Wasserversorgung. Das Grundwasser wird dabei durch eine mechanische oder elektrische Pumpe nach oben befördert. Wer seinen Rasen direkt vom Brunnen weg bewässern möchte, kommt um eine elektrische Pumpe nicht vorbei. Grundsätzlich sollte einem klar sein, dass das Wasser aus so einem Brunnen keine Trinkwasserqualität hat und auch nur zum Gießen verwendet werden kann. In der Regel muss für das Brunnenbohren ein Spezialunternehmen beauftragt werden. Ein Rammbrunnen lässt sich theoretisch zwar auch selbst bauen, jedoch wird dafür Spezialwerkzeug benötigt.

Kosten

Pauschale Angaben zu den Kosten sind grundsätzlich schwierig. Sie hängen von verschiedenen Faktoren ab. Zu diesen Faktoren gehört beispielsweise die Beschaffenheit des Bodens. Ein stark lehmhaltiger Boden erfordert etwa einen deutlich größeren Arbeitsaufwand, was auch bedeutet, dass damit höhere Kosten verbunden sind. In einem zumeist sandigen Boden hingegen lässt sich
deutlich leichter und damit auch kostengünstiger bohren. Darüber hinaus spielt auch die Region, in der man lebt, bei der Kostenberechnung eine Rolle. Vor allem aber kommt es in der Regel auf die Tiefe, die gebohrt werden muss, an. Konnte kein Pauschalpreis vereinbart werden, wird in Metern abgerechnet.

Pauschal- und Meterpreise

Ideal ist es natürlich, wenn mit dem Unternehmen, das einem den Brunnen bohrt, ein pauschaler Preis vereinbart werden konnte. Dieser Preis enthält dann unabhängig davon wie tief gebohrt werden musste alle Kosten. Fachbetriebe lassen sich auf derartige Pauschalangebote durchaus ein, wenn von vorneherein klar ist, dass sich der Aufwand in bestimmten Grenzen hält. Die Kosten bewegen sich dann meist in einem Rahmen von 600 bis 800 Euro.

Tipp: Das Unternehmen, das den Brunnen bohren soll, muss vorab das Gelände unbedingt bei einem Ortstermin gesehen haben. Nur dann kann es eine belastbare Aussage zu den voraussichtlichen Kosten machen.

Ist eine pauschale Abrechnung nicht möglich, hängen die Kosten von der Tiefe ab. Normalerweise muss circa sieben bis acht Meter tief gebohrt werden, um an ausreichend Grundwasser für die Gartenbewässerung zu gelangen. Die Kosten dafür belaufen sich je nach Region im Durchschnitt auf rund 60 Euro pro Meter. Nicht selten ist es freilich auch notwendig, deutlich tiefer zu bohren. Man spricht dann von einem sogenannten Tiefbrunnen. Weil dafür ein deutlich höherer Aufwand notwendig ist, steigen auch die Kosten. Man kann davon ausgehen, dass so eine Tiefbohrung um die 120 Euro pro Meter kostet.

Hinweis: Alle Angaben zu den Kosten dürfen nur als eine grobe Orientierung verstanden werden.

Anmeldepflicht

Brunnenbohrgerät - Brunnen bohren lassenJeder Brunnen, der in Deutschland gebohrt wird, ist grundsätzlich anmeldepflichtig. Das bedeutet, dass der Kommune, in der man wohnt, angezeigt werden muss, dass man vorhat, einen Brunnen zu errichten. Dies kann formlos in schriftlicher Form geschehen. Die Meldung muss Angaben zur Herkunft des Wassers und zur Verwendung enthalten. Kommt man der Meldung nicht nach, begeht man eine Ordnungswidrigkeit. Die Anmeldung muss in der Regel vor Beginn der Bohrarbeiten erfolgen und ist meist nicht gebührenpflichtig. Grundsätzlich empfiehlt es sich auch vor der Maßnahme, Kontakt mit der Gemeinde- oder der Stadtverwaltung aufzunehmen, da von Kommune zu Kommune Sonderregelungen bestehen können. Eine offizielle Genehmigung ist für einen herkömmlichen Gartenbrunnen übrigens nicht vonnöten. Nach der Anmeldung kann ein Brunnenbau allerdings unter Umständen von den Behörden untersagt werden.

Genehmigungspflicht

Soll durch den Brunnen nicht einfach nur Wasser zum Gartengeißen gefördert werden, sondern auch Trinkwasser, ist eine Genehmigung notwendig. Involviert ist dann neben der Kommune auch noch das zuständige Gesundheitsamt. Ausschlaggebender Faktor dabei ist die Wasserqualität. Um diese bestimmen zu können, sind meist aufwändige Analysen und ein Ortstermin notwendig. Die Genehmigung wird in der Regel dann versagt, wenn sich aufgrund der schlechten Qualität das Wasser nicht als Trinkwasser
eignet.