Gemütlich im Garten zu sitzen, den Schmetterlingen bei ihrem Treiben zusehen und dabei die Seele baumeln lassen - mehr Entspannung geht kaum. Dummerweise sind Schmetterlinge in unseren Gärten immer seltener anzutreffen. Tatsächlich sind viele Arten mittlerweile sogar akut vom Aussterben bedroht. Höchste Zeit also, den Tieren etwas Gutes zu tun. Ein Schmetterlingskasten ist da ein wichtiger Beitrag und schnell selbst gebaut.

Hintergrund

Schmetterlinge sind stets an ganz bestimmte Lebensbedingungen gebunden. Die können sich von Art zu Art zwar grundsätzlich unterscheiden, ihnen gemeinsam ist jedoch, dass die Tiere jeweils Futter und Schutz benötigen. Beides fehlt insbesondere in unseren Gärten zunehmend. Ideal für die Falter wären sogenannte wilde Gärten, in denen im Sommer die verschiedensten Blumen, Sträucher und Gräser
wuchern, der Rasen nicht peinlichst genau gestutzt wird und im Herbst auch mal Laubhaufen und vom Baum gefallenes Obst liegen bleiben. Die Realität sieht heute jedoch meist anders aus. Ein ordentlicher, blitzsauberer Garten mag zwar der Stolz eines Gartenbesitzers sein, er eignet sich jedoch nicht mehr als Lebensraum für Schmetterlinge. Nun muss man nicht jeden Garten gleich komplett verwildern lassen, um den Tieren zu helfen. Aber etwas weniger septische Reinheit darf es dann doch sein.

Schmetterlingskasten

Ein sogenannter Schmetterlingskasten kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Lebensbedingungen von Schmetterlingen in unseren Gärten zu verbessern. Er bietet den Tieren vor allem Schutz vor Wind und Wetter. Gerade im Winter sorgt er zuverlässig dafür, dass die geflügelten Insekten, die nun mal Schmetterlinge sind, nicht erfrieren - egal, in welchem Stadium seiner Entwicklung sich das Tier gerade befindet. Zwar verlassen nicht wenige Art während des Winters unsere Breiten und suchen wärmere Gegenden auf, jedoch gibt es auch diverse Schmetterlinge, die bei uns überwintern. Allerdings macht der Kasten nicht nur während der Wintermonate Sinn. Heftige Stürme und starke Regenfälle können das ganze Jahr über zur großen Gefahr für Falter werden. Auch hier bietet der Schmetterlingskasten jenen Schutz, den die Tiere sonst nicht mehr finden.

Bauanleitung

Insektenhotel - SchmetterlingskastenEinen Schmetterlingskasten selbst zu bauen stellt keine große Herausforderung dar. Der Bau kann auch von handwerklich eher unerfahrenen Personen relativ einfach bewerkstelligt werden. Der Aufwand an Material und Werkzeug hält sich dabei in Grenzen. Normalerweise liegt der Zeitaufwand, der für den Bau des Kastens benötigt wird, deutlich unter zwei Stunden. Folgende Materialien und Werkzeuge werden dafür benötigt:
  • unbehandelte Holzbretter
  • kleine Vierkant- oder Rundhölzer
  • rostfreie Stahlnägel
  • Stichsäge
  • Hammer
  • Schleifpapier
  • Lineal
  • Bleistift
Man kann sich einen Schmetterlingskasten grundsätzlich als ein kleines Vogelhäuschen vorstellen. Entsprechend ist dann auch der Aufbau. Er besteht aus vier Seitenwänden, einer Bodenwand und einem schräg ablaufenden Dach. Der große Unterschied zum Vogelhäuschen ist jedoch, dass an der Vorderseite kein Einflugloch angebracht wird. Vielmehr werden in der Wand senkrechte Schlitze geschnitten, die fast die ganze Brettlänge einnehmen können. Über diese Schlitze gelangen die Schmetterlinge dann in den Kasten und können ihn auf diesem Weg auch wieder verlassen. Im Inneren werden zwei, drei Vierkant- oder Rundhölzer angebracht, an die sich die Tiere klammern oder daran Eier ablegen können. Wie groß der Schmetterlingskasten ausfällt, bleibt jedem Bastler weitgehend selbst überlassen.

Tipp: Bei der Größe sollte man sich an der Breite der zur Verfügung stehenden Bretter orientieren. Das erspart zusätzliche Arbeitsschritte und senkt unter Umständen auch die Kosten.

Zuschneiden

Im ersten Arbeitsschritt müssen die Bretter zugeschnitten werden. Kauft man sie in einem Baumarkt ist es meist auch möglich, sie dort direkt zuschneiden zu lassen. Ansonsten verwendet man dafür einfach eine Stichsäge mit einem für Holz geeigneten Sägeblatt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass das Dach unbedingt in Schräglage angebracht werden sollte, damit Regenwasser besser abfließen kann. Ob man sich dabei für ein Satteldach oder ein einfaches Schrägdach entscheidet ist egal. Die gewünschte Schräge bzw. die beiden Schrägen müssen zunächst auf den beiden Brettern mit Lineal und Bleistift angezeichnet werden. Erst dann erfolgt der Schnitt genau an der Linie entlang.

Tipp: Man erzielt ein besseres und passgenaues Ergebnis wenn man beide Seitenbretter gleichzeitig abschrägt. Man legt sie dafür einfach sorgfältig übereinander.

Schlitze schneiden

Insektenhotel - Schmetterlingskasten
Schmetterlinge erscheinen uns bekanntlich als überaus zarte Wesen. Wir haben zuallererst ihre oftmals hauchdünnen Flügel im Blick. Dabei vergisst man dann leicht den Körper, an dem die Flügel hängen. Damit ein Schmetterling in den Schmetterlingskasten gelangen kann, benötigt er folglich Öffnung, durch die er mit seinem ganzen Körper passt. Der Breite der Einflugschlitze, die an der Vorderseite angebracht werden, kommt deshalb auch eine große Bedeutung zu. Damit wirklich jede Schmetterlingsart ins Innere des Kastens vordringen kann sollte sie eine Breite von einem Zentimeter haben. Das ist in der Regel ausreichend. Sie müssen zudem senkrecht verlaufen und können dabei nahezu die gesamte Vorderseite abdecken. Die Anzahl der Schlitze hängt von der Größe des Kastens ab - zwei bis vier sollten es aber schon sein. So geht man vor:
  • die Schlitze werden zunächst mit Bleistift und Lineal auf das Brett gezeichnet
  • ein oberer und unterer Rand von drei bis vier Zentimetern sollte dabei eingehalten werden
  • dann werden sie entlang der Linien mit der Stichsäge ausgeschnitten
  • die Ränder der Schlitze müssen anschließen noch mit Schleifpapier glatt geschliffen werden

Zusammenfügen

Der dritte Arbeitsschritt besteht darin, die einzelnen Teile zusammenzufügen. Dazu werden die Bretter zunächst an die Bodenplatte genagelt. Für das Nageln sollte man unbedingt rostfreie Stahlnägel verwenden. Auf keinen Fall dürfen die Bretter mit Holzleim verleimt werden, da durch die Dämpfe, die der Leim entwickelt, die Schmetterlinge geschädigt werden können. Je nach Größe des Kastens reichen pro Seite meist zwei oder drei Nägel vollkommen für das Anbringen am Boden aus. Am besten man nagelt zuerst die abgeschrägten Seitenteile an die Bodenplatte und dann Vorder- und Rückseite jeweils sowohl an den Boden als auch an die beiden Seitenteile. Bevor man das Dach anbringt, werden kleine Vierkant- oder Rundhölzer auf unterschiedlichen Höhen einfach ins Innere des Baukörpers geklemmt.

Tipp: Empfehlenswert ist, wenn das Dach an allen Seiten etwas über den Baukörper hinaus ragt, um ihn vor Regen schützen zu können.

Gestaltung

Der Rohbau des Schmetterlingskastens ist damit abgeschlossen. Jetzt geht es an die individuelle Gestaltung. Empfehlenswert ist eine ungiftige, umweltschonende Imprägnierung bzw. Lackierung, die vor Wind und Wetter schützt. Der Kasten kann natürlich auch bunt bemalt werden. Allerdings dürfen dafür ebenfalls nur ungiftige Farben bzw. Lacke zur Anwendung kommen. Der Fantasie sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt. Man kann der eigenen Kreativität ihren freien Lauf lassen. Wichtig ist dabei jedoch stets, dass man keine Materialien verwendet, die den Schmetterlingen gefährlich werden könnten. In Sachen Lacke und Farben lässt man sich am besten im Fachhandel beraten, um bei der Auswahl nichts falsch zu machen.

Platzierung

Die große Frage ist natürlich jetzt, wo der Schmetterlingskasten aufgestellt bzw. aufgehängt wird. Grundsätzlich bieten sich dafür alle Plätze im Garten an, die einigermaßen windgeschützt sind. Der Kasten wird für Schmetterlinge im Übrigen noch verlockender, wenn er in der Nähe von Blumen oder überhaupt blühenden Pflanzen platziert wird. Ideal ist auch die Nachbarschaft von offenem Wasser, also zum Beispiel ein Gartenteich.