Schwedenfeuer - Baumfackel - diy AnleitungBaumfackeln spenden nicht nur Licht und Wärme, sie sind auch Highlights im Garten und können auf der nächsten Party oder bei einem Grillfest für die nötige Atmosphäre sorgen. Die sogenannten Schwedenfeuer brennen langsam ab und ergeben dabei einen Blickfang sondergleichen, müssen dafür aber auch richtig vorbereitet werden. Dazu sind einige Maßnahmen nötig, damit die Fackeln wirkliche Highlights und kein Sicherheitsrisiko auf der eigenen Grünflächen sind. Worauf dabei zu achten ist, verrät die folgende Anleitung.

Holzarten und ihre Vorzüge

Schwedenfeuer Baumfackel HolzIm Grunde besteht das Schwedenfeuer schlicht aus einem Stück Baumstamm und einer Anzündhilfe. Dennoch können die Baumfackeln höchst unterschiedlich in ihrem Effekt ausfallen.
Vor allem die Holzart, der Wassergehalt und die Größe sind hierfür entscheidend. Als Auswahlhilfe geben wir Hobbygärtnern die folgenden Tipps:
  • Nadelgehölze brennen unter größerer Flammenentwicklung als Laubhölzer
  • Trockenes Holz brennt mehr und schneller, raucht dafür weniger
  • Feuchteres oder junges Holz kann länger brennen aber auch teilweise stark rauchen
  • Dickere und längere Baumstämme brennen länger, die Flammenentwicklung kann aber stark unterschiedlich ausfallen
  • Stämme mit kleinen Durchmessern trocknen gleichmäßiger durch und brennen daher auch gleichmäßiger ab
  • Sehr altes und trockenes Holz ist meist auch brüchig und kann daher kaum mehr als Schwedenfeuer ausgerichtet werden
  • gute Durchmesser für das Schwedenfeuer betragen 15 bis 50 Zentimeter, Nadelgehölze erreichen diese schneller und sind daher im Preis günstiger
Tipp: Junges, feuchtes Holz entsprechend bearbeiten und im Anschluss trocknen zu lassen bringt die besten Ergebnisse. Das noch recht weiche Material lässt sich besonders gut schneiden und ist weniger brüchig, zudem trocknet es schneller und gleichmäßiger.

Materialien

Nötig für das Schwedenfeuer sind:
  • Ein Holzstamm mit einem Durchmesser von 15 bis 50 und eine Länge von 30 bis 150 Zentimetern
  • Eine Säge, je nach Durchmesser und Länge eine Kreis-, Motor- oder Handsäge
  • Brennmaterial und Anzünder
  • Eventuell Nägel und Hammer
  • Ein Spaten oder feuerfester Kübel, Kies und Steine

Schnittarten

Damit das Schwedenfeuer von innen heraus verbrennt, muss es entsprechend zugeschnitten werden. Hierzu ist eine Kreissäge oder eine Kettensäge nötig. Bei kleinen Holzstämmen reicht jedoch auch eine Handsäge vollkommen aus.
Schwedenfeuer - Baumfackel - 6 Schnitte
Danach gilt je größer der Durchmesser des Baustamms, desto ausgefallener und komplexer darf die Form des Schnittes sein.
Hierbei gibt es die folgenden Möglichkeiten:

Kreuz

Der Stamm wird von oben nach unten zweifach eingeschnitten, wobei die beiden Schnitte sich in der Mitte kreuzen. Die Baumscheibe zeigt also ein einfaches Kreuz. Diese Form ist besonders gut für schmalere Stämme geeignet, passt als traditioneller Schnitt aber im Grunde zu jeder Größe.

Stern

Ob drei, vier oder sieben Einschnitte über den gesamten Durchmesser gemacht werden - diese Schnittform ist ideal für große Baumstämme. Als Resultat zeigt sich ein Stern auf der Baumscheibe oder auch ein "geschnittener Kuchen". Da der Stamm hierbei in mehrere kleine Scheite zerteilt wird, empfiehlt sich das vorherige Anzeichnen der Schnitte.

Raute

Insgesamt werden vier Schnitte gesetzt, wobei im Zentrum ein kleines Quadrat oder Parallelogramm unberührt stehen bleibt. Da die angeschnittenen Außenteile eher dünn ausfallen, ist die Form besser für dickere Bäume geeignet.

Schachbrett

Beim Schachbrettmuster werden lediglich ein paar Schnitte mehr als bei der Raute gesetzt. Also drei oder mehr Einschnitte waagerecht und die gleiche Anzahl in der Senkrechten. Beim Blick auf die Baumscheibe ergeben sich also kleine Kästchen beziehungsweise Schachbrettfelder.

Neben der Form des eigentlichen Schnittes, kann im Anschluss noch eine Brennmulde angefertigt werden. Entstehen zwischen den Scheiten ohnehin größere Abstände, ist dies allerdings nicht nötig. Anderenfalls reicht es aus, mit einer Stichsäge die inneren Ecken der Scheite zu entfernen oder diese mit einem Meißel und Hammer abzunehmen.
 

Ständer und Vorrichtungen

Sicherheit - ArbeitsschutzDamit das Schwedenfeuer auch aufrecht steht und nicht beim ersten Windhauch oder einem ungleichmäßigen Abbrennen umfällt, benötigt es Stabilität. Hierzu ist es nötig, die
Baumfackel wahlweise in einen Kübel zu stellen und mit Steinen zu umgeben oder sie aber einzugraben. Alternativ kann sie auch in einem Weihnachtsbaumständer gestellt und hier fixiert oder mit einem einfachen, angenageltem Holzkreuz zum stabilen Stehen gebracht werden.

Bauanleitung

Schwedenfeuer - Baumfackel messen anzeichnenDie Baumstämme sind ausgewählt und nun geht es an die Umsetzung des Bauens. Wer dieser Bauanleitung folgt, kommt schnell an das gewünschte Ziel:
  • Den Baumstamm in einen Baumständer oder Kübel stellen und fixieren oder selbst einen Ständer aus zwei Latten bauen und den Stamm daran festnageln.

  • Mit einer Säge die gewünschte Schnittart in den Baum schneiden. Dabei etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter am unteren Ende intakt lassen.

  • Sofern nötig, eine Brennmulde im Baumstamm formen. Dafür entweder mit einer Stichsäge die inneren Ecken abschneiden oder diese mit einem Meißel entfernen.

  • Das gewählte Brennmaterial oder die Anzündhilfe in die Aussparrungen im Stamm stecken und so tief wie möglich nach unten drücken. Da diese als Docht wie bei einer Kerze funktionieren, muss zumindest ein kleiner Rest von ihnen herausschauen. Anderenfalls wird das Anzünden schwierig bis unmöglich.

Schwedenfeuer Sägen

Tipp: Lässt sich nur sehr frisches, noch feuchtes Holz finden, kann es bereits auf den Ständer genagelt und eingesägt werden. Danach sollte es allerdings ruhen und dabei trocknen dürfen. Auch der Anzünder wird dann erst später eingesetzt.  

Sicherheit

Schwedenfeuer können zwar eine tolle Atmosphäre kreieren und sowohl Wärme als auch Licht spenden, sie sind durch das offene Feuer allerdings auch gefährlich. Kommt es zu Funkenflug kann sich das Feuer ungewollt und unkontrolliert auf nahestehende Gewächse ausbreiten. Gerade im Sommer sind Bäume, Büsche und Sträucher sowie höhere Gräser oftmals stark ausgetrocknet und daher Material, das schnell Feuer fängt. Selbst vertrockneter Rasen kann also abbrennen und dabei anderes in Brand stecken.

Bei der Verwendung von Baumfackeln ist daher zu allen Gewächsen, Möbeln, Gebäuden und anderen brennbaren Materialien ein Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern einzuhalten. Zudem sollten die folgenden Vorkehrungen getroffen werden:

  • Wasser bereit halten. Ob Gartenschlauch oder mit Wasser gefüllte Eimer, im Falle von starkem Funkenflug oder einer umfallenden Fackel muss für die Löschung alles Nötige bereit stehen.

  • Die direkte Umgebung feucht halten. In einer regenarmen Zeit, bei heißem Wetter und bei leichtem Wind breiten sich Flammen sehr schnell aus und nahezu alles wird zum brennbaren Material. Um die Sicherheit zu wahren und das Risiko zu reduzieren, sollten alle Möbel, Gewächse und wenn nötig sogar Wege und Gebäude gut befeuchtet werden. Direkt vor dem Einsatz der Baumfackeln ist es also sinnvoll, alles mit dem Gartenschlauch zu bespritzen oder schwemmend zu gießen.

  • Schwedenfeuer entlang der Gartenwege sehen zwar hübsch aus und erhellen die Strecken, sind aber auch gefährlich. Gerade auf Wegen lässt sich das Anecken oder eine zu geringe Distanz kaum vermeiden, daher ist es besser, die Baumfackeln etwas versetzt zu Wegen aufzustellen.  

  • Die Baumfackeln nie unbeobachtet lassen oder darauf vertrauen, dass das offene Feuer von selbst erlischt. Besser ist es, auch bei scheinbar verklommenen Scheiten noch einmal mit Wasser zu löschen, um unbemerkte Glut restlos zu beseitigen.

Brennmittel und Anzünder

Damit die Baumfackeln schnell und gleichmäßig abbrennen, muss das Feuer von innen heraus gestartet werden. Hierzu sind Anzündhilfen nötig. Geeignet sind:
  • Kohlen- oder Grillanzünder
  • Alte Stofffetzen, ein Lappen oder dünner Holzscheit der in Öl oder Spiritus getränkt wurde
  • halbierte Bierdeckel oder Papp-Untersetzer, feste Pappe oder Holzspäne
  • Holzwolle, die stark zusammengepresst und tief in die Aushöhlung gesteckt wurde
Auch Papier kann verwendet werden, dieses brennt meist aber zu schnell ab - ohne, dass das Holz ebenfalls entzündet wird.

Tipp: Vorsicht mit Brennhilfen, wie Spiritus und Lampenöl, anfangs kreieren diese teils sehr hohe Flammen, was das Anzünden erschwert und gefährlich werden lässt.

Fazit

Schwedenfeuer oder Baumfackel, die kleinen, feurigen Akzente sind in der Sommernacht ein Hingucker und erhellend zugleich. Zudem lassen sie sich sehr einfach selbst bauen, erfordern dazu kaum Aufwand, ergeben aber tolle Geschenke oder Beleuchtungen. Wer zusätzlich auf die Sicherheit achtet, kann also viel Freude an den individuellen Fackeln haben.