Durch seine namensgebenden Streifen zählt Zebragras zu den wohl ungewöhnlichsten Gräsern unsere heimischen Ziergärten. Da es dazu noch genügsam und eigentlich pflegeleicht daherkommt, ist es immer häufiger an Teichen und Staudenbeeten zu finden. Damit die Freude an dieser dekorativen Pflanze auch im Folgejahr ungetrübt erhalten bleibt, erklären wir hier, wie und wann Sie das Zebragras richtig zurückschneiden.

Warum schneiden?

Die Hauptpflegemaßnahme von Miscanthus sinensis zebrinus, so der wissenschaftliche Name des Zebragrases, ist der Schnitt. Warum er, wie bei allen anderen Vertretern des Chinaschilfs auch, aus

gärtnerischer Sicht unerlässlich ist, bedingt sich in folgenden Gründen:

Einjährigkeit des Laubs

Ausgangslage:
Obwohl das Zebragras eigentlich eine mehrjährige Pflanze ist, gilt dies nicht für die oberirdischen Pflanzenteile, also die Blätter. Sie sterben mit Einsetzen des Winters ab und beginnen zu vertrocknen und im Laufe der Zeit zu verrotten.

Ziel des Schnitts:
Durch das Entfernen des toten Laubs wird die zuallererst einmal im Laufe der Zeit immer unschönere tote Pflanzenmasse beseitigt, so dass die bekannten und beliebten Streifen der jungen, kräftigen Blätter in den Vordergrund treten.

Fäulnis

Ausgangslage:
Die abgestorbenen Blätter bilden im Laufe ihrer Degeneration einen dichten "Horst" aus toter Biomasse, der auf dem eigentlichen Wurzelballen ruht und eine ideale Brutstätte für Fäulnis, Schimmel und andere Parasiten darstellt.

Ziel des Schnitts:
Durch die Beseitigung der toten Blattmasse wird schädlichen Einflüssen auf die Pflanze die Entwicklungsgrundlage genommen und die Anfälligkeit des Zebragrases deutlich reduziert.

Abschirmung

Ausgangslage:
Im Laufe des Wachstums über das Jahr hinweg bildet das Zebragras einen dichten Blatthorst, der nach dem winterlichen Absterben erst langsam abgebaut wird. Für die im Frühjahr neu treibenden Blätter stellt er somit eine nahezu flächendeckende Abschirmung gegen Licht und Wasser, den beiden wichtigsten Lebensspendern im Wachstum einer Pflanze, dar.

Ziel des Schnitts:
Die Möglichkeiten zur Belichtung, Belüftung und Bewässerung der neuen Jungtriebe wird erheblich verbessert und ihre Entwicklung vorteilhaft beeinflusst.

Der richtige Zeitpunkt

Miscanthus sinensis - Zebragras - Stachelschweingras - Zebraschilf

Nachdem nun klar ist, warum man Zebragras im heimischen Garten unbedingt zurückschneiden sollte, ist der richtige Zeitpunkt des Schnitts zu klären. Manch ein Hobbygärtner mag verleitet sein, die trockenen, braunen Blätter bereits im Herbst zu entfernen und somit mit einem aufgeräumten und gut auf das Frühjahr vorbereiteten Garten in die Winterpause zu gehen. Es gibt aber gute Gründe, warum der richtige Zeitpunkt für den Schnitt des Zebragrases erst im Frühjahr, vor Einsetzen des Wachstums, ist:
  • Guter Frostschutz des Wurzelballens durch aufliegendes Totlaub des Grases
  • Gute Abschirmung der Pflanze vor intensiven winterlichen Niederschlägen
  • Gute Überwinterungsmöglichkeiten für zahlreiche Klein- und Kleinstlebewesen im Blattwerk, zudem gutes Baumaterial für Winterlager von Kleinsäugern

Betrachtet man einerseits den erforderlichen Rückschnitt, um Fäulnis im Wurzelwerk zu vermeiden und zugleich den Schutz durch das tote Laub vor zu viel Wasser und Kälte, erscheint das zunächst als Widerspruch. Allerdings schützt das Blattwerk im Winter tatsächlich, während in dieser Zeit auch Fäulnisbakterien und Schimmel in ihrem Wachstum gehemmt sind und sich nicht oder nur gering entwickeln. Erst im Frühjahr mit seinen steigenden Temperaturen sollte die Gefahr eines Befalls durch die Beseitigung des Laubs gebannt werden.

TIPP: Um den winterlichen Schutz des abgestorbenen Blatthorstes möglichst lange in Anspruch zu nehmen, kann der Rückschnitt erfolgen, wenn die ersten feinen Blattspitzen der neuen Triebe aus der Erde kommen.

Richtig schneiden

Um den Schnitt nun richtig auszuführen, sind einige wenige, einfache Aspekte zu beachten:

  • Scharfe, ausreichend große Garten- oder Haushaltsschere verwenden
  • Schutzhandschuhe tragen, um Schnittverletzungen durch scharfe Blattränder zu vermeiden
  • Gras einige Zentimeter über dem Boden gerade abschneiden
  • Schnitt so ausführen, dass starkes Zerfasern oder Reißen der Blätter vermieden wird, da aufreißende Blattansätze bis ins Erdreich Wurzelwerk schädigen können
  • Schädigung der neuen Jungtriebe vermeiden
  • Bei Rückschnitt nach Austreiben daher einige Zentimeter oberhalb der neuen Triebe schneiden

Was tun bei falschem Schnitt?

Miscanthus sinensis - Zebragras - Stachelschweingras - ZebraschilfImmer wieder kann es vorkommen, dass doch einmal Fehler beim Schneiden des Zebragrases gemacht werden. Auch dann ist noch nichts verloren, da sich die gängigen Fehler relativ einfach beheben lassen:

Schnitt im Herbst

Wird das Zebragras bereits im Herbst seines toten Laubes beraubt, fehlt im Winter die eigentlich vom Laub ausgehende Schutzwirkung.
Mögliche Abhilfen:

  • Abdeckung des Wurzelballens mit Reisig, Stroh oder Kokosmatten
  • WICHTIG: keine luftdichten Abdeckungen, wie Folien oder Gummimatten, verwenden

Zu später Schnitt

Übersieht man die neuen Triebe im Frühjahr, kann es vorkommen, dass diese zwischen dem alten Laub zu beachtlicher Größe heranwachsen. Ein flächendeckender Schnitt des gesamten Horsts ist dann nicht mehr möglich.

Mögliche Abhilfe

  • Bei geringer Wuchshöhe Schnitt nach oben setzen und Rückstände höher belassen
  • Tote Blätter einzeln oder in kleinen Büscheln zwischen den Jungtrieben herausschneiden
  • ACHTUNG: Unbedingt Verletzungen der neuen Blätter vermeiden, da diese ansonsten ab der Verletzung aufwärts
    absterben