Die Zimmerazalee ist eine dankbare und relativ anspruchslose Pflanze. Sie wächst als kleiner Blütenstrauch mit Wuchshöhen und -breiten von bis zu 45 cm. Diese Pflanze ist eng mit dem Rhododendron verwandt. Auch sie behält ihr dunkelgrünes Laub das ganze Jahr über. Unter ungünstigen Bedingungen, bezüglich Pflege und Standort, kann es jedoch passieren, dass sie es ganz oder teilweise verliert.

Azaleen - beliebte Zimmerpflanzen für Winter und Frühjahr

Als Zimmerpflanze werden Azaleen vor allem als Winter- und Frühjahrsblüher gehalten, sie gehören zu den schönsten Winterblühern. Schon beim Kauf dieser kleinen, dicht verzweigten Sträucher, sollte man auf einige Dinge achten, um sich nicht bereits kranke Pflanzen ins Haus zu holen. Der

Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) rät, dass die Blätter frisch grün und nicht gekräuselt und bei mindestens der Hälfte der Knospen die Farbe der Blüten erkennbar sein sollte.

Macht die Pflanze einen guten Eindruck, steht dem Kauf nichts im Wege. Dann kommt es darauf an, bei der Kultivierung dieser Pflanzen ihre natürlichen Ansprüche an die klimatischen Bedingungen und die Pflege zu berücksichtigen und ihnen bestmöglich gerecht werden. Ansonsten kann es dazu kommen, dass die Zimmerazalee das eine oder andere Blatt verliert, was verschiedene Ursachen haben kann.

Wassermangel

Die häufigste Ursache für vorzeitigen Blattverlust ist Wassermangel. Das betrifft Zimmerazaleen ebenso wie Exemplare im Garten. Azaleen gehören zu den Moorbeetpflanzen, d.h., dass ihre Wurzeln stets feucht stehen möchten. Ist die Erde längere Zeit trocken, fallen sowohl Blätter als auch Knospen ab. Wassermangel zeigt sich an farblosen Blüten und schlaffen, trocknen Blättern.

ZimmerazaleeEr führt dazu, dass die Wurzeln nur noch wenig Kalium aufnehmen können, sodass die Azalee es aus den Blättern zieht. Das hat zur Folge, dass die sich von der Spitze her bräunlich verfärben. Trocknet die Erde allmählich aus, nehmen sie eine gelbliche Färbung an, bevor sie schließlich von der Pflanze fallen. Tritt dagegen ein abrupter Mangel auf, wirft die Pflanze auch Blätter in grünem Zustand ab. Im Topf trocknet die Erde besonders schnell aus, umso mehr, wenn der Topf zu klein ist. In der Regel lässt sich ein Wassermangel leicht beheben.

  • Liegt Wassermangel bereits länger vor, Pflanze samt Topf gründlich wässern
  • Für mindestens 20 Minuten in einem Gefäß mit handwarmen, weichen Wasser
  • Später regelmäßig gießen
  • Tauchbäder in regelmäßigen Abständen, besser als gießen
  • Pflanze immer so lange tauchen, bis keine Blasen mehr aufsteigen
  • Danach das Wasser gut ablaufen lassen
  • Untersetzer und Übertöpfe kurz nach dem Gießen entleeren
  • Auf ausreichend große Pflanzgefäße achten

Tipp: Die Azalee benötigt zwar reichlich Wasser, verträgt aber keine Staunässe, denn die führt unweigerlich zu

Wurzelfäule.

Zu hohe Temperaturen

Die Blütezeit dieser Pflanzen fällt in die Wintermonate, wenn im Haus mehr oder weniger stark geheizt wird. Dann einen geeigneten Standort zu finden, ist schwierig. Entsprechend ihrer natürlichen Herkunft, den kühlen und feuchten Bergwäldern Ostasiens, bevorzugt die Zimmerazalee eher kühlere Temperaturen. Was sie ebenso wenig verträgt, ist direkte Sonneneinstrahlung. Sie ruft Brandflecken auf den Blättern hervor, sie fallen ab.

Die Idealtemperatur liegt zwischen 18 und 20 Grad. Ist es wärmer als 21 Grad, welken die Blüten relativ schnell und auch das frischgrüne Laub fällt ab. Eine ebenso große Herausforderung ist die meist zu geringe Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen. Aber es gibt Möglichkeiten, das Risiko von Blattverlust, durch Wärme und fehlende Luftfeuchtigkeit zu reduzieren.

  • Pflanze dauerhaft an einen kühleren Platz stellen
  • Oder langsam an die klimatischen Verhältnisse im Haus gewöhnen
  • Am besten direkt nach dem Kauf damit beginnen
  • Azalee zunächst an einen wenig beheizten, hellen bis halbschattigen Platz stellen
  • Direkte Sonneneinstrahlung und Mittagssonne unbedingt vermeiden
  • Beispielsweise ein Treppenhaus, Schlafzimmerfenster oder Wintergarten
  • Nach etwa drei Tagen an einen etwas wärmeren Standort
  • Temperaturen sollten 20 Grad nicht übersteigen
  • Heller bis halbschattiger Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit ist optimal
  • Am besten vor einem nach Osten oder Westen ausgerichteten Fenster
  • Den Sommer über, gerne auch in den Garten
  • Pflanze gelegentlich mit weichem Wasser besprühen

Tipp: Von einem Platz unmittelbar über der Heizung ist abzuraten. Hier würden Knospen, Blüten und Blattwerk schnell austrocknen.

Krankheiten

Es gibt verschiedene Krankheiten als Ursache für den Blattverlust der Azalee.

Zweigsterben

ZimmerazaleeBlattverlust kann auch die Folge einer Pilzinfektion sein. Gemeint ist das sogenannte Zweigsterben. Die Infektion beginnt in der Regel an den Endknospen, die sich braun verfärben. Später sind an den Blattmittelrippen braune Flecken zu sehen. Das einzelne Blatt rollt sich ein und die Pflanze wirft es ab. Alle Zweige mit entsprechenden Blattflecken müssen herausgeschnitten werden, denn nur wenn man alle erkrankten Triebe komplett entfernt, kann man die Azalee retten.

Tipp: Teilweise kann man eine mögliche Infektion auch an Zweigen mit glanzlosen Blättern erkennen. Sie können ein Indiz dafür sein, dass sich der Pilz bereits eingenistet hat.

Stickstoffmangel

Wenn diese attraktive Pflanze ihr Laub verliert, kann das auch an einem Stickstoffmangel liegen. Anfangs färben sich nur ältere Blätter hellgrün bis gelblich. Wird dann nicht bald gehandelt, passiert dasselbe mit jungen Blättern. Die Pflanze bildet nur wenig Knospen und wirft Blätter

ab.

Abhilfe kann eine entsprechende Stickstoffdüngung schaffen. Treten diese Symptome trotz regelmäßiger Düngung auf, kann es sein, dass das Substrat zu stark verdichtet ist. In diesem Falle ist es wichtig, die Pflanze unverzüglich in ein luftigeres Substrat umzutopfen. Anschließend gibt man etwas Flüssigdünger in einen Eimer Wasser und stellt die Pflanze so lange hinein, bis der Ballen gut Wasser aufgenommen hat. Danach lässt man sie gut abtropfen.

Chlorose

Ist die Pflanze von einer Chlorose (Eisenmangel) betroffen, äußert sich das in braunen Blatträndern, kümmerlichem Wuchs, Gelbfärbung und Blattfall. Verursacht wird die Krankheit oft durch einen hohen Kalkgehalt im Boden und/oder im Gießwasser. Kalk sorgt dafür, dass das für die Grünfärbung verantwortliche Chlorophyll nicht richtig gebildet oder sogar abgebaut wird.

Die Zimmerazalee ist, wie bereits erwähnt, eine Moorbeetpflanze und reagiert demzufolge empfindlich auf Kalk. Wiederholtes Gießen mit kalkhaltigem Wasser verschlimmert das Problem, denn der pH-Wert im Boden steigt weiter an. Um ihn wieder abzusenken, ist es ratsam, die Azalee in Moorbeet- oder Rhododendronerde umzutopfen. Ansonsten kann eine vorsichtige Behandlung mit speziellen Eisenpräparaten in Form von Eisendünger oder Blattdünger zum Sprühen, empfehlenswert sein.

Tipp: Eine Chlorose kann übrigens auch durch Staunässe, andauernden Wassermangel oder mineralische Dünger hervorgerufen werden. Sie kann Zimmerazaleen aber auch Azaleen im Garten betreffen.