Japanischer Staudenknöterich wächst in der Wachstumsphase bis zu dreißig Zentimeter pro Tag. Die Flächenbegrünung gelingt mit ihm blitzschnell. Doch in der Natur wird die Schlingpflanze immer mehr zur Gefahr. Sie verdrängt wertvolle heimische Arten. Wir zeigen, wie ihre Bekämpfung gelingt.

Neophyten

Als Neophyten werden Pflanzen bezeichnet, die aus anderen Regionen der Welt eingeführt wurden. Wörtlich übersetzt steht der Begriff für "neue Pflanzen". Die Mobilität und der weltweite Handel haben dazu geführt, dass sich nicht heimische Tier- und Pflanzenarten verbreiten konnten. Die meisten der neuen Pflanzen sind völlig unbedenklich. Viele Nutz- und Zierpflanzen in unseren Gärten stammen aus fernen Ländern. Beispiele für positive Neophyten sind Nutzpflanzen wie Kartoffeln und Mais, Gehölze wie Rosskastanien und Walnussbäume, Zierpflanzen wie Veilchen und Klatschmohn.

Die Gefahr geht von invasiven Neophyten aus, die sich ungehindert verbreiten und heimische Arten verdrängen. Bekannte Beispiele sind:

  • Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
  • Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
  • Drüsiges Springkraut (Impatiens
    glandulifera)
  • Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca americana)
  • Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)
  • Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica)

Merkmale

  • bis vier Meter Wuchshöhe
  • ovale Blätter
  • hohle, dunkelrot gesprenkelte Stängel
  • weiße bis gelbgrüne Blüten
  • Vermehrung über Ausläufer
  • Blätter und Stängel sterben im Winter ab
  • neuer Austrieb im Frühjahr

Negative Auswirkungen

  • Verdrängung heimischer Arten durch extrem schnelles, dichtes Wachstum - Gefahr der Erosion an Böschungen und Ufern
  • Zerstörung von Mauern, Straßen, Gebäuden, Brücken, Gleisanlagen durch Wurzeln

Hinweis: Ein zehn Zentimeter langes Wurzelstück des Japanischen Staudenknöterichs (Fallopia japonica) genügt zur Bildung einer neuen Pflanze.

Tipps zur Bekämpfung

Der Japanische Staudenknöterich kam 1825 als Zierpflanze aus Asien nach Mitteleuropa. Seitdem breitet er sich massiv aus.

1. Anbau im Garten vermeiden

Verzichten Sie dringend auf den Anbau des Japanischen Knöterichs und anderer

invasiver Pflanzen im Garten. Wählen Sie heimische und ungefährliche Alternativen zum Begrünen Ihrer Fassaden oder Geländer.

2. Regelmäßige Beseitigung oberirdischer Pflanzenteile

Die Kraft des Knöterichs steckt in seinen Rhizomen. Daher kann die oberirdische Beseitigung den Pflanzenwuchs nur aufhalten, nicht vollständig beseitigen. Schneiden Sie die oberirdischen Pflanzenteile regelmäßig ab.

3. Begrünung von Brachflächen

Brachflächen sollten schnellstmöglich mit heimischen Arten begrünt werden, um die Ansiedlung des Japanischen Staudenknöterichs aufzuhalten.

4. Pflanzenmaterial vernichten

Reste des Japanischen Staudenknöterichs gehören nicht auf den Kompost! Entsorgen Sie die Knöterich-Reste im Restmüll oder im Biomüll, der professionellen Kompostieranlagen zugeführt wird. Nur so lässt sich die Verbreitung verhindern.

5. Sichere Lagerung

Lagern Sie Pflanzenteile des Knöterichs nicht auf unbefestigten Flächen. Schnell wurzelt der Neophyt ansonsten neu und breitet sich aus.

6. Vermehrung durch Fließgewässer vermeiden

Achten Sie darauf, dass Teile des Japan-Knöterichs nicht in Fließgewässer fallen und weiter transportiert werden.

7. Mit schwarzer Folie eindämmen

Decken Sie Flächen, an denen sich immer wieder Knöterich zeigt, mit schwarzer Folie ab. Nach ein bis zwei Jahren ist die Pflanze so geschwächt, dass die Wurzelreste ausgegraben und beseitigt werden können.

Folienabdeckung gegen japanischen Staudenknötrich

Hinweis: Chemische Unkrautbekämpfungsmittel bringen nicht den gewünschten

Erfolg. Mit Blick auf den Erhalt der Biodiversität und zum Schutz der Gesundheit Ihrer Gartenbesucher sollten Sie unbedingt auf den Einsatz chemischer Mittel im Garten verzichten.

Kiu77Folienabdeckung, bearbeitet, CC BY-SA 3.0

8. Werkzeuge säubern

Wenn Sie Knöterich auf Ihrem Grundstück entfernen, säubern Sie hinterher die Werkzeuge sorgfältig. Ansonsten können Pflanzenteile verschleppt werden und sich an anderer Stelle entwickeln.

9. Aushub trennen

Wenn Sie das Wurzelwerk des Japanischen Knöterichs ausgraben, achten Sie auf die restlose Beseitigung. Auf keinen Fall darf es mit unbelastetem Substrat vermischt und weiter genutzt werden.

Hinweis: Mit Teilen des Japan-Knöterichs belastetes Substrat muss mit einer sechs Meter dicken Erdschicht bedeckt werden, um den Neuaustrieb zu endgültig verhindern. Achten Sie auf Knöterich-Ansiedlungen, wenn Sie ein Baugrundstück erwerben.

10. Jungpflanzen beseitigen

Wenn Sie kleine Knöterichpflanzen im Garten entdecken, reagieren Sie schnell. Graben Sie die Pflanzen umgehend aus. Entsorgen Sie sie im Restmüll oder in der Biotonne, die der städtischen Kompostieranlage zugeführt wird. Halten Sie durch! Entfernen Sie neue Triebe so lange, bis die Pflanze nicht wieder neu austreibt.

11. Beschattung fördern

Lichten Sie Gehölze im Bereich gefährdeter Flächen nicht aus. Schatten reduziert den Pflanzenwuchs.