indische LaufenteAuch wer sich Enten mit Bedacht zulegt, muss einiges über das Geflügel wissen. Zunächst ist die Auswahl der richtigen Sorte wichtig. Diese benötigen unterschiedliche Gegebenheiten. Nicht jede Entenart passt auf jedes Grundstück. Außerdem sollte die Haltung erlaubt sein.

Ein Entenhaus ist notwendig für alle Entenarten. Es bietet Schutz vor Kälte im Winter und vor Raubtieren, wie dem Fuchs. Für die meisten Entenarten ist auch Wasser unbedingt notwendig. Wasser ist wichtig zum Abkühlen und zur Gefiederpflege. Bei den Entenhäusern unterscheidet man zwischen den stationären, meist auf dem Festland aufgestellten Quartieren und den schwimmenden
Behausungen, die auf dem Teich schwimmen. Beide Arten werden etwas unterschiedlich gebaut.

Entenarten

Stockente

  • Geeignetste Entenart
  • Sehr anpassungsfähig
  • Besser Flügel stutzen
  • Lässt sich gut zähmen
  • Kommt mit jedem Entenhaus klar

Hausente

  • Unterart der Stockente
  • Hohes Gewicht, deshalb kaum flugfähig
  • Sehr schnell
  • Kaum Ansprüche an ein Entenhaus

Pommernenten

  • Anspruchslos
  • Brauchen viel Auslauf
  • Normales Entenhaus, wie für Stock- oder Hausente

Warzenenten

  • Anspruchslos
  • Normales Entenhaus
  • Im Winter auch gern im geschlossenen Stall, 1m² pro Ente
  • Brauchen nicht unbedingt einen See, Badewanne reicht aus

Laufente

  • Etwas höherer Stall
  • Brauchen keinen Teich
  • Wasserbecken ist ausreichend
Ein Entenstall lässt sich im Prinzip recht einfach bauen. Er sollte nicht zu klein sein. Es kommt natürlich immer auf die Anzahl an Enten an, die im Notfall darin Schutz finden müssen. Sie sollten nicht zu beengt darin eingezwängt sein. Man rechnet für ein Laufentenpaar mit einer Hütte wie für einen großen Hund. Für die anderen Enten ist etwa ein Halber Quadratmeter pro Tier einzuplanen. Die Unterkunft muss trocken, zugfrei und leicht zu reinigen sein. Am besten ist, wenn das Dach abnehmbar ist. Wer seine Enten vor Marder und Fuchs schützen möchte, muss die Tür zum Verschließen gestalten und natürlich die Enten nachts einschließen.

Häuser für Laufenten müssen höher sein als solche für „normale“ Enten. Ideal ist, wenn das Entenhaus verstellbare Öffnungen zum Lüften besitzt, welche im oberen Bereich, meist also im Dach, eingebaut wurden. Sinnvoll ist außerdem eine Abflussmöglichkeit innerhalb des Häuschens. So kann verschüttetes Trinkwasser abfließen. Empfehlenswert ist ein Schacht, bzw. eine Grube. Diese werden einfach unter der Trinkstation angelegt. Darüber wird einfach ein Drahtgitter gelegt, auf welchem die Trinkgefäße stationiert werden können. So bleibt die Einstreu trocken.
Entenhaus auf Teich
Bodeneinstreu ist wichtig. Verwendung finden Torf mit einer Strohauflage oder Rindenmulch. Sehr günstig ist eine Mischung aus Hobelspänen, Torf und Sand, die im Anschluss sogar noch als Dünger genutzt werden kann.

Anforderungen an einen Entenstall

  • Groß genug, je nach Entenzahl
  • Hoch genug, dass die Enten darin problemlos stehen können
  • Nicht zu hoch, denn Wärme steigt nach oben und da nützt sie im Winter nichts
  • Tür nur so hoch, dass die Enten problemlos durchpassen, sonst kommt im Winter zu viel kalte Luft hinein
  • Lüftungsklappen im Dach zur Belüftung an heißen Sommertagen
  • Kälte- und windisoliert
  • Besonders die Bodenplatte kälteisolieren
  • Dach abnehmbar oder aufklappbar zum besseren
    Ausmisten
  • Abschließbare Tür
  • Einbruchsicher für Nesträuber und Fuchs bzw. Marder
  • Abflussmöglichkeit für Wasser
  • Günstig ist eine Kotwanne
  • Hütte etwas erhöht bauen, auf Stelzen, damit von unten keine Feuchtigkeit kommt
  • Keine Ritzen und Spalten – schlecht zu reinigen

Baumaterial

Als Baumaterial bietet sich Holz an. Es lässt sich gut bearbeiten und pflegen.

Werkzeuge

  • Bohrmaschine
  • Stich- oder Tischkreissäge
  • Akkuschrauber

Ideen für die Gestaltung

Es gibt recht unterschiedliche Designs für Entenhäuser, vom Blockhaus bis zum Schlösschen. Man kann seiner Fantasie da freien Raum lassen. Es ist eine reine Geschmacks- und Kostensache. Wichtig ist, dass das Haus ausreichend groß und auch sicher ist. Der Einfachheit halber sind die meisten Entenquartiere recht simpel gehalten. Man muss kein geborener Hobbyhandwerker sein, um eines fertig zu bekommen. Wer aber etwas mehr Zeit und Mühe investieren kann und möchte, der kann wirklich hübsche Unterkünfte bauen.

Als Anregung hier einige Links, wie so ein Haus aussehen könnte:
  • http://www.kriszun.de/haeus.html
  • http://www.kriszun.de/haeus2.html
  • http://www.salmi-jotwe.de/2013-05-22/ein-entenbruthaus-selbstgebaut
  • http://www.fug-verlag.de/on2969?bildanzeige=10941
  • http://www.dw.com/image/0,,16744659_401,00.jpg
  • http://www.ruehme.com/media/Allgemeines/20140420_163636.jpg

Bauanleitungen für einen Entenstall

Bauanleitungen findet man kostenlos im World Wide Web. Allerdings bieten einige Handwerker auch detailgenaue Pläne gegen einen kleinen Obolus an. Wie häufig findet man auch Bausätze im Handel, die nur noch zusammengebaut werden müssen. Es ist meist eine Kostenfrage, für welche Variante man sich entscheidet. Fertige Entenhäuser, die natürlich ebenfalls im Angebot sind, können recht teuer sein. Allerdings gibt es mitunter große Preisunterschiede. Selber zu bauen ist immer preiswerter.

  • http://www.baumarkt.de/nxs/381///baumarkt/schablone1/Bauanleitung-schwimmendes-Entenhaus-fuer-den-Teich
  • http://www.fug-verlag.de/on2969
  • http://haus-hof-huehnerstall.de/landleben/neues-heim-fur-neue-laufenten/
  • http://www.1-2-do.com/de/projekt/Schwimmendes-Entenhaus/bauanleitung-zum-selber-bauen/3741/
  • http://www.fischereiverein-widdern.de/Projekte/Entenhaus/Entenhaus.html
Was man bedenken muss ist, dass auf dem Wasser treibende Entenhäuser verankert werden sollten. Tut man das nicht, treiben sie irgendwo an und bieten dann ohne geschlossene Tür keinen Schutz mehr. Bei allen guten Gedanken, dass die Enten auf dem Wasser sicherer sind, dem sei gesagt, dass ein Fuchs auch schwimmen kann und wenn sich die Beute lohnt, tut er das auch.

Tipp
Sinnvoll finde ich die Idee, das Entenhaus auf dem See mit Schnüren zu sichern. Zwei Schnüre in jeweils entgegengesetzte Richtung anbringen und am Ufer befestigen. Diese haben dann auch den Vorteil, dass das Haus zum Ufer gezogen und gereinigt werden kann. Bei einem fest verankerten Quartier ist das echt schwierig mit der Reinigung.

Fazit
Wer Enten halten oder auf seinem See kampierenden Wildenten eine Unterkunft zur Verfügung stellen möchte, für den ist ein Entenhaus eine tolle Sache. Man kann solch eine Behausung fix und fertig kaufen, ebenso als Bausatz oder man baut selbst. Das ist gar nicht schwierig, wie die von uns zusammengetragenen Beispiele zeigen. Einige Sachen sind zu bedenken, beispielsweise die Isolierung, die Kotwanne, die Stelzenerhöhung und die Belüftung. Wenn man dies alles gut durchdenkt und sich einen Plan zusammenstellt, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.