Clever ist definitiv anders: Nachtspeicherheizungen gehören zu den teuersten Heizungen überhaupt. Da sie mit Strom betrieben werden, der in Deutschland häufig noch aus Kohlekraftwerken kommt, sind sie auch umwelt- und vor allem klimaschädlich. Sie auszutauschen und zu entsorgen macht also Sinn. Je nachdem für welche neue Heizung man sich entscheidet, gibt der Staat dann auch Fördermittel oder sehr günstige Kredite.

Prinzip und Problem

Elektrischer Strom lässt sich relativ einfach in Wärme umwandeln. Man denke da nur an einen Tauchsieder oder einen Wasserkocher. Ganz ähnlich funktionieren auch Nachtspeicherheizungen, die vor
allem in den 1970er Jahre deutsche Haushalte erobert haben. Sie nutzen dafür den günstigen Nachtstrom. Der ist heute aber immer noch deutlich teurer als etwa Öl oder Gas. Die Wohnung mit einer Nachtspeicherheizung zu heizen verursacht also erheblich mehr Kosten. Sie ist aber auch ökologisch bedenklich - jedenfalls dann, wenn der Strom nicht von der eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach kommt. Die Stromproduktion durch Kohlekraftwerke setzt nämlich große Mengen an Kohlendioxid und Feinstaub frei, die Mensch und Umwelt stark belasten. Das Austauschen einer derartigen Heizung ist also gleich in doppelter Hinsicht sinnvoll.

Kein Verbot

Intelligent heizenEntgegen vieler anderslautender Darstellungen ist der Betrieb von Nachtspeicherheizungen auch in Zukunft nicht verboten. Zwar wurde von der Bundesregierung im Jahr 2009 mit der Energieeinsparverordnung ein schrittweises Verbot gesetzlich verankert. Im Jahr 2013 wurde dieses Verbot wieder aufgehoben. Hintergrund dafür war nicht zuletzt die sogenannte Energiewende. Nachhaltig produzierter Ökostrom sollte durchaus auch zum Heizen verwendet werden können. Es besteht also kein Zwang, Nachtspeicherheizungen zu ersetzen. Das ändert allerdings nichts daran, dass erheblich effizientere und deutlich umweltfreundlichere Heizsysteme gibt.

Fördermöglichkeiten

Da Nachtspeicherheizungen also nicht verboten sind und damit auch nicht zwingend ausgetauscht werden müssen, gibt es dafür auch keine gezielten Fördergelder oder Zuschüsse vom Staat. Das bedeutet aber nicht, dass man leer ausgeht, wenn man seine alte Nachtspeicherheizung austauscht. Es kommt vielmehr darauf an, durch welche Art von Heizung man sie ersetzt. Für eine neue Heizungsanlage zahlt der Staat nämlich durchaus zum Teil erhebliche Fördersummen. Meist geschieht das in Form von besonders günstigen Krediten
und weniger durch direkte Zuschüsse. Ansprechpartner dafür sind folgende staatliche Institutionen.

- Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
eine staatliche Bank, die auf Antrag hin Kredite zu günstigen Konditionen für energieeffiziente und umweltfreundliche Heizsysteme vergibt. Auch ein direkter Tilgungszuschuss für den Kredit ist möglich

- Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
das gezielt den Austausch von Heizungspumpen und den hydraulischen Abgleich von Heizsystemen fördert.
- Regionale Stellen und Stadtwerke
die zugeschnitten auf eine bestimmte Region oder eine Stadt Förderprogramme für die Heizungserneuerung anbieten
Tipp: Stadtverwaltungen und Landratsämter können gezielt Auskunft darüber geben, ob und welche Fördermöglichkeiten es in einer bestimmten Region gibt. Sie helfen dann in der Regel auch bei der Antragstellung.
Geld vom Staat gibt es allerdings nur, wenn die neue Heizungsanlage auch tatsächlich effizient und umweltfreundlich ist. Sie muss außerdem zum Gebäude passen. Vor der Antragstellung muss deshalb eine Energieberatung stattfinden, bei der passgenau geklärt wird, welche Heizung für das jeweilige Gebäude am besten ist. Wer sich nach der Beratung nicht für die empfohlene Variante entscheidet, geht in den allermeisten Fällen leer aus.
Hinweis: Schon die Energieberatung wird vom Staat gefördert. Voraussetzung dafür ist, dass der gewählte Energieberater dafür qualifiziert und auch vom Staat zugelassen ist.

Alternativen

Pellets als Alternative zur NachtspeicherheizungEffiziente, umweltfreundliche Alternativen zu einer Nachtspeicherheizung gibt es mittlerweile sehr viele. Für welche man sich entscheidet, hängt vor allem von den baulichen Gegebenheiten des Gebäudes ab und der Lage ab. Grundsätzliche kommen folgende Heizungssysteme in Frage:
  • Ölheizung
  • Gasheizung
  • Pelletheizung
  • Elektroheizung mit Photovoltaikanlage
  • Erdwärmeheizung
  • Wärmepumpenheizung
Egal, für welche Variante man sich auch entscheidet, meistens ist der Umbau mit erheblichen Eingriffen in die Bausubstanz verbunden. Es empfiehlt sich daher, eine derartige Maßnahme immer im Zusammenhang mit anderen Sanierungsarbeiten auszuführen. Das spart
häufig Geld und jede Menge Ärger. Zu denken wäre hier etwa an Maßnahmen zur Gebäudedämmung oder an eine Erneuerung der Fenster. Diese energetischen Sanierungen können dann ebenfalls staatlich gefördert werden.

Tipp: Die Heizungserneuerung sollte man immer im Zusammenhang mit einer energetischen Sanierung sehen. Beides gehört gewissermaßen zusammen und kann nicht getrennt voneinander betrachtet werden.

Nachtspeicherheizung entsorgen

Nicht alle, aber sehr viele vor allem ältere Nachtspeicherheizungen enthalten Stoffe, die eindeutig in die Kategorie Sondermüll gehören. Diese Schadstoffe sind:
  • Asbest als Dämmstoff
  • Chromat in den Speichersteinen
  • PCB in den elektrischen Bauteilen
Nachtspeicherheizungen müssen deshalb getrennt von Haus- oder Baumüll gesondert entsorgt werden. Am besten erfolgen die Demontage, der Abtransport und die Entsorgung durch zertifizierte Fachunternehmen. Keinesfalls sollte man sich selbst ans Werk machen und eine Nachtspeicherheizung einfach zerlegen oder zerkleinern. Die Gefahr, dass dabei Schad- bzw. Giftstoffe frei gesetzt werden, ist einfach viel zu groß. Das fachgerechte Entsorgen ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine Förderung gibt es dafür in der Regel nicht.