Rindenmulch ist zweifellos ein nützlicher Helfer im Garten. Da er aber hauptsächlich im Wald gewonnen wird, ist es vollkommen normal, dass er Pilzsporen in sich trägt. Je nach Standort- und Witterungsbedingungen können sich daraus dann Pilze entwickeln und sich womöglich großflächig im Garten verbreiten. In der Regel hat man es da mit der ungefährlichen aber störenden gelben Lohblüte zu tun.

Schleimpilz

Die Pilzart, die mit großem Abstand am häufigsten in und auf Rindenmulch zu finden ist, ist die gelbe Lohblüte. Sie gehört zu den sogenannten Schleimpilzen.

Genau genommen ist sie damit gar kein richtiger Pilz, da Schleimpilze eine Mischung aus Pflanze und Tier sind, ohne einer dieser Kategorien wirklich anzugehören. Auffällig an Fuligo septica, so der lateinische Name, ist seine leuchtend gelbe Farbe. Sie ist auch der Grund dafür, warum der Pilz gerne als Hexenbutter bezeichnet wird, und ein eindeutiges Erkennungsmerkmal. Außerdem ist diese Schleimpilzart an folgenden Merkmalen zu erkennen:
  • keine einheitliche Form
  • ähnelt häufig einem kleinen Kissen
  • kann wie aufgeblähter Bauschaum aussehen
  • bewegt sich kriechend fort
  • hinterlässt dabei eine weiße Schleimspur

Die gelbe Lohblüte siedelt mit Vorliebe auf trockenem Totholz. Rindenmulch ist für sie deshalb so etwas wie der ideale Lebensraum. Die Pilzsporen befinden sich dabei entweder schon im Mulch oder werden über die Luft hinweg eingetragen. Sie können sich allerdings nur im Zusammenhang mit einer feucht-warmen Witterung entwickeln.

Tipp: Um festzustellen, ob Rindenmulch Pilzsporen enthält, nimmt man einfach ein paar Stücke, separiert sie und gießt sie bei warmer Witterung regelmäßig. Entwickelt sich darauf dann ein Pilz, kann man getrost davon ausgehen, dass der gesamte Mulch befallen ist.

Vorbeugen

Schleimpilz - gelbe Lohbüte - HexenbutterVorbeugen ist bekanntlich stets besser als heilen. Das gilt natürlich auch für einen möglichen Schleimpilz-Befall. Vorbeugen bedeutet hier konkret, dass man Rindenmulch schon vor dem Ausbringen so lagert, dass sich darin keine Pilze entwickeln können. Er muss daher absolut trocken gehalten werden und zum

Beispiel aus Plastiksäcken genommen werden, da sich im Sack ein geradezu tropisches Klima bilden kann. Ideal ist eine trockene Lagerung mit viel Luftzufuhr. Grundsätzlich gilt: Die Wahrscheinlichkeit eines Befalls steigt im Sommer mit der Luftfeuchtigkeit. Ist der Mulch erst einmal ausgebracht, sollte er deshalb auch mit Bedacht und abhängig von den Witterungsbedingungen gegossen werden. Bei eh schon hoher Luftfeuchtigkeit kann zusätzliches Gießen kontraproduktiv sein. Da Mulch Wasser speichert und es an die Pflanzen abgibt, darf das Gießen auch ruhig mal ausfallen.

Abtragen

Trotz aller vorbeugenden Maßnahmen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich früher oder später die gelbe Lohblüte ausbreitet. Damit sind allerdings keinerlei Gefahren verbunden. Der Pilz ist absolut ungefährlich. Dennoch wird man ihn schon allein aus optischen Gründen schnell wieder loswerden wollen. Dies geschieht am besten dadurch, indem er abgetragen wird. So geht man dabei vor:

  • immer mit einer möglichst sauberen Schaufel arbeiten
  • den kompletten Bereich mit dem Pilz entfernen
  • auch das umliegende Areal entfernen
  • dabei sehr großzügig vorgehen
  • restlichen Mulch zum Austrocknen mit Kalk bestreuen

Der abgetragenen Mulch darf auf gar keinen Fall auf den Kompost geworfen werden. Von dort aus würden sich die Sporen nämlich problemlos über die Luft im gesamten Garten verbreiten. Das Material muss vielmehr in der Mülltonne entsorgt werden. Die Tonne sollte dabei natürlich die meiste Zeit des Tages über verschlossen sein.

Tipp: Am besten ist es, wenn man den befallen Mulch in einen verschließbaren Plastiksack gibt. Der verschlossene Sack wandert dann in die Mülltonne und sollte bald möglichst entsorgt werden.

Fungizide

Schleimpilz - gelbe Lohbüte - HexenbutterEine relativ drastische Maßnahme, um die Hexenbutter zu bekämpfen, sind Fungizide aus dem Fachhandel. Alternativ kann man auch selbst eine Lösung aus Essig, Salz und Wasser anmischen und den Pilz großflächig damit gießen. Der Essig und das Salz werden dabei allerdings auch auf umliegenden Pflanzen und den Boden einwirken. Gerade die Wirkung von Essig sollte man dabei

nicht unterschätzen. Angesichts der Tatsache, dass von dem Schleimpilz keinerlei Gefahr ausgeht, sollte ein derartiges Vorgehen deshalb die absolute Ausnahme sein. Lässt man sich dennoch darauf ein, muss unbedingt mit Bedacht und sehr zurückhaltende vorgegangen werden. Das Mischverhältnis der Lösung ist dabei abhängig von den Verhältnissen vor Ort. Grundsätzlich enthält sie in etwa die gleichen Anteile an Essig und Wasser.

Weglocken

Es hört sich vielleicht etwas skurril an, aber man kann die gelbe Lohblüte auch von ihrem Standort weglocken. Nur zur Erinnerung: Dieser Schleimpilz ist eine Mischung aus Pflanze und Tier. Und er ist beweglich. Tritt er im Mulch an einer Stelle des Gartens auf, wo man ihn auf gar keinen Fall haben möchte, kann man tatsächlich versuchen, ihn von dort wegzulocken. Dazu legt man einfach mit Haferflocken eine regelrechte Futterspur hin zu einem Ort im Garten, an dem der Pilz nicht stört. Mit etwas Glück folgt der Pilz dann dieser Spur. Man sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass dabei unzählige Pilzsporen im Mulch verbleiben. Früher oder später wird sie die gelbe Lohblüte also wieder an Ort und Stelle ausbreiten.