Eine Drachenpalme findet man in fast jedem Haushalt. Sie gehört quasi zur Grundausstattung dazu. Bekannt ist sie auch als Drachenbaum. Doch der Name täuscht: Weder ist sie ein Baum, noch ist sie furchterregend. Ganz im Gegenteil: Ihr Stamm ist schlank und außergewöhnlich verzweigt. An seine Spitzen sprießen unzählige lanzettenähnliche Blätter, meist bunt gefärbt. Trotz ihrer Schönheit, erwartet sie wenig Aufmerksamkeit.

Bekannteste Sorten

In tropischen und subtropischen Gegenden der Erde sind mehr als 50 Arten der Drachenpalme, botanisch Dracaena, bekannt. Im dortigen Klima erreichen sie stattliche Höhen und erinnern tatsächlich an Bäume. Einige Arten haben es bis nach Mitteleuropa geschafft, allerdings nur als Zimmerpflanze und bescheidener im Wuchs. Folgende Arten werden im Fachhandel und gelegentlich auch in Discountern angeboten:
  • Dracaena marginata - das pflegeleichte "Einsteigermodell"
  • Dracaena sanderana - mit zahlreichen Seitentrieben
  • Dracaena surculosa - max 70 cm hoch und stark verzweigt
  • Dracaena marginata "Tricolor" - grün, rosarot und cremefarben gestreifte Blätter
  • Dracaena deremensis, Dracaena draco, Dracaena fragrans - alle hoch wachsend bis ca. 1,5 m,
    leichte Unterschiede in der Blattfärbung und Blattform.
Hinweis: Der Name Dracaena stammt aus dem Griechischen und bedeutet "weiblicher Drache".

Standort

In den eigenen vier Wänden findet sich der eine und andere freie Platz, auf dem eine Grünpflanze dekorativ platziert werden kann. Doch nicht jeder Platz bietet optimale Wachstumsbedingungen. Pflanzen mögen es hell, so freut sich auch ein Drachenbaum über viel Licht. Er ist allerdings anspruchslos und begnügt sich, wenn es sein muss, auch mit einem Halbschattenplatz. Das gilt vor allem für Exemplare mit rein grünen Blättern.
  • mögen Helligkeit, ohne direkte Sonne
  • Morgen- und Abendsonne ist akzeptabel
  • zu starke Sonneneinstrahlung verbrennt die Blätter
  • grünblättrige Arten begnügen sich auch mit wenig Licht
  • je farbiger die Blätter, umso mehr Licht wird benötigt
  • die optimale Raumtemperatur liegt zwischen 20 und 25 Grad Celsius
  • lieben hohe Feuchtigkeit
  • helles, feuchtes Badezimmer ist ein idealer Standort
Tipp: Drachenbäume strecken sich gern dem Licht entgegen. Das Ergebnis sind bizarr verformte Pflanzen. Drehen Sie deshalb den Pflanzentopf regelmäßig, um einen geraden und schönen Wuchs zu erhalten.

Substrat

Drachenpalme - dracaena marginataIm Handel ist spezielle Palmenerde erhältlich, die sich gut für den Drachenbaum eignet. Sie ist aber kein Muss, zumal sie teurer ist als herkömmliche Pflanzenerde.
  • Palmenerde eignet sich gut, ist aber nicht notwendig
  • Blumenerde auf Kompostbasis ist ausreichend
  • etwas Sand beimischen, das macht die Erde durchlässig
  • Blähton, Kies oder Lavagrus hinzufügen
  • auch Anteile von Humus und Lehm tun der Palme gut

Pflanzen und umtopfen

Die erste Drachenpalme bringt meist ihren Topf aus dem Handel mit. Zu Beginn kann sich das Gewächs noch einige Zeit damit begnügen. Mit den Jahren wird jedoch ein Umzug in ein größeres Wurzelheim fällig. Auch selbst gezogene kleine Drachenbäume brauchen von Anfang an den richtigen Topf.
  • das Pflanzgefäß muss ausreichend groß sein
  • mit vielen Abflusslöchern
  • Töpfe mit Bewässerungssystem bevorzugen
  • kleinere Pflanzen alle 2-3 Jahre umtopfen
  • große Pflanzen jährlich umtopfen
  • der neue Topf sollte ein paar Zentimeter mehr Umfang haben
Das Umtopfen bzw. Einpflanzen gestaltet sich einfach:

1. Lockern Sie die Erde am Topfrand auf. Mit einem stumpfen Messer lässt sich das am leichtesten bewerkstelligen.

2. Heben Sie die Palme vorsichtig aus dem Topf, ohne die Wurzeln zu beschädigen.

3. Klopfen Sie die alte Erde behutsam ab.

4. Schneiden Sie abgestorbene bzw. beschädigte Wurzeln ab. Auch das gesunde Wurzelwerk kann mit der Schere ein wenig gestutzt werden.

5. Füllen sie den neuen Topf mit etwas Erde auf.

6. Setzen Sie die Palme in den Topf und halten Sie den Stamm gerade.

7. Füllen Sie die Zwischenräume mit Erde auf.

8. Drücken Sie die Erde leicht an.

9. Gießen Sie die Drachenpalme gut an.

Gießen

Der Dracaena mag feuchte Umgebung sehr. Er freut sich daher, wenn er regelmäßig gegossen wird. Er dankt es mit raschem Wachstum. Überschüssiges Wasser, das sich in den Untersetzer sammelt, sollte allerdings zeitnah weggegossen werden. Bleibt das Wasser länger im Untersetzer stehen, schimmeln schon bald die nässeempfindlichen Wurzeln.
  • regelmäßig gießen
  • Erde soll nicht
    austrocknen
  • es darf kein Wasser im Untersetzer stehen bleiben
  • von März bis August viel gießen
  • im Winter die Wassergaben reduzieren
  • Dracaena im Winter mit warmem Wasser besprühen
  • Blätter mit feuchtem Tuch von Staub befreien
  • alternativ: unter der Dusche abbrausen
  • Drachenpalme eignet sich gut für Hydrokultur
  • Gefäße mit Bewässerungssystem reduzieren die Gießintervalle enorm
Hinweis: Gelegentliche "Trockenperioden" kann diese anpassungsfähige Palme durchaus überleben. Dabei rieseln jedoch Blätter zu Boden und die einstmals beeindruckende Pracht verabschiedet sich Stück für Stück.

Düngen

Drachenpalme - Dracaena fragransDie Drachenpalme ist eine schnell wachsende Pflanze, die in den Sommermonaten auf Dünger angewiesen ist. Am besten wird ihr dieses zusammen mit dem Gießwasser verabreicht.
  • alle zwei Wochen düngen
  • Flüssigdünger ist ideal
  • Dünger ins Gießwasser geben
  • von Oktober bis Januar nicht düngen

Schneiden

Drachenpalmen brauchen keinen Schnitt, um sich gesund zu entwickeln. Je größer die Pflanze wächst, umso beeindruckender ist ihre Erscheinung. Der staunende Pflanzenfreund wird diese Entfaltung nicht gern mit der Schere stoppen. Doch irgendwann wird der Baum das vorhandene Platzangebot ganz ausfüllen. Spätestens dann ist es Zeit für einen Umzug oder die Schere.
  • Drachenpalme muss nicht geschnitten werden
  • sie darf jedoch gekürzt werden, ohne Schaden zu nehmen
  • wenn die Pflanze zu groß geworden ist
  • dann Triebspitzen kräftig stutzen
  • Drachenpalme bildet aus schlafenden Augen neue Triebe aus
  • auch unschön gewachsene Triebe dürfen entfernt werden
  • das zeitige Frühjahr eignet sich gut für alle Schnittmaßnahmen
  • Schneiden als pflegerische Maßnahme für dichteren Wuchs
  • Drachenpalme dafür "köpfen"
Tipp: Abgeschnittene Triebspitzen sind für den Abfalleimer viel zu schade. Mit etwas Arbeit, Geduld und Glück wachsen daraus neue Drachenbäume. In einem Gemisch aus Torferde und Sand stehen die Chancen gut, dass sich an den Trieben neue Wurzeln bilden.

Vermehrung

Das Vermehren der Drachenpalme ist so einfach, dass selbst ein Anfänger damit keine Probleme haben dürfte. Wenn der Wunsch nach neuen Palmen geweckt ist, oder abgeschnittene Triebe sinnvoll verwertet werden soll, hilft die nachfolgende „Schritt für Schritt“ Anleitung weiter.

1. Wählen Sie ein scharfes Messer. Für dickere Stämme ist eine scharfe Schere geeigneter.

2. Schneiden Sie das oberste Stück vom Kopf bzw. Trieb ab. Das angeschnittene Stück sollte mind. 10 cm lang sein.

3. Verschließen Sie die offene Schnittstelle mit Wachs.

4. Schneiden Sie die meisten Blätter des Stecklings ab. Lediglich der oberste Zentimeter sollte noch Blätter behalten. So konzentriert sich die Energie auf das Wurzelwachstum.

5. Stellen Sie die Stecklinge in eine mit Wasser gefüllte Vase, auf einer hellen aber sonnengeschützen Fensterbank.

6. Nach 2 bis 3 Wochen werden sich am Stamm neue Wurzeln bilden.

7. Pflanzen Sie den bewurzelten Steckling in einen Topf ein. Achten Sie darauf, die Wurzeln nicht zu beschädigen.

Überwinterung

Die Überwinterung des Drachenbaums ist unkompliziert. Meist darf er in seinem angestammten Raum verbleiben. Lediglich die Lichtintensität gehört auf den Prüfstand. Steht er auf einem schattigen Platz, wird es im Winter noch dunkler für ihn. Vielleicht sogar zu dunkel. Dann muss er näher ans Fenster gerückt werden. Da sich das Raumklima im Winter verändert und das Wachstum stark heruntergefahren wird, braucht der Drachenbaum eine daran ausgerichtete Pflege.
  • Drachenpalme muss auch im Winter warm stehen
  • trockene Heizungsluft ist schädlich für das Blattwerk
  • deswegen Standort in der Nähe der Heizung meiden
  • Pflanze regelmäßig mit Wasser besprühen
  • spärlich gießen
  • nicht düngen

Schädlinge

Drachenbaum pflanze 8122Krankheiten und Schädlinge sind an einem gut gepflegten und gesunden Drachenbaum selten. Bei falscher Pflege und ungünstigem Standort kann das ganz anders aussehen. Wird das Gießen vernachlässigt, breiten sich auf ihm Spinnmilben, Schildläuse oder Thripsen aus. Gerade im Winter fördert die trockene Heizungsluft einen Schädlingsbefall, der sich rasend schnell von einer Zimmerpflanze zur nächst überträgt. Achten Sie daher stets, dass der Ballen nicht austrocknet und im Winter die Luftfeuchtigkeit erhöht wird. Begutachten Sie regelmäßig Ihre Pflanzen, damit Sie einen Befall frühzeitig erkennen und mit entsprechenden Maßnahmen reagieren können.

Krankheiten

Regelmäßig werden die unteren Blätter braun, welken und fallen schließlich ab. Das gehört zum Wachstumsverlauf dazu und ist kein Grund zur Sorge, sofern immer wieder neue Blätter nachwachsen. Sind dagegen die Blattspitzen trocken und braun, ist das ein deutliches Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
  • zu niedrige Luftfeuchtigkeit
  • das Substrat ist zu trocken
  • zu schneller Standortwechsel
  • auch Berührungen im Vorbeigehen können die Spitzen schädigen
Gelbe Blätter und gelbe Triebspitzen sind eindeutig Symptome geschädigter Wurzeln. Anhaltende Nässe hat diese Schäden verursacht. Die Pflanze muss dringend neu umgetopft werden. Zuvor sollte der Wurzelballen gereinigt und verfaulte Wurzeln abgeschnitten werden. Damit sich die Pflanze wieder erholen kann, muss Staunässe zukünftig konsequent vermieden werden.

Giftigkeit

Der Pflanzensaft des Drachenbaums enthält sog. Saponine. Diese sind für Menschen relativ ungiftig. Dazu kommt, dass die Saponine die Pflanze bitter machen. Kleine Kinder, die Pflanzenteilen kosten, spucken diese in der Regel sofort wieder aus. Die Gefahr ist daher gering, dass die Saponine im Verdauungstrakt landen, wo sie ohnehin nicht gut aufgenommen werden. Für Tiere ist der Drachenbaum giftiger. Die Saponine können die Schleimhäute und die roten Blutkörperchen schädigen. Besonders empfindlich scheinen Hunde und Katzen darauf zu reagieren. Sie müssen davon ferngehalten werden, da sie bei Langeweile gern an Pflanzen knabbern. Während die großen Tiere aufgrund der entsprechenden Erziehung einen Bogen um giftige Pflanzen machen, sind kleine Welpen und Kätzchen stärker gefährdet. Sie dürfen keinen freien Zugang zu giftigen Pflanzen erhalten. Ob Ihr Haustier Teile der Drachenpalme gefressen hat, erkennen Sie meist an folgenden Symptomen:
  • Kraftlosigkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Schaum im Mund
  • Benommenheit und Krämpfe
  • Fieber
Suchen Sie sofort einen Tierarzt auf. Diese Symptome können jedoch auch durch andere giftige Pflanzen verursacht werden. Teilen Sie dem Arzt daher mit, welche Pflanzen bei Ihnen stehen.

Hinweis: Asthmatiker und Allergiker reagieren mitunter unangenehm auf die Aussonderungen des Drachenbaums, die sie mit der Atemluft aufnehmen. Bei Unwohlsein, Atemnot oder Schweißausbrüchen in seiner Nähe sollte dem Drachenbaum Lebewohl gesagt
werden.