Die Kanarische Dattelpalme verleiht Wohnzimmer, Wintergarten oder auch der Terrasse ein tropisches Flair und ist einfach in der Pflege. Daher eignet sie sich auch wunderbar für Anfänger und alle, die nicht über einen grünen Daumen verfügen. Trotz ihrer anspruchslosen Natur muss bei der Kultur der Phoenix canariensis auf einige Punkte geachtet werden.

Standort

Die Kanarische Dattelpalme stammt aus tropischen Gefilden und benötigt daher einen warmen und sonnigen Standort. Sie verträgt ganzjährig Zimmertemperaturen, darf von Frühjahr bis zum Spätsommer aber auch im Freien stehen.
Wichtig ist vor allem, dass sie ausreichend Licht erhält. Eine dunkle Zimmerecke ist daher denkbar ungeeignet. Besser sind Bereiche in unmittelbarer Fensternähe oder dem Wintergarten. Weiterhin sollte beachtet werden, dass die Phoenix canariensis beachtliche Umfänge erreichen kann - und das in relativ kurzer Zeit. Es sollte am Standort also auch ausreichend Platz frei sein.

Substrat

Die Kanarische Dattelpalme benötigt ein nährstoffreiches, durchlässiges und leicht saures Substrat. Die Erde sollte zusätzlich über mäßige, feuchtigkeitsspeichernde Eigenschaften verfügen. Gut
geeignet ist daher eine Mischung aus:
  • gut verrottetem Kompost
  • Blumenerde
  • Sand
  • Palmenerde
Die einzelnen Komponenten können jeweils zu gleichen Teilen miteinander vermischt werden.

Tipp: Um Staunässe zu vermeiden, sollte eine Drainageschicht im Pflanzgefäß eingebracht werden. Ideal sind hierfür Tonscherben, Blähton oder grober Kies. Auch hier sind wiederum Mischungen aus den einzelnen Komponenten möglich.

Pflanzen und Pflanzgefäß

kanarische Dattelpalme - Phoenix canariensisDa die Kanarische Dattelpalme nicht frosthart ist, sollte sie im Kübel kultiviert werden. Wichtig bei der Auswahl des passenden Pflanzgefäßes sind:
  • eine hohe Standsicherheit
  • ein möglichst großer Umfang
  • ein Pflanzenroller als mobile Basis
Aufgrund der Größe und des Gewichts des Gewächses sollte keinesfalls auf einen stabilen Pflanzenroller verzichtet werden. Schon allein um die Phoenix canariensis regelmäßig drehen zu können, um ein gleichmäßiges Wachstum zu begünstigen, ist diese Basis unverzichtbar. Weiterhin sollten ein Untersetzer oder ein Übertopf verwendet werden, um Wasserschäden auf dem Untergrund zu vermeiden.

Gießen

Beim Gießen der Phoenix canariensis sind lediglich zwei Faktoren entscheidend: Häufig und kalkarm. Die Kanarische Dattelpalme gedeiht am besten in einem stets feuchten Substrat. Sie sollte aber weder Staunässe ausgesetzt, noch mit hartem Leitungswasser gegossen werden.
Ideal zum Wässern sind:
  • abgestandenes Leitungswasser
  • unbehandeltes Teich- oder Aquarienwasser
  • gefiltertes Wasser
  • Regenwasser
Werden Aquarien- oder Teichwasser verwendet, wird die Kanarische Dattelpalme zugleich mit Nährstoffen versorgt. Daher kann an der Düngung gespart werden.

Düngen

kanarische Dattelpalme - Phoenix canariensisAb dem Frühjahr wird die Kanarische Dattelpalme aller zwei Wochen gedüngt. Als Düngemittel hat sich Palmendünger als ideal erwiesen. Zu beachten ist jedoch, dass die Phoenix canariensis empfindlich auf Salz reagiert. Daher sollte lediglich eine geringe Dosis an Düngemittel verabreicht werden. Wichtig ist zudem, dass die Palme nach dem Düngen reichlich gegossen wird. Hierdurch werden die Nährstoffe gleichmäßig verteilt und es wird verhindert, dass zu hohe Konzentrationen an Nährstoffen an den Wurzeln zu chemischen Verbrennungen führen. Im Winter wird der Abstand zwischen den Nährstoffgaben verlängert. Es reicht dann aus, aller sechs Wochen zu düngen.  

Reinigen

Die ausladenden Blätter beziehungsweise Wedel der Kanarischen Dattelpalme verstauben mit der Zeit, werden dadurch stumpf und wirken grau. Von der optischen Beeinträchtigung abgesehen, verhindern diese Beläge auch die ungehinderte Abgabe überflüssiger Feuchtigkeit über die Blätter. Empfehlenswert ist daher die Reinigung der Blätter, sobald Bedarf besteht. Diese können mit einem feuchten Lappen abgewischt oder abgeduscht werden. Damit sich durch das Wasser nicht direkt wieder neue Ablagerungen aufgrund des Kalkgehalts bilden, sollten die Palmwedel im Anschluss mit einem trockenen und fusselfreien Tuch abgewischt werden.

Umtopfen

Das Umtopfen der Kanarischen Dattelpalme sollte immer dann erfolgen,
wenn das Substrat verbraucht ist oder der Kübel zu klein für das Gewächs geworden ist. Letzteres kann sich dadurch bemerkbar machen, dass die Standsicherheit verschlechtert. Das geschieht dann, wenn die Phoenix canariensis zu kopflastig wird, der Schwerpunkt sich also zu weit nach oben verlagert.Zwei weitere Hinweise sind am Topfboden sichtbare Wurzeln sowie ein nachlassendes Wachstum. Derartige Anzeichen sollten ernstgenommen werden und zu einem schnellstmöglichen Umtopfen führen.

Die folgende Anleitung kann dabei helfen:

1. Bei größeren Kanarischen Dattelpalmen sollten wenigstens zwei Leute das Umtopfen vornehmen. Aufgrund des großen Umfangs und Gewichts ist die Maßnahme kaum alleine durchzuführen.

2. Das alte Substrat muss möglichst vollständig entfernt werden. Um die Reste sanft zu beseitigen und die Wurzeln dabei nicht zu beschädigen, empfiehlt es sich den Wurzelballen einzuweichen und anschließend mit wenig Wasserdruck abzuspülen.

3. In den Kübel wird wiederum eine Drainageschicht eingebracht, damit die Wurzeln nicht direkt im Wasser stehen.

4. Auf die Drainageschicht kommt so viel Erde, dass die Dattelpalme nach dem Einstellen in der richtigen Höhe zum oberen Topfrand steht. Abschließend wird der Kübel mit möglichst trockener Erde aufgefüllt, da sich diese besser verteilen lässt. Das Substrat wird leicht angedrückt und sofort gegossen, da sich die Erde dadurch gegebenenfalls nochmals senkt und entsprechend nachgefüllt werden kann.

In der Regel sollte das Umtopfen etwa aller drei Jahre durchgeführt werden.

Verschnitt

kanarische Dattelpalme - Phoenix canariensisEinen Verschnitt benötigt die Kanarische Dattelpalme an sich nicht. Die einzige Ausnahme stellen die Wedel dar. Mit der Zeit sterben die unteren Palmenwedel ab und vertrocknen. Sobald sie vollständig vertrocknet sind, können sie dicht an der Pflanze abgeschnitten werden. Hierzu empfiehlt sich ein scharfes Messer oder eine Gartenschere. Teils müssen bei der Entfernung der vertrockneten Blätter größere Kräfte aufgewendet werden. Es sollten also robuste Schnittwerkzeuge zum Einsatz kommen.

Vermehrung

Die Kanarischen Dattelpalmen werden über Samen vermehrt, die sich nach der Blüte im Frühjahr entwickeln. Ideal ist es, die Samen möglichst schnell auszusäen. Dabei wird wie folgt vorgegangen:

1. Die Samen werden von dem Fruchtfleisch befreit und gesäubert.

2. Anschließend werden die Samen für einige Tage in lauwarmen Wasser eingeweicht und sollten während dieser Zeit warm stehen.

3. In Anzuchterde verbracht, werden die Samen der Phoenix canariensis feucht und warm gehalten. An dem Standort sollten Temperaturen zwischen 20 und 25 °C herrschen.  

4. Nach zwei bis drei Monaten setzt die Keimung ein. Bei einer Durchwurzelung der Anzuchterde können die Jungpflanzen in das obig beschriebene Substrat umgetopft werden.

Zunächst erinnern die Jungpflanzen eher an ein Gras. Die charakteristische Wedelform zeigt sich erst, wenn die Gewächse zwei bis drei Jahre alt sind.  

Tipp: Damit aus den Blüten überhaupt Früchte entstehen können, müssen sie befruchtet werden. Daher sollten sie in der Blütezeit zwischen Februar und Mai an warmen Tagen im Freien stehen oder aber mit einem Pinsel befruchtet werden.

Überwinterung

Die Phoenix canariensis ist nicht frosthart und muss daher entsprechend überwintert werden. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann die Kanarische Dattelpalme weiterhin bei Zimmertemperaturen kultiviert werden, also im Wohnzimmer stehen bleiben. Gegossen wird wie gewohnt. Die Abstände zwischen den Düngungen können aber auf bis zu sechs Wochen verlängert werden.

Etwas natürlicher und erfahrungsgemäß auch besser für die Widerstandskraft der Kanarischen Dattelpalme ist eine kühlere Überwinterung. Hierbei sollte das Gewächs in einem hellen Raum bei Temperaturen von 10 bis 15 °C stehen. Geeignet sind also beispielsweise der Hausflur, ein Gewächshaus mit optionaler Beheizung oder ein Wintergarten. Auch hier sollte weiterhin gegossen werden. Eine leichte Düngung mit sehr geringen Mengen kann wie erwähnt aller sechs Wochen in Kombination mit dem Gießen erfolgen.

Tipp: Wer im eigenen Heim keinen Platz zur Überwinterung der Kanarischen Dattelpalme hat, kann sie auch professionell in Gärtnereien mit entsprechendem Angebot überwintern lassen.

Wachstum pro Jahr

kanarische Dattelpalme - Phoenix canariensisDie Phoenix
canariensis hat einen jährlichen Zuwachs von etwa 50 Zentimetern, wenn Pflege und Standort optimal sind. Das mag zunächst nicht nach viel klingen, bedeutet aber ein potentielles Wachstum von 1,5 Metern in drei Jahren. Mit der Zeit entwickelt sich zudem auch ein Stamm, der bei der Kultur drinnen allerdings meist sehr kurz bleibt. Das Wachstum bezieht sich hauptsächlich auf die Länge der Palmwedel und damit auf den Umfang der Pflanze.

Typische Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler

Krankheiten und Schädlinge befallen die Kanarische Dattelpalme in der Regel nur dann, wenn sie durch einen Fehler in der Pflege geschwächt und dadurch anfälliger ist. Typisch sind in diesen Fällen:

Blattschwielenkrankheit
Die Krankheit äußert sich durch schwarze Punkte auf den Blättern. Ein Risikofaktor ist ein Standort mit zu wenig Licht bei zugleich zu hohen Temperaturen.

Blattfleckenkrankheit
Diese weit verbreitete Pilzinfektion zeigt sich in Form von nahezu kreisrunden, hell- bis dunkelbraunen Flecken auf den Blättern beziehungsweise Wedeln. Kaltes und sehr hartes Gießwasser kann die Gefahr der Infektion begünstigen.

Spinnmilben
Die Schädlinge machen sich durch feine Weben zwischen den Blättern bemerkbar und treten vorzugsweise im Winter auf, wenn trockene und warme Heizungsluft der Pflanze zu schaffen machen. Eine kühle Überwinterung und das Einsprühen beziehungsweise Abduschen der Kanarischen Dattelpalme schaffen Abhilfe.

Schildläuse
Die Parasiten erkennbar an bräunlichen, erhabenen Gebilden, die vorzugsweise an den Blattansätzen und -unterseiten zu finden sind. Bei diesen 0,6 bis 0,8 Millimeter großen Gebilden handelt es sich um die Schildläuse selbst. Auch sie treten vor allem bei trockener, warmer Raumluft auf.

Wollläuse
Die Schädlinge sind hell bis weiß und weisen eine wollige, schmierige Behaarung auf. Sie verbreiten sich typischer Weise im Winter, wenn das Gewächs zu warm und zu trocken steht. Wird die Phoenix canariensis von Schädlingen oder Krankheiten befallen, sollten zum einen die Kulturbedingungen überprüft und zum anderen entsprechende Mittel zur Bekämpfung eingesetzt werden. Vorbeugend wirken eine abgestimmte Kultur sowie das Besprühen, Abduschen oder feuchte Abwischen der Palmwedel.