Verleihen Sie Ihrem Sommer-Garten mit Malven ein stimmungsvolles Kolorit. Die malerischen Stauden können Sie ganz einfach aussäen, pflanzen und pflegen. Dieser grüne Ratgeber hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ihnen die sachkundige Kultivierung in allen Schritten praxisnah zu erläutern. Auf der Suche nach den schönsten winterharten Sorten werden Sie hier fündig.

Aussaat hinter Glas

Bester Zeitpunkt für die Aussaat von Malven-Samen ist im März und April. Keimfreudigkeit und Pilz-Resistenz des Saatguts wird gestärkt, indem Sie die Samen vorab für 24 Stunden in lauwarmem Wasser oder Kamillentee einweichen. Während die Samen ihr Bad nehmen, wird das Anzuchtsubstrat desinfiziert. Füllen Sie die Saaterde in eine feuerfeste Schale, besprühen das Substrat mit Wasser und legen den Deckel locker auf. Bei 150 Grad Ober- und Unterhitze sind innerhalb von 30 Minuten alle pathogenen Erreger vernichtet. In diesen Schritten geht es weiter:
  • Kleine Töpfe mit der abgekühlten Saaterde füllen mit 1 Zentimeter Gießrand
  • Je Topf 1 bis 2 Samen 0,5 bis
    1 Zentimeter tief ins Substrat stecken und leicht andrücken
  • Anzuchterde mit weichem Wasser anfeuchten
  • Am halbschattigen, warmen Fensterplatz aufstellen
  • Keimzeit bei 15 bis 20 Grad Celsius beträgt 2 bis 3 Wochen
Halten Sie das Substrat konstant leicht feucht. Dünger erhalten die Keimlinge zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Im Anschluss an die Keimung schreitet das Wachstum zügig voran. Über den beiden Keimblättern gedeihen die ersten echten, dünn behaarten Malvenblätter am straff aufrechten Stängel. Bis zum Beginn der Pflanzzeit nehmen Ihre Zöglinge einen Platz am sonnigen Südfenster ein.

Tipp: Herrscht auf der Fensterbank drangvolle Enge? Säen Sie Malven-Samen Anfang bis Mitte Mai ins sonnige Beet. Ideal ist eine Saattiefe von 1 bis 1,5 Zentimeter sowie ein Abstand von 25 bis 35 Zentimetern. In winterrauen Lagen warten Sie ab, bis nach den Eisheiligen keine frostigen Nächte mehr zu befürchten sind. Schützen Sie das Saatbeet mit einem engmaschigen Netz vor pickenden Vögeln und naschhaften Hasen.

Standort

MalveMalven wünschen sich einen Standort mit Sonne satt. Kurzzeitigen Halbschatten nehmen die Blütenschönheiten huldvoll in Kauf. Unter dem Einfluss dauerhaften Lichtmangels bleibt die Blütenfülle weit hinter den Erwartungen zurück. Die perfekten Rahmenbedingungen für Malven im Garten fasst folgende Übersicht zusammen:
  • Vollsonnige bis absonnige, warme Lage
  • Kurzzeitiger Halbschatten wird toleriert
  • Idealerweise wind- und regengeschützt
Mit diesen Wünschen an den Standort sind Malven prädestiniert für die mediterrane Gartengestaltung. Ein Platz vor der sonnenwarmen Südwand des Hauses entlockt den Stauden ein sommerliches Blütenfestival. Im romantisch-opulenten Bauerngarten haben die prachtvollen Blumen sich einen Stammplatz im Pflanzplan erobert, um den Staketenzaun farbenfroh in Szene zu setzen. Als Zaungucker erhalten die majestätischen Blumen ohne weiteres Zutun des Gärtners eine hilfreiche Stütze.

Bodenqualität

Eine sonnige Lage alleine reicht nicht aus, damit sich Malven von ihrer schönsten Seite zeigen. Die Kombination mit einer nährstoffreichen, frisch-feuchten bis mäßig-trockenen und gut durchlässigen Erde rundet die perfekten Standortbedingungen ab. Dreh- und Angelpunkt für die optimale Bodenqualität ist der Schutz vor Staunässe. Eine Malve mit nassen Füßen ist dem Untergang geweiht. Hegen Sie Zweifel, ob die Voraussetzung am gewählten Standort erfüllt wird? Reichern Sie das Erdreich zu einem Drittel an mit Sand oder feinem Splitt, um die Durchlässigkeit zu optimieren.

Pflanzen im Beet

Wenn im Mai die Meteorologen keine Bodenfröste mehr prognostizieren, pflanzen Sie Ihre vorgezogenen oder fertig gekauften Malven in den Garten. Zuvor durchlaufen die Jungpflanzen eine Phase der Abhärtung. Zu diesem Zweck verweilen sie für eine Woche tagsüber am halbschattigen, wind- und regengeschützten Standort auf dem Balkon oder im Garten. Für die kühlen Nächte ziehen die Pflanzen um ins Haus. Im Anschluss an die Akklimatisierung verläuft die Pflanzung in folgenden Schritten:
  • Eingetopfte Wurzelballen in Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • Beeterde gut auflockern, harken und jäten
  • Im Abstand von 25 bis 30 Zentimetern kleine Pflanzgruben ausheben
  • Den Aushub zu einem Drittel anreichern mit Kompost und Hornspänen
  • Malven austopfen und einpflanzen unter Wahrung der bisherigen Pflanztiefe im Anzuchttopf
Drücken Sie das Erdreich mit beiden Händen fest für einen guten Bodenschluss mit dem Wurzelballen. Gießen Sie im Anschluss die Malven durchdringend an, ohne dass sich Staunässe bildet. Vorteilhaft ist eine Mulchschicht aus Laub oder grobem Kompost, um den Boden warm und feucht zu halten.

Tipp: Balkongärtner müssen nicht auf die furiosen Malvenblüten verzichten. Prächtige Sorten, wie die populären Schönmalven (Abutilon), gedeihen prächtig im Kübel. Als Substrat eignet sich gute Blumenerde, angereichert mit Blähton oder Lavagranulat für gute Durchlässigkeit. Eine Drainage aus Tonscherben beugt Staunässe effektiv vor.

Stützstab schützt vor Windwurf

Mehrheitlich gedeihen Malven als ausdauernde, krautige Pflanzen und strecken sich bis 100 Zentimeter gen Himmel. Das birgt die Gefahr von Windwurf. In den meisten Fällen bricht der Hauptstängel durch, wovon sich die Blumen nicht erholen. Mit einem Stützstab beugen Sie dem floralen Desaster wirksam vor. Im Rahmen der Pflanzung stecken Sie einen Stab in die Erde, dessen Länge der erwarteten Wuchshöhe entspricht. Parallel zum Wachstum fixieren Sie den Stängel sukzessive mit weichen Schlauchbindern an der Stütze. Pflanzenbinder aus Draht, Gummi oder Kunststoff könnten in das weiche Stängelgewebe schneiden.

Gießen

MalveRegelmäßiges Gießen nimmt eine Schlüsselfunktion ein im unkomplizierten Pflegeprogramm. Prüfen Sie täglich mit dem Finger die Erde. Ertasten Sie keine Feuchtigkeit innerhalb der oberen Bodenschicht, besteht Gießbedarf. Lassen Sie das Wasser langsam auf die Wurzelscheibe laufen. Vermeiden Sie es bitte, die
Blüten und Blätter mit dem Wasserschlauch zu besprengen. Feuchtes Laub bietet Pilzerregern und zahlreichen Schädlingsarten eine ideale Angriffsfläche.

Düngen

Indem Sie in Verbindung mit der Pflanzung den Boden anreichern mit Kompost und Hornspänen, ist der Nährstoffbedarf für die ersten 4 bis 6 Wochen gedeckt. Wahlweise verabreichen Sie in der Folgezeit einen flüssigen Blumendünger oder arbeiten nochmals reifen Kompost und Hornspäne in die Erde oberflächlich ein. Düngen Sie Ihre Malven prinzipiell sparsam. Ein Übermaß an Stickstoff erhöht die Blattmasse zulasten der Blütenfülle.

Schneiden

Am Ende der Blütezeit erhalten mehrjährige Malven-Arten einen Rückschnitt bis zum Boden. Der Zeitpunkt hängt davon ab, ob eine Selbstaussaat erwünscht ist oder nicht. Warten Sie mit dem Schnitt, bis sich die Blüten in Kapselfrüchte verwandelt haben. Reife Kapseln springen auf und verteilen die Samen im Garten für eine Vermehrung in Eigenregie. Um die Selbstaussaat zu unterbinden, schneiden Sie verwelkte Blüten zeitnah ab. Das hat den Vorteil, dass die Pflanze weitere Blüten hervorbringt und sich die Blütezeit deutlich verlängert.

Überwintern

Für die Überwinterung mehrjähriger Malven sind frostige Temperaturen kein Problem. Wenn die Pflanzen nach dem Winter nicht austreiben, sind Kahlfröste oder winterliche Dauernässe die häufigsten Ursachen. Mit einem einfachen Winterschutz beugen Sie dem Schaden vor. Im Anschluss an den herbstlichen Rückschnitt bedecken Sie die Wurzelscheibe mit Laub und Nadelreisig.

Winterharte Sorten

Für einige Malvenarten ist die Kultivierung im Garten ein Heimspiel, wie die Wilde Malve (Malva sylvestris). Verschiedene Artgenossinnen sind in Regionen beheimatet mit vergleichbaren Winterbedingungen, wie sie in Mitteleuropa vorherrschen. Empfehlenswerte, winterharte Sorten aus heimischen und fernen Gefilden stellen wir Ihnen im Folgenden mit Blütezeit und Wuchshöhe vor:
  • Moschus-Malve (Malva moschata) von Juni bis September, gute Bienenweide, 50 bis 60 cm hoch
  • Rosenpappel (Malva alcea) von Juni bis September, beliebte Bauerngartenblume, 80 bis 100 cm hoch
  • Prärie-Malve (Sidalcea malviflora) von Juni bis August, ideal für Freiflächen, 80 bis 100 cm hoch
  • Thüringer Strauchpappel (Lavatera thuringiaca) Juli bis September, besonders winterhart, 100 bis 150 cm hoch
  • Wilde Malve (Malva sylvestris) von Mai bis August, zwei- oder mehrjährig, 120 bis 150 cm hoch
  • Busch-Malve (Lavatera olbia) von Juli bis September, strauchartig verholzend, 130 cm bis 150 cm hoch
  • Feigenblättrige Stockrose (Alcea ficifolia) von Juni bis September, riesige Schalenblüten, 150 bis 200 cm hoch
  • Stockrose (Alcea rosea) von Juni bis September, ideal für Bauern- und Landhausgarten, 200 bis 250 cm hoch
Aus den genannten Malven-Arten ist eine Vielzahl prächtiger Sorten hervorgegangen mit einfachen, halb gefüllten und üppig gefüllten Blüten. Bezüglich der Winterhärte handelt der erfahrene Gärtner nach der Faustregel: je opulenter die Blütenpracht, desto eingeschränkter die Frosthärte. Das bedeutet konkret für die Gartenpraxis, dass die heimische Rosenpappel 'Fastigiata' mit einfachen Schalenblüten in wintermilden Lagen ohne Schutzmaßnahmen die kalte Jahreszeit übersteht, wohingegen die gefüllte Stockrose 'Pleniflora' auf eine dicke Laubschicht angewiesen ist.
Malve
Lassen Sie sich durch die unterschiedlichen botanischen Bezeichnungen nicht verwirren. Minimale Unterschiede auf molekulargenetischer Ebene haben Botaniker dazu veranlasst, den Tribus Malvengewächse (Malvaceae) zu unterteilen in zahlreiche Gattungen, wie Malva, Lavatera und Alcea. Unter Experten wird nach wie vor die endgültige Aufteilung des Komplexes kontrovers diskutiert. Die Gattungen und dazugehörige Arten sehen einander zum Verwechseln ähnlich und unterscheiden sich lediglich in Bezug auf den Grad der Winterhärte. Hinsichtlich Aussaat, Pflanzen und Pflege ziehen alle Malven an einem Strang.