Die dekorativen Ringelblumen sind aus vielen hiesigen Gärten nicht wegzudenken. Denn sie passen in einen aufgeräumten Vorgarten genauso wie in einen Bauerngarten mit wildem Wuchs. Die Pflege von Calendula officinalis ist dabei recht einfach.

Steckbrief

  • lat. Name Calendula officinalis
  • Familie der Korbblütler Asteraceae
  • nicht winterhart und nicht mehrjährig
  • selbst aussäend
  • wird bis zu 60 Zentimeter hoch
  • buschig und krautig wachsende Sommerblumen
  • gelbe oder orange Blüten
  • Blütezeit von Mai bis Oktober
  • ungiftig
  • wird als Heilpflanze genutzt

Standort und Bodenbeschaffenheit

Ringelblumen sind sonnenverwöhnt, da sie ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen sollen. Daher ist auch der Standort im Garten oder auf dem Balkon entsprechend zu wählen:

  • vollsonnig
  • auch Mittagssonne im Sommer wird vertragen
  • bringt eine intensive und reichhaltige Blüte
  • lehmiger Boden bevorzugt
  • eher trocken als feucht
  • auf Stickstoff im Boden verzichten
  • Pflanzen werden dann groß
  • blühen aber kaum bis gar nicht

Pflanzen

Beim Einpflanzen ist zu beachten, dass die Ringelblumen auch früher im Jahr vorgezogen und dann als fertige kleine Pflanzen eingepflanzt werden können. Diese Vorzucht hat den Vorteil einer früheren Blüte:

  • Samen ab Mitte März aussäen
  • in Anzuchterde in Töpfen auf Fensterbank
  • mit Sand übersieben und gleichmäßig feucht halten
  • Keimung erfolgt nach 15 Tagen
  • danach etwas kühler stellen
  • im Mai nach den Eisheiligen ins Beet pflanzen
  • Abstand von 25 bis 30 Zentimeter beachten
  • oder einfach rund um oder zwischen Gemüsepflanzen
    setzen

Tipp: Als Pflanznachbarn eignet sich eine Mischkultur mit verschiedenen Gemüsen, denn die Ringelblume hält, wie ihre Verwandte die Tagetes, Schädlinge von den Gemüsepflanzen fern.

Ringelblume - Calendula officinalis

Aussaat

Vermehrt werden Ringelblumen nur über die Samen. Diese können von vorhandenen getrockneten Blüten gesammelt oder im Handel erworben werden. Die pflegeleichten Ringelblumen keimen schnell und einfach, ohne dass bei der Aussaat viel beachtet werden muss. Gerne kann die Ringelblume auch im Topf kultiviert werden. Dies ist gerade dann günstig, wenn kein Garten zur Verfügung steht und die Kästen auf dem Balkon bepflanzt werden sollen:

  • April bis Juni Samen ins Beet geben
  • Boden vorher auflockern
  • Unkraut entfernen
  • Saatgut danach leicht einharken
  • mit Schicht Kompost etwa einen Zentimeter überdecken
  • zeigen sich Keimlinge, überzählige Pflanzen entfernen
  • Abstand der Pflanzen etwa 25 bis 30 Zentimeter
  • überzählige Pflanzen können woanders eingepflanzt werden
  • im Topf reicht normale Blumenerde aus
  • Drainage über Abflussloch anlegen

Eine Ringelblume benötigt Platz rundherum, das sollte auch bei der Kultivierung im Topf beachtet werden, denn zu viele Pflanzen in einem Topf wachsen verkümmert oder die Pflanzen werden sowohl im Kübel als auch im Beet von Pilzen befallen.

Tipp: Keimlinge, die zu viel sind und die Sie dem Beet entnehmen müssen, nehmen Sie hierfür einfach mit einem Löffel oder einer Handschaufel aus der Erde. So werden die zarten Wurzeln nicht verletzt.

Gießen und
Düngen

Die anspruchslosen Ringelblumen benötigen nur wenig Pflege. Wird das Beet vor der Aussaat bzw. Pflanzung mit ausreichend reifem Kompost vorbereitet, dann reichen die hierin enthaltenen Nährstoffe in der Regel für das ganze Vegetationsjahr:

  • es muss nicht gedüngt werden
  • nur mäßig gießen
  • fördert die Blütenbildung
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • meist reicht normal fallender Regen aus
  • nur im Topf Wasser geben
  • oder in sehr langen trockenen Perioden

Tipp: Der Zusatz "officinalis" im lateinischen Namen stammt vom Wort "officina" ab, was so viel wie "Büro" heißt. Dieser wird allerdings seit dem 18. Jahrhundert, im Sinne von „Apotheke" oder "Labor" bei vielen Heilpflanzen zugesetzt.

Blütezeit

Calendula zeigen den ganzen Sommer über eine wunderschöne und ausdauernde Blüte, aus denen sich später die unscheinbaren Früchte bilden:

  • erste Blüten im Mai und Juni
  • schließen sich über Nacht
  • gelingt nur mit Vorkultur ab März
  • weitere Blüten ab Juli bis weit in Oktober
  • letzte Blüten bis zu ersten Nachtfrösten
  • sobald eine Blüte verblüht, geht die nächste Knospe auf
  • aus den Blüten werden Achänen gebildet
  • Schließfrüchte
  • unterschiedliche Krümmung bis fast zu einem Ring
  • daher der Name Ringelblume

Tipp: Wenn Sie zeitlich versetzt säen, also bis in den Juni hinein immer wieder neue Samen im Beet verstreuen, zeigt sich die Blütenpracht noch intensiver und länger.

Krankheiten

Ringelblumen sind leider anfällig für verschiedene Pilzarten wie Unechter und Echter Mehltau. Aus dem Grund sollten die einzelnen Pflanzen auch nicht zu dicht im Beet kultiviert werden. Ab und zu kann es auch bei zu viel Feuchtigkeit zur Blattfleckenkrankheit kommen:

  • mit verdünnter Milch spritzen
  • alternativ verdünnten Apfelessig nutzen
  • Pflanzen stehen zu dicht
  • ausdünnen verbessert die Luftzirkulation und das Abtrocknen
  • Schachtelhalmbrühe spritzen
  • zur Vorbeugung mit Brennnesseljauche düngen
  • bei Abdeckung im Frühjahr immer gut lüften

Wurden die Pflanzen vom Pilz erst im Herbst befallen, dann müssen hier keine weiteren Maßnahmen mehr ergriffen werden, da die einjährigen Ringelblumen spätestens beim ersten Frost absterben.

Tipp: Wurden in einem Jahr die Ringelblumen im Gartenbeet von Mehltau oder der Blattfleckenkrankheit befallen, dann sollten Sie die Pflanzen nicht auf dem Kompost, sondern gut verschlossen im Restemüll entsorgen.

Ringelblume - Calendula officinalis

Schädlinge

Viele verschiedene Schädlinge sind leider auch bei den Ringelblumen bekannt. Hierzu gehören Blattwanzen, Minierfliegen und Blattläuse. Hiergegen kann mit Insektiziden vorgegangen werden. Eine Alternative ist auch eine Essig-Spülmittel-Wasser-Mischung, die auf die Pflanzen gesprüht wird. Weitere Maßnahmen bei Schädlingen sehen wie folgt aus:

  • Schädlinge mit Schmierseife abreiben
  • Brennnesseljauche herstellen und bespritzen
  • natürliche Feinde im Gewächshaus einsetzen
  • hierzu gehören Raubwanzen und Schlupfwespen
  • Sud aus Knoblauch und Wasser herstellen
  • ätherische Öle verteilen
  • von Lebensbaum, Pfefferminze, Weißtanne, Sandelholz
  • Jauchen aus Schachtelhalm vorbeugend einsetzen
  • Schnecken fressen gerne an den Blättern
  • hiergegen Schneckensperren rundherum anlegen

Tipp: Auch eine Beipflanzung oder Mischkultur mit Schnittlauch, Baldrian, Lavendel, Rosmarin, Anis, Dill oder Fenchel kann helfen, einen Befall von Schädlingen an den Ringelblumen zu vermeiden.

Schneiden

Ringelblumen benötigen keinen Schnitt. Dennoch sollte eine Pflege erfolgen, damit das Blumenbeet oder der Balkonkasten immer ansprechend aussehen:

  • haben die Angewohnheit, dass Blätter trocken werden
  • hat keine Bedeutung
  • trockene Blätter einfach entfernen
  • Verblühtes entfernen
  • nur wenn es nicht für Aussaat genutzt werden soll
  • im Herbst nach erstem Frost Pflanze aus Boden ziehen
  • ganz entsorgen

Hinweis: Wenn die Ringelblume nach dem ersten Frost eingegangen ist, werden aus den im Boden verbliebenen Wurzeln keine neuen Pflanzen mehr austreiben, wie dies bei Stauden im Frühjahr der Fall ist.

Überwintern

Eine Ringelblume ist nicht winterhart und auch nicht mehrjährig. Das Beet muss daher im Winter nicht geschützt werden. Dennoch erscheint es manchmal so als wären die Pflanzen winterhart und mehrjährig und das hat folgenden Grund:

  • in milder Region ohne Spätfröste
  • Ringelblumen säen sich selbst aus
  • hierzu Blüten bis zum Vertrocknen an Pflanze belassen
  • Samen fallen im Herbst auf Boden
  • können hier überwintern
  • im Frühjahr gelingt die Keimung von ganz allein
  • erste zarte Pflanzen zeigen sich ab März

Hinweis: Eine andere Möglichkeit der Vermehrung als durch das Aussäen der gesammelten Samen oder das Selbstaussäen über den Winter gibt es bei der Ringelblume nicht.