Die Schleifenblume lässt sich ungemein vielseitig im Garten einsetzen. Sie ziert einen Steingarten ebenso wie größere Bodenflächen. Und ja, mit ihren Blüten in den Farben weiß, rosa, rot oder auch purpur setzt sie reizvolle optische Akzente. Dabei ist die Staudenpflanze sehr anspruchslos und benötigt nicht viel Pflege. Bis zu einem gewissen Punkt ist sie sogar winterhart und widersteht klirrenden Frostnächten.

Standort

Die Schleifenblume, deren botanischer Name Iberis lautet, stammt ursprünglich aus dem sonnenverwöhnten Mittelmeerraum. Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch der Grund dafür, warum sie einen möglichst sonnigen Standort bevorzugt. Die pralle Mittagssonne ist für die Pflanze kein Problem. Im Gegenteil: Sie genießt es geradezu derart direkt beschienen zu werden. Der Standort sollte darüber hinaus möglichst offen sein. Eine windgeschützte Lage braucht es nicht. Da Iberis in ihren Herkunftsländern mit großer

Vorliebe auf steinigem bzw. felsigem Terrain wächst, lässt sie sich ideal in einem Steingarten kultivieren. Aber auch mit steile Böschungen und anderen Hanglagen kommt sie perfekt zurecht. Zur Not wächst sie übrigens auch im Halbschatten, allerdings wird sie an einem derartigen Standort nicht ganz so prächtig.

Tipp: Bei einem eher halbschattigen Standort muss die Schleifenblume vor allem im Frühjahr ordentlich gegossen werden. Das sorgt dafür, dass die Blüten schön groß werden, obwohl es zum Teil an Sonne fehlt.

Boden

Iberis umbellata - SchleifenblumeWie bereits erwähnt ist die Schleifenblume eine wirklich genügsame Staudenpflanze. Das gilt ausdrücklich auch für die Ansprüche, die sie an den Boden bzw. das Pflanzsubstrat stellt. Ein nährstoffarmer Boden ist für sie deshalb überhaupt kein Problem. Sie wird dennoch wachsen und gedeihen. Andererseits wird selbstverständlich auch ein Überangebot an Nährstoffen von Iberis akzeptiert. Das Wachstum kann dabei aber derart üppig ausarten, dass es zu wilden Wucherungen kommt und die Pflanze wieder in Form gebracht werden muss. Folgende Voraussetzungen sollten der Boden oder das Pflanzsubstrat im Idealfall erfüllen:

  • eher trockenes Erdreich
  • sehr hohe Wasserdurchlässigkeit
  • sehr lockeres Erdreich
  • kein hoher Humusanteil
  • eher nährstoffarm, als zu nährstoffreich

Auch wenn diese Voraussetzungen nicht vorliegen wird die Schleifenblume im Normalfall wachsen. Sie kommt an sich mit allen nur denkbaren Bodenverhältnissen zurecht. Unabdingbar ist allerdings, dass Wasser gut abfließen kann und die Bildung von Staunässe nicht begünstigt wird.

Tipp: Bei stark lehmhaltigen Böden sollte unbedingt Sand beigemischt und nach Möglichkeit auch eine Drainage gelegt werden. Eventuell muss sogar der Standort für die Seifenblume überdacht werden.

Einpflanzen

Das Ein- und Umpflanzen der Iberis ist vollkommen unproblematisch. Es kann im Frühjahr und im Sommer erfolgen. Vom Pflanzen im Herbst oder im Winter sollte man hingegen die Finger lassen. Zum Einpflanzen wird einfach ein Pflanzlich ausgehoben, das in etwa doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Anschließend setzt man den Ballen in das Loch und bedeckt ihn umgehend mit der zuvor ausgehobenen Erde. Diese wird um den Stamm herum gut angedrückt. Außerdem sollte möglichst kräftig angegossen werden. Während der warmen Jahreszeit kann die Pflanze übrigens auch problemlos versetzt werden. Da die Schleifenblume häufig auch als Kübelpflanze kultiviert wird, besteht auch die Möglichkeit, sie im Sommer aus dem Pflanzkübel zu nehmen und direkt im Garten einzupflanzen.

Hinweis: Bei allen Pflanzaktionen muss unbedingt darauf

geachtet werden, dass die sehr empfindlichen Wurzeln der Iberis nicht beschädigt werden.

Gießen

immergrüne Schleifenblume - Iberis sempervirensDie Schleifenblume kommt aus einer Gegend, in der lange Trockenphasen schon beinahe eine Selbstverständlichkeit sind. Sie kommt folglich auch bei uns mit Trockenheit ohne größere Probleme klar. Mehr noch: Sie schätzt Trockenphasen sogar. Zwar benötigt Iberis während er Sommermonate natürlich Wasser und muss gegossen werden allerdings sollte diese nur in Maßen erfolgen - und nur dann, wenn wirklich keine Niederschläge fallen. Beim Gießen sollte folgendes beachtet werden:

  • Trockenzeit von ein bis zwei Wochen einhalten
  • nur geringe Mengen an Wasser verabreichen
  • der Boden im Wurzelbereich sollte direkt nach dem Gießen nur leicht feucht sein
  • immer nur direkt im Wurzelbereich gießen
  • Staunässe unter allen Umständen vermeiden

Wie bereits angedeutet kann das Gießen im Frühjahr dazu führen, dass Schleifenblumen, die in einem halbschattigen Standort platziert wurden, besonders große Blüten ausbilden. Ansonsten aber ist das Gießen im Frühjahr meist noch nicht vonnöten. Gehandelt werden sollte erst, wenn der Boden auch in einer Tiefe von rund zehn Zentimetern sehr trocken ist.

Düngen

Auch in Sachen Düngergabe sollte man bei der Schleifenblume eher zurückhaltend agieren. Ganz ohne Dünger geht es während der Wachstumsphase im Sommer allerdings auch nicht. In dieser Zeit benötigt die Pflanze circa zwei Mal einen Dünger auf mineralischer Basis. Idealerweise greift man dabei auf herkömmlichen Flüssigdünger aus dem Fachhandel zurück. Der wird dann einfach nach Anleitung des Herstellers ins Gießwasser gekippt und dann beim Gießen verabreicht. Darüber hinaus kann es nicht Schaden, im Sommer einmal etwas Kalk im Wurzelbereich der Schleifenblume auszubringen. Wichtig ist darüber hinaus, dass die Staude nach dem Rückschnitt im Sommer noch einmal gedüngt wird - vorausgesetzt man möchte, dass sie noch ein zweites Mal blüht.

Schneiden

Iberis pinnata - SchleifenblumenUm wirklich perfekt wachsen zu können, sollte die Schleifenblume zwei Mal im Jahr geschnitten werden. Der Schnitt befördert dabei nicht nur das Wachstum, sondern sorgt auch für einen optimalen optischen Eindruck. Ohne Schnitt würde Iberis relativ wild wuchern und damit viel von ihrer natürlichen Schönheit einbüßen. Der erste Schnitt erfolgt dabei im Frühjahr. Dann werden allerdings nur vertrocknete Blätter und Triebe entfernt. Der zweite Schnitt ist nach der Blütezeit fällig. So geht man vor:

  • Triebe bis zur Hälfte oder maximal einem Drittel zurückschneiden
  • jeweils mindestens zehn Zentimeter stehen lassen
  • stets auf die Verholzung achten

Es gilt: Je verholzter die betreffende Schleifenblume bereits ist, desto weniger tief darf geschnitten werden. Der Schnitt nach der Blüte kann bis in den Herbst hinein erfolgen, sollte aber unbedingt vor der ersten Frostnacht erledigt sein. Kleinere Schnittmaßnahmen können hingegen das ganze Frühjahr und den ganzen Sommer hindurch erfolgen. Abgestorbene oder braune Blätter sollten durchgehend entfernt werden.

Überwintern

Temperaturen von bis zu minus 15 Grad Celsius steckt die Schleifenblume relativ locker weg. Man kann sie folglich als winterhart bezeichnen. Besondere Maßnahmen zum Überwintern der Pflanze sind deshalb meistens nicht erforderlich. Die Iberis kann einfach an ihrem Standort verbleiben. In Regionen, in denen die 15-Grad-Marke regelmäßig unterschritten wird, empfiehlt es sich allerdings, die Pflanze mit Reisig oder Mulch zu schützen. Möglich ist auch, sie mit einem Flies zu bedecken.

Krankheiten und Schädlinge

Zu den vielen Vorteilen der Schleifenblume gehört zweifellos, dass sie ausgesprochen robust und widerstandsfähig ist. Erkrankungen oder ein Schädlingsbefall sind bei ihr sehr selten. Problematisch kann allenfalls ein Befall mit Blattläusen werden. Es empfiehlt sich deshalb, die Blätter und Stängel der Pflanze regelmäßig zu kontrollieren. Stellt man einen Befall mit Blattläusen fest, sollte die Staude gründlich abgeduscht und anschließend mit einer gering dosierten Spülmittellösung bestrichen werden. Unter Umständen kann es auch passieren, dass die Wurzeln der Schleifenblume von einem Pilz befallen werden. Den bemerkt man als Gartenbesitzer dummerweise erst, wenn die komplette Pflanze umfällt. Man spricht deshalb auch von der Umfallkrankheit. Dagegen ist leider kein Kraut gewachsen. Ist die Pflanze erst einmal gekippt hilft nur noch sie auszugraben und in der Mülltonne zu entsorgen. An dem betroffenen Standort sollten dann keine Schleifenblumen mehr angesiedelt werden.

Vermehren

Das Vermehren der Schleifenblume ist absolut kein Problem. Die Pflanze ist an sich selbstaussäend. Sie vermehrt sich also von selbst. In den Früchten, die sie im Sommer ausbildet, befinden sich Samen, die sich nach dem Aufplatzen der Frucht verteilen. Das kann durchaus problematisch sein, da es so zu unkontrollierbaren Wucherungen kommen kann. Man sollte deshalb die noch geschlossenen Früchte abschneiden, sie öffnen und den enthaltenen Samen trocknen. Dann kann er bis in den Herbst hinein kontrolliert und an den gewünschten Standorten ausgebracht werden. Alternativ ist im Sommer auch eine Stecklingsvermehrung möglich. Dazu schneidet man einfach einen Trieb von der Pflanze ab, steckt in ein Glas mit Wasser und wartet bis er Wurzeln ausbildet. Sobald dies der Fall ist kann er dann gepflanzt

werden.